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Oliver Hann

Preisniveaustabilität als wirtschaftspolitisches Ziel
von Oliver Hann, geschrieben am 08.05.2013 17:14

Das Ziel der Preisniveaustabilität verfolgt in erster Linie die Erhaltung der Kaufkraft von Einkommen und Vermögen und die Vermeidung nachteiligen Umverteilungseffekte zwischen Gläubigern und Schuldnern. Messbar wird das Ziel der Preisstabilität durch die Betrachtung von Preisindizes für Verbraucher. Als Basis dienen Laspeyres-Indizes, welche dadurch charakterisiert sind, dass die Gütermengen konstant gehalten werden und im Laufe der Zeit lediglich die Güterpreise angepasst werden. In den Änderungen des Indexwertes spiegeln sich damit ausschließlich Preisänderungen wider. Ein wesentlicher Nachteil des Laspeyres-Index ist, dass er Änderungen im Konsumverhalten nicht berücksichtigt. Aufgrund von technologischen und sozialen Entwicklungen kann sich das Nachfrageverhalten ändern, sodass der Warenkorb angepasst werden muss.

Kommt es zu einer Umstellung des Mengengerüstes, dann können Indexänderungen nicht mehr ausschließlich auf Preisänderungen zurückgeführt werden sondern haben auch eine Mengenkomponente. Allgemein können 4 Fehlerquellen bei der Interpretation von Preisindizes identifiziert werden. Änderungen von Preisen und die Preisverhältnisse führen zu Substitutionseffekten. Jene Güter, die relativ teuer werden, werden durch relativ günstigere Güter ersetzt. Ein Index mit festem Warenkorb überschätzt daher die tatsächliche Preissteigerung, dass relativ teurere Güter ein zu hohes Gewicht aufweisen. Probleme ergeben sich, wenn Preisänderungen mit Qualitätsverbesserungen verbunden sind. Ein Preisanstieg kann dann nicht mehr als rein nachteilig interpretiert werden, weil damit ein Qualitätseffekt verbunden ist.

Durch neue Vertriebsstellen können die Konsumenten stets zu den billigsten Lieferanten wechseln. Ein Preisindex, der die Preise stets bei den gleichen Lieferanten erhebt, überschätzt die tatsächliche Preisentwicklung. Neue Güter und Technologien werden meist erst dann in den Warenkorb aufgenommen, wenn sie den Markt durchdrungen haben. In den ersten Jahren nach ihrer Einführung weisen neue Produkte eine starke Tendenz fallender Preise aus. Da diese Güter allerdings später in den Index aufgenommen werden, bleibt diese Preisentwicklung im Index unberücksichtigt, sodass die tatsächliche Inflation überschätzt wird.
Schätzungen gehen davon aus, dass die 4 genannten Quellen der Inflationsüberschätzung die tatsächliche Preisentwicklung um maximal 2% überschätzten. Bei einer Inflationsrate von maximal 2% wäre das Preisstabilitätsziel damit erreicht.

Ein Mangel von Verbraucherpreisindizes wird manchmal darin gesehen, dass sie keine Auskunft über die Preisentwicklung von Immobilien und Finanzaktiva geben, da diese im Warenkorb nicht berücksichtigt sind. Die Vermögenswertinflation (asset inflation) wird damit von Verbraucherpreisindizes nicht gemessen. Bei der Berechnung der Kerninflationsrate werden jene Güter außen vor gelassen, die eine besonders hohe Preisvolatilität aufweisen. Dazu zählen vor allem die Güter wie Energie und unverarbeiteter Lebensmittel (Obst, Gemüse), deren Preisschwankungen eine starke saisonal und temporäre Komponente aufweisen.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: oliver.hann@securitykag.at

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Dieter Rom

Die Einführung der Finanztransaktionssteuer durch 11 EU-Länder
von Dieter Rom, geschrieben am 06.05.2013 11:04

Die Einführung der Finanztransaktionssteuer durch 11 EU-Länder hat gedanklich den Hintergrund einer Verbesserung der Steuereinnahmen ohne Beschädigung der Volkswirtschaften. Der Finanzbereich soll seinen Beitrag zur Budgetsanierung leisten und der Hochfrequenzhandel soll eingeschränkt werden.

Belgien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Italien, Estland, Griechenland, Portugal, Slowenien, Spanien. Die Niederlande könnten unter der Voraussetzung, dass es für Pensionsfonds Zugeständnisse gibt, beitreten.

Die Steuer beträgt 0,1% auf die Kassentransaktionen (dies ist die Investition, die in die Realwirtschaft fließt) und 0,01% für Derivativgeschäfte.

Die dabei auftretenden Fragen sind:

1.) Wer bezahlt die Finanztransaktionssteuer (FTT) wirklich?

