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Schuldenbremse - die Rettung? |
„Eine Schuldenbremse im Verfassungsrang! Das ist, was Österreich braucht - und leider die Regierung spaltet. Denn die Verantwortung über die Zukunft Österreichs zu übernehmen, kann nicht jeder.“
Jeder sucht den Weg zum Licht - um ja nicht übersehen werden zu können - bei seinem glorreichen Beitrag zur Rettung Österreichs. Politischer Alltag, oder doch die große Kunst des Buhlens um Wählergunst? Darf man mit der FPÖ reden, oder nicht? Ich weiß es nicht, ist mir auch egal. Es gäbe auch wichtigeres zu klären.
Glauben Sie, dass Österreich durch eine Schuldenbremse die chronische Neuverschuldung stoppen wird? Oder anders gefragt: Wird sich die Politik im Falle des Falles zusammenreißen und über kluge Budgetmaßnahmen die Zukunft Österreichs retten - oder doch nach politischem Hick-Hack, bei dem jeder Partei ihre Pfründe zugestanden wurden, die Schuldengrenze anheben? In anderen Ländern mit Schuldenobergrenzen ist dies Alltag. Natürlich könnte man einwenden, dass eine 2/3 Mehrheit gefunden werden müsste, doch wird sich wohl auch eine Motivationsspritze für Partei drei finden, um dann am Ende doch noch die Zustimmung zu finden.
Wir alle sind darüber informiert, dass die Banken für die Schuldenmisere der europäischen Staaten verantwortlich sind. Wie genau diese Rechnung funktioniert, weiß ich allerdings nicht. Nicht dass Hypo, Kommunalkredit und Co. nicht genug kosten würden, doch 70% des GDP´s und mehr sind das definitiv nicht. Über Jahre und Konjunkturzyklen hinweg schaffen wir es, unsere Schulden zu erhöhen. Sollte einmal ein exzellentes Wirtschaftsjahr anstehen, kann sein, dass sich die Verschuldensquote zur Wirtschaftsleistung verbessert. Aber weniger Schulden? Das scheint nicht zu gehen.
Die Politik ist das Management unseres Staates. Ein Management, das über Jahre und Jahrzehnte Verluste produzierte. Wir konsumieren und leben auf Pump, zumindest in Teilen. Und sollte sich einmal kein Geldgeber mehr finden, ist der Markt schuld. Wie kann er nur übersehen, dass Österreich immer seine Schulden zurück zahlte. Wir brauchen dafür nur neue Kredite.
Doch dies kann nicht passieren, denn wir führen die Schuldenbremse ein, im Verfassungsrang!
Manchmal schockiert mich das Niveau unserer Argumentationskette. Ob jedoch ich von der Qualität der österreichischen Verwaltung überzeugt bin oder nicht, sei von geringerer Wichtigkeit. Man sollte sich aber zu Gemüte führen, dass die letzten Regierungen in Europa vom Markt abgewählt wurden, einfach weil die Agenden schlicht unfinanzierbar wurden.
Müssen wir wirklich warten, bis der Markt die Notbremse zieht, oder schaffen wir in Österreich mehr als einen Formalakt? Ist es uns zuzumuten all die Rechnungshofberichte durchzugehen und unsere Hausaufgaben zu machen? Ich hoffe es!
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.winkler@securitykag.at
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Jammern auf hohem Niveau und das zweifache Lächeln… |
So wie es jetzt aussieht ist Europa nochmals kurz am Untergang vorbeigeschrammt und unser gewohnter Lebensstil kann jetzt ungehindert weiter florieren. Einzig die weiterhin eingedämmte Geschäftstätigkeit, die von vielen auf die anhaltende Verunsicherung von Kunden zurückgeführt wird, trübt noch unseren hoffnungsvollen Zukunftsblick.
Kürzlich habe ich einen Brief mit zwei Fotos erhalten, die mich emotional „durchgebeutelt“ haben und gerade vor Weihnachten für mich wieder alles ins rechte Lot gerückt hat. Wie sie vielleicht wissen, habe auch ich ein Patenkind über World Vision, der weltweit größten Organisation in diesem Bereich. Wie viele Marktteilnehmer auch unterstütze ich mit einen Euro pro Tag ein spezielles Kind und ermögliche so seine Unterbringung und Schulausbildung in einer World Vision-Einrichtung.
