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ETFs - ein Blick hinter die Kulissen |
ETFs (Exchange Traded Funds) bilden Marktindizes nach und sind damit die Protagonisten von passivem Management. Sie haben sich als kostengünstige und liquide Alternative zu herkömmlichen Fonds bereits etabliert. Doch weiß der Kunde eigentlich, worauf er sich bei ETFs einlässt? Ich möchte jetzt nicht behaupten, dass dies grundsätzlich schlecht ist, denn jeder Nachteil birgt auch einen Vorteil. Jedoch sollte es der Kunde sehr wohl wissen. Zunächst einmal muss gesagt werden, dass der Kunde kein Anrecht auf die Performance des zu Grunde liegenden Index hat. Auch ETFs weichen von der Indexperformance ab und die Praxis zeigt, dass Abweichungen häufig vorkommen.
Der nächste Irrglaube liegt darin, dass ETFs wenig bis nichts kosten. Die durchschnittliche Managementgebühr bei ETFs auf den Eurostoxx 50 liegt bei 0,2 - 0,4 % pro Jahr. Doch auf das Kostenargument möchte ich hier gar nicht so eingehen. Viel wichtiger zu wissen ist meiner Ansicht nach die Praxis, dass die meisten ETFs, um die Indexperformance nachzubilden, Total-Return-Swaps mit diversen Anbietern abschließen können, d.h. die Wertpapiere werden nicht physisch gekauft sondern es wird ein Vertrag mit einem Marktteilnehmer abgeschlossen, in dem dieser sich verpflichtet, die Performance des zu Grunde liegenden Index zu zahlen. Diese Verträge haben jedoch in der Regel den Nachteil des Ausfallsrisikos des Swappartners.
Weiters werden häufig Zusatzerträge durch das sogenannte „Verleihen“ der Wertpapiere generiert, welche zwar die Kosten senken jedoch einen großen Nachteil in sich bergen können. Der Fonds verleiht dabei seine Wertpapiere an andere Marktteilnehmer, diese wiederum zahlen eine Leihgebühr für dieses Entleihen. Fallen während des Verleihens Dividenden an, so fließen diese dem Verleiher, also dem ETF zu. So weit, so gut. Doch was passiert, wenn der Entleiher nicht mehr fähig ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen und die Aktien wieder zurück zu liefern? Auch hier kann ein Ausfallsrisiko bestehen.
Wäre es daher nicht wünschenswert und sicherer, einen Fonds zu haben, welcher den Markt abbildet, jedoch keine Wertpapiere verleiht und dadurch eventuell weitere Risiken ins Portfolio bringt, der keine Swapkonstruktionen im Management eingeht und sich dadurch Unsicherheiten aussetzt und der vielleicht sogar noch dem strengen österreichischen Investmentfondsgesetz (Sicherheit durch Bankenkonzession der KAG, durch inländische Depotbank etc.) unterliegt? Vielleicht werden Sie auf unserer Homepage fündig. ;-)
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
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Die Veränderungen in der Beratungsbranche |
Muss es uns zu denken geben, wenn sich zu Jahresende die Abgänge von prominenten Geschäftsführern und Gestaltern in der FDL-Branche häufen? Ein Geschäftsführer einer der größten Wertpapierdienstleister in Österreich wechselt zu einer Versicherung und zwei prominente Kämpfer für einen breiten Maklerpool-Markt verlassen deren Unternehmen und wechseln ebenfalls innerhalb der Branche. Bleibt nun lediglich ein relevanter Pool übrig?
Nein, ich denke die Änderungen haben tiefgreifendere Gründe als diese vordergründigen Personalien. Meiner persönlichen Meinung nach, hat schon im laufenden Jahr ein Veränderungsprozess eingesetzt, der sich noch im kommenden Jahr verstärken wird und der unsere Branchen grundlegend verändern wird. Einige haben die Zeichen der Zeit bereits erkannt und entsprechend reagiert - die Meisten allerdings warten immer noch, dass sich die Märkte erholen und alle so weiter tun können wie bisher.