Gefühlt suggeriert die Politik, dass die Spekulanten (Finanzunternehmen) die Finanztransaktionssteuer zahlen. Betroffen sind aber auch die Finanzanlagen von Anlagegemeinschaften wie Pensionskassen, Versicherungen, Investmentfonds etc.. Bei diesen Veranlagungsvehikeln steht der Finanzertrag im Wesentlichen dem Investor (meistens zumindest indirekt Privatpersonen) zu. D.h. die Finanztransaktionssteuer vermindert direkt den Ertrag der Anleger.
Auch der Kunde, der direkt bei einem Kreditinstitut Wertpapiere erwirbt, wird für die Transaktion die Steuer abführen. Möglicherweise entsteht für die Banken ein Druck auf die Marge, aber im Endeffekt wird der Kunde die Steuer bezahlen.
Die Banken werden nur mit der Finanztransaktionssteuer auf die eigenen Wertpapierveranlagungen belastet.

2.) Wie hinderlich ist die nur teilweise Teilnahme der Mitgliedstaaten? - Können sich daraus Verzerrungen in der Landschaft der Finanzinstitute ergeben?

Die nicht vollständige Teilnahme erschwert eine einfache und treffsichere Einführung einer Steuer wesentlich. Ein in Luxemburg oder Irland angesiedelter Fonds unterliegt bei seinen Handlungen nach derzeitigem Gesetzesentwurf nicht der FTT. Eine in den 11 teilnehmenden Ländern müsste ihre internationalen Investments (außerhalb der EU - nicht teilnehmende Länder) in einem z.B. irländischen statt französischen Fonds abwickeln und erspart sich dadurch bis zu 0,5% p.a. (Hinweis Kaskadeneffekte).
Große Gewinner in diesem Spiel können die amerikanischen Geldhäuser wie Goldman Sachs, die aus Irland oder Luxemburg agieren, zu Lasten der teilnehmenden Länder sein. Die Asset Management Einheiten der teilnehmenden Länder werden substantielle Teile ihres Geschäftes in die genannten Länder auslagern. Mit den entsprechenden Auswirkungen (Jobabbau) in den einzelnen Ländern. Nur bei einer gut durchdachten und durchgeführten FTT können solche Effekte verhindert werden.
Nachdem nicht nur der Endkäufer und Endverkäufer sondern auch die Geschäfte dazwischen (Broker, Konzerninterne Abwicklungsbanken) zusätzlich besteuert werden, kann für eine Einzeltransaktion sehr rasch 0,6% FTT anfallen (je 0,1% Kunde Hausbank, je 0,1% Hausbank, Konzernabwicklungsbank und je 0,1% Konzernabwicklungsbank, Verkäufer). Die negative Auswirkung daraus ist eine Nichtteilnahme von Investoren an der Finanzierung der Wirtschaft und der Staaten.
Die Gelder bleiben auf den Sparbüchern liegen und das Missing Link wird wieder durch die Banken ersetzt werden müssen.

3.) Werden die Banken dadurch sicherer?

Ein Ziel der Finanztransaktionssteuer ist überbordende Spekulation (Hochfrequenzhandel, bestimmte Derivattransaktionen) einzudämmen. Im Wesentlichen ist eine FTT dafür geeignet. Da aber Kassentransaktionen zehn Mal so stark wie Derivattransaktionen besteuert sind, wird auch dies zu einer Fehlentwicklung führen. Aktien und andere Kasseninstrumente werden dann eben über Aktienfutures und nicht mehr direkt erworben.
Die Banken werden durch die FTT sicherer werden, wenn die FTT in Ihrer Höhe angemessen ist (keine Verhinderung der Geldtransmission hin zur Wirtschaft) und ihrer Abwicklung/ Treffsicherheit effizient gestaltet ist. Beides scheint zur Zeit nicht gewährleistet.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: dieter.rom@securitykag.at

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Josef Obergantschnig

Jungendliches Alter hat nicht nur Vorteile …
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 02.05.2013 16:48

Rund um den 1. Mai - dem Tag der Arbeit - werden europaweit Arbeitsmarktstatistiken veröffentlicht. Im Rahmen diverser Studien wird auch immer wieder die Jugendarbeitslosigkeit herausgehoben. Es macht durchaus Sinn, diese Bevölkerungsgruppe auch isoliert darzustellen. Es ist auffallend, dass junge Menschen stärker von konjunkturellen Schwankungen betroffen sind als die Gruppe aller Personen im erwerbstätigen Alter.

Unbestritten ist, dass die Jungendarbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Die Anzahl jener Jugendlichen, die weltweit nicht in der Arbeitswelt integriert werden konnten, entspricht mit geschätzten 300 Millionen in etwa der Einwohnerzahl der USA. „Generation Jobless“ oder „Generation Praktikum“ sind immer wieder Schlagwörter, die diesen Umstand widerspiegeln.

