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Warum die private Pensionsvorsorge in Österreich wie ein Stiefkind behandelt wird. |
Heute widme ich mich wieder einmal einem meiner Lieblingsthemen - der Altersvorsorge. Wie steht es in Österreich um dieses Thema? Wird es von den Österreichern ernst genommen? Was sind die Gründe, warum sich Mitbürger für oder gegen eine Altersvorsorge entscheiden.
Nun, zunächst sei einmal festgestellt, dass die Pensionen für künftige Pensionisten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geringer sein werden als jene der aktuellen Pensionisten. Das ist aber nicht neu. Selbst meine Mutter hat schon während der 90er Jahre gemeint, dass ihre Pension geringer ausfallen wird - und hat relativ wenig dagegen unternommen. Übrigens viele Menschen in ihrem Alter sind in derselben Situation. Eigentlich wussten sie, dass es mit der Pension zu Abschlägen kommen wird, doch unternommen haben sie relativ wenig (eventuell einen Bausparer oder ein Sparbuch, welches im Laufe der Jahre aber auch immer wieder „geplündert“ wurde).
Unsere Elterngeneration hat das Problem zwar am Horizont auftauchen gesehen, aber sich nicht ausreichend damit auseinandergesetzt. Das liegt sicher auch daran, dass sich die Generation davor (also unsere Großeltern) in keinster Weise mit diesem Thema auseinander setzen mussten. Denn für sie ist der Lebensstandard nach dem Krieg rasch gestiegen und auch in der Pension hielt dieser Trend an, denn diese machte rund 80 % der letzten einkommensstärksten Jahre aus. Der Staat wird es schon richten…
Doch wie sieht es heute aus. Die heutige Generation lebt in einem permanenten Wandel, Flexibilität ist gefragt und die langfristige Lebensplanung wird diesem Umstand geopfert. Es ist heute schlichtweg sehr schwer möglich, langfristig zu planen. Habe ich morgen meinen Job noch? Wie sieht mein soziales Umfeld in 5 Jahren aus? Soll ich überhaupt eine Familie gründen? Wie sieht die Rechtssituation in 20 Jahren aus? Gibt es den EUR 2035 noch oder folgt eine Währungsreform?
Wir sind einem permanenten Wandel ausgeliefert und haben dadurch verlernt, langfristig zu denken. Es ist für einen 30-jährigen daher auch schwierig, für die Pension vorzusorgen. Und wenn er es vielleicht trotzdem tut, dann nicht mit der Konsequenz die dafür nötig wäre. Denn wenn man sich ansieht, wie sich das Kundenverhalten bei langfristigen Ansparvarianten gestaltet, so kann man erkennen, dass nur wenige dieser Ansparformen auch wirklich widmungsgemäß verwendet werden. Viele Verträge werden vorzeitig gekündigt und für andere, dringlicher erscheinende Investitionen gebraucht. Nur etwas mehr als die Hälfte der Lebensversicherungsverträge „erlebt“ das Vertragsende!
Welche Gründe gibt es noch dafür, dass die Menschen nicht ernsthaft für ihre Pension vorsorgen? Zum Einen ist dafür einmal ein Defizit in der Politik auszumachen. Grundsätzlich gilt jemand, der langfristig in Aktien veranlagt in der Diktion der Politiker als „Spekulant“. Die zuletzt verwendeten Slogans von „Reichensteuer“ etc. führen auch nicht gerade dazu, dass die Menschen Pensionsvermögen aufbauen. Auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen für echte Pensionsprodukte sind denkbar ungünstig. Es gibt zwar Pensionskassen, welche jedoch einem nicht gut gestalteten Pensionskassengesetz unterliegen. Auch werden in der Veranlagung vieler Pensionskassen alle Menschen gleich veranlagt - egal ob es sich um 30-jährige oder 70-jährige handelt. Dadurch kam es vor allem im Krisenjahr 2008 zu empfindlichen Pensionskürzungen, welche sich vor allem bei älteren Menschen katastrophal auswirken. Und die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge (PZV) ist zwar im Grundgedanken eine gute Sache, die Förderung dieser ist jedoch an eine teure Kapitalgarantie gebunden, welche sinnloser nicht sein könnte! Denn diese kostet extrem viel und schränkt zudem die Ertragserwartung des Produktes massiv ein.
Ein Beispiel: Ein Kunde, der 30 Jahre in eine PZV spart, zahlt 30 Jahre dafür jährlich eine Garantiegebühr, sodass er am Ende der Laufzeit für heute eingezahlte 100 EUR gerade einmal 50 EUR real zurückbekommt. Wo ist hier der Sinn einer Kapitalgarantie? Man sieht also, dass die Politik keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine private Altersvorsorge geschaffen hat.
Eine weitere Sorge vieler Bürger liegt darin, dass all jenen, die privat etwas angespart haben dies in einem zukünftigen Pensionssystem sogar zum Nachteil gereichen könnte. Hartz IV in Deutschland oder auch die Mindestsicherung in Österreich beruhen bei der Auszahlungshöhe darauf, dass privates Vermögen angerechnet wird. Ist sonstiges Vermögen vorhanden, wird die Mindestsicherung nicht oder nur teilweise ausgezahlt. Könnte dies nicht auch für zukünftige Pensionen gelten? Wenn es beim Staat knapp wird könnten ja sonstige Vermögensgüter in eine Art Mindestpension mit einberechnet werden und so die staatliche Pension schmälern.