„Wer nicht mit der Zeit geht - geht mit der Zeit!“ Diese brutale Aussage ist momentan passender denn je, denn die Veränderungen betreffen alle Aspekte und Bereiche der Finanzberatungsbranche und gelten bereits seit einem Jahr (wir haben bereits darüber geschrieben!):
_Kunden vertrauen nicht mehr Ihrem Berater und dem Produktanbieter
_Berater vertrauen nicht mehr ihrem Produktanbieter
_Produktanbieter vertrauen nicht mehr den freien Beratern
Zwar „benutzt“ noch jeder den Anderen, aber am liebsten würde er sich das scheinbare „Risiko“ einer Kooperation ersparen und lieber eigene Wege gehen. Dies lässt sich auch ganz einfach an Hand von eindeutig sichtbaren Tendenzen ablesen:
_Die Zahl der freien Berater wird weniger
_Die Umsätze der noch bestehenden Berater sinken
_Der freie Beratermarkt hat aktuell ein geringes Wachstumspotential
Wie immer gilt: „Ausnahmen bestätigen die Regel!“, denn natürlich gibt es vereinzelt Berater und Beratungsunternehmen die mit guten Produkten und zufriedenen Kunden tolle Umsätze machen. Aber diese sind ersten selten und zweitens haben sie immer einen USP, der sie von der Vielzahl der durchschnittlichen Mitbewerber abhebt. Genau darum geht es aber, wenn grundlegende Veränderungen anstehen und das Geschäft nicht - wie in der Vergangenheit - von selbst läuft.
Jeder Dienstleister muss sich neu aufstellen und positionieren, sein Geschäftspotential ausloten und laufend an die neuen Anforderungen (der Kunden, des Marktes, der Produktanbieter) anpassen. Wenn Sie dies nicht schon getan haben, dann orientieren Sie sich gerne an folgenden drei Fragen, die sich jeder Unternehmer stellen sollte:
„WARUM ICH?“ - d.h. Wo ist mein Mehrwert, wie unterscheide ich mich…
„WARUM JETZT?“ - d.h. Wie bringe ich Kunden messbaren Nutzen…
„WER BEZAHLT MICH?“ - d.h. Wer sind meine Kunden, wie ist meine Leistung…
Machen Sie den „Großmutter-Test“ und beantworten Sie diese Fragen Ihrer Großmutter. Wenn Sie den Nutzen Ihres Unternehmens versteht und sich keine Sorgen ums „Enkerl“ macht, dann sind Sie richtig positioniert. Wenn nicht, arbeiten Sie daran / Suchen Sie externe Hilfe / Lesen Sie mein Buch / Fragen Sie Ihre Kunden / Tun Sie irgend etwas, sonst „gehen Sie mit der Zeit“!
Mehr persönliche Gedanken über die Veränderungen in der Branche dann in der kommenden Woche…
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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Anleihen der Europäischen Union |
Werden wir im nächsten Jahr die ersten EU (zumindest EUR EU) Staatsanleihen (Anleihen der Europäischen Union) am Markt sehen? Aus den Kursbewegungen der letzten Wochen lässt sich ein gewisser Druck auf die Europäische Union ableiten. Der Markt möchte wissen, ob Europa bereit ist, in der europäischen Einheit einen Schritt weiterzugehen. Das heisst Reduktion von einzelstaatlichen Interessen und stärkerer Zusammenhalt innerhalb der Union. Die Finanzinvestoren möchten wissen ob die Europäer (hier insbesondere Kerneuropa) bereit ist, auch für Schulden (alte, neue, alte und neue) geradezustehen.
Deutschland wird dazu nur bereit sein, wenn die Problemländer ihre Strukturen und damit die Neuverschuldung nachhaltig reduzieren und es Eingriffsmöglichkeiten gibt, wenn Länder die europäischen Zielvorgaben nicht einhalten.
Hier fordert der Markt jetzt ein Committement von Deutschland und den anderen EU Mitgliedern ein. Die EZB kann mit Anleihenkäufen den Politikern etwas Luft für Entscheidungen geben, eine Dauerlösung ist es nicht.
Mögliches Ergebnis könnte sein, dass die EU-Staaten für neue Schulden gemeinsam haften (Anleihe der Europäischen Union mit solidarischer Haftung), aber nur bis zu einem bestimmten Prozentsatz der Wirtschaftsleistung. Altschulden sind davon nicht berührt. Dies sichert die Finanzstruktur der Zukunft und lässt die Möglichkeit, Altschulden umzustrukturieren zu.
Herzlich Willkommen in einem enger zusammenwachsenden Europa.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: dieter.rom@securitykag.at
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Südeuropa wieder deutlich im Plus! |
Den panischen Verkäufen von Anleihen der PIIGS Länder in den letzten Wochen folgen nun seit wenigen Tagen ebenso gewaltige Ankäufe, die das Bild vom zerfallenden Europa wieder in weitere Ferne rücken lassen. Das sorgt für Unverständnis und die vielleicht naive Frage stellt sich, ob wir uns nicht vieles hätten sparen können.
