| « | |
| |
![]()

![]() |
Verschuldungsproblematik einmal anders dargestellt… |
In den vergangenen Monaten war das bestimmende Thema in der Medienlandschaft die Schuldenkrise der Staaten. Griechenland, Italien, aber auch die USA oder Japan wurden immer wieder als „Negativbeispiel“ herangezogen. Normalerweise wird die Verschuldung des Staates in Relation zum BIP gestellt. Aber wie schaut es eigentlich mit der Gesamtverschuldung einer Volkswirtschaft aus?
Jüngst habe ich mir eine interessante Studie der BANK FOR INTERNATIONAL SETTLEMENTS (BIS) zu Gemüte geführt. In diesem Paper mit dem treffenden Titel „The real effects of debt“ wird die Verschuldung von 18 OECD Staaten im Zeitraum zwischen 1980 und 2010 dargestellt. Die Verschuldungsquote beinhaltet neben den staatlichen Schulden auch die Verbindlichkeiten von Unternehmen respektive der privaten Haushalte.
Abbildung 1: Verschuldung ausgewählter OECD-Staaten
Quelle: BIS Working Paper No 352 - The real effects of debt
Wie in der Grafik ersichtlich, ist sowohl die Verschuldung der Staaten als auch der Unternehmen und privaten Haushalte in den vergangenen Jahrzehnten sukzessive angestiegen. Hierbei wird die gesamte Verschuldung der Staaten exklusive des Finanzsektors heran gezogen.
Tabelle 1: Verschuldung ausgewählter OECD-Staaten
Quelle: BIS Working Paper No 352 - The real effects of debt
Bei einer detaillierten Analyse der Ergebnisse wird offensichtlich, dass sich der Median der Gesamtverschuldung zwischen 1980 und 2010 mehr als verdoppelt hat. Österreich hat sich im Referenzzeitraum im internationalen Bereich ganz gut geschlagen. Die Gesamtverschuldung ist von 162 % des BIPs auf 238 % angestiegen und liegt damit deutlich unter dem Median (322 %) bzw. dem arithmetischen Mittel (306 %).
Kritiker werden jetzt sicher anführen, dass die Gesamtverschuldung nur die eine Seite der Medaille widerspiegelt. Dies ist zweifelsohne richtig, da diese Betrachtung die Vermögenswerte nicht einbezieht. Eine „Nettoverschuldung“ wäre demnach weitaus aussagekräftiger. Problematisch dabei ist, dass es keine „seriöse“ Schätzung über die Vermögenswerte gibt (zumindest ist mir nichts bekannt). Wenn die Vermögenswerte in Relation stärker gestiegen sind, ist ein Anstieg der Verschuldung in Relation zum BIP natürlich nicht problematisch. Meine persönliche Meinung ist allerdings, dass es in den vergangenen Jahren zu einem Anstieg der „Netto-Verschuldung“ gekommen ist und viele aktuelle Probleme sukzessive über Jahrzehnte aufgebaut wurden …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
|
|
![]() |
Vorkehrungen zur Risikovermeidung und die fliegende Kuh |
An den Märkten regiert die Angst. So konnte man die Situation der letzten Monate an den Märkten am besten beschreiben. Investoren, egal ob privat oder institutionell, machen sich um die zukünftige Entwicklung große Sorgen. Heilsprediger haben großen Zulauf und predigen, dass einzig und alleine Sachwerte vor dem kommenden Zusammenbruch des Wirtschaftssystems schützen - und die Menschen richten sich danach.
Doch warum herrscht derartige Panik? Warum sind die Menschen so verunsichert, wenn viele Probleme ungelöst erscheinen und die Zukunft völlig unklar ist? Es ist dies meines Erachtens nach das Problem, dass der Mensch mit Unsicherheit nicht umgehen kann. Immer suchen wir nach Lösungen bzw. nach Erklärungen für die Märkte. Wir brauchen Prognosen (auch wenn diese niemals eintreffen) und gieren nach Analysten, die die nächsten Bewegungen vorhersagen.
Ich darf Ihnen nun ein Beispiel dafür geben, dass es nahezu unmöglich ist, die Zukunft bzw. den Ausgang der aktuellen Probleme exakt vorherzusagen. Im Jahr 1997 sank vor Japan ein Fischerboot - tragisch für den Fischer - aber eigentlich nicht erwähnenswert. Denkt man. Denn als Grund für den Untergang des Schiffes gab der Fischer eine fliegende Kuh (!) an. Würden Sie Schadensreferent einer Versicherung sein und diesen Unfallbericht auf den Tisch bekommen, würden Sie wahrscheinlich den Stempel „keine Leistung“ draufgeben und abends im Freundeskreis darüber lachen.