Es müsste also der Staat dieses Problem einmal angehen und die Angst der Bürger nehmen. Aber so lange die Politiker versuchen, mit markigen Sprüchen und kurssichtigen Maßnahmen weiterhin um Wählerstimmen zu buhlen wird sich auch in der Einstellung der Menschen zum Thema Pension nichts ändern. Es müssen auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Pensionsprodukte begünstigen und auch so weit Rechtssicherheit geben, dass diese bei späteren Pensionsreformen nicht zum Nachteil der weitsichtig vorsorgenden Menschen gereichen. Man müsste auch noch weiter gehen und Investoren in Aktien nicht als „Spekulanten“ brandmarken, denn diese stellen für Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung und schaffen sogar noch Arbeitsplätze.
Welche Maßnahmen von Seiten der Produktgeber und Berater angegangen werden sollten, möchte ich in meinem nächsten Blog behandeln.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
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Droht ein Zusammenbruch des Euro’s? |
Diese Woche erreichte mich die Anfrage eines interessierten Lesers unserer Blog-Beiträge, der sich über die weitere Entwicklung des Euro ernsthafte Sorgen macht. Im Kundengespräch wird man häufig damit konfrontiert, ob man die Einschätzung teilt, dass „der Euro zerfällt“.
Fakt ist, dass die Konkurrenzfähigkeit einzelner Länder deutlich divergiert. Macht es Sinn, die Euro-Länder in „Euro-Nord“ bzw. „Euro-Süd“ - sprich in „gute“ und „schlechte“ Länder - zu untergliedern? Oder macht es aus Sicht eines Staates (z.B. Griechenland) oder der Euro-Länder Sinn, das ganze Konstrukt in sich zusammenbrechen zu lassen und wieder auf nationale Währungen wie Drachmen, Lira oder auch den österreichischen Schilling zurückzugreifen?
Eine Währungsreform verschiebt die Probleme, ohne diese jedoch nachhaltig zu lösen. Strukturelle Probleme bleiben nach wie vor evident. Es geht im Endeffekt darum, den Kern des Übels zu bekämpfen und nicht durch buchhalterische „Tricksereien“ Probleme unter den Teppich zu kehren. Im Endeffekt hat sowohl die EU als auch ein Nationalstaat nur zwei Möglichkeiten. Entweder wird ein Land „verstoßen“ und wieder ausgegliedert, oder man versucht gemeinsam, etwaige strukturelle Probleme zu beseitigen.
Versuchen wir die Situation aus Sicht Griechenlands zu beurteilen. Griechenlands Refinanzierungssätze sind vor Inanspruchnahme des Euro-Schutzschirms stark angestiegen. Aufgrund der hohen Staatsverschuldung reißt eine hohe Zinsbelastung ein eklatantes Loch in das ohnehin angespannte Budget des Staates. Durch die Haftung der Euroländer war es möglich, die Refinanzierungskosten für Griechenland deutlich zu senken. Aus griechischer Sicht hat das Ganze allerdings auch einen nicht unerheblichen (zumindest kurzfristig empfundenen) Nachteil. Die Garantie ist an Auflagen geknüpft. Ziel ist es, Griechenland wieder konkurrenzfähig zu machen und Altlasten radikal zu beseitigen. Sinkende Pensionen und Sozialleistungen, „eingefrorene“ Beamtengehälter und sonstige Verwaltungsreformen sind die Konsequenz. Griechenland hat sich verpflichtet, den steinigen Weg zu gehen. Dadurch wurde allerdings der Volkszorn geschürt. Studenten und wütende Demonstranten stürmen die Straßen und tun lautstark ihren Unmut kund.
Es sollte diesbezüglich allerdings auch festgehalten werden, dass Griechenland in der Vergangenheit deutlich über seine Verhältnisse gelebt hat und nun die Zeche dafür bezahlen muss. Das Land ist einfach nicht mehr konkurrenzfähig. In der „Vor-Euro-Phase“ wurde versucht, dies mit einer Abwertung der Landeswährung zu „beseitigen“. Was würde also passieren, wenn Griechenland aus dem Euro austreten würde?
Mit dem Euro-Austritt würde wahrscheinlich auch ein EU-Austritt einhergehen. Damit wäre der Nationalstaat wieder auf sich alleine gestellt. Die Einführung einer eigenen Landeswährung - bleiben wir in unserem Beispiel beim Drachmen - wäre einer der ersten, nötigen Schritte. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Politiker die Notenpresse anwerfen und mit dem Geld die Schulden bedienen. Die Außenstände müssten allerdings auch bei einem Austritt Griechenlands in Euro bedient werde. Die griechische Notenbank würde also Drachmen drucken und in Euro umwechseln, um damit die Gläubiger „zufriedenzustellen“. Dadurch würde ein Verkaufsüberhang entstehen und die Drachmen würden massiv an Wert verlieren. Eine hohe Inflation wäre unausweichlich. Weiters hätte Griechenland das Problem, dass es nun völlig auf sich allein gestellt wäre. Griechenland ist vor allem ein Tourismusland. Für Touristen würde sich aufgrund der Abwertung der Drachmen der Urlaub deutlich verbilligen. Allerdings wäre es für Griechenland fast unmöglich, Güter und Dienstleistungen aus dem Ausland zu importieren. Durch die Abwertung der Währung wäre hier eine massive Verteuerung die logische Konsequenz. Man denke nur an Lebensmittel oder dringend benötigte Rohstoffe. Die wirtschaftliche Situation der Bevölkerung würde sich auch hier verschlechtern. Üppige Subventionen seitens der Europäischen Union würden der Vergangenheit angehören. Auch die Refinanzierung am Kapitalmarkt wäre fast nur noch mit griechischen Gläubigern zu bewerkstelligen, da sich Ausländer das erhöhte Risiko mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Form höherer Zinsen abgelten lassen würden. Meiner Einschätzung nach wäre hier eine Pleite Griechenlands alles andere als unwahrscheinlich.
