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Josef Obergantschnig

Exchange-Traded-Funds (ETFs) auf dem Prüfstand …
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 03.02.2012 11:05

ETFs erfreuen sich dieser Tage großer Beliebtheit. Investoren wird meist kostengünstig die Möglichkeit gewährt, ihr zugrundeliegendes Portfolio mittels Asset-Allocation-Bausteinen zu diversifizieren. Diese Woche ist mir ein interessantes Paper von Morningstar in die Hände gekommen, in dem das Thema ETFs - vor allem unter dem Blickwinkel des Risikos - unter die Lupe genommen wurde. Viele ETF-Investoren würden überrascht sein wenn sie wüssten, dass teilweise bis zu 100% der Assets verliehen werden. Investoren haben damit neben dem herkömmlichen Risiko des Underlyings - im Falle eines internationalen Aktieninvestments beispielsweise dem MSCI World - auch das sogenannte Kontrahentenrisiko. Dies bedeutet im Wesentlichen nichts anderes als das Risiko, dass ich meine verliehenen Wertpapiere am Ende der Leiheperiode nicht wieder zurückbekomme. Der Financial Stability Board (FSB) definiert das Risiko folgendermaßen: „ After all, securities lending in physical replication ETFs may create similar counterparty and collateral risks seen in synthetic ETFs.“

Die FSB ist damit der Meinung, dass das Risiko eines ETF, der zwar phyisch Wertpapiere (sprich Einzelaktien) kauft und diese verleiht, ähnlich dem eines synthetischen ETFs ist.

Was ist aber wiederum ein synthetischer ETF?

Ein synthetischer ETF stellt das zugrundeliegende Portfolio durch derivative Geschäfte - in der Regel sogenannte SWAP-Geschäfte - dar. Der Investor hat demnach keine (oder nur einen geringfügigen Anteil) an effektiven Wertpapieren wie z.B. Einzelaktien im Portfolio. Problematisch dabei ist, dass es sich hierbei nicht um „standardisierte“ Derivate handelt sondern um Geschäfte, die zwischen zwei Partnern ohne Zuhilfenahme einer Börse getätigt werden. Im Gegensatz zu standardisierten Geschäften über die Börse, wo im Falle eines Ausfalls des Kontrahenten die Börse für die Abwicklung der getätigten Geschäfte einspringt, obliegt bei den außerbörslichen Geschäften das Kontrahentenrisiko beim Investor. Wenn beispielsweise der Handelspartner - man denke in diesem Zusammenhang beispielsweise an Lehman - ausfällt, ist das eingegangene Geschäft meist „wertlos“.

Wie gehen wir in der Security KAG mit diesem Thema um?

Wir sind unter anderem für das Finanzmanagement unserer Mutter GRAWE-Group verantwortlich. Wir haben bereits sehr früh die Erkenntnis gewonnen, dass es für uns keinen Sinn macht, ein großes internationales Aktienportfolio aktiv zu managen. Es ist unserer Einschätzung nach nur sehr schwer möglich, eine langfristige Outperformance zu erzielen. Dies wird duch zahlreiche Analysen bestätigt, die durchwegs enttäuschende Ergebnisse liefern.

Daraus haben wir für uns den Schluss gezogen, dass wir das globale Aktieninvestment passiv darstellen wollen. Nachdem wir bereits vor Jahren die trügerische Sicherheit eines ETF-Investments erkannt haben, entschlossen wir uns, diese Aktienkomponente selbst darzustellen. Damit bieten wir uns und unsere Investoren die Sicherheit, dass lediglich Einzeltitel im Portfolio berücksichtigt werden und durch Wertpapierleihegeschäfte oder Swap-Transanktionen keine zusätzlichen Risiken entstehen. Zudem obliegt der Fonds dem österreichischen Investmentfondsgesetz, welches im internationalen Vergleich als durchaus streng bezeichnet werden kann. Das klingt zwar nach einem relativ „faden“ Investment, das Management des Fonds bedarf allerdings beträchtlicher Expertise.

In unserem Fonds Apollo 1 Styrian Global Bond, welcher das Ziel hat, den MSCI World möglichst kostengünstig abzudecken, haben wir gegenwärtig rund 900 Titel von den rund 1600 Titel beigemischt. Die Frage stellt sich nun, warum gerade 900 Titel bzw. warum genau diese Titel?

Wir bedienen uns zur Beantwortung dieser Fragen einer Stratified-Sampling-Methode, zweier unterschiedlicher Risikomanagementsysteme und zusätzlich unseres jahrelangen Erfahrungsschatzes. Denn bei einer rein quantitativen Optimierung wird häufig der Fehler gemacht, dass beispielsweise Klumpenrisiken eingegangen werden, die maßgeblichen Einfluss auf das Gesamtergebnis haben können. Wenn man beispielsweise lediglich in 100 Titel investiert, wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die größten Titel zurückgreifen.
Dies ergibt den geringsten Tracking-Error, die Standard-Maßzahl für das Abweichungsrisiko einer Benchmark.

Wir nehmen gemäß unserem Investment-Ansatz bewusst das Risiko eines geringfügig höheren Tracking-Errors in Kauf, um beispielsweise auch kleinere Unternehmen zu berücksichtigen. Die Kunst besteht darin, Klumpenrisiken weitestgehend auszugleichen und mit einer „sinnvollen“ und kostengünstigen Portfoliogröße bei vernünftigem Tracking-Error das Universum abzudecken. Zudem streben wir danach, nicht unmittelbar zu Zeitpunkten, wo eine Index-Umstellung stattfindet, Transaktionen zu tätigen, da dies häufig aufgrund der großen Volumina zum Nachteil der Investoren erfolgen würde. Bei einer zeitlichen Verschiebung von wenigen Tagen haben sich diese „irrationalen“ Bewegungen häufig aufgelöst.

