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Heinz Kettner

Herausforderungen des alten und des neuen Kontinents abseits von Banken-, Schulden- und Vertrauenskrise
von Heinz Kettner, geschrieben am 13.04.2012 12:28

Folgende beiden Grafiken bedürfen eigentlich keiner Erklärung:
Grafik a.) Entwicklung der Fettleibigkeit in den USA


Source: Center for Desease Control


Wie wirkt sich diese Entwicklung auf das jetzt schon unterfinanzierte Gesundheitssystem aus, wenn laut der OECD bis 2020 75% der US Bevölkerung als fettleibig gelten?

Grafik b.) Entwicklung der Essensmarkenbezieher in den USA



Source: Supplemental Nutrition Assistance Program

Im Jänner 2012 hat es 46,5 Millionen Bezieher von der SNAP (Supplemental Nutrition Assistance Program) ausgegebenen Essensmarken gegeben.
Das sind nur 2 Grafiken, die das Land der unbegrenzten Möglichkeiten in einem etwas anderen Licht darstellen.

In Europa wird der Wegfall der demographischen Basis mehr und mehr zu einem Problem. In Portugal haben alleine 2011 150.000 Menschen ihre Heimat verlassen. Bis 2020 kann die Einwohnerzahl Portugals von 10,5 auf 9 Millionen Menschen absacken. Das Durchschnittsalter steigt im realistischen Szenario von 40 auf 47 Jahren. Die demographische Entwicklung spricht dagegen, dass die Schuldentragfähigkeit zunimmt. Griechenland, Portugal und Italien, die unter hohen Schulden ächzen, haben nur 1,4 Kinder je Frau. Dazu 47 Millionen Spanier, die derzeit ein Durchschnittsalter von 41 Jahren erreichen (2020: 44) und kaum mehr Kinder haben.

In Italien wird die leistungsstärkste Bevölkerungsgruppe im Alter von 25 bis 59 Jahren zwischen 2010 und 2030 von 30 auf 25 Millionen Menschen sinken. Für die spätere Versorgung dieser 25 Millionen folgen dann nur noch 14 Millionen Menschen von derzeit unter 24 Jahren, während schon jetzt 21 Millionen über 60 Jahre zu versorgen sind.
Auch in Deutschland ist langsam Feuer am Dach. Zwischen 2010 und 2030 schrumpft die leistungsstärkste Bevölkerungsgruppe von 40,5 auf 32,5 Millionen. Für deren Absicherung folgen gerade 18 Millionen unter 25 Jahren, während 29 Millionen über 60 Jahre ein würdiges Alter fordern. Wie sich die derzeitige Jugendarbeitslosigkeit in Spanien von knapp 49% auf die zukünftige Absicherung der derzeitigen Aktiven auswirkt, wird sich zeigen. Aber eine massive Abwanderung wird kaum vermeidbar sein.
Niemand versteht, wie das aufgehen soll. Man weiß lediglich, dass für den dauerhaften Rettungsmechanismus ESM keines der großen garantierenden AAA-Länder sein Top-Rating verlieren darf. Falls doch, bleibt nur noch die EZB mit ihren unendlich tiefen Taschen, um die Staatsschulden zu monetisieren.

Um nicht auf gleicher Stufe mit dem ehemaligen deutschen Verteidigungsminister oder dem ungarischen Staatspräsidenten genannt zu werden, sag ich gleich offen, dass ich die europäischen Daten aus der FAZ habe.
Abschließend bleibt nur noch abzuwägen, ob ich mir ein Big Mac Menü gönne, oder doch lieber eine Verjüngungskur mache.





Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: heinz.kettner@securitykag.at

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