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Quergedacht.. |
Sie sind neureich oder haben geerbt, sie haben so viel Geld, dass sie nicht alles auf einmal ausgeben können und sind daher gezwungen zu sparen? Dann gehen sie doch zu ihrer Bank oder ihrem Anlageberater, da wird ihnen geholfen. Man wird ihnen erzählen, dass Sie mit Aktien in den nächsten 5 Jahren x-Prozent verdienen können und mit Anleihen y-Prozent im selben Zeitraum. Aber die Königsidee sind Optionen. Quasi unbegrenzte Gewinnchancen bei geringerem Risiko als wenn sie das underlying direkt kaufen, schließlich ist das Delta kleiner eins. Vor jedem Satz des Bankberaters ihres Vertrauens sollten Sie sich aber ein „ich glaube, dass…“ oder noch besser ein „ich bin mir nicht sicher, aber ich vermute, dass…“ denken auch wenn Ihnen die Zahlen als so sicher garantiert werden, wie das Amen im Gebet.
Und noch eines sollten Sie wissen, bevor Sie ihr Geld anlegen. Die Finanzbranche ist ein Haifischbecken in dem es nur zwei Alternativen gibt. Entweder „fressen“ oder „gefressen werden“. Entweder long oder short, entweder Sie zählen zu den Haien oder zu den Barschen. Es ist wie im Krieg, die Finanzbranche ist das Schlachtfeld, die Bankenbosse sind die Generäle und Kriegsminister und die Nadelstreifanzüge die Uniformen. Wenn Sie Dienstags gelegentlich Universum schauen oder im Biologieunterricht aufgepasst haben, dann wissen Sie, was eine Symbiose ist. Symbiotische Beziehungen gibt es zwar in der Natur, der Finanzwelt sind sie aber fremd. Der Grundsatz "Ich gebe etwas und ich bekomme etwas zurück", zählt nicht. Die Grundattitüde ist von Gier getragen. Sie lässt sich in etwa so beschreiben. Ich nehme etwas, und dann nehme ich noch etwas und weil es die ersten Male so schön war, nehme ich noch etwas und wenn dann noch etwas übrig ist, nehme ich das auch noch. Beim Geben sieht es etwas anders aus. Man ist nicht bereit zu geben, denn die anderen haben schon genug verdient und schließlich lässt man sich nicht gern ausquetschen. Und wenn es für den anderen nicht zum Leben reicht, dann ist er selber schuld.
Da fällt mir die Geschichte mit dem Bandwurm ein. Er hat zwar nur 3 Gramm Gehirn, aber der Bandwurm ist schlau. Der Bandwurm nimmt seinem Wirt nie mehr weg, als dieser zum Überleben braucht, denn grenzenlose Gier wäre auch sein Tod. Wann wird man dieses Prinzip auch in der Finanzbranche begreifen. Man macht Geschäfte und möchte Geld verdienen, für seine Anleger, seine Aktionäre und natürlich auch für sich selbst. Man kann dabei sein Gegenüber aber nicht permanent über den Tisch ziehen, sonst findet er kein Auskommen und geht bankrott. Dann kann ich aber auch keine Geschäfte mehr mit ihm machen und schade mir letztlich selbst. Sie sollten ruhig Vertrauen in Ihren Bankberater haben, denn die Tatsache, dass es ihn gibt, ist ein Qualitätsmerkmal. Wäre er nicht fähig und kompetent, dann wäre er längst der natürlichen Auslese zum Opfer gefallen. Die Löhne und Boni sind überdurchschnittlich hoch und Arbeit wird schließlich entsprechend seiner Grenzproduktivität bezahlt. Wer also nicht produktiv genug ist, ist sein Gehalt nicht wert und wer sein Gehalt nicht wert ist, ist unrentabel und wird gekündigt. Eine Firma ist schließlich kein Hotel, Pflegeheim oder Sanatorium. Only the fittest survive.