Dieser kleine Ausschnitt aus unserem Investmentprozess soll andeuten, wie viel Know-How in einem passiven Mandat stecken sollte. Auf die genannten Risiken nehmen auch die neuen gesetzlichen Regulatorien Rücksicht. Im Falle von Versicherungen sorgt Solvency II dafür, dass für ein solches Investment vermehrt Eigenmittel gebunden werden, den schließlich muss nicht nur für das klassische Investment sondern auch für das zusätzliche Risiko (SWAP, Wertpapierleihe) Vorsorge getroffen werden. Doch auch für private Investoren lohnt es sich, einen Blick hinter die Kulissen eines Fonds zu werfen und abzuklären, wie das zugrundeliegende Portfolio dargestellt wird …

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at

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Michael Müller

Über die Grenzen blicken tut gut…
von Michael Müller, geschrieben am 01.02.2012 15:55

Vielleicht erinnern Sie sich an meine Blogs vom Sommer mit Berichten vom „Europäischen Forum Alpbach“, bei denen ich von den Vorträgen der amerikanischen und asiatischen Referenten berichtet habe. Sie alle haben unisono über die großen Chancen Europas gesprochen, die dieser Kontinent durch seine Trägheit leider meist wieder verspielt.

Europa ist in vielen Bereichen Innovations-Weltmeister, denn alle großen Erfindungen sind hier entstanden, auch wenn sie dann in anderen Kontinenten zu Weltruhm gelangt sind. Wir zählen auch zu den reichsten Kontinenten und sind somit auch Export-Weltmeister, denn nur von hier kommen auch die meisten Qualitätsprodukte weltweit. Ein Problem ist lediglich, dass Europa eben wirtschaftlich und politisch nicht mit einer Stimme spricht und somit selten seine Stärke ausspielen kann.

Nun ist vor wenigen Tagen das „World Economic Forum“ in Davos zu Ende gegangen und auch dort war ich - zumindest virtuell - dabei. Denn es ist spannend, die Videos der hochkarätigen Podiumsdiskussionen der „Global Leaders“ zu verfolgen. Durch die Vermischung mit vielen Experten aus Übersee ergab sich beim Durchsehen der Videos ein gänzlich anderes Bilder „unserer Krise“ als wir diese aus unseren Medien wahrnehmen.

Auf der einen Seite stehen US-Experten, die natürlich auch das Thema der eigenen Verschuldung benennen, dies allerdings mehr als Herausforderung denn als Bedrohung sehen. Auch ist die politische Reaktion mehr als Motivation zu mehr Aktion und Innovation zu verstehen. Ein Experte hat den Unterschied zu Europa so festgemacht: „Die Amerikaner leben um zu arbeiten, hingegen die Europäer arbeiten um zu leben.“ Damit hat er wohl nicht ganz unrecht, denn wir hatten noch nie so geringe Wochenarbeitszeiten oder frühen Pensionsantritt und das macht uns einfach zu einem trägen und überalterten Kontinent.

Ebenso spannend waren die Experten aus Asien, wie zum Beispiel der Gouverneur aus Hongkong oder der Finanzminister aus Japan, die auf einen weiteren interessanten Umstand hinweisen: „Seit Beginn der ersten Finanzmarktkrise 2008 sind die Emerging Markets um 50% in ihrer Wirtschaftsleistung gestiegen (China sogar um 60%) und Europa stagniert bei null Prozent. Dabei machen Asien und die Emerging Markets in Bezug auf die Bevölkerung über 50% der Weltbevölkerung aus.“ Daraus schließe ich, dass wir gar keine Weltwirtschaftskrise haben, denn die eine Hälfte der Wirtschaftswelt hat weiterhin ein jährliches Wirtschaftswachstum von 5-7% pro Jahr, während Europa und die USA in Stagnation und einer hausgemachten Krise stecken.

TIPP: Gute Berater informieren ihre Kunden und geben auch wertvolle Tipps. Meiner ist, besuchen Sie mit Ihren Kunden rückblickend das „World Economic Forum“ in Davos („www.weforum.org“). Dabei werden die erkennen, dass nicht die Ratingagenturen an unserer Malaise schuld sind, sondern unsere Politiker. Aber sie werden auch Diskussionen mit „Young Global Shapers“ sehen, die einem wieder Mut machen, dass nämlich die nächste Generation intelligent genug ist, um aus unseren Fehlern zu lernen…

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at

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Josef Obergantschnig

Schuldenbremse und Steuern …
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 26.01.2012 08:41

In Österreich wird die Schuldenbremse aktuell heftig politisch diskutiert. Mich stört dabei, dass man sich anscheinend nicht einmal darauf einigen kann, das strukturelle Defizit Österreichs in der Verfassung zu verankern. Von Maßnahmen, wie man die gesteckten Ziele erreichen kann, ganz zu schweigen. In Summe sollte es ein Mix aus Steuererhöhungen und Einsparungen sein. Das Verhältnis, wie viel auf der Ausgaben- bzw. Einnahmenseite lukriert werden soll, wird von politischen Entscheidungsträgern bzw. Parteien unterschiedlich angegeben. Fix scheint nur, dass es neben den Einsparungen auch auf der Einnahmenseite fixe Maßnahmen geben soll. Das ist für mich als Bürger absolut unverständlich und scheint wieder einmal der leichtere - also der österreichische - Weg zu sein. Nur ja niemanden auf die Füße treten. Meiner Ansicht nach muss vor allem ausgabenseitig angesetzt werden. Das sind zwar Maßnahmen, die nicht von heute auf morgen Geld in die Staatskassen spülen werden, allerdings sind sie wesentlich nachhaltiger. Einnahmenseitig könnte man beispielsweise temporär (obwohl das aus Sicht des Bürgers „gefährlich“ ist, da temporäre Lösungen oftmals Dauerlösungen werden) entgegenwirken.