Regelmäßig berichtet man mir über die Entwicklung des Patenkindes und bei diesen Schreiben sind auch immer Aufrufe und Einladungen zu Sonderspenden dabei. Irgendwann werde ich wohl ein Kästchen zu einer Sonderspende von € 30.- oder € 40.- angekreuzt haben - wohl im Gedanken, dafür verzichte ich eben einmal auf eine schöne Flasche Rotwein o.ä. Auf jeden Fall habe ich diese Aktion längst vergessen, wie gesagt ich kann mich gar nicht mehr an die Summe erinnern, sie war jedenfalls von keiner großen finanziellen Bedeutung.
Nun bekomme ich aus heiterem Himmel einen Brief in dem mir ein 17jähriger Schüler für meine Spende dankt. Er verweist auf die zwei Fotos und auf einem sehe ich eine Schulklasse mit Kindern zwischen 6 Jahren und dem 17 jährigen Briefschreiber. Die zwanzig Schüler halten auf dem einen Foto jeder einen Notizblock und einen Stift in die Höhe und auf dem zweiten Foto präsentieren sie stolz eine Wolldecke und lachen dabei in die Kamera.
Ich erspare ihnen den detaillierten Brieftext, sonst kommen mir wieder die Tränen, aber bezüglich der Wolldecken meinte der Verfasser der Zeilen nur lapidar: „…die Decken sind sehr hilfreich, denn in den Bergen hier bei uns in Vietnam kann es manchmal schon sehr kalt werden und da hilft die Wolldecke in unserem ungeheiztem Klassenzimmer ungemein.“ Und dann schaue ich wieder auf das Foto und sehe den sechsjährigen Schüler wie er sich lachend in die Decke hüllt…
Das Lachen dieser Schulklasse habe ich mit einer für mich unbedeutenden Summe erzeugt, wo ich sogar längst vergessen habe, dass und wie viel ich gespendet habe. Unter diesem Gesichtspunkt, geschätzte Leser, lassen sie uns zumindest heute auf das gewohnte Jammern (auf hohem Niveau) verzichten und uns zumindest nur heute darüber erfreuen, dass wir im Auto die Sitzheizung regeln können und jederzeit die Raumtemperatur auf tropische Hitze einstellen können.
Vielleicht ist ihnen die aktuelle Werbeaktion zum Thema „Absetzen von Spenden“ aufgefallen, mit dem tollen Spruch: „Eine Spende erzeugt zweimal ein Lächeln - zuerst beim Empfänger und dann beim Spender“. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Lächeln…
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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Stillstand ist Rückschritt... |
Eine schöne Definition von Dummheit lautet: „Immer das Gleiche zu tun, aber andere Ergebnisse zu erwarten!“ Aber genau das beobachte ich bei den Etablierten einer Branche, den sogenannten „alten Hasen“. Die alles schon erlebt haben und dann oft die Welt nicht mehr verstehen, wenn diese sich geändert hat.
Wann haben Sie sich das letzte Mal in Ihrer Profession weitergebildet? Wann das letzte Sachbuch zu Ihren Job gelesen oder das letzte Seminar besucht? Damit meine ich beispielsweise im Finanzbereich nicht, die aktuellen Marktgeschehnisse zu studieren, denn das ist Ihr Tagesgeschäft. Ich meine, wieder mal die neuesten Entwicklungen im Bereich Marketing, Positionierung, Beratung usw. zu studieren, denn dies ist unser Beruf. Genauso wie sich Rechtsanwälte und Steuerberater laufend weiterbilden müssen, sollte dies auch für Finanzberater selbstverständlich sein.