Ganz besonders ärgerlich ist das natürlich für all jene, die in den letzten Tagen vor der Erholung zu Verkäufen gezwungen waren. Schließlich ist der Druck, dem ein Manager unterworfen ist, teils immens. Seien es Ratingmindestanforderungen oder einfach der Umstand, dass viele Unternehmen es nicht wünschen, Anleihen mit negativen Schlagzeilen in ihren Portfolios zu haben; nicht selten steht das wirtschaftliche Interesse in solchen Sondersituationen im Hintergrund.
Solch außergewöhnliche Kursereignisse bringen also viele Probleme mit sich. Der Emittent leidet unter erschwerten Refinanzierungen, und die Besitzer problematischer Staatsanleihen stehen vor erhöhtem Erklärungsbedarf oder gar unter Verkaufsdruck.
Doch gibt es nur Verlierer?
Die Medien können Schlagzeilen liefern, doch diesen Vorteil würde ich nicht als besonders hoch ansehen. Interessant wird es, wenn wir uns den Handel von Anleihen genauer ansehen.
Der kundige Leser weiß, dass im Gegensatz zu Aktien fast der gesamte Anleihenumsatz von den Banken "OTC", also nicht über die Börse abgewickelt wird. Wenn es bei Schuldnern zu kriseln beginnt steigt nicht nur der Umsatz, sondern es ist auch möglich, deutlich höhere Kosten für den Handel (Bid/Ask Spread) zu verlangen. Die Spanne zwischen Kauf und Verkauf kann in kurzer Zeit um ein Vielfaches ansteigen. Dies schlägt sich natürlich direkt im Ertrag der Banken nieder.
Ob sich dies heuer wohl in den Bonifikationen auswirken wird?
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.winkler@securitykag.at
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US-Bonussystem - ist die nächste Krise vorprogrammiert? |
Eine jüngst veröffentlichte Studie von Corporate Library im Auftrag der amerikanischen Anlegervereinigung Council of Institutional Investors befasst sich mit den Reformen der Bonuspolitik, die im Zuge der Finanzkrise vorgenommen wurden. Grundsätzlich bin ich der Ansicht, dass Reformen dringend nötig sind, um den langfristigen Unternehmenserfolg verstärkt im Fokus der Manager zu verankern. Die Studie geht allerdings vom Gegenteil aus. „Die Anreize, zu hohe Risiken auf Kosten der langfristigen Unternehmensentwicklung einzugehen, seien in vielen Unternehmen so groß wie nie“, monieren die Autoren der Studie.
Die Bonifikation setzt sich gegenwärtig aus einer Mischung von Aktienoptionen, Boni und einem Fixgehalt zusammen. Die Krise hat uns gelehrt, dass oftmals kurzfristige Erfolge in den Vordergrund gestellt werden. Laut den Autoren der Studie liegt das Problem darin, dass viele Spitzenbanker schon in der Vergangenheit Vermögen angesammelt hätten und sie damit ein etwaiger Verlust der Boni wenig abschreckt. Zudem wurde der Anteil der Fixgehälter in Relation zu den variablen Gehaltsbestandteilen deutlich erhöht, was den eben beschriebenen Trend eher verstärkt.
Im Zuge der Reformen wurde Banken das Recht eingeräumt, ausbezahlte Prämien von Managern zurückfordern zu können, wenn diese Risiken ignorieren oder vom Unternehmen definierte Limite überschreiten. Zudem wurde der Zeithorizont für Aktienoptionen verlängert.
Durch die Reformen ist die Lage schon verbessert worden. Der Kern des Übels liegt aber meiner Meinung nach in der kurzfristigen Ausrichtung - grundsätzlich dauert eine Vorstandsperiode vier bis fünf Jahre. Aus Sicht der Eigentümer ist eine längerfristige Bindung durchaus zu begrüßen, da der Vorstand auch unliebsame Entscheidungen treffen muss. Es ist allerdings zu berücksichtigen, dass auf der anderen Seite gerade in dieser Befristung die Gefahr liegt, die kurzfristigen Erfolge über eine langfristige erfolgversprechende Ausrichtung zu stellen…
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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Österreich im Wandel - oder doch nicht? |
Am Dienstag dieser Woche war ich in Wien unterwegs und fuhr dabei am Parlament vorbei. Unzählige Polizisten und Absperrungen zäumten das Gebäude. Wird ja wohl wieder ein ausländischer Gast oder so was ähnlich im Parlament sein, dachte ich mir. Dabei war etwas ganz anderes im Gange. Unser Finanzminister absolvierte gerade seine Budgetrede - und das ganze unter Polizeischutz? So weit zur Gesprächskultur in Österreich, der Finanzminister und das Parlament brauchen Polizeischutz um vor aufgebrachten Bürgern beschützt zu werden.