In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass die staatlichen Steuereinnahmen in den vergangenen Jahren sukzessive angestiegen sind. Strategisch klug wäre es gewesen, die Ausgaben unverändert zu belassen und damit das Defizit sukzessive zu verringern. Leider war dies nicht der Fall. Politisch musste man nach der letzten Rezession 2008/09 sofort wieder Zuckerl an die Bürger verteilen, um in der Popularität bzw. in Umfragen wieder zulegen zu können.

Steuern zählen zu den wichtigsten Einnahmequellen des Staates. Das gesamte Steuer und Abgabenaufkommen Österreichs (inkl. SV-Beiträge) betrug 2010 EUR 120,2 Mrd.. Der größte Anteil ist auf Sozialversicherungsbeiträge (EUR 41,8 Mrd.) zurückzuführen. Lohnsteuer (EUR 21,7 Mrd.) und Mehrwertssteuer (EUR 22,8 Mrd.) sind ebenfalls wesentliche Einnahmequellen des Staates. Politisch ist es daher immer populär, die Mehrwertssteuer anzuheben. Dies ist eine Massensteuer und belastet vor allem die unteren Einkommensschichten. Bei der Lohnsteuer hat sich der Staat über die letzten Jahrzehnte sukzessive bereichert. Dies ist auf die kalte Progression zurückzuführen. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass auf der einen Seite Löhne jährlich um die Inflation angehoben werden und auf der anderen Seite die Grenzsätze zur Berechnung der Einkommens- bzw. Lohnsteuer über längere Zeit nicht angehoben werden.

Unser gegenwärtiges Steuersystem basiert auf der großen Steuerreform von 1989. Der Spitzensteuersatz betrug damals 42% für Einkommen von mehr als ATS 700.000 (= EUR 50.871). Die nächste wesentliche Anhebung der Grenze, ab welcher der Höchststeuersatz fällig wird, erfolgte erst im Jahr 2009 auf EUR 60.000. Wenn man die damalige Eintrittsgrenze zum Höchststeuersatz um die Inflationsraten bereinigt, müsste der Höchststeuersatz 2009 ab einem Jahreseinkommen von rund EUR 80.000 tragend werden. Damit ist die effektive respektive reale Steuerbelastung des Einzelnen in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen.

Auch hinsichtlich der sozialen Ausgeglichenheit muss man festhalten, dass 10% der Lohnsteuerpflichtigen 30% der lohnsteuerpflichtigen Bezüge erwirtschaften und 50% der gesamten Lohnsteuer bezahlen. 50% der Lohnsteuerpflichtigen erwirtschaften 81% des lohnkommersteuerpflichtigen Einkommens und zahlen 97% des gesamten Lohnkommensteueraufkommens. In Österreich zahlen von den rund 6,6 Mio. Arbeitnehmern, Pensionisten und Selbständigen 2,6 Mio. respektive 39% weder Lohn- noch Einkommenssteuer. Im Jahr 1995 zahlte lediglich ein Drittel des betreffenden Personenkreises keine Steuer. Die Steuerleistung wird also maßgeblich von einer kleinen Gruppe erbracht. Anstatt diese Gruppe ständig an den Pranger zu stellen, sollten sich politische Entscheidungsträger viel mehr fragen, was man tun muss, dass dieser Personenkreis nicht in „Steuerparadiese“ abwandert. Damit wäre keinem - vor allem nicht den Nutznießern unseres Sozialsystems - geholfen.

Die Frage, die ich mir in diesem Zusammenhang daher stelle ist, ob es wirklich sinnvoll ist, schwerpunktmäßig an der Steuerschraube zu drehen oder ob es nicht besser wäre, Hausaufgaben, die bereits seit Jahrzehnten bekannt sind, allerdings von keiner Politiker-Generation umgesetzt wurden, in Angriff zu nehmen?

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at

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Stefan Winkler

Fehlt es Politikern an Kreativität?
von Stefan Winkler, geschrieben am 20.01.2012 14:03

Ich glaube nicht an generellen Mangel am Intellekt des politischen Entscheidungsträger. Auch wenn wohl nicht jedem Politiker zugemutet werden kann sein Ressort im Detail zu verstehen, ist man sich wohl der wesentlichen Problemstellung meist bewusst. Alleine, was wird mit den Informationen angestellt? Man ist sich etwa der Pensionsproblematik schon lange bewusst und man weiß von der Ineffizienz unseres föderalistischen Systems, doch kann man sich nicht zu Lösungen durchringen. Nicht dass es keine Lösungsvorschläge gäbe, doch sind sie im aktuellen politischen Umfeld nicht umsetzbar. Einfach gesagt: Probleme, die einfach lösbar sind, wurden bereits gelöst. Übrig bleiben all jene Brocken, die nun schon ermüdend lange unser Dasein begleiten.

