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Martin Mikulik

Risiko und dessen Wahrnehmung
von Martin Mikulik, geschrieben am 13.04.2012 11:30

Ich habe schon vor etwas mehr als einem Jahr einen Blog in Richtung Risiko und Wahrnehmung des Risikos geschrieben. Damals ging es darum, dass einzelne Ereignisse wesentlich mehr Aufmerksamkeit erhalten als andere, und die Betroffenheit wesentlich größer ist (Stichwort Grubenunglück in Chile).

Dasselbe passiert Ihnen ja tagtäglich auch persönlich. Sind Sie nicht bei Meldungen über Flugzeugabstürze oder ähnliche Tragödien sehr betroffen? Eine Meldung mit der jüngsten Verkehrsstatistik in Österreich ist hingegen nur eine Schlagzeile und berührt einen selbst nicht mehr so. Genauso funktionieren auch die Märkte. Plötzlich spektakulär auftretende Risiken erhalten oftmals viel mehr Aufmerksamkeit als Dinge, die man schon öfter hört. So wurden die Märkte im letzten Jahr stark von den Meldungen aus Griechenland beeinflusst, während heute keine der Meldungen mehr vom Markt quittiert wird.

Auch die Marktteilnehmer (Investmentbanken) steuern dies teilweise. Hier sei nochmals erwähnt, dass die Investmentbanken ihr Geld hauptsächlich aus Transaktionen heraus verdienen. Stark schwankende Märkte sind da nur willkommen, also werden viele Dinge auch so verbreitet, dass sie möglichst spektakulär wirken und die Märkte in Schwingungen versetzen.

Lassen Sie sich nicht vor diesen Karren spannen. Wenn Ihnen einige Dinge besorgniserregend vorkommen, dann setzen Sie sich hin und überlegen nochmals genau. War diese Situation bereits einmal da? Wie haben die Märkte damals reagiert? Ist das Bild jetzt wirklich so stark anders als noch vor 2 Monaten? Ist mein Investmentziel (z.B. Pension im Jahr 2032) durch den Eintritt dieses Ereignisses gefährdet? Wie lange könnte die Auswirkung dieses Ereignisses auf die Märkte wirken?

Zum Abschluss noch ein Beispiel von Dr. Nassim N. Taleb, Autor des „Black Swan“, welches er in einem Interview mit Institutional Money gegeben hat: Menschen haben grundsätzlich Angst vor Haiattacken und stufen das als stark besorgniserregend ein. Meldungen von Haiattacken werden sehr aufmerksam gelesen und machen betroffen. Statistisch gesehen ist es jedoch wahrscheinlicher, dass man auf dem Weg zum Strand von einem rosafarbenen LKW - also nicht von irgendeinem LKW - angefahren wird, als von einem Hai angegriffen….

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at

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