Auch aus EU-Sicht macht es keinen Sinn, Griechenland fallen zu lassen. Die Nationalstaaten sind eng miteinander verbunden. Zu den größten Gläubigern gehören Deutschland, Frankreich und England. Ziel muss es sein, Griechenland in Summe konkurrenzfähiger zu machen. Das wird - wie aktuell fast täglich den Medien zu entnehmen ist - den Bürgern in Form schmerzhafter Reformen abverlangt. Aus Sicht der Euro-Länder macht eine einheitliche Währung durchaus Sinn. Dadurch wird der „innereuropäische“ Güter- und Dienstleistungsverkehr effizienter und sehr erleichtert. Zudem ist die EU neben den USA nach wie vor der größte Wirtschaftsraum der Welt. Um das Auseinanderklaffen der einzelnen Nationalstaaten in irgendeiner Form zu verhindern, ist eine zentral gesteuerte Politik von Nöten; auch wenn das mancher Regionalpolitiker nicht gerne hört. Durch die anstehenden Reformen - so schmerzhaft sie für die Bürger auch sein mögen - ist meiner Meinung nach der richtige Weg eingeschlagen worden. Eine Teilung zwischen „Euro-Nord“ und „Euro-Süd“ hätte eine ähnliche Entwicklung wie am Beispiel Griechenlands exemplarisch dargestellt. Ich würde sogar die Gefahr darin sehen, dass in diesem Fall die Europäische Union sich selbst ad absurdum führt und wieder in die einzelnen Nationalstaaten auflöst. Damit wäre meiner Meinung nach keinem gedient, da Europa wahrscheinlich nur gemeinsam den globalen Anforderungen des 21. Jahrhunderts gewachsen sein wird.
Es ist zwar sehr populär, auf die EU und einzelne Problemstaaten zu schimpfen, allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass wir nur gemeinsam langfristig unsere Wettbewerbsfähigkeit aufrecht erhalten können …
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Ihr wichtigster Mitarbeiter sind Sie... |
In Mitarbeiter muss man als Unternehmer investieren, denn sie gelten als unverzichtbares „Human-Kapital“ jeder Firma. Für jeden Selbstständigen gilt daher: Sie selbst sind Ihr wichtigster Mitarbeiter! Egal ob Sie alleine arbeiten oder tatsächlich Mitarbeiter beschäftigen, muss die Regel gelten: Sie sind der Wichtigste, denn ohne Sie läuft das Unternehmen nicht.
Viele Unternehmer mit angestellten Mitarbeitern machen den Fehler, dass sie „für“ das Unternehmen arbeiten. Sie kümmern sich um alles, sind als erster im Büro und verlassen es auch als letzter. Auch finanziell müssen zuerst alle anderen (Finanzamt, Mitarbeiter, Büro etc.) bedient werden und das was überbleibt bekommt der Chef. Bei manchen führt das in schwierigen wirtschaftlichen Phasen sogar dazu, dass der Unternehmer nur mehr für das Unternehmen arbeitet. Also den Mitarbeitern, dem Bürovermieter und dem Finanzamt ein Auskommen sicher stellt - er selbst verschuldet sich dafür oder bleibt zumindest emotional auf der Strecke.
Ein guter Unternehmer arbeitet daher nie im Unternehmen, sondern immer nur „am“ Unternehmen. Das heißt, er kümmert sich um die Strategie und die Positionierung des Unternehmens, er hält den engen Kontakt zu den wichtigsten Kunden und Produktlieferanten. Das Tagesgeschäft machen andere, die dafür stundenweise bezahlt werden. Gehen die Geschäfte gut oder sind diese Mitarbeiter auch kreativ und bieten einen hohen Einsatz, dann sollen sie auch gut bezahlt oder gar am Unternehmenserfolg beteiligt werden. Gehen die Geschäfte allerdings schlecht, dann muss der Unternehmer auch den Mut haben, zu handeln.
Behalten Sie immer Ihr Unternehmen, das Sie geschaffen haben und das kraft Ihrer Kompetenz besteht, im Hauptfokus. Alles was ihm nutzt soll gefördert werden und alles was ihm schadet (z.B. hohe Kostenbelastung, zu viele Mitarbeiter etc.) muss angepasst oder beendet werden. Machen Sie daher nie den Fehler vieler Kollegen, eine zu große oder teure Infrastruktur aufrecht zu erhalten, nur weil die Zeiten vielleicht wieder besser werden. Damit ist niemandem gedient - vor allem nicht dem Unternehmensbesitzer, der vorrangig vom Unternehmenswert lebt.