Nur da schlägt gerne die „Erfahrungskeule“ zu, denn die Etablierten und Erfahrenen sagen: „Ich habe alles schon gesehen und erlebt. Für mich gibt es nichts Neues, denn die Menschen haben sich auch nicht verändert und agieren immer gleich.“ Es ist sicher richtig, dass sich die Grundbedürfnisse der Menschen seit der Steinzeit nicht verändert haben (Thema in einem anderen Blog…), nur die Rahmenbedingungen und das Umfeld haben sich stark geändert. Und mit Verlaub, die meisten Etablierten beziehen ihre Erfahrungen noch aus den 70er und 80er-Jahren und das ist eine ganz andere Generation.
Ein einfaches Beispiel demonstriert, dass sich viele schon am „Abstellgleis“ befinden ohne es zumerken. Bei einem Unternehmerseminar in Deutschland fragt der Trainer in die Runde der meist über 40-Jährigen: „Was ist Ihrer Meinung nach der aktuell bedeutendste Kommunikations-Marktplatz?“ Die Antwort war unisono "Facebook" und daraufhin kam die nächste Frage: „Wer ist schon mit einer aussagekräftigen Seite auf Facebook geschäftlich präsent?“ Keiner antwortete! Und dann die letzte Frage: „Wer hat vor in Zukunft dort präsent zu sein, weiß aber noch nicht genau wie er das lösen wird?“ Wieder meldeten sich die Mehrzahl der „etablierten Unternehmer“ und gestanden damit ein, dass ihnen bis dato ein großes potentielles Geschäftsfeld ungenutzt geblieben ist, nur weil die Präsenz dort mit neuen und völlig anderen Mitteln umsetzbar wäre - Mitteln, welche die Etablierten natürlich nicht kennen, da es diese in den 70ern und 80ern noch nicht gegeben hat.
Dabei soll das Thema Facebook nur als Beispiel dafür dienen, dass Stillstand in Wahrheit Rückschritt bedeutet, denn die Tatsache, dass man bei beispielsweise tausend „Freunden“, Zugang zu nahezu hunderttausend Personen hat ist schon ein interessanter Gedanke. Ich kenne einige Berater, die mittlerweile keine Akquisitionsprobleme mehr haben und laufend neue Kontakte generieren.
Zum Abschluss noch ein Gedanke, mit dem ich mir sicher keine Freunde mache: Leider sitzen diese „alten Hasen“ auch an jenen Stellen, die über das Gedeihen dieser Branche entscheiden. Also den Berufsvertretungen, den Schulungsinstituten und den politischen Entscheidungsgremien. Eigentlich sollte zum Thema „Moderne Kommunikation“ zukünftig ein 16jähriger „Nerd“ referieren und wir könnten alle so einiges von ihm lernen.
Übrigens, ein untrügliches Zeichen dafür, dass Sie zum „alten Eisen“ gehören ist, wenn Sie sich nun fragen was eigentlich ein „Nerd“ ist…
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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Solidarität ist gefragt - schaffen wir das? |
Als Beobachter der aktuellen Marktgeschehnisse erkennen wir, dass wir alle nun einen Preis für die vergangenen „fetten“ Jahre zahlen müssen. Wir haben in nahezu allen Bereichen (Wirtschaft, Soziales etc.) über unsere Verhältnisse gelebt. Berauscht durch die rasche und scheinbare Erholung nach dem Crash 2008 sind wir zu schnell zur Tagesordnung übergegangen.
Im Rückblick wissen wir längst, dass sowohl die Politik als auch die Marktteilnehmer wichtige und notwendige Schritte unterlassen haben. Viele Anzeichen waren lange bekannt und das was zu tun wäre auch - aber der Schmerz war nicht groß genug, daher haben wir weiterhin unseren Egoismus ausgelebt. Diese Entwicklungen sind nicht überraschend, denn sie sind MENSCHLICH…
Lassen Sie mich diese allgemeinen Formulierungen gerne auf das persönliche Maß herunterbrechen: Der bekannte Sozialwissenschaftler Stefan Schulmeister spricht zum Beispiel von der menschlichen Unfähigkeit zu echter Solidarität. Stellen wir uns vor, ab sofort müsste jeder Österreicher auf einen wesentlichen Gehaltsbestandteil verzichten um das Gemeinwohl des Staates zu retten. Wenn dies beispielswiese die bezahlten Überstunden sind, mit denen der fleißige Arbeiter seinen studierenden Sohn unterstützt, so fragt er sich „Warum soll ich das tun? Diese Einschränkung hat einen wesentlichen Einfluss auf unser Familiengefüge und wie kann ich mich darauf verlassen, dass die Anderen auch so schmerzhafte Einschränkungen vornehmen. Bin dann ich der einzige Dumme?“
Ein noch einfacheres Bild verdeutlicht das Dilemma, welches man selbst aus der Kindheit, der Natur und der freien Wildbahn (=Wirtschaft) kennt: „Gib mir deines und dann gebe ich dir meines!“ Der andere sagt: „Kann ich dir vertrauen? Gib mir zuerst deines, dann erst gebe ich dir meines!“ Kommen Ihnen diese Gedanken bekannt vor?