Diese Faktoren bergen hohes Potenzial für soziale Unruhen und erzwungener Migration qualifizierter Arbeitskräfte. Österreich ist diesbezüglich noch ein Land der Seeligen. Die Jugendarbeitslosigkeit der EU-27 ist innerhalb der vergangenen 5 Jahre von 15,7% auf 22,8% gestiegen. Österreich konnte innerhalb des Referenzzeitraums die Quote der Arbeitslosen in dieser Bevölkerungsgruppe entgegen dem Trend bei 8,7% stabil halten. Dies ist bemerkenswert und gehört meiner Meinung nach auch entsprechend gewürdigt …

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Michael Müller

Die Beratung als Dienstleistung - ein unterschätztes Produkt...
von Michael Müller, geschrieben am 20.04.2013 20:09

Warum vermitteln Berater immer noch Produkte? Nur wenige Marktteilnehmer sind in der Lage, ihre eigene Leistung zu beschreiben und dieser auch einen messbaren Wert zu geben. Selbst erfahrene und kompetente Kollegen können sich von diesen gewohnten Mustern nur schwer lösen, mindern so ihre eigentliche Leistung und verkaufen sich damit unter Wert.

Was nutzt eine umfassende Bestandsaufnahme und Kundenanalyse am Beginn jeder Beratungsbeziehung, wenn am Ende erst wieder Produkte erklärt, beraten und verkauft werden? Dabei sind die jeweiligen Produkte nur die „Komponenten“ des persönlichen Finanz- und Lebenskonzeptes. Im Bedarfsfall müssen diese auch emotionslos ausgetauscht werden, wenn diese nicht mehr zur aktuellen Kundensituation passen.

Nur wenn der Kunde ein Konzept und nicht einzelne Produkte kauft, kann langfristige Betreuung vom Berater auch wirklich gelebt und auch ein jährliches Servicehonorar eingehoben werden. Es gilt also das Finanzkonzept und nicht die einzelnen Komponenten zu positionieren. Nur hier tun sich viele Berater leider schwer, fehlt ihnen doch oft Kreativität und Mut, dies auch umzusetzen.

Haben Sie mit einem Arzt schon über die eingesetzten Medikamente oder gar deren Hersteller diskutiert? Haben Sie mit Ihrem Automechaniker jemals den optimalen Erzeuger der neuen notwendigen Stoßdämpfer besprochen? Warum präsentieren Sie dann nicht beispielsweise einen „Rechtsschutzplan“ mit einer anonymen Gegenüberstellung der besten drei Anbieter? Vergleichen Sie dann für den Kunden die optimalste Leistung zum günstigsten Preis und er wird Ihrer Empfehlung folgen - welches Versicherungsunternehmen den Zuschlag bekommen hat, erfährt er dann erst bei der Vertragsunterzeichnung.

Natürlich erscheint das auf den ersten Blick aufwendig, aber irgendwie müssen Sie sich schon Ihre überdurchschnittliche Abschlussvergütung und die laufende Betreuungsgebühr verdienen. Außerdem nimmt ihnen diese Recherche mittlerweile jedes Vergleichsprogramm oder Ihr Haftungsdach mit den angebotenen Softwarelösungen ab.

Ebenso können Sie auch im Investmentbereich vorgehen, wenn Sie endlich damit aufhören, die Qualität von Produkten nur nach deren historischer Performance zu bewerten. Auch hier liefern Ihnen kostenfreie Fondsdatenbanken die Basis, um Vergleichscharts zu erstellen. Den ausführlichen Marktanalysen der Investmenthäuser entnehmen sie die passenden Textmodule und schon können Sie ein kompetentes Risiko-/Ertragsprofil mit entsprechenden Investmentangeboten erstellen.

Wenn Sie weiterhin nur mit den Produktfoldern der Versicherungen und Investmenthäusern direkt von der Produktschulung zum Kunden gehen, dann seien Sie bitte auch konsequent und streichen das Wort „Berater“ oder „Makler“ von Ihrer Visitenkarte. Sagen Sie offen, was Sie dann tatsächlich sind, nämlich Vermittler und freiberuflicher Mitarbeiter des Produktlieferanten.

Nur wenn Sie wirklich unabhängige und objektive Konzepte erstellen, wenn Sie ein Risikoprofil für Ihre Kunden ausarbeiten und die Produkte im Zuge eines internen Ausschreibungsverfahrens besetzen - ohne Rücksicht auf Name, aktuelle Angebote und Vergütung des Anbieters - dann dürfen Sie den Ehrentitel „Finanzberater“ oder „Versicherungsmakler“ verwenden. Nur so können Sie den Wert dieser Profession auch gegenüber Kunden aufrecht halten und sich von den vielen Amateuren im Markt abheben. Nicht über Dilettanten jammern, sondern selbst als Profi agieren!