Daher haben erfolgreiche Unternehmer auch immer Zeit für´s Netzwerken oder persönliche Weiterbildung. Auch Ruhephasen und Kurzurlaube gehören zu diesem „gesunden Egoismus“ dazu, den man als Unternehmer pflegen sollte. Wenn ich manchmal gestresste Kollegen treffe, mit denen man nicht in Ruhe 20 Minuten sprechen kann, weil sie andauernd ihren Mitarbeitern, Kunden oder Lieferanten „Rede und Antwort“ stehen müssen- dann bedaure ich diese. Auch wenn sie glauben Unternehmer zu sein, sind sie in Wirklichkeit Angestellte ihrer Angestellten, Kunden oder Lieferanten.
Die Erfolgreichen können auch mal das Handy abstellen und sich auf ein Gespräch oder eine Person konzentrieren, denn sie wissen, dass ihr Unternehmen in der kommenden Stunde nicht zusammenbricht. Entweder kümmert sich ein Mitarbeiter um die Angelegenheit oder der Adressat hat so einen Stellenwert, dass der Anrufer eine Nachricht hinterlässt oder es zu einem späteren Zeitpunkt wieder probiert.
Schenken Sie also zukünftig den „Getriebenen“, bei denen es andauern klingelt oder vibriert nur ein mitleidiges Lächeln und beeindrucken Sie ihren Gesprächspartner durch Ihre neueste Endeckung, die Sie als wahrlich erfolgreichen Unternehmer auszeichnet: Den „Aus-Knopf“ am Handy!
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Veranlagung im Zeichen des Glaubens |
Glauben suggeriert Wissen mit schalem Beigeschmack. Während dieser in den Naturwissenschaften durch immer besser bestätigte „hard facts“ zu verschwinden droht, ist er in den Geisteswissenschaften allgegenwärtig. Nirgends kann man besser streiten als hier.
Die Wirtschaftswissenschaften finden sich in der Mitte. Von naturwissenschaftlichen Thesen durchzogen bleibt immer noch genügend Spielraum, seinen Intuitionen zu folgen. Das liegt wohl daran, dass sich das komplexe Zusammenspiel der Wirtschaftstreibenden nur mit der Disziplin der Statistik beschreiben lässt. Besser verständliche klassische ökonomische Theorien können zu großen Teilen der theoretischen Wissenschaft zugeschrieben werden; die praktische Tauglichkeit lässt oft zu wünschen übrig.
Bevor wir uns in den nächsten Blogs auf jene rationale Überlegungen stürzen werden, die praktisch brauchbar sind, beginnen wir uns mit den Gefahren des „Glaubens“ auseinanderzusetzen - Schritt für Schritt. Auch das wird wohl nicht in einem Blog gelingen.
Die Risiken des kollektiven Glaubens
Zu Beginn - eine Anekdote:
Mitglieder eines Indianerstamms fragen den Medizinmann, ob ein harter Winter kommen wird. Nach einigen alten Ritualen meint dieser ja und schickt sie Holz sammeln. Ein paar Tage darauf beginnt die Unsicherheit zu nagen und er ruft - wir befinden uns im 21. Jahrhundert - beim Wetterdienst an. Der Meteorologe aber versichert dem Medizinmann, dass ein harter Winter zu erwarten sei - der Medizinmann ist beruhigt. Nach dem Telefonat fragt ein Kollege des Meteorologen, der dieses zufällig mitverfolgen konnte, wie er sich seiner Sache so sicher sein kann. Schließlich gibt es keine Modelle, die derart langfristige Vorhersagen liefern können. „Ich weiß“, antwortet dieser, „aber ich habe gestern die Indianer Holz sammeln gesehen. So früh im Jahr ist das immer ein Zeichen für einen harten bevorstehenden Winter!“
„Gemeinsam glaubt es sich doch noch sicherer“ - so oder ähnlich können wir die Aussage obiger Geschichte zusammenfassen. Auf die Märkte übertragen finden sich viele Beispiele, die diesem Prinzip folgen.
Nehmen wir die Schuldenkrise in Europa. Kann Griechenland jemals seine Schulden zurückzahlen? Ist die Zahlungsunfähigkeit unvermeidlich? Analysiert man Statements und Kurse des Marktes, scheint ein Default unausweichlich. Der Glaube an den Default führt zu enormen Renditen und zu extremen Refinanzierungsproblemen des Staates. Die Zinsbelastung wird ein immer größeres Problem, die Staatsschuld wächst und wird unbeherrschbar - wie sollen wir einen Default vermeiden?