Doch es war wirklich so, das Fischerboot wurde, wie sich später herausstellte, tatsächlich durch eine fliegende Kuh versenkt. Dies ereignete sich so, dass russische Soldaten in Sibirien eine Kuhherde stahlen und diese im Flugzeug wegschaffen wollten. Die Tiere wurden jedoch leider nicht ausreichend angebunden, wodurch sich die Soldaten gezwungen sahen, die bedauernswerten Tiere aus dem Flugzeug abzuwerfen. Eines traf also dieses Fischerboot und brachte dieses zum Kentern.
Nun sehen Sie, niemand würde auch nur im Entferntesten davon ausgehen, dass ein Boot durch eine fliegende Kuh kentern könnte und doch kann es passieren. Es ist zwar unwahrscheinlich, doch es ist möglich. Worauf ich hinaus will ist, dass es für die zukünftige Entwicklung der Märkte derart viele Möglichkeiten gibt, dass es sich nicht lohnt bzw. es gar nicht möglich ist, sich gegen jede einzelne abzusichern (z. B. Kuhauffangvorichtungen auf dem Fischerboot oder eine Arche bauen, nur weil es regnet). Die einzige Absicherung für den Fischer wäre, statt eines großen Bootes zwei kleine zu kaufen und in gewissem Abstand voneinander zu fischen. Also, nicht der Schutz vor der herab fallenden Kuh ist in diesem Fall sinnvoll, sondern das Aufteilen des „Kuhrisikos“ auf mehrere Boote.
So ist es auch auf den Kapitalmärkten. Wir wissen nicht, ob der Euro nachhaltig Bestand haben wird. Wir wissen aber auch nicht, wie sich Gold im Falle eines Kollapses des Euro entwickeln wird. Das selbe gilt für Immobilien oder Aktien. Also können wir nur eines machen, nämlich das Risiko auf mehrere Investments aufteilen, so dass ich zwar in einigen Bereichen eine „Kuh“ auf den Kopf bekommen könnte, aber andere Bereiche meiner Veranlagung überdurchschnittlich performen werden.
Und ich muss das Faktum an- und hinnehmen, dass es Unsicherheiten gibt - auch an den Märkten.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
|
|
![]() |
Werden Sie Bezirkskaiser oder Berater des Jahres... |
Wir kennen diesen Ausdruck aus dem Versicherungsbereich, wo Sie einem Dorf oder einer Region einen Ansprechpartner in Versicherungsfragen haben, an dem keiner vorbei kann. Das Gleiche gilt auch für die Regionalbanken ohne die eine Gemeinde und deren Bürger oft nicht viele finanzielle Möglichkeiten haben. Natürlich kann man eine Versicherungs- oder Bankberatung auch woanders erhalten und manche weichen wohl auch in die nächste größere Stadt aus. Allerdings ist die Präsenz der „Bezirkskaiser“ vor Ort oft so stark, dass man als Kunde dafür schon ein starkes Argument braucht oder man sich für sein „Fremdgehen“ beim nächsten Stammtisch gar persönlich erklären muss.
Die Globalisierung der Wirtschaft und die virtuell vernetzte Welt zeigt aber auch ganz deutlich, dass Menschen sich für globale Themen interessieren und dann zusätzlich ein besonderes Interesse an ihrer unmittelbaren Umgebung haben. Denken wir an das Engagement in Umweltfragen oder bei regionalpolitischen Themen, die jeden persönlich angehen. Ein vergleichbares Interesse wie an regionalen Themen lässt sich auch an Themen festmachen, die eine ähnliche Zielgruppe betreffen. Also Eltern, Sportler, Motorfreaks, Fotografen u.v.m. haben ebenfalls gleiche Interessen und engagieren sich für eine Sache.