Also geben Sie Ihrem Bankberater endlich Ihr überschüssiges Geld und Sie bekommen morgen ein Vielfaches davon zurück. Und morgen können Sie sich dann wieder überlegen, was Sie mit Ihrem Geld machen, das Sie nicht ausgeben können. Am besten ist, Sie gehen zu Ihrem Bank- oder Anlageberater, er hilft Ihnen aus der Patsche.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: oliver.hann@securitykag.at
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Earning-Season - Eine Betrachtung im Rückspiegel |
Die sogenannte Earning-Season neigt sich dem Ende zu und vor lauter Ergebnisse sieht man oft den Wald vor lauter Bäumen nicht. In diesem Blog werde ich versuchen, Ihnen einen Überblick über die Gewinnsaison aus dem Blickwinkel eines Aktienfondsmanagers darzulegen.
Bei detaillierter Betrachtung der Ergebnisse kann man durchaus zufrieden sein. Um sich einen Überblick zu verschaffen, fokussiere ich mich vorab auf eine Analyse der im MSCI-World gewichteten Unternehmen. Von den 1229 Firmen, die bisher die Ergebnisse für das 3. Quartal veröffentlichten, konnten 71 % die Erwartungen der Analysten deutlich (um mehr als 5 %) übertreffen, wohingegen lediglich 28 % hinter den Erwartungen zurückblieben. Besonders gut schnitten die Sektoren IT, Materials und Industrials ab. Weniger erfreulich entwickelten sich die Sektoren Financials, Telecom und Energy.
Im zweiten Schritt versuche ich mir ein Bild darüber zu verschaffen, wie die einzelnen Regionen abschnitten. Da beim MSCI World lediglich die großkapitalisierten Unternehmen inkludiert sind und damit Aktien aus Schwellenländern eher eine untergeordnete Rolle einnehmen, beziehe ich sämtliche börsenotierte Unternehmen in meine Analyse ein. Paradoxerweise sind Regionen, die bei makroökonomischen Kennzahlen wie dem z.B. dem Wirtschaftswachstum im Vergleich mit den sogenannten „entwickelten“ Märkten weit vorne liegen, im Hintertreffen.
Dies kann meiner Einschätzung nach damit begründet werden, dass viele Unternehmen im Zeitalter der Globalisierung auch vom prosperierenden Wirtschaftswachstum der aufstrebenden Regionen profitieren. Man kann damit sozusagen in Emerging-Markets investieren, ohne direkt in Emerging-Markets investiert zu sein.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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So verärgern Sie Ihre Kunden... |
Vielleicht erinnern Sie sich, vor einigen Monaten habe ich ein positives Erlebnis mit einem Autohaus anlässlich eines Gebrechens und der raschen Reaktion der Werkstatt geschildert. Nun kann ich Ihnen eine gegenteilige Erfahrung liefern, denn meine Frau hat sich ein neues Auto gekauft (Übrigens ist der neue FIAT 500 wirklich ein tolles „Spaß-Auto“ mit einem super Preis-/Leistungsverhältnis…):
Nachdem alle Formalitäten wie Bestellung, Bezahlung und Anmeldung erledigt waren und alle notwendigen Unterlagen, auch für die Versicherung vorlagen, wurde ein Übernahmetermin vereinbart. Diesen stellt man sich besonders schön vor, denn die Vorfreude auf das Wunschauto ist groß. Ich begleitete meine Frau zu diesem Termin, denn wir hatten uns für eine Versicherung in Kooperation (inkl. finanzieller Stützung) mit dem Autohaus entschieden und habe im Vorfeld per Telefon und Mail alles Wesentliche mit der Versicherungsdame abgeklärt - es fehlte nur mehr die Unterschrift.