Ich frage sie hier: „Würden Sie Griechenland Anleihen, die sich in Ihrem Besitz befinden, verkaufen?“
Lassen Sie uns nun eine mögliche Alternative zur Restrukturierung, den „freiwilligen Default“, ins Auge fassen. Europa borgt Griechenland günstig Geld, um die eigenen Schulden zurückkaufen zu können. Derzeit sind griechische Anleihen zu Kursen von 60 oder tiefer am Markt zu erwerben. Es wird von Griechenland nun eine Zahlungsverpflichtung von 100% (am Ende der Laufzeit) zu aktuell rund 60% erworben. Dies senkt, entsprechend eines Defaults, die effektive Schuldenlast des Landes. Alle Verkäufer akzeptieren „freiwillig“ einen Verlust von 40% oder mehr - deshalb „freiwilliger Default“. Nach einiger Zeit werden sich immer weniger Verkäufer zu diesen tiefen Kursen finden, die Renditen sich einengen und das Refinanzierungsproblem von Griechenland sich aufgrund der sinkenden Zinsen lösen. Natürlich löst diese Art der „Restrukturierung“ die strukturellen Probleme von Griechenland nicht, aber das kann der erwartete Default auch nicht leisten. Es bestünde sogar die Möglichkeit, dass Europa das Verborgen des billigen Geldes für den Rückkauf mit einer regelnden Einflussnahme auf die Wirtschaftspolitik Griechenlands verknüpft. Griechenland hätte bei klugen Zugeständnissen die Vorteile, die Schuldenlast einfach reduzieren zu können und die Risiken der möglichen Refinanzierung nach dem Default zu meiden.
Hat sich Ihre Einschätzung zum Verkauf von griechischen Staatsanleihen geändert?
Wir sollten niemals Glauben mit Wissen verwechseln. Auch zur Asienkrise hat man geglaubt, dass Defaults unvermeidlich sind, eingetroffen ist keiner. Doch Asien muss nicht Griechenland sein, alles ist möglich.
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Negative Outlook USA |
Sogar die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor´s betrachtet das AAA Rating für die USA als nicht mehr sakrosankt. Hat sie mit ihrer Entscheidung die USA mit einem negativen Ausblick zu versehen Recht ?
Mehr als Recht. Es gibt 3 Schaubilder, die die gefährliche Lage, innerhalb derer sich die USA befinden, verdeutlichen.
1.) Verschuldung der öffentlichen Hand (ungebremster Anstieg mit absoluten Höchstwerten)

2.) Entwicklung des Außenwertes des USD (historischer Tiefstand)

3.) Entwicklung der USD Geldmenge (Überschwemmung der Welt mit USD und den negativen Folgen für die Inflation weltweit)

4.) Als Kontrast die der Geldwerterhaltung verpflichtete EZB mit der Geldmengenentwicklung im EUR Raum.

Am Ende möchte ich nur die Frage stellen: Wem vertrauen Sie eher, der Europäischen Union oder den USA ?
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Wann ist ein Nationalstaat pleite? |
Vorab möchte ich einem interessierten Leser unserer Blogs danken, der uns gebeten hat, oben angeführte Frage zu beantworten. Ich werde versuchen, meine Sicht der Dinge im Rahmen dieses Blog-Beitrags darzulegen.
Bei Unternehmen ist die Sache klar geregelt. Ein Unternehmen, welches eine Eigenkapitalquote von weniger als 8 % aufweist, ist laut Definition „insolvenzgefährdet“. Die besagte Eigenkapitalquote ist für jedermann in der jährlichen Bilanz (zugegeben mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung) ersichtlich. Aber wie schaut es eigentlich bei Staaten aus? Ab wann ist ein Nationalstaat zahlungsunfähig?
Grundsätzlich gibt es dahingehend keine genaue Definition, wann ein Nationalstaat pleite ist. Dies könnte beispielsweise anhand des Verhältnisses der Verschuldung in Relation zum Bruttoinlandsproduktes definiert werden. Fairerweise müsste man auch Vermögenswerte mit einbeziehen, was die Sache schon wesentlich erschwert. Wie bewertet man beispielsweise das Schienennetz, die Straßen oder öffentliche Liegenschaften oder Gründe? Es ist de facto eine reine „Glaubensfrage“. Wenn ein Staat nicht mehr in der Lage ist, sich über den Kapitalmarkt zu refinanzieren, ist er bankrott. Es hängt also verstärkt damit zusammen, ob ein Staat noch in der Lage ist, Investoren zu finden. Am Beispiel Japan wird dies besonders deutlich. Die Verschuldung beträgt mittlerweile mehr als 200 % der Wirtschaftsleistung. Nichts desto trotz findet Japan immer noch Gläubiger, die für sehr niedrige Zinsen dem Staat Geld leihen. Normalerweise müsste die Bonität mit steigender Verschuldung sukzessive abnehmen. Damit wäre ein Zinsanstieg verbunden. Allerdings glauben noch viele - vor allem Japaner - an den Staat. Dies hängt in diesem Fall auch mit der „späten“ Einführung des Pensionssystems zusammen. Damit war der Japaner immer gewohnt, einen Teil seines Gehalts zu veranlagen und vorzusorgen. Ein Teil dieser Anlagen geht in japanische Staatsanleihen. Damit ist der Japaner selbst ein stetiger und treuer Käufer der eigenen Staatsanleihen. Wenn diese Käuferschicht allerdings ausfällt, ist Ungemach vorprogrammiert.
Vom Gefühl her ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir mit der einen oder anderen Staatspleite konfrontiert sein werden, in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Mittlerweile weisen nur mehr 16 Nationalstaaten - darunter auch Österreich - ein „AAA“-Rating auf. Vor 10 Jahren war der „Effas EU“ eine beliebte Benchmark für sichere Investments - mittlerweile beinhaltet diese Benchmark auch Emissionen aus dem „Non-Investment-Grade“-Bereich. Die Finanzmärkte spekulieren bereits, wer der Pleitekandidat sein könnte. Ein europäischer PIIGS-Staat - allen voran Griechenland - oder vielleicht doch die USA, die erstmals in ihrer Geschichte einen negativen Outlook von Standard & Poor’s hinnehmen musste und damit mit einem Verlust des AAA-Ratings konfrontiert werden könnte? Ein deutlicher Anstieg der Renditen - kurzfristige Griechenland-Anleihen sind beispielsweise mit Renditen jenseits von 20 % zu haben - und eine Preisexplosion des Gold- und Silberpreises unterstreichen die gestiegene Unsicherheit der Investoren.