Nun in genau diesem Dilemma stecken nun Merkel, Sarkozy und der Rest Europas und sie erkennen noch nicht, dass jeder von uns eigentlich alles in die Waagschale werfen müsste, damit wir nicht alles verlieren. Der Altkanzler Wolfgang Schüssel sagte bei seinem Abschied aus der Politik: „Man muss loslassen können, damit man wieder beide Hände frei hat für Neues!“
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Europas Banken - droht ein Dominoeffekt? |
Jüngst ist mir eine interessante Studie in die Hände gekommen, die die Vernetzung der europäischen Bankenlandschaft eindrucksvoll darstellt. Das BIS hat in einer Studie das Banken-Exposure der größten europäischen Banken per 31.12.2010 dargestellt.
Quelle: BIS
Anhand der Zahlen wird offensichtlich, dass Deutschland nicht nur aus Nächstenliebe zum selbsternannten Retter der Euro-Zone mutiert ist. In Summe hat der Lieblingsnachbar Österreichs immerhin stolze EUR 349 Mrd. in den sogenannten PIIGS-Ländern, also Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien, investiert. Die größten Risiken der 12 größten Banken des Landes liegen laut dieser Studie in Italien und Spanien. Auch die vier größten französischen Banken, die an dieser Studie teilgenommen haben, sind beträchtliche Risiken eingegangen. Die Achillesferse der Franzosen ist sicherlich Italien, da rund EUR 302 Mrd. von der Gesamtsumme von EUR 484 Mrd. in Italien liegen.
Die PIIGS-Staaten sind dadurch gekennzeichnet, dass ein Großteil der Gelder im eigenen Land geparkt ist. Ein sogenannter Default des Heimatlandes würden demnach wenige lokale Banken überleben - dazu wäre der Kapitalbedarf, der mit den hohen Abschreibungen einhergeht, einfach zu groß.
Auch die drei österreichischen Institute (Erste, Raiffeisen und ÖVAG), die an dieser Studie teilgenommen hatten, haben in Summe rund EUR 12 Mrd. in den „Problemstaaten“ investiert. Rund die Hälfte der Außenstände betrifft Italien - aufgrund dessen ist davon auszugehen, dass die heimischen Banken gerade unter der gegenwärtigen Schieflage Italiens zu leiden haben.
Um die „Aggressivität“ darzustellen, habe ich die ausstehenden Beträge mit dem Tier-1 Kapital der Banken in Relation gestellt. Bei Österreich beträgt der zugrundeliegende Wert 61,15% - das bedeutet, dass im Falle eines kompletten Ausfalls aller PIIGS-Forderungen 61,15% des Eigenkapitals durch Abschreibungen „ausgelöscht“ werden würden. Auch hierbei wird offensichtlich, dass neben den PIIGS-Ländern belgische, deutsche und französische Banken erhebliche Risiken eingegangen sind.
Unter diesem Gesichtspunkt wird offensichtlich, dass die gegenwärtigen Rettungsversuche Merkels und Sarkozys nicht ganz uneigennützig sind. Ein Scheitern Europas würde mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die eigene Bankenlandschaft gehörig unter Druck bringen …
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In einer (wirklichen) Krise ist der Staat einfallsreich! |
Kennen Sie das Lastenausgleichsgesetz in Deutschland? Dieses wurde hauptsächlich dazu eingeführt, um jenen Deutschen, welche nach dem 2. Weltkrieg Vermögensschäden und besondere Nachteile erlitten hatten, eine finanzielle Entschädigung zu gewähren. Das Interessante an diesem Gesetz ist jedoch dessen Finanzierung.