In Österreich hat die gütliche Einigung Tradition. Man eckt nicht zu sehr an, schließlich weiß man, dass man einander möglicherweise mal brauchen wird. Wir können also nicht hoffen, dass Verschiebungen der politischen Kräfteverhältnisse unsere Probleme lösen können. Und wenn, man denke an Teile der Pensionsreformen, wird bei Wiederherstellen der alten Kräfteverhältnisse der Retourgang eingelegt. Eine mögliche Einigung störrischer Themen scheint nur durch gemeinsamen Verzicht möglich zu sein. Etwa werden Subventionen der ÖBB gekürzt, dafür hebt man den Einheitswert auf Grundstücke. Doch auch wenn geteiltes Leid nur halbes Leid ist, es bleibt Leid. Und erfahrungsgemäß erfolgt diese Art der Problemlösung nur, wenn es gar nicht mehr anders geht.

Doch gibt es nicht andere Wege, die zum Erfolg führen können?

Nehmen wir unsere Bildungsmisere. Nach jahrelangem Stillstand wird nun versucht etwa mit der neuen Mittelschule Versäumtes aufzuholen. Der Ausgang ist ungewiss. Zwar kopiert man etablierte Systeme, doch ob sie auch in unserem Umfeld funktionieren werden, wird sich erst zeigen. Leider scheint dies der Weisheit letzter Schluss zu sein.

Wenn wir uns aber zurück lehnen und versuchen dem vorgefertigten Denken den Rücken zu kehren, könnte uns auffallen, dass wir grundlegendere strukturelle Probleme in unserem Bildungswesen haben. Zum Beispiel belohnt das System Lehrende, die es sich so einfach wie möglich machen: Geringe Leistungsanforderungen, laxe Prüfungen und „geschenkte“ Noten stoßen selten auf Kritik. Es gibt kaum äußere Anreize, die einen Lehrer motivieren. Gute Lehrer verdienen allen Respekt! Stellen Sie sich vor, der Lehrer würde nicht mehr prüfen. Er hätte aus vorgegebenen Paketen die Auswahl potentieller Themen für den Unterricht. Diese sind standardisiert und werden anonym abgeprüft. Der Lehrende könnte sich nicht mehr hinter geringen Anforderungen verstecken, verliert aber auch den möglichen Schrecken, da er nicht mehr die Leistung beurteilt. Der Lehrer wird zum Partner des Schülers, er „steht auf der gleichen Seite“. Dieses System erlaubt nicht nur effiziente Gemeinschaftslösungen, sondern auch die Qualität des Lehrenden objektiv zu prüfen. Lehrer mit vielen Klassen mit guten Noten könnte man etwa finanzielle Anreize bieten.

Dies soll als Beispiel nur verdeutlichen, was uns in Österreich fehlt: Innovative Lösungsansätze! Von einem hochrangigen politischen Entscheidungsträger, einem Manager, muss man solche verlangen können.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.winkler@securitykag.at

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Michael Müller

Chancen finden und auch nutzen
von Michael Müller, geschrieben am 14.01.2012 19:43

In den letzten Monaten begann ich an vielen Teilnehmern der Finanzindustrie zu zweifeln. Diese habe ich in den letzten Jahrzehnten immer als „Macher“ und „Seller“ erlebt, nur in der jüngsten Vergangenheit macht sich eine unnatürliche Lethargie breit. Waren die letzten 10-15 Jahre von einer durchgehenden Aufwärtsbewegung gezeichnet so wurden dabei viele Erfolgsstorys auch nur mit Optimismus erzeugt. Jetzt treiben allerdings viele wie „ein Blatt im Wind“, wobei das Entstehen mancher Luftströmungen oft nicht nachvollziehbar ist.

Meine Expertise liegt bei den Unternehmern und Beratern in der Finanzberatungsbranche und hier ist es besonders schlimm. Nur gefühlte zehn Prozent der Marktteilnehmer verstehen sich als echte Unternehmer, die sich jeder Situation stellen und diese aktiv zu meistern versuchen. Da hilft kein Jammern, die Situation muss analysiert werden und Entscheidungen im Sinne der Kunden und im Interesse des eigenen Unternehmens getroffen werden.

Oft höre ich, man kann nicht mehr weiter arbeiten wie gewohnt. Das ist sicher richtig und auch gut so, aber genau diese Veränderung ist ja der Sinn eines Unternehmertums. Bei Sonnenschein wächst jede Pflanze, die allerdings oft beim ersten Sturm wieder umknickt. Für wahre Unternehmer ist die Veränderung sogar Pflicht, denn nur so ist auch Wachstum möglich. Mein Fitnesstrainer sagte letztens: „Veränderungen sind immer von Schmerz begleitet!“ Dieser Satz motivierte mich in der aktuellen Situation in keiner Weise, aber rückblickend hatte er recht.

Auch wenn man bereits eine optimale Dienstleistung und die dafür passenden Kunden gefunden hat, ist es für ein erfolgreiches Unternehmen notwendig sich laufend zu erneuern. Man könnte dazu unzählige Beispiele bringen, daher sei hier in aller Kürze nur „McDonald´s“ erwähnt, der ein allgemein bekanntes Basisprodukt besitzt welches sich nahezu von selbst verkauft. Trotzdem sind deren Marketingleute unermüdlich aktiv um uns alle drei Monate neue Burger zu liefern. Warum, wenn sich das Basisprodukt doch von selbst verkauft? Weil „Stillstand Rückschritt bedeutet und Wachstum nur mit Veränderung und Erneuerung möglich ist…“

MEISTER-TIPP: Überlegen Sie, wie Sie die aktuelle Verunsicherung als Berater und Unternehmer für sich und Ihre Kunden nutzen können. Suchen Sie bei sich Stärken und Möglichkeiten, die gerade jetzt gefragt sind und erzeugen Sie damit eine neue Dienstleistung oder ein Produkt. Scheuen Sie auch nicht davor zurück, neue Formen Ihres Unternehmertums zu suchen, denn vielleicht ist es gerade jetzt sinnvoll Partnerschaften einzugehen oder sein Unternehmen neu aufzustellen.