Wir wurden also zum vereinbarten Termin von der freundlichen und kompetenten Autoverkäuferin (ja Frauen kaufen oft gerne bei Frauen) empfangen. Allerdings bevor sie uns in das neue Fahrzeug einweisen konnte, mussten zuerst die Versicherungsformalitäten geklärt werden - also die noch offene Unterschrift geleistet werden (geschätzte Dauer 2,5 Minuten?!). Wir wurden also zum Schreibtisch der Versicherungsbetreuerin geführt und durften ihr zuerst zusehen, wie sie versuchte den PC hochzufahren. Dann füllte sie genüsslich den Versicherungsantrag aus und wollte nochmals alle Daten von uns wissen - mein (leicht) genervter Hinweis, dass diese seit einer knappen Woche bereits vorliegen hatte in so fern Wirkung, dass sie nun selbstständig ausfüllte ohne uns weiter auszufragen. Nach 30(!) Minuten war die Dame damit fertig und wir durften die Unterschrift leisten - dies dauert dann doch nur 1,5 Minuten…
FRAGE: Warum hat die Versicherungsdame die Unterlagen nicht vorbereitet? Alle bekannten Daten schon vorausgefüllt? Warum kann man Formalitäten nicht für Kunden angenehm gestalten, statt sich durch unnötig breiten Papierkram wichtig zu machen? In Summe verbachten wir knapp 1 Stunde im Autohaus, bis uns die Autoverkäuferin in das Fahrzeug einweisen konnte - ist das notwendig? Nur meiner Gattin zuliebe, habe ich dies nicht gleich vor Ort geklärt. Sie hat mir die ganze Zeit fest die Hand gehalten, damit ich immer schön ruhig bleibe - das war es mir dann auch wert… :-))
Hier ein alter Blog zum Thema:
In wenigen Minuten findet ein Kundentermin satt. Was tun die Meisten? Schnell noch ein wichtiges Telefonat führen oder kurz noch im Internet nach Informationen suchen? Oder doch lieber hektisch die Gesprächsunterlagen zusammen stellen?
Dann kommt der Gesprächspartner, pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt, nur er muss leider warten denn Sie sind ja noch beim Telefonieren. Auf jeden Fall merkt der Kunde, dass Sie sich ihm erst richtig widmen, wenn er das Büro betritt. Eigentlich hätte er sich aber erwartet, dass Sie sich individuell auf ihn und seine Situation vorbereiten und zeitlich entspannt diesen Gesprächstermin als wesentlichen Inhalt Ihres Arbeitstages planen und vorbereiten. Er würde sich auch freuen, wenn Sie ihn schon erwarten, eine angenehme Gesprächsatmosphäre (z.B. Kaffee & Kuchen) erzeugt haben und dann an frühere Gesprächsinhalte anknüpfen.
Also, ab sofort reservieren Sie sich mindestens 10-15 Minuten vor dem nächsten Gesprächstermin um eine optimale Vorbereitung sicherzustellen. Sie erinnern sich an die bisherigen Gesprächsinhalte und fassen diese schriftlich zusammen. Sie bereiten entspannt alle wesentlichen Unterlagen bereits vor, denn Sie wissen „Vorbereitung ist 90% des Erfolges“. Im Vorfeld des Kundentermins versetzen Sie sich nochmals in Ihren Gesprächspartner und erahnen so seine Erwartungen für dieses Meeting, ebenso setzen Sie auch Ihre Erwartungen für diesen Termin fest.
Am Beginn des Gespräches, nach einer herzlichen Begrüßung, wiederholen Sie das bisher Besprochene und fassen auch Ihre Erwartungen für diesen Termin nochmals zusammen. Stehlen wir nicht die Zeit unserer Gesprächspartner durch schlechte Vorbereitung und vergeuden wird nicht unsere Zeit durch planloses Gerede. Eine erfolgreiche Persönlichkeit besitzt immer Klarheit über seine Ziele und ein Drehbuch für die kommenden Schritte!
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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Das schreit ja zum Himmel … |
Die chinesische Ratingagentur Dagong Global Credit Rating wurde im Jahre 1994 unter staatlicher Genehmigung gegründet. In einem Statement zweifelte die Agentur die Bereitschaft der USA an, ihre Schulden zurückzuzahlen und stufte das Rating von AA auf A-plus herab. Amerikanische Marktteilnehmer vermuten dahinter eine Verschwörung und die Herabstufung damit politisch motiviert.
Aber drehen wir den Spieß einmal um…
Die zwei bekanntesten Rating-Agenturen sind Standard&Poors und Moody’s. Die USA erhält von diesen Agenturen jeweils die Bestnote - sprich AAA. Aber wer steht eigentlich dahinter?
Standard & Poor’s ist eine Tochtergesellschaft von McGraw-Hill und wurde im Jahr 1941 gegründet. Der Unternehmenssitz ist in New-York. Neben der Bonitätsbeurteilung ist S&P auch durch den S&P 500 Aktienindex bekannt geworden.