Diese Umverteilung erfolgte dadurch, dass diejenigen, denen erhebliches Vermögen verblieben war (insbesondere betraf das Immobilien), die Hälfte dieses Vermögens nach dem Stand vom 21. Juni 1948 in 120 vierteljährlichen Raten, also verteilt auf 30 Jahre, in den Ausgleichsfonds einzahlen mussten. Zu diesem Zweck wurden eine Vermögensabgabe, eine Hypothekengewinnabgabe und eine Kreditgewinnabgabe eingeführt, die an die Finanzämter zu zahlen waren.
All jene, die nun behaupten, dass Immobilien das einzig Sichere in diesen derzeit unsicheren Zeiten seien, sollten sich dieses Gesetz näher ansehen. 50% des Immobilienwertes mussten - zwar auf 30 Jahre gestreckt, aber immerhin - in diesen Ausgleichsfonds eingezahlt werden. Man sieht also, dass der Staat im Falle des Falles jederzeit eine Umverteilung auch auf Immobilienbesitz starten könnte. Was das für den Preis der Immobilien bedeutet brauche ich Ihnen nicht näher zu erläutern.
Und dass der Staat auch im Falle von Goldbesitz einen enormen Einfallsreichtum in der Besteuerung auch von physischem Gold an den Tag legen kann, bewiesen die USA in den 30er Jahren. Plötzlich und für Privatpersonen überraschend trat am 9. März 1933 folgende Verfügung des damaligen Präsidenten Roosevelt in Kraft:
Aufgrund von der mir übertragenen Vollmacht aus Abschnitt 5 (b) des Gesetzes vom 6. Oktober 1917, geändert durch Abschnitt 2 des Gesetzes vom 9. März 1933 (...), in dem der Kongress erklärte, dass ein ernsthafter Notstand existiert, verkünde ich als Präsident, dass der nationale Notstand noch besteht und dass das fortgesetzte private Gold- und Silberhorten der Bürger der Vereinigten Staaten eine ernsthafte Bedrohung für den Frieden, die Gerechtigkeit und das Wohlergehen der Vereinigten Staaten darstellt. Um die Interessen unseres Volkes zu schützen, müssen geeignete Maßnahmen sofort ergriffen werden.
Daher verkünde ich in Ausübung der obengenannten Vollmacht, dass solcher Gold- und Silberbesitz verboten ist und dass jeder solche Münzen, Anlagemünzen oder anderen Gold- und Silberbesitz innerhalb von vierzehn Tagen bei amtlichen Beauftragten der Regierung der Vereinigten Staaten gegen Erstattung zum offiziellen Preis in offiziellen Zahlungsmitteln der Regierung abzuliefern hat.
Alle Tresore wurden daraufhin versiegelt und das Gold beim Öffnen dieser in USD zwangsumgetauscht. Man sieht also, dass im Falle einer wirklichen Krise der Staat sehr wohl auch auf die Vermögenswerte der Bürger zugreift. Daher ist der beste Schutz (so weit überhaupt möglich) eine breite Streuung des Vermögens in viele unterschiedliche Assetklassen und nicht das Vertrauen auf vermeintlich „sichere“ Anlagen…
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Besuchen Sie Europa, so lange es noch steht |
Dieser Titel der Popgruppe Geier Sturzflug aus dem Jahre 1983 zielte eigentlich auf die exponierte Lage Europas im kalten Krieg ab. Heute hat dieser Titel in abgeänderter Form wieder Gültigkeit. Denn so wie die Märkte aktuell die Staatstitel von Europa einschätzen, wird es Europa in der derzeitigen Form nicht mehr lange geben.