Ein gut positionierter Berater schafft es in der Region oder dem sozialen Umfeld (Gruppe von Gleichgesinnten) präsent zu sein. Zusätzlich fällt er durch Angebote und Dienstleistungen auf, die gerade auf diesem „point of interest“ benötigt werden. Denn gerade in unserer globalen Welt haben wir alle das Bedürfnis wo dazu zu gehören, daher freuen wir uns als „Tullnerfelder“, „Mountainbiker“ oder „moderne junge Eltern“ angesprochen zu werden. Bekanntlich „kaufen Kunden nur bei Freunden“, daher ist dieses sich Einbringen in eine Community die beste Voraussetzung, um dort auch als „Bezirkskaiser“ wahr genommen zu werden. Im übrigen sind diese Kunden in der Folge auch besonders treu, denn einen „Freund“ verlässt man nicht so schnell!
EINLADUNG: Haben Sie bereits Ideen in dieser Richtung umgesetzt? Dann bewerben Sie sich für die Wahl zum „FINANZBERATER DES JAHRES“ in den Bereichen INNVATION & KUNDENNÄHE - es erwarten Sie Ruhm, Ehre und wertvolle Sachpreise!
=> Mehr Informationen dazu erfahren Sie hier…
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
|
|
![]() |
Kreditvergabe in „rezessiver“ Phase … |
In der jüngsten Vergangenheit haben einige Indikatoren das Einläuten einer neuerlichen Rezession bereits angekündigt. Trotz dieser Tendenzen sind noch keine Spuren in der Geldmengenentwicklung (M3) oder dem Kreditvergabeverhalten der Banken auszumachen. Im jüngsten Bericht der EZB wird angeführt, dass im August die Geldinstitute der Euro-Zone um 2,6% mehr Kredite an Unternehmen sowie Private vergeben haben als im Juli. In Summe legten die Unternehmenskredite um EUR 13 Mrd. zu. Durch das gestiegene Kreditvolumen ist davon auszugehen, dass auch das Investitionsvolumen ansteigt und sich damit direkt auf das Bruttoinlandsprodukt der entsprechenden Volkswirtschaften auswirkt.
Von einer Kreditknappheit kann daher nicht die Rede sein. Durch die jüngsten Zahlen scheint eine Zinssenkung der EZB in weite Ferne gerückt. Durch die „Rücknahme“ der jüngsten Zinserhöhung könnte die Inflation angeheizt werden. Oberstes Credo der Europäischen Zentralbank bleibt nach wie vor die Geldwertstabilität. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das, dass die Inflation die 2%-Grenze nicht übersteigen sollte.
Die EZB könnte allerdings anderwärtig aktiv werden. Wie bereits Mitte 2009 könnte wieder ein Ankaufprogramm für Pfandbriefe und andere gedeckte Anleihen (Covered Bonds) andiskutiert werden. Damals hat die Notenbank rund EUR 60 Milliarden Liquidität in die Märkte gepumpt.
Anbei ein kleiner Exkurs zu den unterschiedlichen Zugängen der EZB bzw. der Fed. Im Gegensatz zur EZB versucht die amerikanische Notenbank Fed durch gezielte Maßnahmen, die konjunkturelle Entwicklung zu beeinflussen. Dem Inflationsziel, welches für die EZB oberste Priorität hat, wird dahingehend eine untergeordnete Rolle zugeordnet. Das wird beispielsweise dadurch ersichtlich, dass die amerikanische Fed ihre Bilanzsumme in der Krise massiv „aufgeblasen“ hat und der Leitzins seit einigen Jahren defacto bei Null liegt. Allerdings dürfte das Pulver der Fed bereits verschossen sein.
Der Vorwurf vieler, dass die gestiegene Geldmenge in Europa nicht in der Wirtschaft ankommt, wird demnach von den Zahlen nicht untermauert …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
|
|
![]() |
Beratersterben oder Marktbereinigung |
Es waren einmal 15.000 Berater die im Mailverteiler des "FINANZBERATERFORUM.at" wöchentlich mit News versorgt wurden. Die programmierte Technik des Mailprogramms sorgt dafür, dass jene Mailadressen die dreimal hintereinander nicht mehr erreichbar sind, automatisch gelöscht werden. Mittlerweile sind so nur mehr knapp 10.200 Adressen im Mailverteiler vorhanden.
Fast ein Drittel weniger Berater im Markt! Dies ist eine Einschätzung die Marktbeobachter wohl auch gefühlsmäßig bestätigen können. Die offiziellen WKO-Zahlen sprechen zwar eine andere Sprache, hier finden sich aber viele Doppel-Berechtigung (Bsp. VS-Makler sind zusätzlich Vermögensberater o.ä.). Für mich relevant sind die Unternehmerpersönlichkeiten, welche Aktivitäten setzen und diese haben sich zahlenmäßig eindeutig reduziert.