Nur bitte überlegen Sie auch Grundsätzliches, treffen Sie dann Entscheidungen und machen einen Plan mit konkreten Schritten. Dann setzen Sie Taten und kommunizieren diese auch Ihren Partnern, Mitarbeitern und Kunden. Sie werden dabei sicher auch Hilfestellung und Unterstützung erhalten und sich nach wenigen Monaten fragen, warum Sie nicht schon viel früher gehandelt haben. Und zu guter Letzt: Hören Sie auf zu jammern und meiden den Umgang mit anderen „Jammerern“, die nur wissen warum etwas nicht geht. Suchen Sie die Nähe zu Menschen, die kreativ sind und Optimismus verbreiten. Auch wenn es vielleicht nicht sofort hilft, ist deren Gesellschaft zumindest angenehmer…

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at

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Martin Mikulik

2011 und das Streben nach Sicherheit
von Martin Mikulik, geschrieben am 03.01.2012 12:42

Das Jahr 2011 ist Geschichte. Viel ist geschehen, vieles ist ungeklärt und viele Befürchtungen wurden gehegt. Von der Wertschwankung auf Jahressicht gesehen ist das Jahr 2011 kein außergewöhnliches Jahr. Die großen Indizes haben zwar großteils an Wert verloren, aber außergewöhnlich waren diese Verluste nicht. Auffälliger waren hier schon die Tagesschwankungen einiger Märkte sowie die Anzahl von aufeinanderfolgenden negativen Tagen. Und das Erreichen von noch nie dagewesenen Renditen in 10-jährigen deutschen Bundesanleihen weit unter 2 %.

2011 wird aber als jenes Jahr in die Geschichte eingehen, welches eine neue Definition des Stichwortes „Sicherheit“ gebracht hat. Waren bislang Staatsanleihen als sicher einzustufen, ist dies nun nicht mehr der Fall. Die USA verloren erstmals ihr Top Rating von AAA und in Europa wurden einige Euro-Staaten auf High Yield Niveau gestuft. Auch die Renditedifferenz von AAA Staaten am Beispiel Österreich gegen Deutschland hat neue Ausmaße von über 1 % gebracht. Dieses Streben nach Sicherheit hat zum Jahresende sogar dazu geführt, dass Dänemark eine Anleihe mit negativer Verzinsung emittieren konnte. Die Anleger waren sogar bereit, für ihr Investment Zinsen zu zahlen - nur um ihr Kapital in Sicherheit zu wissen.

Die Märkte verlieren dabei ihren Blick auf das Gesamte. Die Handlungsaktivität beschränkt sich aktuell nur auf das Verhindern von Risiken. Niemand denkt mehr an langfristige Auswirkungen seines Handelns, denn nur der kurzfristige Erhalt von Kapital scheint von Wichtigkeit. Was morgen oder übermorgen passiert, spielt in den Entscheidungen der Investoren derzeit keine Rolle, denn vielleicht gibt es kein Morgen?

Ich bin zutiefst der Überzeugung, dass dies der falsche Weg ist. Denn das Streben nach dieser (vermeintlichen) Sicherheit kostet viel mehr, als das potenziell mögliche Risiko (immer eine breite Streuung des Vermögens vorausgesetzt).

Ein Beispiel: Eine Kapitalgarantie kostet nominell im Jahr rund 1-1,5 %. Im Vergleich liegt der 10-Jahresswapsatz aktuell bei rund 2,5 %, d.h. nominell zahle ich mehr als die Hälfte des 10-Jahreszinsertrages nur für diese Garantie. Die Garantie kostet aber noch viel mehr, denn das Garantiemanagement führt auch dazu, dass nach oben hin viele Erträge abgeschnitten werden. Warum? Wenn die Märkte fallen bzw. wenn sie bereits in einem gewissen Ausmaß gefallen sind, wird durch das Garantiemanagement immer mehr Risiko aus dem Portfolio genommen. Drehen die Märkte darauf hin wieder (wie zuletzt 2009), wird nur langsam und mit Verzögerung (da die rasche und laufende Anpassung hohe Gebühren verursacht) wieder in die Märkte investiert. Wie eingangs erwähnt, waren vor allem die Tagesschwankungen an den Märkten äußerst hoch, weshalb die Garantiesysteme auch auf größere Verzögerung eingestellt sein müssen, um keine Fehlsignale zu produzieren (schauen Sie sich auch die Performance von Trendfolgern an). Somit „verliert“ der Kunde nicht nur die Garantiegebühr sondern auch noch einen Großteil der positiven Performance. Man kann also sicher sein, dass die Rendite einer derartigen kapitalgarantierten Investition aktuell nicht höher als ein Sparbuch sein wird. Prüfen Sie es doch nach!!!

Die Märkte funktionieren wie eh und je und nach dem Überstehen der aktuellen Krise wird es wieder eine neue geben. Das gehört zum Kreislauf des Finanzmarktes dazu. Vielleicht wird sich das Wirtschaftssystem ändern und wir werden mit geringeren Wachstumsraten auskommen müssen, aber die Marktmechanismen funktionieren nach wie vor - und werden dies auch in den nächsten Jahren tun.