Vergleich zwischen Italienischer und Ägyptischer Staatsanleihe (in USD)
So muss Italien auf seine Staatsschulden einen höheren Zinssatz zahlen, als die Arabische Republic Ägypten (!). Ähnliches gilt auch für andere Staaten. Die Türkei z.B. zahlt wesentlich geringere Zinsen auf seine Staatsschulden als Spanien. So gibt es unzählige Staaten, welche dem Emerging Markets Bereich zugerechnet werden können und tiefere Zinsen zu zahlen haben als einige europäische Länder.

Vergleich zwischen Spanischer und Türkischer Staatsanleihe
Hier kann man ablesen, was die Märkte von Europa aktuell erwarten, nämlich die Pleite von mehreren Ländern samt politischer Unruhe. Man erwartet, dass die Eurozone nicht in der Lage ist, sich gegenseitig zu unterstützen und mehr oder minder das Ende des Euro, wie wir ihn heute kennen.
Ich hoffe nur, dass dies den verantwortlichen Politikern in Brüssel aber auch in den einzelnen Nationalstaaten bewusst ist. Denn die Diskussion um irgendwelche Schuldenbremsen oder ähnliche Dinge erwecken den Anschein, dass der Ernst der Lage nicht ganz erkannt wird.
Also - besuchen Sie Europa, so lange es noch steht!
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Die Wiener Börse |
Wussten Sie, dass die Wiener Börse um die Jahrhundertwende des 19. Jahrhunderts die drittgrößte Börse der Welt war? Von diesem Ruhm ist leider nicht mehr viel übrig. Die Wiener Börse fristet in den letzten Jahren eher ein Schattendasein. Vor allem während der Finanzmarktkrise 2008 fiel sie durch besonders negative Performance im Vergleich zu internationalen Börsen auf. Doch was sind die Gründe dafür, dass die Wiener Börse nicht wirklich mit den großen Leitbörsen der Welt mithalten kann. Die Qualität der Unternehmen ist es meines Erachtens nicht, denn in Wien notieren excellente Unternehmen mit sehr guten Bilanzen.

ATX im Vergleich mit Eurostoxx und DAX
1. Zu kleine Unternehmen
In Österreich haben wir leider viel zu kleine Unternehmen, um bei der Börsenkapitalisierung der Großen mitspielen zu können. Nur sehr wenige österreichische Werte sind in den großen anerkannten Indizes vertreten. Die in Österreich notierten Aktien sind eher kleinkapitalisiert und können daher auch kein großes Handelsvolumen aufweisen.
2. Zu wenig Unternehmen
An der Wiener Börse notieren ca. 70 Werte, wobei nur wenige wirklich über Liquidität und Handelsvolumen verfügen. Der ATX als Leitindex wird von einigen wenigen großen Aktien bestimmt und verfügt nicht über eine ausreichende Diversifikation (die OMV hat ein Indexgewicht von 13%, gefolgt von ERSTE Bank mit 12% und Telekom Austria mit 10%). Vor allem internationale Investoren brauchen Handelsplätze, an denen Sie ihre Volumina problemlos handeln können.
3. Keine Investitionskultur
In Österreich wird das Investieren in Aktien nach wie vor als reine Spekulation gesehen. Daher sind die Anleger an der Börse eher kurzfristig orientiert. Entweder wollen alle rein - oder eben alle raus. Und das führt zu einer sehr intensiven Verstärkung von Trends. Zudem wird ein großer Teil des Volumens durch die Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge investiert, welche jedoch durch die Kapitalgarantie ebenso dazu neigt, in Abwärtsphasen Aktien zu verkaufen (Problematik der sogenannten CPPI Modelle).
Wie kann man nun diese Probleme bekämpfen, denn als Tor zum Osten hätte die Wiener Börse ja durchaus Potenzial (obwohl der Osten derzeit von den Marktteilnehmern eher als unattraktiv eingestuft wird). Zunächst muss einmal die Investitionskultur in Österreich verbessert werden. Das Kaufen von Aktien muss aus der Spekulationsecke herausgenommen werden. Denn der Kauf einer Aktie durch einen Investor ist viel mehr als pures „Casino“. Ich stelle einem Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung, mit dem viele Schicksale in diesem Unternehmen verbunden sind. Es gibt Menschen Arbeit, durch den Lohn schafft es Nachfrage in der Wirtschaft, das Unternehmen zahlt Steuern und unterstützt damit das Staatsbudget, etc.