Ist das schlecht? Ich denke nein, wenn es wie ein „reinigendes Gewitter“ gesehen wird und nur Jene dem nicht standhalten, deren Unternehmensgebilde auf einem zu schwachen Fundament gestanden ist. Allerdings warnen möchte ich vor dem allgemein verbreiteten Trugschluss, dass dann die verbliebenen Berater, durch unbetreute Kunden, mehr Geschäft machen würden. Diese Kunden haben meist von schlechten Beratern schlechte Produkte vermittelt bekommen und sind deshalb einer neuerlichen „Beratung“ gegenüber wohl nicht mehr sehr aufgeschlossen.
Mir fehlen die zukunftsweisenden Visionen! Denn die meisten Geschäftsmodelle von Produktanbietern oder Servicedienstleister (Bsp. Pools, Software etc.) sind immer noch auf den Massenvertrieb ausgerichtet. Wenn Fachmessen in Österreich tausende Besucher oder Kongresse hunderte Teilnehmer haben, sprechen wir von Rekorden. Ein Blick in andere Branchen oder über die Landesgrenzen lehrt uns da rasch andere Dimensionen.
Der Managementguru Peter Drucker schreibt: „Jedes Business lebt durch Innovation und Marketing“. Beides vermisse ich in der Branche um dem Beruf des „Beraters“ auch jenen Stellenwert zu geben, den er verdient. Gefragt sind jene Berater, die durch neue Ideen und besondere Kundennähe auffallen. Daher wollen wir diese „Innovationsberater“ suchen und entsprechend auszeichnen:
Beim „10.INVESTMENTTRENDS-Kongress“ am 24.11.2011 in den Wiener Börsesälen wählen wir den „FINANZBERATER DES JAHRES“ in den Bereichen „Innovation & Kundennähe“. Eine hochkarätige Jury wird unter den Einsendungen auswählen und wertvolle Sachpreise winken dem Gewinner.
Machen Sie mit: Melden Sie sich an oder nominieren Sie Kollegen, die durch besondere Marketingideen, Kundennähe oder innovative Beratung auffallen und dadurch auch messbare Erfolge erzielen! => Ich freue mich auf Ihre Nominierung...
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
|
|
![]() |
Die Kunden sind an der Macht... |
Der bekannte Management-Guru Peter F. Drucker sprach schon vor Jahrzehnten von der „Macht der Kunden“ - derer sich diese aber meistens nicht bewusst sind. Von genau dieser Unsicherheit und Schwäche profitieren auch manche Branchen, was wohl auch die Finanzindustrie von Jahr zu Jahr aufs Neue beweist.
In den letzten 50 Jahren konnte man ausgezeichnet beobachten, wie die Macht vom „Produzenten“ zum „Vertrieb“ wechselte. War es zu Beginn des letzten Jahrhunderts noch üblich, dass der Hersteller eines Produktes bestimmte was gekauft wird, weil er beispielsweise sein Auto nur in einer Farbe herstellt (Zitat Mr. Ford: „Sie können mein Auto in jeder Farbe haben, solange diese schwarz ist.“).
Später übernahm das „Marketing“ das Zepter und bestimmte/beeinflusste so die Kaufgewohnheiten der Massen. Speziell im letzten Jahrzehnt war zu erkennen, wie das Zusammenspiel von globalem Marketing und grenzenloser Information auch alle Menschen auf der Erde in gleicher Weise erreicht. Globale Marken und Werbung sorgen dafür, dass die Einkaufsstraßen in allen großen Städten im Wesentlichen von identen Modeketten und Fast-Food-Restaurants bevölkert sind. Auch die Kleidung der Jugendlichen gleicht sich mittlerweile zwischen Tokyo, New York, London und Wien immer mehr an…
Dem gegenüber stehen aber die ungeregelten und von den großen Marken noch nicht beeinflussbaren Märkte wie „Facebook“ oder spezielle Community-Seiten, wo sich Gleichgesinnte ihren eigenen Markt gestalten - also „Kunden“ die Macht übernehmen. Besuchen Sie doch mal die Internetforen von Reitern, Golfern, Fitness-Fanatikern, Vespa-Fahrern oder anderen „Freaks“. Dort werden Erfahrungen ausgetauscht und konkrete Produkt-Empfehlungen abgegeben. Manchmal hat so eine Fan-Community auch den Produzenten zum Einlenken, Umdenken oder Produzieren von speziell gefragten Artikeln bewegt.