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Josef Obergantschnig

Neues Jahr, neue Vorsätze, neue Prognosen, neue Chancen?
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 02.01.2012 17:07

Rund um den Jahreswechsel melden sich viele Experten und Propheten zu Wort und geben Ihre Einschätzung und Ihren Ausblick - gefragt, aber leider auch oft ungefragt - wider. Auch für mich war der Jahreswechsel Anlass genug, sich über die Zukunft Gedanken zu machen. Die Frage, die sich in unserem Bereich immer wieder stellt, ist immer die Gleiche: Wie bzw. mit welcher Asset-Klasse werde ich im kommenden Jahr am meisten Geld verdienen?

Es ist zwar „nur“ eine einfache Frage, allerdings gehen die Meinungen diametral auseinander. Die eine Seite - nennen wir sie der Einfachheit halber Pessimisten - geht von einem Scheitern des Euros, einer Destabilisierung der wirtschaftlichen und politischen Situation und dergleichen aus. Auf der anderen Seite - und hier muss man schon lange suchen, bis man fündig wird - gibt es auch noch die Optimisten. Diese vertreten die Ansicht, dass im Jahr 2012 die Weichen für die Zukunft gelegt werden. Europa - für viele immerhin die Quelle des Übels - hat die richtigen Schritte eingeleitet und befindet sich gerade in dem Prozess, die „Konstruktionsfehler“ der Gründungsväter auszumerzen. Dies kann aber nicht über Nacht passieren, sondern wird dauern. Die dritte Gruppe geht noch einen Schritt weiter und prophezeit den Untergang. In diesem Zusammenhang sei beispielsweise das Auslaufen des Maya-Kalenders (angeblicher Weltuntergang am 21.12.2012) zu nennen. Für mich hat es den Anschein, als würde man mit schlechten Ausblicken oder gar Horror-Prognosen am meisten Aufmerksamkeit bekommen.

Für uns als Portfoliomanager ist es schwierig, in Zeiten wie diesen einen kühlen Kopf zu bewahren. Zu unseren Aufgaben gehört es, sich zu bemühen, ständig auf dem Laufenden zu sein. Kernthemen hierbei sind Politik und Wirtschaft. Wie Sie sich sicher vorstellen können, haben wir in den vergangenen Wochen wenig Positives gelesen. Die Kunst eines professionellen Asset-Managers ist es, vor allem in „Krisenzeiten“ nicht den Kopf in den Sand zu stecken sondern mit klarem Blick auf das Große und Ganze Chancen aber auch Risiken frühzeitig zu erkennen.

Die Vergangenheit hat uns schon oft gelehrt, dass Prognosen häufig nicht eintreffen. In diesem Zusammenhang denke ich häufig an die alte Weisheit, dass angekündigte Revolutionen nie stattfinden. Meiner Einschätzung nach gibt es genug negative Aspekte. Diese will ich Ihnen im Rahmen dieses Blog-Beitrages allerdings „ersparen“, da uns diverse Negativmeldung ohnehin täglich „um die Ohren fliegen“. Deswegen möchte ich hier einen kleinen Tabu-Bruch begehen und für mich drei positive Aspekte kurz zusammenfassen.

1) Europa hat meiner Einschätzung den Ernst der Lage erkannt und wird sich gemeinsam gegen die Krise stemmen. Am Ende des Tages können wir nur als großer und starker Wirtschaftsblock zwischen aufstrebenden asiatischen Ländern und der USA, der (noch) größten Volkswirtschaft der Welt, bestehen. Einzelne Länder haben im Spiel dieser Kräfte einen deutlichen Nachteil. Es ist sehr wahrscheinlich, dass dieses Thema auch 2012 die Schlagzeilen dominieren wird.

2) An den Finanzmärkten herrscht nach wie vor große Unsicherheit. Der S&P 500 weist für 2011 beispielsweise die höchste Tagesvolatilität seit 1947 auf. Der Index schloss aber beinahe unverändert. In diesen Zeiten - man denke nur an die Nachwehen der Lehman-Pleite ergeben sich durchaus auch Chancen. Wichtig dabei ist allerdings nur, dass man die Chancen und Risiken einzelner Asset-Klassen nüchtern analysiert. Nehmen wir z.B. den Bereich Unternehmensanleihen. Unternehmen konnten grosso modo ihre Gewinne im Jahr 2011 erhöhen. Und das, obwohl wir uns in einer „veritablen“ Krise befinden.. Zudem haben die Unternehmen ihre Bilanzen - allen voran ihre Verbindlichkeitsstruktur - in den vergangenen Jahren restrukturiert und sind dahingehend besser auf die aktuelle Situation (Krise?) vorbereitet als 2008. Aufgrund dessen haben sich die Default-Raten 2011 nicht wesentlich erhöht und liegen deutlich unter dem 2009-er Niveau. Auf der anderen Seite müssen sich viele (vor allem institutionelle Investoren) von ihren Risikopositionen trennen. Aufgrund dessen erhalten Investoren nach wie vor attraktive Risikoaufschläge. Meiner Einschätzung nach ist dies eine Asset-Klasse (ob Investment-Grade oder High-Yield), die durchaus ein attraktives Chancen/Risiko-Verhältnis aufweist.