Wir stehen meiner Meinung nach vor einem Paradigmenwechsel. Wer hat sich vor 10 Jahren Gedanken über eine Pleite eines Industriestaates gemacht? Seit dem 2. Weltkrieg haben wir nahezu keine Erfahrung mit Staatspleiten. Lediglich einige Schwellenländer gerieten in Zahlungsnöten. Industrienationen waren immer in der Lage, die angehäuften Schulden pünktlich zu bedienen. Was würde passieren, wenn beispielsweise ein Nationalstaat der Eurozone den „Bankrott“ erklärt?
Meiner Einschätzung nach wäre damit für Chaos an den Märkten gesorgt. Gerade der Banken- und Versicherungssektor, der viel Geld auch in den Peripheriestaaten der Eurozone geparkt hat, würde einen nicht unbeträchtlichen Teil des veranlagten Volumens abschreiben müssen. Bilanzielle Probleme wären damit mit hoher Wahrscheinlichkeit unausweichlich.
Wichtig wird vor allem sein, dass das Vertrauen in die Staaten nicht verloren geht. Solange Investoren bereit sind, Staaten Geld zu „akzeptablen“ Konditionen zu leihen, wird das System nicht zusammenbrechen. Auch wenn viele „Propheten“ bereits Horrorszenarien an die Wand malen, ist die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenbruches des Systems meiner Meinung nach temporär (noch) gering. Das Vertrauen der Bevölkerung in das System und in die Währung ist (noch) vorhanden. Die Politik und Notenbank ist gefordert, dieses Vertrauen aufrecht zu erhalten - ansonsten ist ein „böses“ Ende vorprogrammiert und einzelne Staaten könnten wie die Dominosteine umfallen. Im Normalfall folgt auf eine Staatspleite eine Währungsreform. Davon können unsere Großväter und Großmütter ein Lied davon singen …
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Geldmengenwachstum - Wirtschaft auf Pump - Wann passiert es..... |
Auf Grund einer Anfrage eines aufmerksamen Lesers unserer Blogs möchte ich mich in diesem Statement mit der Geldmenge kurz beschäftigen. Diese wurde ja in den letzten Jahren sukzessive ausgeweitet und führte letztendlich ja zu dem Problemfall den wir jetzt ja haben - der Überschuldung.
Hier muss man aber auch etwas differenzieren. Wer ist eigentlich ver- oder überschuldet? In Europa sind das einmal die Staaten, die jährlich mehr Schulden machen - und das nicht erst seit ein paar Jahren, dieser Prozess dauert schon um einiges länger. Doch die Betrachtung der Schulden der Staaten alleine ist ja auch nur eine Seite der Medaille, es werden nämlich immer die Assets eines Staates außer Acht gelassen. Den heutigen Staatsschulden stehen auch Vermögenswerte gegenüber, z.B. das Straßen- und Schienennetz, Bundesgebäude, Ländereien, Beteiligungen, Krankenhäuser etc. Eine Überschuldung bleibt es trotzdem.
Die Unternehmen sind eigentlich nicht wirklich überschuldet. Nach der Kreditkrise 2001-2003 wurden die Bilanzen sukzessive bereinigt und die Verschuldung abgebaut. Einige Unternehmen sitzen derzeit sogar auf erheblichen Cashbeständen, welche teilweise sogar als Dividenden ausgeschüttet werden. Im Bankbereich sieht es etwas anders aus. Banken sind zwar nicht explizit überschuldet, haben aber ein Problem mit dem Eigenkapital bzw. mit den gesetzlich auferlegten Eigenmittelquoten. Diese wurde durch die Ausweitung des Geschäftes im Zuge der Überliquidität sowie der geringen Zinsen stark strapaziert und die Abschreibungen in diversen Geschäftsfeldern der Banken hat das Eigenkapital zusätzlich vermindert. Hier besteht weiter noch Handlungsbedarf und das Geschäft muss weiter rückgefahren werden (Stichwort Deleveraging).
Und auch der private Bereich ist im Großen und Ganzen nicht überschuldet. Vor allem die Konsumenten in Zentraleuropa haben nicht über ihren Verhältnissen gelebt und verfügen schon seit jeher über eine Sparquote. In den Peripherieländern haben die tiefen EUR-Zinsen jedoch dazu geführt, dass Preise von Vermögensgütern (z.B. Immobilien) stark angefacht wurden und es dadurch zu Blasenbildungen kam. Zudem hat Europa ganz brav die Immobilienkrise aus den USA importiert, indem viele strukturierte Papiere aus den USA von den Europäern bereitwillig gekauft wurden.