Diese moderne Kundengeneration will sich aktiv informieren, arbeitet also nur mit Anbietern die zu uneingeschränkter Transparenz bereit sind und wollen flexibel oder manchmal sogar anonym kaufen können. Wie sonst ist gerade im Finanzbereich der Trend zu Direktbanken und anderen Online-Informationsangeboten zu erklären? Kunden wollen einfach nicht mehr, dass ihnen ein „Experte“ versucht zu erklären wir kompliziert alles ist und daher nur er ihnen helfen kann.
Wo sind also die innovativen Finanzunternehmen, die zuerst Kunden fragen was sie wollen? Mit ihnen in Kommunikation treten bevor sie ein Produkt präsentieren? Die, wie ein guter Berater/Verkäufer den Kunden zuerst bei seinen Sorgen & Fragen abholen, diese beantwortet und so Vertrauen und Kompetenz aufbauen.
MEISTER-TIPP: Nehmen wir Anleihe an den erfolgreichen Internetdienstleistungen, wie zum Beispiel dem Thema „Reise“. Mittlerweile kann man jede Form von Anreise, Rundreise oder Anmietung von Zimmern, Autos, Versicherungen online abwickeln - und immer alles vorab einsehen und prüfen. Nicht einmal mehr Bücher oder DVDs muss ich ungeprüft kaufen, denn auch hier sind schon Previews und Leseproben selbstverständlich. Zusätzlich gilt für beide Themen, dass hier auch die Meinungen der bisherigen Nutzer einsehbar sind und so auch mein Kaufverhalten entscheiden beeinflussen.
Wir müssen also unser „Finanzgeschäft“ gehörig entstauben und uns den Kunden öffnen. Genau zeigen wie wir was machen und so auch die Ergebnisse sowie auch Entscheidungswege nachvollziehbar machen. Gleiches gilt für Berater, die nicht mehr durch eine Vielzahl an Produkten, sondern eher durch einen Überfluss an Informationsmöglichkeit bestechen. „Kompetenz bedeutet, komplexe Dinge einfach und klar darzustellen!“
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
|
|
![]() |
Softfacts, warum Italien die Schuldenkrise übersteht |
Nachdem meine Kinder noch nicht schulpflichtig sind, haben wir uns entschlossen, im September einen Urlaub in der Nachsaison zu buchen. Dabei hat es mich nach Sardinien verschlagen - übrigens auf alle Fälle eine Reise wert und vor allem außerhalb der Hauptsaison durchaus leistbar.
Den Italienern sagt man ja eine gewisse Freizügigkeit bei der Auslegung der Gesetzeslage nach. Man nimmt es im Süden nicht immer so genau und Disziplin ist nicht gerade ein Aushängeschild der Italiener. Das konnte man auch bei der Einführung des Euro ersehen - die italienischen Zahlen waren schwer verifizierbar.
Und trotzdem glaube ich, dass man diesem Volk etwas Unrecht tut, wenn man weiterhin in diesen Stereotypen denkt. Einige Beispiele: Auf meiner Fahrt zur Fähre nach Livorno habe ich rund 500 km auf italienischen Autobahnen zurückgelegt. Und ich muss sagen, die Straßenverkehrsregeln wurden zumeist von Ausländern missachtet. Keine Alfa Romeo fahrende Rowdys, die einen am liebsten von der Fahrbahn stoßen möchten. Nein, die Italiener fahren gemächlich max. die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Dies liegt vielleicht auch an den drakonischen Strafen, doch warum funktionieren diese in Italien, wohingegen auf unseren heimischen Autobahnen und noch schlimmer bei den so disziplinierten Deutschen ganz andere Typen unterwegs sind.
Ich musste dienstlich meinen Urlaub kurz unterbrechen und bin mit Alitalia nach Wien geflogen. Während ich bei heimischen Flügen zumeist eine Verspätung einkalkulieren muss, hob der Flieger von Cagliari 5 Minuten zu früh ab und landete in Rom sogar 15 Minuten früher als geplant. Alles war gut organisiert und verlief ohne Besonderheiten. Auch der Flug von Rom nach Wien verlief planmäßig.