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at

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Martin Mikulik

Österreich - eine Steueroase?
von Martin Mikulik, geschrieben am 16.04.2013 09:51

Liebe Leser! Fühlen Sie, dass wir in einer Steueroase leben? Wohl kaum. Jedoch wird aktuell über das österreichische Bankgeheimnis bzw. die europäische Politik heiß diskutiert und unterschwellig wird genau das Österreich vorgeworfen. Unsere Finanzministerin verteidigt in Brüssel die aktuelle Gesetzeslage vehement und legt sich auch mit den großen EU-Nationen an, welche die Bekämpfung der Steuerhinterziehung auf ihre Fahnen geheftet haben. Wenn man jedoch die größten Protagonisten gegen Steuerhinterziehung auflistet, so erscheint mir das schon eigenartig. Beispielsweise: Großbritannien mit seinen Trust Konstruktionen und den Kanalinseln rügt dabei Österreich und auch Italien, das mit seiner Schattenwirtschaft im Süden ja auch noch einige Dinge zu klären hat. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die „ehrenwerte Gesellschaft“ ihre Aktivitäten ordnungsgemäß versteuert.

Ich möchte mich nicht auf die eine oder andere Seite schlagen, sondern Ihnen mit 2 Beispielen die Absurdität der aktuellen Diskussion näher bringen. So habe ich am Freitag ein Research-Paper erhalten, welches die Existenz von Steueroasen nicht nur befürwortet, sondern sogar so weit geht, dass deren Auflösung zum Nachteil einiger europäischer Staaten gereichen würde. Denn laut dieser Studie sind viele Gelder dieser Steueroasen in Staatsanleihen Frankreichs oder Deutschlands investiert und ein Austrocknen dieser Steueroasen würde diese Papiere unter Druck bringen.

Weiters würde es zu einer Verlagerung der Gelder nach Singapur führen und somit wären diese Gelder nicht nur der Steuer entzogen sondern auch dem Investmentuniversum in Europa. Weiters käme eine Vorgehensweise gegen Steueroasen einer Steuererhöhung in Europa gleich. Das würde Europa schaden. Sie sehen, die ordnungsgemäße Bezahlung von Steuern kann sogar mit einer Steuererhöhung gleichgesetzt werden.

Aber auch die andere Seite der harten Gegner der Steueroasen sparen nicht mit populistischen Sprüchen. Auch die Amerikaner, welche mit ihren Forderungen nach Datenlieferungen durch europäische Banken nicht gerade zimperlich sind, (man denke hier nur an die „Erpressung“ der Schweiz) trachten danach, ihre Interessen durchzusetzen. Natürlich muss es auf der anderen Seite den Datenaustausch in beide Richtungen geben. Doch was helfen mir die Daten, wenn es weiterhin diverse Steueroasen gibt (Delaware, Nevada, Gibraltar, die Kanalinseln, Bermuda etc.). Hier nun das kleine Österreich aus Aushängeschild von Steuersündern darzustellen, ist meiner Empfindung nach weit übertrieben, denn die Quellensteuern zahlen die Kunden von österreichischen Banken ordnungsgemäß und die Kontrolle der Mittelherkunft wird genauso streng gem. EU-Gesetzen geregelt und kontrolliert.

Ich denke, nicht die Meldung von Kundendaten wäre wichtig, eher wäre das Vermeiden oder zumindest Erschweren von Steuer schonenden Vehikeln ein wichtiger Schritt. Gerade hier müssten die Staaten einen Schulterschluss erreichen und an einem Strang ziehen. Und es reicht nicht nur, dass sich Europa einig ist. Hier müssen auch die USA und vor allem der Finanzplatz Singapur bzw. Asien mitspielen.

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Martin Mikulik

Wie ticken wir eigentlich?
von Martin Mikulik, geschrieben am 12.04.2013 08:18

Gestern durfte ich in einem Vortrag einiges über mich selbst erfahren. Es ging um den Homo (un)oeconomicus. Wie sind wir gesteuert - wie treffen wir Entscheidungen in unserem Leben. Und ich musste in einem Selbsttest auch eingestehen, dass auch ich sehr, wie fast jeder, emotional getrieben bin. Ich habe schon einmal einen Blog über das Thema: "Rationale Entscheidungen" geschrieben. Damals stellte ich die These auf, dass ein völlig rational denkender Mensch in unserer Gesellschaft untergehen würde. Alleine einfache Entscheidungen, welche Butter kaufe ich im Supermarkt, wäre zeitraubend und unmöglich für einen rein rational denkenden Menschen.