3) Prognosen makroökonomischer Kennzahlen werden in den vergangenen Wochen sukzessive zurückgenommen. Laut aktuellen Schätzungen von Morgan Stanley wird beispielsweise die Weltwirtschaft 2012 um 3,5% wachsen (September-Prognose 3,8%). Es sind allerdings große Diskrepanzen zwischen einzelnen Wirtschaftsräumen zu beobachten. Entwickelte Märkte weisen ein deutlich geringeres Wachstum auf als Schwellenländer. In Europa wird für das kommende Jahr beispielsweise mit einer Rezession gerechnet. Die Notenbanken dürften an ihrer expansiven Geldpolitik festhalten und weiter Geld in die Wirtschaft pumpen. So ganz und gar nicht in das negative Bild passt, dass ein im Dezember vom ISM-Institut veröffentlichter Bericht ausweist, dass der zugrundeliegende Einkaufsmanager-Index in allen wichtigen Regionen um einen Wert von 50 notiert. Im Vergleich dazu notierten mit Ausnahme von Indien und China sämtliche Einkaufsmanager-Indizes zum Jahreswechsel 2008/09 unter einem Wert von 40 und prognostizierten damit einen massiven Einbruch der Wirtschaft. Zu Ihrer Information möchte ich noch ein paar Worte über die Zusammensetzung des Index verlieren. Ein Wert von über 50 deutet an, dass die Einkaufsmanager ein expansives Umfeld erwarten, ein Wert unter 50 deutet auf eine rückläufige Entwicklung hin. Ein Wert unter 42 würde laut Angaben von ISM bedeuten, dass die Gefahr einer Rezession in betreffendem Land sehr hoch ist.

Aus meiner Sicht ist gegenwärtig sehr viel Negatives eingepreist. Sobald die ersten Lichtstrahlen am Horizont aufscheinen, wird sich auch die Lage an den Finanzmärkten deutlich aufhellen. Es ist dann sehr wahrscheinlich, dass die Kurse rasch und stark ansteigen werden. Man denke nur an die alte Aktienweisheit: „Aktienmärkte gehen der Konjunktur ein halbes Jahr voraus.“ Und da möchte ich auf alle Fälle mit dabei sein :-)

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at

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Michael Müller

Die persönliche Bilanz zum Jahresende
von Michael Müller, geschrieben am 29.12.2011 14:50

Viele nutzen den Jahreswechsel für neue Vorsätze und genießen die ruhige Zeit zwischen den Feiertagen. Auch Sie sollten die wertvollen Tage nutzen, um außerhalb des sonst vielleicht hektischen Alltags, sich selbst in ruhigen Momenten eine persönliche Bilanz zu gönnen. Denken Sie an dieses Jahr zurück, was Ihnen darin gelungen ist und worauf Sie besonders stolz sind. Ebenso gestehen Sie sich aber auch ehrlich ein, was Ihnen misslungen ist und welche Konsequenzen Sie daraus ziehen.

Denken Sie auch an jene Personen, die für Ihren Geschäftserfolg im vergangenen Jahr besonders wichtig waren. Vielleicht ein großer Kunde, den Sie schon länger gewinnen wollten? Vielleicht ein Geschäftspartner oder Kollege, der mit einer neuen Idee oder einem gewinnbringenden Projekt Ihren Geschäftserfolg eine entscheidende Wendung gegeben hat? Überlegen Sie dabei auch, wie Sie diese Beziehung noch weiter vertiefen und festigen können. Planen Sie vor allem welche neue Kontakte Sie im kommenden Jahr erschliessen oder vertiefen wollen. Planen Sie dazu unbedingt Ihre Vorgehensweise und Strategie...!

Sie sollten aber auch in Ihren privaten Bereich „Bilanz ziehen“, denn auch Ihre Partner, Ihre Familie und Freunde hatten Erwartungen in Sie. Haben Sie diese erfüllt oder Enttäuschungen hinterlassen? Wie gestalten sich diese Beziehungen für Sie persönlich? Haben Sie genügend „Energiebringer“ um sich oder sind Sie nur von „Energieabsaugern“ umgeben? Fühlen Sie sich wohl im Verhältnis "Geben und Nehmen" in Ihrem persönlichen Umfeld? Wenn nicht ändern Sie es, in dem sie ein klärendes Gespräch suchen...!

Wenn Sie Handlungsbedarf sehen, dann halten Sie diesen schriftlich fest. Planen Sie Aktionen und setzen Sie sich dafür Termine. Nur so werden Sie das kommende Jahr besser, effizienter und erfolgreicher machen als das bisherige. Als „Unternehmer“ müssen Sie handeln um den Wert Ihres Unternehmens und somit auch Ihren eigenen Selbst- und Marktwert zu steigern.

Der MEISTER-TIPP:
Um ein ehrliches und zielgenaues Feedback zu erhalten, eignen sich folgende vier Fragen ganz besonders, die ich vor Jahren vom amerikanischen Top-Trainer Brian Tracy erfahren habe. Diese können Sie Ihren Kunden, Ihren Kollegen und auch Ihrer Familie stellen. Sie werden überrascht sein, welche klaren Aussagen Sie erhalten werden:
„Was ist meine Stärke?“ / „Was sollte ich mehr tun?“ / „Was sollte ich weniger tun?“ / „Was sollte ich zukünftig bleiben lassen?“


(Überarbeitung eines bereits erschienen Blogs vom 29.12.2009...)