Zuletzt auch noch das Rauchverbot in Lokalen. Dieses war seit Einführung vor einigen Jahren nie ein Problem in Italien und alle halten sich daran. Dies wäre ja in Wien undenkbar und wird öffentlich zerredet und diskutiert. Aber in Italien hat es von Anfang an funktioniert. Und auch den 1. Platz als Streiknation konnte Italien ebenso abgeben, denn das Sparpaket der Regierung hat nur temporär und nur in einigen Bereichen zu Streiks geführt (anders als in vergangenen Jahren, in welchen bei ähnlichen Sparpaketen das gesamte Land stillgestanden wäre).
Sie sehen also, man tut den Italienern Unrecht, wenn man ihnen jegliche Disziplin und Weitsicht abspricht. Denn wenn es hart auf hart geht, stemmen die Italiener so manches Problem. Und die jetzt junge Generation denkt vielleicht auch etwas weitsichtiger als bisherige. Deshalb meine ich auch, dass die Italiener mit der schwierigen Budgetsituation umgehen werden können - so ferne der Ministerpräsident Zeit dafür findet (neben seinen sonstigen „Tätigkeiten“).
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
|
|
![]() |
Politisches Drama - Kampf mit ungleichen Waffen |
Politische Finanzmärkte in Europa lassen die europäischen Assetmanager verzweifeln. Gibt es noch einen „Waffengleichklang“ zwischen Europa und den USA. Dazu betrachten wir erstens die Entwicklung der Zentralbankgeldmengen im Vergleich zum nominellen Wirtschaftswachstum in der Euro Zone und in den USA. 
Seit 1999 ist die Zentralbankgeldmenge in den USA um 399,16 %, im Euroraum um 147,15 % und die nominelle Wirtschaftsleistung um 64 % bzw. 48,43 % gestiegen. D.h. in den USA und in Europa ist die Geldmenge vor allem im Zuge der Krise 2008 stark angestiegen. Im Euroraum wurde ab Mitte 2010 die Geldmenge (schwarze Linie) rückgeführt, in den USA (grüne Linie) setzte sich der Anstieg ungebremst fort.
Hieraus lässt sich möglicherweise die Strategie zur Lösung der Schuldenproblematik erkennen. Entschuldung durch Inflation. Die USA ist der größte Netto-Schuldner der Welt.
Die Länder der Europäischen Union sind nicht in der Lage sich zu einer Lösung der Schuldenkrise in Europa durchzuringen. Dabei hat Griechenland nach Marktwerten seiner Schulden eine der geringsten Verschuldungsraten in der EU (die Schulden sind nur 37 % ihres Ausgabepreises wert - zu diesem Preis bewertet beträgt das Schuldenniveau rund 60 % der Wirtschaftsleistung). Griechenland ist zweifelsfrei nicht in der Lage seine Gesamtschulden zu beherrschen, geschweige den zurückzuzahlen. Der Markt bietet aber die Gelegenheit für die ECB die Schulden am Markt zu einem Bruchteil der ursprünglichen Höhe zurückzukaufen und dann den Griechen neuen Kredit zu geben um die eigenen Altschulden zu erwerben. Zusätzlich wird die europäische Gemeinschaft wohl einige Milliarden nach Athen für den Anschub der dortigen Wirtschaft durch Investitionen „spenden“ müssen.
Gefragt ist ein solches Handeln der europäischen Institutionen ohne vorherige sinnlose Wortspenden von Politikern aller Couleurs. Der Markt ist nach erledigter Arbeit zu informieren.
Dass alleine das deutsche Bankensystem durch die Auswirkungen der Immobilienkrise /Finanzkrise 2008 mit über 300 Mrd. EUR rekapitalisiert werden musste und Europa (inkl. Schweiz und Großbritannien) in Summe mehr als diesen Betrag im Rahmen der US Subprimekrise verloren hat (Spende an die USA), darüber verliert hier niemand ein Wort.
Aber die europäische Vision und damit auch ein starkes geeintes Europa ist uns anscheinend nichts wert. Als Einzelkämpfer werden auch Deutschland oder Österreich ihre Interessen gegenüber China und den USA nicht durchsetzen können.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: dieter.rom@securitykag.at
|
|
![]() |
Was nun? |
In den letzten Wochen ist die Unsicherheit der Investoren deutlich angestiegen. Stirnrunzeln, durch Alpträume gezeichnete Nächte sowie die Kenntnisnahme für mich unverständlicher und nicht nachvollziehbarer Marktbewegungen stehen seither für mich an der Tagesordnung. In meinem bisherigen Berufsleben war ich schon mit mehr „Jahrhundertkrisen“ konfrontiert, als ich statistisch betrachtet in mehreren Jahrhunderten sehen hätte dürfte. Die sogenannten Black-Swans können einem auch wirklich das Leben zur Hölle machen!