Also hat der Mensch Mechanismen entwickelt, welche die Entscheidungsgeschwindigkeit dramatisch erhöhen - und wir Menschen nutzen diese Mechanismen. Die meisten Entscheidungen in unserem täglichen Leben werden emotional oder aus dem Bauch heraus, wie es der Volksmund auch nennt, entschieden. Das geht schnell und fällt uns leicht.

Das birgt jedoch auch gewisse Gefahren, denn diese emotionale Entscheidungsebene ist auch manipulierbar. Ein Beispiel: Sie möchten sich Laufschuhe kaufen und sehen ein Paar um 199 EUR. Sie überlegen hin und her - 199 EUR sind doch nicht wenig und wägen den Kauf weiter ab. In einer anderen Situation sehen Sie einen Laufschuh, der ebenso 199 EUR kostet, jedoch mit dem Vermerk, dass er von 299 EUR auf 199 EUR verbilligt wurde. Sie sparen also 33%. Nun, lieber Leser, was glauben Sie - zu welchem Laufschuh tendiert die Mehrzahl der kaufwilligen Konsumenten? Die Werbung und das Marketing haben sich dieses Themas schon seit Langem angenommen. Die Finanzbranche noch nicht...

An den Börsen geht es jedoch genauso. Auch hier werden viele Entscheidungen emotional und nicht rational getätigt. Wenn Sie in der Früh einen positiven Artikel in einer Zeitung lesen und danach entscheiden müssten, ob Sie eine Aktie kaufen, wird die Tendenz eher zum Kauf sein, als wenn Sie in der Früh, auch wenn der Artikel mit dieser Aktie nichts zu tun hat, einen negativen Beitrag lesen. Es hat einen direkten Einfluss auf Ihre Entscheidung.

Daher meine ich, dass dieses sentiment-getriebene Management von Anlageportfolios nicht funktioniert. Wann haben Menschen mehr Angst vor einem Aktiencrash? Wenn die Märkte steigen oder wenn sie fallen? Keiner ist bereit, in fallenden Märkten Risiko zu erhöhen, die meisten steigen aus und sehen einmal zu - und fühlen sich wohl dabei. Dass man vor allem im letzten Jahr zahlreiche Chancen am Rentenmarkt verstreichen ließ, fällt dabei dem Investor nicht auf. Es ist einfach alles zu unsicher. Wann kauft man wieder? Naja, wenn die Zeitungen wieder mit positiven Meldungen voll sind und auch der Nachbar kauft und der Chef etc.

Versuchen Sie also, Ihre Entscheidungen in der Veranlagung nicht vom jeweiligen Marktsentiment oder von anderen Faktoren abhängig zu machen. Am wichtigsten ist hier das Erkennen der Nutzenfunktion: Was möchte ich mit der Veranlagung erreichen und was möchte ich riskieren. Das rational abzuwägen und in ein Portfolio zu gießen, ist die einzige Kunst. Ob die Zentralbank die Zinsen dann anhebt oder ob es in irgendeinem Land eine Bankenkrise gibt, ist dafür nicht relevant. Denn diese Faktoren werden im Markt ebenso maßlos überschätzt.

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Michael Müller

Das Gute ist so nah - Manche finden es vor der eigenen Haustür...
von Michael Müller, geschrieben am 09.04.2013 16:49

„Das Jammern ist der Gruß der Kaufleute“ (Zitat Göthe) ist seit einigen Jahren in der Beraterbranche wohl besonders verbreitet. Auch Schuldige an den negativen Entwicklungen und dem fehlendem Kundenvertrauen sind schnell ausgemacht. Bekanntlich soll sich ja, für viele Finanzberater beispielhaft, der NÖ-Finanzlandesrat zur Vermögensverwaltung des Landes wie folgt geäußert haben: „Wir haben nicht das anvertraute Geld verspekuliert, die Märkte haben sich nur anders, als von uns geplant, entwickelt...“

Auch die Banken jammern über zu hohe Eigenkapitalvorschriften, die zu geringen Erträgen und einer Kreditklemme gerade bei KMU-Betrieben führen. So weit so schlecht, aber andererseits empfindet der Vorstandsvorsitzende einer der größten Banken des Landes, dass sein persönliches Gehalt inklusive des hauseigenen Optionsprogramms zu hoch ist und überweist freiwillig nahezu die Hälfte davon, circa 2 Millionen Euro, wieder zurück. Er gibt somit ein positives Beispiel, dem vielleicht Andere folgen.

Viele Fondsgesellschaften jammern über weniger Mittelzuflüsse, speziell aus dem Retail-Segment, und manche ausländische Gesellschaft verliert so wieder ihr Interesse am kleinen alpenländischen Markt. Andererseits überweist eine steirische Fondsgesellschaft jedes Jahr freiwillig einen wesentlichen Teil ihrer Managementerträge ihres beliebtesten Fonds an eine Kinderhilfsorganisation. Als weiteres Beispiel: Eine internationale Fondsgesellschaft unterstützt beispielsweise Initiativen im Bereich Nachwuchsförderung und kulturelle Integration in der Finanzberatung.