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Martin Mikulik

Psychologie ist alles
von Martin Mikulik, geschrieben am 22.12.2011 10:55

Ist es Ihnen nicht auch schon so ergangen? Sie fühlen sich nicht wohl in Ihrer Haut, da Sie die letzten 3 Wochen nicht ins Fitnessstudio gegangen sind und im Büro auch immer den Lift an Stelle der Treppe genommen haben. Sie denken, jetzt habe ich sicher schon zugenommen und muss nun dringend etwas machen und fühlen sich unwohl. Alles an Ihnen ist schlecht…

Dann, gehen Sie 1-2x joggen, fahren vielleicht auch mit dem Fahrrad in die Firma und schon fühlen Sie sich wohl und wesentlich fitter und sind mit sich selbst zufrieden. Sie haben nicht viel gemacht, aber Sie fühlen sich wesentlich besser, obwohl sich an Ihrem Gewicht nicht viel bis gar nichts verändert hat. Die Rahmenbedingungen sind die gleichen - aber die gefühlte Situation ist wesentlich besser.

Sehen Sie, Sie sind genauso psychologischen Mechanismen ausgesetzt wie Investoren. Auch an den Märkten hat sich eigentlich in den vergangenen 2-3 Jahren nicht so viel verändert. Die Schulden und die strukturellen Defizite einzelner Länder (Stichwort Italien oder Belgien oder Griechenland) waren schon davor da und auch die Bankbilanzen waren mit (damals schon bekannten) toxischen Papieren gefüllt. Aber plötzlich führt dies zu einer Panik. Plötzlich werden Dinge, auf die man zuvor nicht geachtet hat zu einem riesigen Problem. Alles ist schlecht…

Wie Sie aber im obigen Beispiel sehen, es sind nur wenige Maßnahmen notwendig, um die Stimmung relativ rasch wieder aufzuhellen. Ein paar Statements seitens der Zentralbanken, ein paar aufmunternde Worte eines Nobelpreisträgers - und siehe da - die Stimmung der Marktteilnehmer dreht sich. Die Probleme sind zwar immer noch da, aber es wird dagegen etwas unternommen. Alle fühlen sich wohl und wie durch Geisterhand steigen die Kurse - die gefühlte Situation ist wesentlich besser.

Derzeit haben wir dieses Stadium noch nicht erreicht, wie aber schon in den letzten Krisen wird es sich auf alle Fälle auch diesmal einstellen. Die Frage ist nur, wann?

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at

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Stefan Winkler

Schuldenbremse - die Rettung?
von Stefan Winkler, geschrieben am 16.12.2011 13:51

„Eine Schuldenbremse im Verfassungsrang! Das ist, was Österreich braucht - und leider die Regierung spaltet. Denn die Verantwortung über die Zukunft Österreichs zu übernehmen, kann nicht jeder.“

Jeder sucht den Weg zum Licht - um ja nicht übersehen werden zu können - bei seinem glorreichen Beitrag zur Rettung Österreichs. Politischer Alltag, oder doch die große Kunst des Buhlens um Wählergunst? Darf man mit der FPÖ reden, oder nicht? Ich weiß es nicht, ist mir auch egal. Es gäbe auch wichtigeres zu klären.

Glauben Sie, dass Österreich durch eine Schuldenbremse die chronische Neuverschuldung stoppen wird? Oder anders gefragt: Wird sich die Politik im Falle des Falles zusammenreißen und über kluge Budgetmaßnahmen die Zukunft Österreichs retten - oder doch nach politischem Hick-Hack, bei dem jeder Partei ihre Pfründe zugestanden wurden, die Schuldengrenze anheben? In anderen Ländern mit Schuldenobergrenzen ist dies Alltag. Natürlich könnte man einwenden, dass eine 2/3 Mehrheit gefunden werden müsste, doch wird sich wohl auch eine Motivationsspritze für Partei drei finden, um dann am Ende doch noch die Zustimmung zu finden.

Wir alle sind darüber informiert, dass die Banken für die Schuldenmisere der europäischen Staaten verantwortlich sind. Wie genau diese Rechnung funktioniert, weiß ich allerdings nicht. Nicht dass Hypo, Kommunalkredit und Co. nicht genug kosten würden, doch 70% des GDP´s und mehr sind das definitiv nicht. Über Jahre und Konjunkturzyklen hinweg schaffen wir es, unsere Schulden zu erhöhen. Sollte einmal ein exzellentes Wirtschaftsjahr anstehen, kann sein, dass sich die Verschuldensquote zur Wirtschaftsleistung verbessert. Aber weniger Schulden? Das scheint nicht zu gehen.

Die Politik ist das Management unseres Staates. Ein Management, das über Jahre und Jahrzehnte Verluste produzierte. Wir konsumieren und leben auf Pump, zumindest in Teilen. Und sollte sich einmal kein Geldgeber mehr finden, ist der Markt schuld. Wie kann er nur übersehen, dass Österreich immer seine Schulden zurück zahlte. Wir brauchen dafür nur neue Kredite.

Doch dies kann nicht passieren, denn wir führen die Schuldenbremse ein, im Verfassungsrang!

Manchmal schockiert mich das Niveau unserer Argumentationskette. Ob jedoch ich von der Qualität der österreichischen Verwaltung überzeugt bin oder nicht, sei von geringerer Wichtigkeit. Man sollte sich aber zu Gemüte führen, dass die letzten Regierungen in Europa vom Markt abgewählt wurden, einfach weil die Agenden schlicht unfinanzierbar wurden.

Müssen wir wirklich warten, bis der Markt die Notbremse zieht, oder schaffen wir in Österreich mehr als einen Formalakt? Ist es uns zuzumuten all die Rechnungshofberichte durchzugehen und unsere Hausaufgaben zu machen? Ich hoffe es!

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.winkler@securitykag.at

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