Doch wo führt das ganze hin? Zunächst einmal ist auch in Europa die Geldmenge ausgeweitet worden, um das Finanzsystem am Laufen zu halten. Die Banken wurden von der EZB großzügig mit Liquidität ausgestattet. Normalerweise führt dies ja zu Inflation, da die Banken diese Liquidität in Form von günstigen Krediten an die Konsumenten weitergeben. Auf Grund aber der angespannten Eigenmittelsituation der Banken passiert dies im Moment jedoch (noch) nicht. Die Liquidität kommt nicht in den Wirtschaftskreislauf. Langsam zeigen sich jedoch bereits inflationäre Tendenzen, welche derzeit vor allem auf dem Rohstoffpreissektor zurückzuführen sind.
Geldmenge M3 im Euroraum
Jetzt hängt es in weiterer Folge vom Geschick der Zentralbank ab, den Zeitpunkt der notwendigen Geldverknappung richtig zu wählen. Und die Notenbank hat, allen „Crashpropheten“ zum Trotz, auch bereits reagiert. Die Geldmenge ist seit einiger Zeit nicht mehr wachsend sondern stagniert. Die EZB dämmt also kontrolliert bereits das Wachstum der Liquidität ein (siehe Chart), um ein Inflationsszenario zu vermeiden. Ob das zu 100% gelingen wird sei noch dahingestellt.
Wachstum im Jahresverlgeich der Geldmenge M3 im Euroraum
FAZIT: Ja - die Geldmenge ist gestiegen; ja - die Verschuldung der Staaten ist sehr hoch, aber ob das für einen totalen Kollaps des Systems reicht, ist sehr fragwürdig. Vor allem, wenn es von so vielen Marktteilnehmern bereits erwartet wird. Denn angesagte Revolutionen finden normalerweise nicht statt.
In den USA sieht das Bild etwas anders aus. Dort kommt hinzu, dass auch die privaten Haushalte stark verschuldet sind und sich daher hier dieses Deleveraging auch stärker auf den Konsum und respektive auf das Wachstum auswirken könnte. Man bedenke nur, wie viel Geld in den letzten beiden Jahren durch die Notenbank und die Regierung in das System gepumpt wurde. Das Resultat daraus ist eher enttäuschend - die Arbeitslosenrate geht zwar zurück, befindet sich jedoch immer noch auf sehr hohem Niveau. Es bleibt abzuwarten, wie sich die US-Wirtschaft entwickelt, wenn die Konjunkturstützung ausläuft.
Ich hätte Ihnen hier gerne auch einen Chart der US-Geldmenge hinzugefügt, doch seit Februar 2006 werden keine Daten mehr veröffentlicht.
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Der Super-Mega-Turbo-Blog... |
Ganz klar dass Sie diesen Blog geöffnet haben, bei diesem dezenten Titel?! Aber ehrlich gesagt, gehen mir diese Übertreibungen mittlerweile stark auf die Nerven und Ihren Kunden wohl auch, weshalb diese immer weniger Vertrauen in die Investmentmärkte haben - was ich in den nächsten Zeilen belegen möchte.
Aktuell lesen wir vom SUPER-GAU, was eine interessante Wortschöpfung ist, denn G.A.U. bedeutet ja schon „größter anzunehmender Unfall“, was ist dann ein Super-Gau? Oder verlässlich jedes Jahr im Dezember sind die Straßenräumungen vom Schneefall überrascht und schon liest man in den Zeitungen von „SCHNEE-CHAOS“, was übrigens in Wien meistens nach Stunden wieder schmilzt, aber in den Headlines steht es noch den ganzen Tag. Ebenso verlässlich gibt es zu Ferienbeginn auf bestimmten Autobahnstücken den „MEGA-STAU“, bei dem sich tausende Urlaubswillige treffen und dann den Campinghocker am Fahrbahnrand aufklappen und auf den kostenlosen Kaffee vom Stau-Betreuer des ÖAMTC zu warten.
Was hat das mit dem Investmentmarkt zu tun? Achtung, jetzt kommt die „thematische Kurve“, also festhalten: Wenn überall vom möglichen „BÖRSEN-CRASH“ geschrieben steht, nur wenn ein Land, welches weniger als 10 Prozent zur Weltwirtschaft beiträgt (= Japan), ein schlimmes Erdbeben in einer bestimmten Region zu verzeichnen hat - dann ist das übertrieben. Selbst wenn dadurch ein Kernkraftwerk beschädigt wird und regionale Verstrahlung eintritt, so ist das für die Betroffenen sehr schlimm - allerdings die Auswirkung auf den weltweiten Aktienmarkt halte ich für begrenzt. Wenn im Burgenland die Dämme brechen, geht man ja auch nicht davon aus, dass ganz Österreich überschwemmt ist…
Aber genau diese Übertreibung hat dazu geführt, Verunsicherung zu erzeugen (absichtlich?). Oder welchen Servicenutzen hat am Ende der ZIB 2 die Ansage, dass der „Dow Jones“ heute um 0,9% gefallen ist, außer dass die „Jetti-Tant“ extrem verunsichert zu Bett geht und froh darüber ist, dass ihr Geld sicher unter dem Bettpolster liegt.