Besonders jammern aber die Berater und Makler über zu wenig Neugeschäft und zurückhaltende Kunden. Der Aufwand des Dienstleisters, um seinen gewohnten Geschäftsertrag zu erzielen, wird immer höher und somit für viele kaum mehr ertragreich. Viele erkennen auch schmerzlich, dass die bisher gewohnten Strategien nicht mehr greifen.

Dann wieder erlebe ich Berater und Makler, die Fach-Lehrgänge besuchen, um sich weiterzubilden. Diese investieren mehrere Tage und zum Teil Tausende Euro, um zu echten Spezialisten zu werden, damit sie in ihrem Umfeld unangefochtene Experten werden. Gerade anspruchsvolle Unternehmenskunden erwarten diesen Wissensstatus, wie er auch in nahezu allen anderen Branchen selbstverständlich ist.

Von einem Arzt erwarten wir, dass er sich zumindest jährlich in seinem Fachgebiet weiterbildet. Ein Rechtsanwalt oder Steuerberater muss gar monatlich „up-to-date“ sein, um seinen Kunden überhaupt seriös einen Rat geben zu können - das Arbeiten mit veraltetem Wissen wäre hier grob fahrlässig!

FRAGE: Wann haben Sie zum letzten Mal in Ihre persönliche Ausbildung investiert? Was war Ihnen Ihr wichtigster Mitarbeiter (Sie selbst!) im Bereich Weiterentwicklung wert? Was tun Sie, um Ihr Unternehmen weiterzuentwickeln?

Kürzlich habe ich ein Foto von einem Toiletten-Handtrockner mit dem Spruch gesehen: „Hier spricht Ihr Politiker!“. Sie verstehen den Scherz: Es kommt nur heiße Luft heraus... Bitte sorgen Sie dafür, dass nicht auch Ihre Kunden so über Sie denken und tun Sie Gutes für sich, Ihr Unternehmen und Ihre Kunden. Investieren Sie in das Wachstum Ihrer Kompetenz und sprechen Sie auch darüber, damit die positiven Beispiele lauter als das Jammern werden.

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Josef Obergantschnig

Wie aus Investoren Spekulanten wurden …
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 04.04.2013 16:20

Der Grundgedanke einer Investition ist, an den internationalen Kapitalmärkten etwas in Vergessenheit geraten. Der technologische Fortschritt, den wir in den vergangenen Jahren hautnah miterleben konnten, machte auch vor den Finanzmärkten nicht halt.
Sogenannte „Quants“ haben das Ruder übernommen und bestimmen immer mehr das Geschehen.

1980 wurden deutsche Aktien von Investoren durchschnittlich 10 Jahre lang gehalten. Die Finanzmärkte haben damit eine wesentliche Rolle im Wirtschaftskreislauf eingenommen, in dem sie Unternehmen Eigenkapital für einen langen Zeitraum zur Verfügung gestellt haben. Diese wiederum investierten das ihnen anvertraute Geld in einzelne Projekte oder Geschäftsideen, um dem Investor für seinen Einsatz langfristig eine entsprechende Vergütung (Rendite) zukommen zu lassen.

In den vergangenen Jahren hat die „Automatisierung“ des Handels massiv zugenommen. Computerunterstützte Handelssysteme, die von Mathematikern, Physikern und IT-Experten aufgesetzt werden, grasen weltweit die Börsen ab, und treiben die Handelsumsätze in die Höhe. Investmenthäuser raufen sich darum, einen Platz für Ihren Rechner möglichst nahe der Börse zu ergattern und damit im Vergleich zu Konkurrenten ein paar Nanosekunden Vorteil zu ergattern. Immer auf der Suche nach dem „schnellen“ Gewinn unabhängig der Folgen, die das Vorgehen auf die anderen Beteiligten des „Geschäftes“ haben könnte. Durch die Anonymisierung - der Handel erfolgt mittlerweile fast ausschließlich elektronisch - sinkt auch die Hemmschwelle der einzelnen Teilnehmer. Das konnte bereits mehrfach durch wissenschaftliche Tests belegt werden.

Diese Veränderungen wirken sich auf die Investitionsdauer aus. 2009 betrug die durchschnittliche Haltedauer von S&P 500 Unternehmen noch 6 Monate. Laut jüngsten Zahlen (2011) wechseln Wertpapiere alle 5 Tage den Besitzer. Laut diversen Medienberichten kursieren bereits Gerüchte, dass „Investoren“ Aktien im Schnitt lediglich 22 Sekunden halten. Bei Devisengeschäften ist ein ähnlicher Trend zu beobachten (Haltedauer von 30 Sekunden).