So ein Sinneswandel kann aber ohne Politik nicht funktionieren. Und so lange die Politik die Börse als reines Casino betrachtet, so lange wird es im Bewusstsein der Investoren kein Umdenken geben. Doch gerade in der Altersvorsorge wäre dies notwendig.
Die Börse muss aber auch durch die Banken attraktiver gestaltet werden. Es muss durch die Börsenmitglieder eine ausreichende Liquidität und Handelsmöglichkeit der Papiere gewährleistet werden. Dies ist in der Vergangenheit auch zu wenig passiert. Ich kann mich noch an die Vogl & Noot Wärmetechnik Aktie erinnern, welche ich in den 90ern steuerbegünstigt erworben habe. Diese Aktie hat nach der Emission den Emissionskurs nie mehr erreicht und wurde dann nach 5 Jahren wieder vom Kurszettel genommen. Eine Aktie die nach der Emission den Emissionspreis nicht mehr erreicht lässt beim Investor schon den Eindruck einer „Abzocke“ entstehen.
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Denken Sie bitte langfristig |
In all den Diskussionen fällt mir immer wieder auf, dass Marktteilnehmer oft viel zu kurzfristig denken. Da werden Prognosen für diverse Indices oder Assetklassen gemacht, welche eigentlich für den Kunden nicht wichtig sind. Denn eines haben uns die letzten Jahre auch klar deutlich gemacht: Analysen und Prognosen sind einfach nicht möglich.
Ich möchte Ihnen hier ein Beispiel aus der Vergangenheit dafür geben, dass es nichts bringt die Märkte kurzfristig zu beurteilen. Sie sehen unten einen Chart des Standard & Poor´s 500 Index von 1950 bis 1979. Es ist klar ersichtlich, dass der Chart stark an die aktuelle Situation erinnert. Die Aktien hatten während der 50er bis Mitte der 60er Jahre eine relative starke Aufwärtsbewegung, welche dann in einen sehr volatilen Seitwärtstrend mündete.
S&P 500 Index von 1950-79
Damals wurde ja durch die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten der Ölpreis stark nach oben getrieben und die Wirtschaft in den entwickelten Ländern stark getroffen. Die Sorgen der Marktteilnehmer wurden beispielsweise im Titelblatt einer Ausgabe des „Spiegel“ des Jahres 1973 sehr gut zusammen gefasst: „Folge der Ölkrise - Ende der Überflussgesellschaft“.
Die OPEC dreht 1973 den Ölhahn zu, weltweit kommt es zu Engpässen in der Ölversorgung. Die Preise für Treibstoff und Heizöl steigen, die Angst geht um, bald nicht mehr mobil zu sein und im Winter erbärmlich zu erfrieren. Die Menschen fürchten, dass der Konsum total einbricht, weil sie das Geld für Energie ausgeben müssen. Damals waren Aktien in etwa gleich unbeliebt wie heute, niemand wollte investieren.
S&P 500 Index von 1950-2011
Doch was folgte dann? Mit Beginn der 80er Jahre startete eine Börsenhausse, welche seinesgleichen sucht und die Notierungen stiegen mit einigen Unterbrechungen bis zur Jahrtausendwende. Die Internet-Bubble sowie die aktuelle Finanzmarktkrise ließen die Aktien danach wieder einmal 10 Jahre seitwärts tendieren. Diese Phase kann auch noch länger anhalten, aber langfristig werden sich die Mechanismen der Wirtschaft wieder durchsetzen, denn diese haben schon viele Krisen und Kriege überstanden. Das zur Verfügung Stellen von Eigenkapital wird wieder eine höhere Rendite abwerfen, als das Investieren in Fremdkapital, sprich Anleihen oder Spareinlagen. Denn wenn nicht, wäre das das Ende des Unternehmertums. Niemand würde mehr ein Unternehmen gründen, denn man kann damit ja nichts verdienen. Bestehende Gesellschaften werden abgewickelt, das Eigenkapital abgezogen und wo anders investiert.