Soweit so gut - jetzt habe ich aber genug gejammert. Frei nach dem Motto „jede Krise ist auch eine Chance“ möchte ich Ihnen meine bevorzugte Assetklasse verraten. Nein, es ist nicht Gold und auch kein Investment in deutsche Bundesanleihen! Dafür ist meine Affinität für Aktien einfach zu groß. Diese Assetklasse ist meiner Einschätzung nach im historischen aber auch im Assetklassen überschreitenden Bereich durchaus attraktiv bewertet. Man denke nur exemplarisch an das P/E-Ratio, das P/B-Ratio oder die Dividendenrendite. Aber mir schweben in diesem Zusammenhang vor allem Unternehmensanleihen vor. Folgende Argumente sprechen meiner Ansicht nach dafür, dass den Investoren ein attraktives Risiko/Ertragsverhältnis geboten wird:
- Antizyklisches Investment (US-Investmentgrade-Anleihen wiesen im August die drittschlechteste Monatsperformance seit 1989 auf)
- Im August wurden keine Defaults verzeichnet - die „schlechten“ Unternehmen wurden meiner Einschätzung nach bereits zu großen Teilen nach Beginn der Krise im Jahr 2008 aus dem Markt gespült.
- Unternehmensanleihen litten unter dem Kursverfall der Aktienmärkte, obwohl die Unternehmen zu großen Teilen eine solide Bilanzstruktur, eine verglichen mit 2008 deutlich geringe Verschuldungsquote sowie hohe Cash-Bestände aufweisen.
- Unternehmen haben ihre Finanzierungsstruktur in den letzten Jahren verändert und die Laufzeiten sukzessive erhöht. Damit ist gewährleistet, dass die Zinssensitivität sukzessive abgenommen hat.
- Unternehmensergebnisse erreichen in den USA mit 14,0 % vom BIP 2010 ein neues Rekordhoch (bisheriges Hoch 1942 mit 13,6 %).
- Risikoaufschläge gegenüber Staatsanleihen sind durchaus attraktiv. Investoren erhalten durch diese Risikoaufschläge eine Prämie, die sie gegen Defaults absichern sollte. Meiner Ansicht nach dürfte die effektive Default-Rate in den kommenden Monaten trotz der Turbulenzen an den Finanzmärkten nicht dramatisch ansteigen.
Aufgrund dessen gibt es für mich abseits von Gold und deutschen Bündern noch Möglichkeiten für Investoren, ihr Geld in eine Assetklasse mit einem subjektiv empfundenen guten Risiko/Ertragsprofil zu investieren …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
|
|
![]() |
Rückblick FORUM ALPBACH - Teil 2: Die Fachthemen und Diskussionen |
Sicher haben Sie über den Rücktritt von EZB-Direktor Stark in den Zeitungen gelesen, beim „Europäischen Forum Alpbach“ hat er noch „stark“ gegen die allgemeine Staatsverschuldung gewettert: Die durchschnittliche Staatsverschulung in der EU liegt bei über 80% vom BIP. Rechnet man aber private Schulden („Häuslbauer“) und die Verbindlichkeiten an Pensionskassen dazu, ist man bald bei 300-400% Verschuldung unserer Gesellschaft. Er fragte wohl zu Recht, ob wir das unseren Kindern wirklich antun dürfen?
Bei einem Side-Event dem „Kater-Frühstück“ referierte der aus den Medien bekannte Marktexperte der DEKA-Bank Dr. Kater über die Situation an den Kapitalmärkten. Sein Vortrag hatte die stimmigen Überschriften: „Wie konnte das bloß passieren?“, „Was sollen wir bloß machen?“, „Wie geht’s bloß weiter?“ Er sieht die Gründe für die allgemeine Staatsverschuldung weniger in den letzten Finanzkrisen, sondern eher in den allgemeinen „Konjunkturkosten“. Er moniert, daß unser gesamtes Sozial-, Infrastruktur- und auch Pensionssystem auf einer jährlichen steigenden Schuldenspirale basiert und in keiner Weise mit dem reellen Wirtschaftswachstum gekoppelt ist.