Wenn man sich diese Zahlen nüchtern ansieht, wird einem bewusst, dass fundamentale Daten und ein langfristiger Veranlagungshorizont eine absolut untergeordnete Rolle spielen. Weiters ist zu beobachten, dass die Handelsvolumina und damit auch die Risiken in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen sind. Vielfach wird mit Geld spekuliert, das einem gar nicht gehört. Dieser Trend ist nicht nur bei den „bösen“ Bankern sondern auch bei Privaten zu beobachten. Man denke in diesem Zusammenhang beispielsweise an die Unsummen an Fremdwährungskrediten von „Häuslbauern“, die gerade in Österreich Ende der 90er und Nullerjahren ihre Blütezeit erlebten. Teilweise noch unterstützt durch endfällige Kredite, die durch das langjährige Ansparen in Wertpapiere abgedeckt werden soll(ten).

Die Marktteilnehmer werfen den Ursprungsgedanken, die Rolle eines Investors zu übernehmen, über Bord und nehmen vielmehr die Rolle eines Spekulanten ein. Meiner Meinung nach sollten wir uns alle an der Nase nehmen und uns die wichtige Rolle des Finanzsektors im Wirtschaftskreislauf wieder verstärkt ins Bewusstsein rufen …

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Johannes Szoncso

Der steinige Weg aus der Schuldenkrise
von Johannes Szoncso, geschrieben am 02.04.2013 12:56

Aus volkswirtschaftlicher und völlig nüchterner Sicht gibt es allgemein zur Lage der maroden Staatsfinanzen vor allem eines zu sagen: Jahrzehntelang gaben die Staaten zu viel, und nahmen zu wenig. Irgendwo ist es auch logisch, dass es dazu kam.
Nicht nur Bürger, sondern auch Firmen, Konzerne, Staats- und staatsnahe Betriebe, öffentliche Einrichtungen aller Art, Banken, Politiker und so weiter, verbindet, dass sie versuchen, sich möglichst viel aus der Staatskasse zu holen. Alle streben danach, möglichst wenig Steuern zu zahlen und sich vom Staat so viel zu holen wie möglich. Jede Steuerlücke wird ausgenutzt, jede Förderung, jede Sozialleistung beantragt, jeder zu viel bezahlte Steuercent an den verhassten Staat wird zurück gefordert. Dies betrifft allerdings eher die reicheren Bürger, sowie die großen Firmen und Institutionen. Für den Durchschnittsbürger rechnet sich oft der Aufwand nicht, die eigenen Finanzen steuerrechtlich optimal zu verwalten. Sogar die Verantwortlichen für die Staatsfinanzen haben nur im Sinne, mit wie viel sie schlussendlich wieder aus dem Dienst austreten können.
Natürlich kümmert sich das Finanzministerium um das Budget. Aber mit welchem Bestreben?
Egal wie wir es drehen und wenden, seien diese Aussagen vollständig der Wahrheit entsprechend oder nicht, eines kann man mit Sicherheit festhalten:
Jahrzehntelang wurde zu viel Geld vom Staat verteilt. Nun muss der Staat danach trachten, den Geldstrom in irgendeiner Art und Weise umzukehren, inklusive Zinsen und Zinseszinsen versteht sich. Und dieser Prozess, sei es mit Hilfe von Steuern, Kürzungen oder Inflation, wird in allen betroffenen Ländern stattfinden müssen.
Es ist weltweit außerdem offensichtlich, wer von diesem Ungleichgewicht am meisten profitiert hat: Die großen Konzerne und Unternehmen. In Zeiten zunehmend flexibler Produktionsstandorte konnten in den letzten Jahrzehnten Staaten mehr und mehr gegeneinander ausgespielt werden. Selbstverständlich wurden allgemein jene Staaten als Produktionsstandort ausgewählt, die neben einem konkurrenzfähigen Lohnniveau und ausreichender Infrastruktur die besten steuerlichen Bedingungen anbieten konnten. Dieser Umstand führte dazu, dass Unternehmen extrem große Geldsummen auf die Seite legen konnten, während die Staaten nicht viel davon profitieren und die Kunden trotzdem die hohe Marge bezahlen mussten.
Diese Tatsachen sollen nicht wertend verstanden werden, es handelt sich um eine Darstellung des derzeitigen Status Quo.