Wen wundert es, dass uns Kunden nicht mehr zuhören, wenn wir von den neuesten Investment-Produktlösungen schwärmen. Konstruktionen mit Absicherung und Gewinn-Turbo inklusive, mit garantierten Gewinnen Tag und Nacht, mit Steuervorteilen für die nächsten 20 Jahre inkludiert. Übrigens Produkte, bei denen man oft auch merkt, dass die Berater diesen auch nicht ganz trauen - so sollte ein Kunde seinen Berater immer fragen: „Sind Sie auch darin investiert?“
Man hört das Handwerk boomt?! Kein Wunder, denn der Tischler macht einen standfesten Tisch und einen guten Sessel - auf dem er auch selbst sitzt. Der Automechaniker hat sich auf eine Automarke spezialisiert, von der er jede Schraube kennt - ein entsprechendes Auto fährt er auch privat. Das ist „Authentizität“ - auf deutsch „Ehrlichkeit“- die wieder gefragt ist. Verwenden Sie daher nur Produkte die einfach und klar sind, wo drinnen ist was drauf steht und die auch Ihre Kunden verstehen können - und wo auch Sie das Geld Ihrer Schwiegermutter investieren würden…
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Die drohende Zinskeule ... |
Die Verschuldung Österreichs liegt zwar deutlich über dem Maastricht-Kriterium von 60%. Faktum aber ist, dass Österreich aufgrund der derzeitigen Struktur nicht in der Lage ist, einen Budget-Überschuss zu erwirtschaften. Das Primärdefizit betrug im Jahr 2010 nach ersten Prognosen rund 2,5%. Das heißt, dass selbst ohne Berücksichtigung der Zinszahlungen von rund EUR 7,7 Milliarden (Quelle: OENB) Österreich ein Defizit aufweist. Kritisch möchte ich zudem anführen, dass aufgrund des aktuell sehr tiefen Zinsniveaus die Zinsbelastung als gering angesehen werden kann.
Abbildung: Durchschnittskupon österreichischer Staatsanleihen
Quelle: Bloomberg
Aufgrund der Laufzeitstruktur österreichischer Bundesanleihen wird ersichtlich, dass knapp 13% der Anleihen im Jahr 2014 auslaufen. Die EZB hat in ihrer jüngsten Sitzung bereits den Leitzins für den Euroraum angehoben und dies mit den steigenden Inflationssorgen begründet. Seit 1992 betrug der durchschnittliche Kupon, also die Zinslast, die Österreich seinen Gläubigern zahlen musste, 5,65%. Das ist zwar deutlich höher als das gegenwärtige Niveau, allerdings ist festzuhalten, dass die Gefahr eines Zinsanstieges nicht gänzlich von der Hand zu weisen ist. Sollte dies eintreffen, ist davon auszugehen, dass auch die nominellen Zinsen und damit verbunden die Refinanzierungskosten Österreichs ansteigen werden. Strukturelle Reformen scheinen demnach unausweichlich.
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CANI ist kein Hundefutter, sondern eine Erfolgsstrategie... |
Nach dem zweiten Weltkrieg entstand in Japan bekanntlich ein unvergleichliches Wirtschaftswachstum, welches von großen Unternehmensführern und den daraus entstandenen Konzernen getragen wurde. Speziell im Toyota-Konzern hat man, unter Mitwirkung von externen Beratern, KAIZEN erfunden um die obrigkeitshörigen Mitarbeiter zu ermutigen, aktiv Fehler zu suchen und ohne Konsequenzen befürchten zu müssen diese auch zu verbessern.
Aus dem täglichen Suchen nach Verbesserungsmöglichkeiten ungeachtet der Stellung und Position im Unternehmen ist ein regelrechter Wettbewerb entstanden, denn jede umgesetzte Verbesserung im Ablauf wurde auch belohnt. Im amerikanischen gibt es dafür den Ausdruck CANI: Constant and never ending improvement - konstante und nie endende Verbesserung.
Also ein laufendes Überdenken der eigenen Aktivitäten (Beispiel: Love it, Leave it, Change it) und ein Bewerten des unmittelbaren Umfeldes: Was sind liebgewonnene aber mittlerweile sinnlose Büroabläufe? Welche Ausgaben (Beispiel: Zeitungsabonnements etc.) waren möglicherweise früher sinnvoll, sind aber immer noch vorhanden obwohl diese nicht mehr genutzt werden? Wann habe ich zum letzten Mal Geld in meine persönliche Ausbildung investiert? Beispielsweise einige Seminartage pro Jahr und mindestens 10% des Einkommens sollten es schon sein.
Motivieren und erziehen (je nach dem was leichter geht) sie auch Ihre Partner und Mitarbeiter dazu, sich nie mit dem aktuellen Status zufrieden zu geben, sondern Verbesserungen immer aktiv zu suchen. Unterschätzen Sie dabei auch nicht die Kraft der „Unbedarftheit“, d.h. gerade Personen (z.B. Familie, Freunde etc.) die nichts von Ihrem Geschäft verstehen, bringen oft wertvolle Ideen ein. Denn ohne „betriebsblind“ zu sein, können die Antworten auf Ihre Fragen nach „Was würdest Du sagen/tun, wenn…“ oft sehr erfrischend sein...
Also arbeiten Sie täglich an sich - wenn es zu anstrengend wird, dann reduzieren Sie auf einmal pro Woche. Binden Sie Ihre Partner und Mitarbeiter in diese Überlegungen ein und lassen Sie auch externe Meinungen zu, die manchmal einen völig neuen Blickwinkel ermöglichen. Sie kennen bereits den berühmten Satz: Wachstum ist ein Naturgesetz, denn ein Baum der nicht wächst, der stirbt…
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