Weit ist es mit der Demokratie in unserem Land gekommen - die Parlamentarier müssen sich über die Exekutive schützen. Und das nur wegen Steuererhöhungen bzw. Einsparungen im Budget. Ich möchte nicht wissen, wie es in Österreich zuginge, hätten wir irische Verhältnisse mit wirklich einschneidenden Maßnahmen. Aber das zeigt auch schon die Diskussionskultur. Sowohl der Gesetzgeber als auch die Sprecher für die Betroffenen schaffen es nicht, sich an einen Tisch zu setzen und dies vernünftig zu diskutieren. Da wird dem jeweils anderen über die Medien etwas ausgerichtet oder durch Protestkundgebungen dem Ärger Luft gemacht - oftmals zum Schaden anderer.
So werden wir die Probleme, die auf uns noch zukommen werden sicher nicht lösen. Denn jene Reibungspunkte, welche jetzt die Wogen so hochgehen lassen sind eigentlich nur Randschauplätze in der Bewältigung der Probleme. Die kommende Pensionslast, das Rückzahlen der Schulden, die Harmonisierung innerhalb des Euroraums und eine Reform in der Verwaltung - sowohl auf Österreichischer als auch auf EU-Ebene. All das ist noch nicht einmal im Ansatz angegangen worden. Wir Österreicher werden lernen müssen, dass nicht immer alles so sein kann, wie es jetzt gerade ist. Alles wird, wie es bleibt!?
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Kollektive Lohnverhandlungen und Arbeitslosigkeit |
Eine wichtige Eigenschaft von Arbeitsmärkten ist die Existenz von institutionellen Einrichtungen. Eine institutionelle Einrichtung, die am Arbeitsmarkt interveniert und dafür sorgt, dass der Arbeitsmarkt nicht als perfekter Wettbewerbsmarkt gesehen werden kann, ist die Gewerkschaft. Gewerkschaften sind Vereinigungen von Arbeitnehmern, die gemeinsame Interessen gegenüber Arbeitsgebern vertreten wollen insbesondere in den Bereichen Arbeitsbedingungen, Arbeitnehmerrechte und vor allem Lohn- und Gehaltszahlungen. Die kollektive Arbeitsangebotsfunktion, die durch die Intervention von Gewerkschaften entsteht, unterscheidet sich in Entstehung und ihrer Lage von der aggregierten Arbeitsangebotsfunktion der Individuen. Während sich das Individuum einem Zielkonflikt zwischen Konsum und Freizeit gegenübersieht, besteht der trade off auf gewerkschaftlicher Ebene zwischen Reallohnsatz und Beschäftigung. Gewerkschaften erhalten einen Auftrag einerseits höhere Reallöhne auszuhandeln und andererseits Beschäftigung zu sichern und zu erhöhen.
Die kollektive Arbeitsangebotsfunktion liegt oberhalb der aggregierten Arbeitsangebotsfunktion der Individuen, die - sie erinnern an meinen vorletzten Blog - durch Addition der einzelnen Arbeitsangebotsfunktionen der Individuen entsteht. Es gilt daher, dass die Gewerkschaft bei jedem gegebenem Beschäftigungsniveau einen höheren Lohn fordern wird, als die Summe der Individuen. Ohne den Einfluss der Gewerkschaften wäre der Arbeitsmarkt ein Wettbewerbsmarkt mit vielen Anbietern und Nachfragern und das Gleichgewicht würde sich im Punkt A ergeben, bei dem Markträumung existiert. Die Gewerkschaften sind durch ihre Marktmacht in der Lage einen höheren Reallohn wG zu verhandeln als es dem markträumenden Niveau entsprechen würde. Bei Reallohnniveau wG übersteigt allerdings das Arbeitsangebot die Arbeitsnachfrage, sodass es zu unfreiwilliger Arbeitslosigkeit kommt.