Ein prominenter Gast bei diesem Investment-Frühstück war auch die österreichische Finanzministerin Maria Fekter. Diese notierte fleißig mit und mit Überraschung habe ich einige Redewendungen und Einschätzungen von Dr. Kater dann am Nachmittag bei ihrem Keynote-Vortrag im Kongressaal gehört - Zufall oder leicht beeinflussbare Politiker? Zum Beispiel die Einschätzung, daß Staaten ab einer Verschuldung von über 80% zum BIP finanziell nicht mehr souverän sind. Dies bedeutet, die Zinsbelastung gibt den Schulden eine exponentiale Entwicklung, die ein Staat nur schwer aus eigenen Kräften langfristig in den Griff bekommen kann.
Kontrovers war auch der Vortrag und die anschließende Podiumsdiskussion mit dem Vertreter der Ratingagentur „Standard & Poors“. Er versuchte mit dem Klischee aufzuräumen, dass nur drei „Typen im grauen Anzug“ mitten in Manhattan sitzen und willkürlich die Ratings rauf und runter verändern. Stattdessen legte er Wert darauf, dass in allen Regionen-Teams immer auch Vertreter aus den jeweiligen Staaten dabei sind und dass jedes Rating nach den gleichen transparenten Kriterien erfolgt. Er stellte auch, in Beantwortung einer kritischen Publikumsfrage, fest, dass die Einnahmen der Agentur in keiner Verbindung zu den Ratings stehen. Als Beispiel brachte er die ca. 186 Staaten, die alle für ein Rating bezahlen, unabhängig wie das Ergebnis ausfällt. Lediglich die Seychellen haben kürzlich ihren Vertrag gekündigt…
Hoffnung gab dann wohl nur Daniel Hamilton vom „Center from Transatlantic Relations“, der die wesentlichen Eckdaten seines neuen Buches „Europe 2020“ präsentierte: „Dies ist die letzte Chance für Europa als Kontinent eine Weltmacht zu werden!“ Schon jetzt sind wir Nr. 1 Exporteur in die EM und BRIC, sowie einer der Top-Importeure von USA und China. Besondere Chance sieht er für Europa im Bereich „Dienstleistungen“, hier ist Europa ein „Sleeping Giant“ unter Anderem als Hauptinvestor in USA, Japan und jedem einzelnen BRIC-Land. Herausforderungen hat Europa allerdings im Bereich „Energie“, denn aktuell sind wir zu 54% von Energieimporten abhängig und in 20 Jahren wird dieser Faktor bei 70% und in einigen Ländern sogar bei 100% liegen. Auch beim Thema „Immigration“ besteht noch Handlungsbedarf, denn aktuell ist die EU eher ein Magnet für die „unskilled“, denn 85% der Migranten gelten als schlecht ausgebildet. Ziel für Europa muss es sein, seine Produktivität zu steigern und zu einem ganzen Markt zusammen zu wachsen.
Zum Abschluss meines diesjährigen Berichtes möchte ich noch von einem Side-Event berichten, dem „Kamingespräch“ mit dem EU-Abgeordenten Othmar Karas, der wohl unstrittig ein glühender Europäer ist. Meine Frage an ihn war, dass ja alle EU-Aktivitäten logisch zu Ende gedacht zu den „Vereinigten Staaten von Europa“ führen müssten. Werden dies meine mittlerweile studierenden Kinder noch erleben? Seine Antwort: „Hoffentlich, aber die nationalstaatlichen Egoismen sind so stark, daß jede Entwicklung in diese Richtung mindestens noch 10-20 Jahre in Anspruch nehmen werden“. Wichtig war ihm aufzuzeigen, dass es nie darum gehen kann, was ein einzelner Staat aus der EU herausholen kann, sondern wie auch der kleinste Staat (Bsp. Österreich) Entscheidungen für ganz Europa mit beeinflussen kann. Gerade wir als „Nettozahler“ bekommen trotzdem mehr Nutzen für Politik, Wirtschaft und Kultur zurück, als wenn wir nicht Teil dieses Friedensbündnisses wären - d.h. seit Gründung der EU gab es keinen bewaffneten Konflikt unter Mitgliedsstaaten.
Übrigens das „Europäische Forum Alpbach“ endete mit dem Abspielen der Europa-Hymne…
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
HINWEIS: Die Security BLOGS stellen lediglich die persönliche Meinung des Verfassers im Erstellungszeitpunkt und daher nicht die Meinung des Medieninhabers dar. Eine Haftung für diese Aussagen kann vom Medieninhaber ausdrücklich nicht übernommen werden.













