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Die Vereinigten Staaten von Europa (in Gründung befindlich)… |
Bei einem Vortrag habe ich kürzlich einen interessanten Satz aufgefangen, der mich zu diesem Blog motiviert hat: „Menschen können Revolutionen immer nur im Nachhinein erkennen.“ Ergänzend möchte ich den berühmten Satz von Victor Hugo beifügen: „Nichts ist mächtiger, als eine Idee deren Zeit gekommen ist.“
Es gibt drei Fakten, zu denen mag man stehen wie man will, die muss man einfach akzeptieren: 1. Wir sind schon längst Europäer / 2. Rapid wird dieses Jahr nicht Meister / 3. Frauen sind intelligenter als Männer… Der Einfachheit halber will ich mich auf den ersten Punkt konzentrieren:
Lassen wir kurz die tagespolitischen Ereignisse und Befindlichkeiten aussen vor und denken uns in unser eigenes Selbstwertgefühl hinein. Macher sagt von sich „Ich bin Wiener“, jene die es nicht so gut getroffen haben, müssen vielleicht: „Ich bin Grazer“ sagen :-)). Damit meint man sein „zu Hause“, also wo man örtlich und kulturell verwurzelt ist. Man lebt also ein „Wiener Leben“ (oder eben ein „Grazer Leben“), dies betrifft die Lebensform, Wohnsituation, Vorliebe für Speisen, die überwiegende Freizeitgestaltung u.v.m.
Was verbindet aber einen „Wiener“ mit einem „Bregenzer“? Oder einen „Waldviertler“ mit einem „Pongauer“? Wohl wenig, trotzdem müssen sich beide als Österreicher bezeichnen. Einig ist beiden, dass sie zum Italiener auf eine Pizza oder Pasta gehen und beide vielleicht gerne einen guten Bordeaux trinken. Und beim Thema Sommerurlaub am Meer denken beide wohl zuerst an Italien oder Kroatien. Wir haben also längst einen europäischen Lebensstil angenommen und fühlen uns dann zusätzlich in der eigenen unmittelbaren kulturellen Umgebung heimisch.
Diese Gemeinsamkeit als Europäer lebt uns die junge Generation vor, die keine Sekunde zögern würde auch eine Schule oder einen Arbeitsplatz in London oder Paris anzunehmen und die darin mehr Bereicherung denn Belastung empfinden würde. Ein Hemmschuh dabei sind nur die bekannten Grenzen, die nach dem ersten Weltkrieg hochgezogen wurden und damit entsprechende Formalismen mit sich gebracht haben.
Ein bekannter österreichischer Schriftsteller (ich erinnere mich leider nicht mehr an den Namen) hat geschildert, dass er vor dem ersten Weltkrieg noch vollkommen frei reisen konnte. Ohne Pass oder irgendein Formular hat er den Zug in Wien bestiegen und dann auch ein Schiff betreten um nach Monaten in Kalkutta zu landen. Wie gesagt ohne Einreisebestimmungen, Pass oder Visum. Zumindest für Europa ist dies doch theoretisch auch schon jetzt machbar und geht bis zur grundsätzlichen Möglichkeit meine Geschäfte jederzeit in ein anderes Land zu verlagern, wenn nicht noch tagespolitisches und kleinkariertes Handeln dies erschweren würde.
Bei der Umsetzung dieser Idee, die bei den Jungen schon fest eingepflanzt ist, stört nur noch die „alte Generation“, die aufgewachsen in den 50-60iger Jahren, diese Sicherheit und Freiheit nicht kennt und daher so an den „Schrebergarten-Grenzen“ festhält. Bezeichnend dafür die überlieferte Begebenheit, dass Bundeskanzler Faymann am Weg nach Brüssel sagt: „Jetzt fahre ich nach Europa!“
Die „Vereingten Staaten von Amerika“ bestehen aus 50 Bundesstaaten, haben einzelne Landesregierungen und eine übergeordnete zentrale Regierung mit Währungshoheit. Trotzdem gibt es zwischen Florida und Alaska viele kulturelle und rechtliche Unterschiede. Gemeinsam ist ihnen aber das Lebensgefühl und der Stolz einer Nation.
Unsere Kinder können schon jetzt im internationalen Kontakt über Facebook & Co stolze Europäer mit aktuell 27 Staaten sein. Um es dann auch ungestört leben zu können, müssen diese wohl noch warten bis die „Generation der Alten“ das Zepter aus der Hand gibt. Die aktuell agierenden Politiker haben zumindest schon eine europäische Wirtschaftsregierung und die Notwendigkeit für einen neuen EU-Vertrag beschlossen - also der erste Schritt ist schon getan. Diese Entscheidungen hätten eigentlich die Hauptmeldung in den österreichischen TV-Nachrichten sein sollen, stattdessen wird in Österreich beschwichtigt. Bei uns ist alles sicher: das Sparbuch, die Banken und die Pensionen - das mit Europa regelt sich schon von selbst und wenn nötig schicken wir halt die „Schotter-Mizi“, die zeigt es denen dann. Sie erinnern sich: „Menschen können Revolutionen immer nur im Nachhinein erkennen…“
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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