Das große Dilemma besteht darin, dass der Staat über die Firmen und Konzerne kaum Macht hat. Es ist praktisch unmöglich, Geld von international agierenden Unternehmen auf den Staat zurück zu verteilen, da ein anderer Staat sich sofort über die zusätzlichen Einnahmen freuen und günstigere Bedingungen anbieten würde. Einigkeit zwischen den Staaten gab es noch nie, dieser Fall wird auch, obwohl sich einiges dadurch lösen ließe, vermutlich in nächster Zeit nicht eintreten. Das Geld muss also vom Bürger zurück zum Staat gehen, und dieser Prozess wird langwierig und schmerzhaft sein.
Eine Lösungsmöglichkeit wäre Inflation, diese würde nicht nur Geld von den Bürgern, sondern auch von den Unternehmen an den Staat zurück führen. Doch die weltweite Konkurrenz quasi aller wichtigen Produkte macht das bewusste Herbeiführen von Preissteigerungen schwierig. Da die Unternehmen auch kein Interesse an einer Inflation haben, wird dieser offensichtliche Wunsch der Staaten nicht zur Realität werden. Auch ein „Währungskrieg“ mit gegenseitigen Abwertungen wird nur jenen Staaten helfen, die das Schuldenproblem ohnehin nicht haben. Die Eurozone, die USA und Japan hingegen können nur durch Verhandlungen versuchen, die restlichen Währungen stabil zu halten. Diese Bemühungen sind aber meist von begrenztem Erfolg, man denke an die weitgehend glücklosen Aufwertungsaufforderungen an China. Eine Abwertung einer der großen Währungen wie US Dollar, Euro oder Yen würde die Glaubwürdigkeit herab setzen und den Leitwährungsstatus stark in Mitleidenschaft ziehen. Die Folgen wären zudem schwer abzusehen.
Die einzig verbleibende Lösung ist also, die Bürger zur Kasse zu bitten, sei es durch die Bestrebungen, den Zugang zu Steuerparadiesen zu erschweren, sei es durch Steuererhöhungen oder Ausgabenminderung oder gar, wie in Zypern, durch die direkte einmalige Besteuerung von Sparguthaben.

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Michael Müller

Kunden sind auch nur Menschen - nur Wenige werden auch so behandelt...
von Michael Müller, geschrieben am 26.03.2013 17:56

Jeder Händler lobt seine Ware. Bei jeder Gelegenheit spricht der Produzent von den Vorzügen seines Produktes, ebenso lobt der Berater seine Dienstleistung. Und sie meinen, jeder Kunde, der sich damit auseinandersetzt, muss doch sofort den Nutzen für sich erkennen und begeistert kaufen. Wenn dieser gewünschte Effekt nicht eintritt, dann ist der Kunde noch nicht reif für das Produkt oder das Marktumfeld ist gerade ungünstig. Nur wenige Anbieter gestehen sich ein, dass sie vielleicht die Kundenbedürfnisse nicht klar erkannt haben.

Kürzlich habe ich ein Video mit einem jungen Social-Media-Experten gesehen (wir haben im „Finanzberaterforum.at“ darüber berichtet), in dem der 17jährige, der mit seinem Blogs bereits Millionen Leser anzieht, uns „alten“ ordentlich die Augen geöffnet hat. Seine Einschätzungen haben sich zwar auf die Versicherungswirtschaft bezogen, sind aber auch auf alle Finanzprodukte übertragbar. Er meint: „Ihr macht Werbung im TV, aber meine Generation sieht nicht mehr fern. Ihr bedruckt mit Eurer Werbung seitenweise die Wirtschaft- oder Freizeitmagazine, aber meine Generation liest keine Printmedien mehr. Eure Werbemails erreichen uns ebenfalls nicht, denn diese landen meist im Spamfilter - also wo und wie findet Ihr uns? Nur wenn Ihr bereit seid, euch auf Social-Media-Plattformen auch mit den Usern direkt auseinanderzusetzen, werdet ihr den Anschluss nicht verpassen...“

Wollen Kunden, egal welchen Alters, eine Versicherung oder einen Fonds? Wohl kaum, stattdessen haben sie Sorgen und sind verunsichert. Sie wissen, dass sie unwissend sind und befürchten, die falschen Entscheidungen zu treffen. Statt tollen Produkten bräuchten sie jemanden, der ihnen Sicherheit durch einfache und leicht verständliche Information und Aufklärung gibt. Jemand, der ihnen bei der Entscheidung hilft und so mehr zum Wissenslieferant wird. Ein Produkt ist dann nur mehr das Werkzeug, mit dem eine getroffene Entscheidung umgesetzt wird.

Wo sind also die Berater, die eher Wissensvermittler als Produktvermittler sein wollen und es auch können? Wo sind die Produktanbieter, die dem Kunden Entscheidungshilfen zur Verfügung stellen? Direktbanken oder Vergleichsportale machen es vor und hunderttausende Interessenten klicken auf Vergleiche und Fragebögen. Hier gilt es, neue Wege zu gehen, um die neuen Kunden zu treffen, denn das früher übliche Grundvertrauen zu einem Unternehmen oder einem Berater gibt es nicht mehr. Oder buchen sie Ihre Reise auch immer noch aus dem Katalog und dann im Reisebüro...?

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