Wie können Gewerkschaften höhere Löhne durchsetzen offensichtlich gegen den Willen der Arbeitslosen? Ein Grund liegt darin, dass die Vertreter und Führer von Gewerkschaften von Gewerkschaftsmitgliedern gewählt werden. Gewerkschaftsmitglieder sind zum großen Teil aber Beschäftigte, die über einen mehr oder weniger sicheren Arbeitsplatz verfügen (Insider). Die Beschäftigten sind in einer Gewerkschaft immer in der Mehrheit auch bei Arbeitslosenraten von 10% oder 20%. Arbeitslose kündigen sehr häufig ihre Mitgliedschaft oder verlieren das Interesse an gewerkschaftlichen Angelegenheiten. Sie werden als Outsider bezeichnet. Gewerkschaften vertreten daher eher die Interessen von Beschäftigten, die höhere Löhne fordern, als die Interessen von Arbeitslosen, denen es ein Anliegen ist, wieder in den Beschäftigungsprozess eingegliedert zu werden.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: oliver.hann@securitykag.at
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Auch der US-Dollar kämpft mit Problemen der Bundesstaaten… |
Die Probleme europäischer Länder - egal ob Griechenland, Irland oder Portugal - bestimmen seit Monaten die Medienlandschaft. Aber nicht nur wir in Europa haben mit Problemen zu kämpfen. Auch bei Uncle Sam läuft nicht alles rund. Der amerikanische Schuldenberg wächst seit Jahren stetig an. Der Schuldenstand der USA beträgt aktuell knapp USD 14 Billionen - das sind USD 14.000 Milliarden oder USD 14.000.000 Millionen. Dies sind wirklich wahnsinnige Summen. Hätte jemand beispielsweise seit Christi Geburt jeden Tag 1 Million Dollar ausgegeben, hätte man noch immer keine Billion zusammen. Zur Verdeutlichung sei angemerkt, dass allein 2010 die US-Schulden um USD 1,6 Billionen oder USD 1.600 Milliarden ansteigen werden.
US-Bundesstaaten wie z.B. Kalifornien kämpfen mit enormen Budgetproblemen, da einerseits die Steuereinnahmen deutlich sinken und im Gegenzug die Pensionsverpflichtungen stetig ansteigen. Investoren haben die prekäre Lage bereits erkannt. Laut Lipper sind in den vergangenen Wochen rund USD 3 Milliarden aus offenen Anleihenfonds abgeflossen. Der US-Kommunalanleihenmarkt hat ein Gesamtvolumen von knapp USD 3 Billionen. Die logische Konsequenz ist, dass die einzelnen Bundesstaaten immer tiefer in die Tasche greifen müssen, um Kapital aufbringen zu können. Anbei noch ein paar Fakten, die die Probleme offenbaren:
„Die “Mortgage Bankers Association” hat im Mai 2010 bekannt gegeben, dass mehr als 10 Prozent aller US-Hausbesitzer zwischen Jänner und März zumindest eine Rate ihres Hauskredits nicht zahlen konnten.“
„32 US-Staaten sind laut “EconomicPolicyJournal.com” nicht mehr in der Lage, ihren Verpflichtungen nachzukommen, Arbeitslosengelder auszuzahlen. Die US-Regierung muss für die Staaten einspringen. Allein Kalifornien musste sich sieben Milliarden Dollar ausborgen.“
„Um den Schuldenberg, den die USA im Jahr 2010 anhäufen, mit einem Schlag zu löschen, müsste der US-Kongress die bestehenden Steuersätze mal 2,4 multiplizieren, rechnet die “Tax Foundation” vor. Der 10-Prozent-Satz müsste als auf 24 Prozent gesteigert werden, der 15-Prozent-Satz auf 36 Prozent und der 35-Prozent-Satz auf 85 Prozent …“
"Ein paar Kostensparprogramme: In Colorade musste jede dritte Straßenlaterne ausgeschaltet bleiben. In vielen US-Bezirken werden Asphaltstraßen durch Schotterpisten ersetzt.“
All das sind Punkte, die das Vertrauen der Anleger in den US-Dollar nicht erhöhen …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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Europas Sorgenkinder |
Wie Sie sicher bereits vernommen haben, hat sich Irland diese Woche dazu entschlossen, Hilfe aus dem großen Unterstützungspaket der EWU anzunehmen. Auch Schweden und Großbritannien zeigten sich auf bilateraler Ebene zu einer Unterstützung bereit. Das klingt sehr positiv und wird auch von den Märkten so aufgenommen. Irische Staatsanleihen tendierten nach Handelsstart deutlich ins Plus.