Vielleicht werden die Märkte im Einpreisen zukünftiger Gewinnerwartungen vorsichtiger sein, denn so wie es aussieht werden die Wachstumsraten in den kommenden Jahren eher geringer ausfallen. Trotzdem werden Aktien langfristig einen höheren Ertrag abwerfen und daher vor allem in der Pensionsvorsorge eine wichtige Rolle spielen. Wann das jedoch sein wird, kann ich Ihnen leider auch nicht sagen. Ich bin nur überzeugt davon, dass es wieder passieren wird.
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Die Besten sterben aus … |
Länder, die in diesen stürmischen Zeiten noch ein Triple-A Rating aufweisen, sind vom Aussterben bedroht und gehören unter Artenschutz gestellt. Von den 17 Euroländern können sich gegenwärtig noch folgende 6 Staaten zur Crème de la Crème zählen, die von den drei großen Rating-Agenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch die Bestnote erhalten:
- Österreich
- Deutschland
- Frankreich
- Finnland
- Luxemburg
- Niederlande
Zusätzlich weisen folgende europäischen Staaten noch die Bestnote auf:
- Dänemark
- Norwegen
- Schweden
- Schweiz
- Großbritannien
Österreich und Frankreich kommen in Europa nun erneut ins Gerede. Gerüchte über eine mögliche Herabstufung kursieren immer wieder an den Märkten. Die US-Rating-Agentur Standard & Poor’s teilte gestern „fälschlicherweise“ mit, dass eine Änderung der Bewertung ansteht. Diese fehlerhafte Meldung hat die Finanzmärkte kräftig durchgeschüttelt und verständlicherweise Frankreichs Zorn auf sich gezogen. Diese Vorgehensweise ist äußerst unprofessionell - aber außer die Empörung öffentlich kundzutun hat Frankreich dahingehend auch keine Möglichkeit, dem berechtigten Ärger Luft zu machen. Durch das „Anschwärzen“ der Rating-Agentur ist davon auszugehen, dass die Refinanzierungskosten Frankreichs sicher nicht sinken werden. Die dadurch entstehenden Mehrkosten hat Frankreich allerdings alleine zu stemmen, ohne Regressforderungen gegen S&P geltend machen zu können.
Das Ganze erinnert mich stark an die zynischen Kommentare von Paul Krugman im Frühjahr 2009, als dieser die Bonität Österreichs öffentlich aufgrund des hohen Osteuropa-Exposures in Frage stellte. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass diese Statements auf Basis falscher volkswirtschaftlicher Zahlen entstanden. Der durch diese kreditschädigenden Äußerungen verursachte Schaden musste ebenfalls von Österreich berappt werden. Rund eineinhalb Jahre später beginnt für Österreich erneut das „Zittern“ um die Bestnote. Ausschlaggebend dafür sind die engen Verflechtungen mit Italien, das in den vergangenen Tagen und Wochen vermehrt in die Schlagzeilen gekommen ist.
Der Form halber möchte ich hierbei noch erwähnen, das Europa trotz der Probleme noch die höchste Anzahl an Staaten aufweist, welche von allen drei großen Rating-Agenturen noch die Bestnote Triple-A aufweisen. Anbei ein kurzer Überblick:
1. Afrika/Mittlerer Osten - keiner
2. Asien - keiner
3. Pazifik Raum: - einer (Singapur)
(Australien wurde bereits von Fitch heruntergestuft, Neuseland von S&P und Fitch heruntergestuft)
4. Nordamerika - einer (Kanada )
(USA wurden ja bekanntlich von S&P im August heruntergestuft)
5. Südamerika - keiner
Auch anhand dessen wird offensichtlich, dass Europa mit 11 von insgesamt 13 Staaten mit der besten Bonitätsbeurteilung im globalen Vergleich die höchste Dichte aufweist. Im Hinblick der laufend negativen Berichterstattung sollte man auch einmal etwas Positives hören, meinen Sie nicht auch?
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