HOME > Blog    «



-

Josef Obergantschnig

Immobilienblase - ein Platzen und deren fatale Folgen …
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 30.03.2010 16:00


Ende der 90-er Jahre des vergangen Jahrhunderts zeichnete sich eine Abkühlung der amerikanischen Wirtschaft ab. Alan Greenspan, seinerzeit gefeierter Präsident der amerikanischen Notenbank, senkte die Leitzinsen für die USA auf ein bis dato noch nie dagewesenes Rekordniveau und versuchte dadurch, das Investitionsverhalten der Privatpersonen und Unternehmen anzukurbeln. Nachdem die Refinanzierung derart günstig war, haben sich viele US-Bürger verschuldet und das aufgenommene Geld in den Kauf von Sachwerten oder in den Konsum „investiert“. Durch die hohe Liquidität sind die Preise für Sachwerte wie beispielsweise Immobilien deutlich angestiegen. In Kalifornien gab es Zeiten, in denen mehr als 60 Personen pro 1000 Einwohner ihr Geld im Immobilienbereich verdienten. Allein dadurch wird das Ausmaß der riesigen Spekulationsblase, die sich im Laufe der Jahre aufgebaut hat, deutlich.

Durch die steigenden Vermögenspreise fühlten sich die Investoren reicher und haben sich zusätzlich verschuldet, um den Konsum zu finanzieren oder weitere Sachwerte zu kaufen. In Spitzenzeiten musste der amerikanische Bürger knapp 20% des verfügbaren Einkommens für Konsumkredite ausgeben - ein Leben auf „Pump“, wie es aufgrund der unterschiedlichen Mentalität für einen Europäer unvorstellbar wäre.


Die monatlichen Zinszahlungen für die ausstehenden Kredite waren aufgrund der niedrigen Zinsen, die von der Notenbank „künstlich“ tief gehalten wurden, keine allzu große Belastung des Haushaltsbudgets. Mit zunehmender Verschuldungsquote änderte sich allerdings das Bild. Viele Konsumenten konnten nur mit Müh und Not die monatlichen Raten bezahlen. Nichts desto trotz wollten sich nur wenige die Chance entgehen lassen, an den Spekulationsgewinnen mitzupartizipieren. Wie es in Spekulationsphasen üblich ist, sah der Mensch nur die Gewinnchancen, ohne sich die Risiken der individuellen Vorgehensweise ins Bewusstsein zu rufen.

Nach einigen Jahren hat die Notenbank langsam das Zinsniveau angehoben, um nicht in eine Inflationsfalle zu tappen. Viele US-Bürger konnten sich die monatlichen Kreditraten nicht mehr leisten, da sie aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus das ohnehin stark strapazierte Haushaltsbudget verstärkt belasteten. Dies hatte zur Folge, dass sich einige Bürger von ihrer Zweit- oder Drittimmobilie trennten. Dadurch kam es zu einem Angebotsüberhang, der sich negativ auf die Immobilienpreise auswirkte. Durch die rückläufigen Häuserpreise kamen weitere Bürger in Schwierigkeiten, da die geforderte Besicherungsuntergrenze für die bestehenden Bankkredite unterschritten wurde. Dies führte zu einer weiteren Erhöhung des Immobilienangebotes und damit verbunden zu weiteren Kursverlusten. Die Abwärtsspirale war voll im Gange und führte zu einem massiven Anstieg an Insolvenzen von Privatpersonen und Unternehmen. Das Land war wie gelähmt. Unsicherheit machte sich breit und führte zu einem rückläufigen Investitionsvolumen seitens der Privaten und Unternehmen.

Anhand der jüngsten Historie wird ersichtlich, dass man auch mit Immobilien Geld verlieren kann …

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at

Link zum Blog | auf Facebook teilen



-

HINWEIS: Die Security BLOGS stellen lediglich die persönliche Meinung des Verfassers im Erstellungszeitpunkt und daher nicht die Meinung des Medieninhabers dar. Eine Haftung für diese Aussagen kann vom Medieninhaber ausdrücklich nicht übernommen werden.