Diese Reaktion des Marktes darf in seiner Bedeutung nicht unterschätzt werden! Denn die akute Achillesferse der europäischen Staaten ist wohl nicht die Gesamthöhe der Staatsverschuldung, sondern die Belastung aus der Refinanzierung, also im Wesentlichen der zu zahlende Zinssatz für die Schuldenlast. Und dieser Zins, der in aller Regel vom Markt bestimmt wird und aktuell teils enorme Höhen erreicht, setzt nicht nur Irland, sondern auch Spanien und vor allem Portugal zu.
Ob ich mit meiner Einschätzung richtig liege, sei hier dahin gestellt. Ich versuche aber sie neutral zu halten. Ein Anderer hätte, sofern er an einer Beruhigung an den Märkten interessiert ist, wohl eher folgende Wörter benutzt: „Der verantwortungsvolle Schritt Irlands hilft auch anderen Staaten durch billiger werdende Kredite ihren Haushalt zu schonen und die Wirtschaft zu beleben!“ Sie könnten einwenden, dass es inhaltlich kaum Differenzen gibt, doch wie sagt der Volksmund so schön? - “Der Ton macht die Musik“. Oder was halten Sie von: „Nach Griechenland wird Irland das zweite Opfer in der ausufernden Schuldenkrise. Haben die Märkte recht, sind Portugal und Spanien die nächsten Opfer!“
Dass Feinheiten wie diese enorme Bewegungen an den Märkten verursachen können, ist der Wissenschaft nicht unbekannt. Man spricht vom „Framing Effekt“, wenn man auf diese und ähnliche Phänomene hinweisen möchte. Wie groß dieser Einfluss ist, kann im Falle Irlands oder Portugals kaum ermittelt werden. Wir sollten aber in Betracht ziehen, dass viele Formulierungen eingesetzt werden, um gezielt zu beeinflussen.
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Wie konnte es denn nur so weit kommen? |
Viele Menschen fragen sich nach den Meldungen der letzten Wochen über das Ausmaß von Spekulationen auf dem Immobilienmarkt, wie es nur so weit kommen konnte. Vorweg muss ich gleich einmal festhalten, dass die Verschuldensfrage nicht ganz festgemacht werden kann, denn Vieles hat zu dieser Misere geführt. Aber ein Hauptgrund dafür ist sicher im Rechtssystem mancher Länder zu finden.
Während hierzulande von „Häuslbauern“ bei der Vergabe von Hypothekarkrediten immer auch eine gewisse Eigenmittelquote (20 - 30 %) gefordert wird, ist man in manchen anderen Ländern etwas freier. Aber das ist nur ein kleiner Aspekt. Viel wichtiger ist Folgendes: bei uns hängt der Hypothekarkredit an der Person. Kann der Kredit nicht bedient werden, so wird er zuerst über die Sicherheit (das Haus) bedient. Reicht dies nicht aus, so muss der Kreditnehmer persönlich für die Rückzahlung des Kredites geradestehen.
In den USA beispielsweise ist das anders. Der Kredit hängt dort nicht an der Person sondern nur am Haus. Kann man den Kredit nicht bedienen, gibt man einfach den Haustürschlüssel der Bank und ist somit schuldenfrei. Das Problem mit der Realisierung des Hauses und einem daraus eventuell resultierenden Minderbetrag bei der Bedienung des Kredites hat ausschließlich die Bank. Und wenn man sich jetzt vorstellt, dass viele Häuser nun im Besitz von Banken sind, die sich in großem Stil von diesen Häusern trennen (müssen), dann hat das Auswirkungen auf alle Häuserpreise.
Wenn man nun weiters bedenkt, dass die Amerikaner ihre Häuser zum Teil mit 100 % belehnt haben und Steigerungen der Häuserwerte gleich mit einer Erhöhung der Hypothek in den Konsum geflossen sind, kann man vielleicht eher verstehen, wie es in manchen Ländern zu so großen Auswirkungen kommen konnte.
Somit haben alle gut von diesen Immobilienspekulationen gelebt. Die Vermittler, die Banken, die Bauindustrie, aber auch die Immobilienbesitzer, denn diese haben durch dieses System in den letzten Jahren ihren Konsum stark ausgeweitet.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
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