Moody’s Investors Service (kurz Moody’s) gehört zu der an der New York Stock Exchange gelisteten Moody’s Corporation und wurde von der amerikanischen Finanzaufsicht im Jahre 1975 als Ratingagentur anerkannt. Gegründet wurde das Unternehmen von John Moody im Jahr 1909.
Es mag durchaus stimmen, dass China Interesse an einer Herabstufung der US-Bonität hat. Aber im Gegenzug kann man als kritischer Beobachter auch die Frage stellen, warum Moody’s und S&P noch immer am Triple-A-Rating festhalten. Kommentare wie diese sind für mich ein Affront gegenüber sämtlichen Marktteilnehmern.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf George Muzinich verweisen, der sich auf das Segment „Unternehmensanleihen“ fokussiert hat und Rating-Agenturen durchaus skeptisch gegenübersteht. Auch wir als Security KAG haben ihn mit dem Management einiger Fonds wie z.B. den Apollo Euro Corporate Bond oder des Value Cash Flow Fonds betraut. Einer der Hauptgründe war, dass der Grand Seigneur mit rund 40 Jahren Markterfahrung für alle relevanten Unternehmen seit jeher eine eigene Bonitätsbeurteilung durchführt und damit nicht auf herkömmliche Ratings vertraut. Bei detaillierter Betrachtung wird für mich immer klarer, warum er dahingehend keinen Aufwand scheut …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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Das Murmeltier lässt grüßen |
Wenn nicht gerade die Kameras auf die Protagonisten des G20 Gipfels gerichtet waren, so sagt man, schien die Stimmung in Seoul nicht die beste gewesen zu sein.
Schließlich hört sich die Freundschaft auf, wenn es um Geld geht. Und wenn der große Bruder uns wieder durch seine Mätzchen über den Tisch zieht, kommen nicht nur Unbehagen sondern auch alte Erinnerungen auf. Nach dem Export interessanter innovativer besicherter Schuldverschreibungen (asset backed securities) wird es wohl das nächste Mal eine Lektion in Punkto Währungsmanagement sein, welche die USA den Europäern und auch Asiaten erteilen wird.
Dabei kann man es den USA gar nicht wirklich verübeln, in einer wirtschaftlich derart schwierigen Lage die Priorität auf die eigenen Interessen zu legen. Durch die ausufernden Kaufprogramme der Fed erspart sich die USA ein Refinanzierungsproblem, wie es etwa Europa sieht. Und dass dann irgendwann der USD darunter leiden könnte, stört schließlich auch nicht. Denn ein schwächerer USD bewirkt neben einer Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit mit zu erwartender Inflation auch eine Abwertung der realen Schuldenlast im Ausland. Und wenn diese etwas höher ausfallen wird - es ist sowohl der private Sektor als auch die öffentliche Hand verschuldet - so sollte dies auch kein substantielles Dilemma sein.
Man kann den USA also nur raten, weiter Geld zu drucken, zu importieren und in Bildung und Infrastruktur zu investieren, solange man noch vom Ausland billig finanziert wird. Vielleicht lassen sich so auch die großen Probleme um die Arbeitslosigkeit schneller beseitigen.
Und uns Europäern und Chinesen sei geraten unsere Hausaufgaben besser zu machen.
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Bankdienstleistungen werden teurer (werden müssen)! |
Die viel diskutierte Bankenabgabe kommt, so wurde es beim „Thermenwochenende“ in Loipersdorf besprochen. Und zwar wird sie nicht vom Gewinn der Bank berechnet, sondern vom Geschäftsvolumen (sprich Bilanzsumme). Ist ja auch noch in Ordnung, wird ja in anderen Ländern ebenso gemacht. Jetzt kommt aber der große Aufschrei, dass die Banken das eventuell ihren Kunden weiterverrechnen, denn für die Bank erhöhen sich dadurch ja die Kosten für einen Kredit an einen Kunden.
Für mich war es von Anfang an klar, dass dies zu geschehen hat. Denn stellen Sie sich vor, sie wären Aktionär einer Bank. Natürlich wäre Ihr Interesse, dass sich die Bank möglichst prosperierend entwickelt und auch Gewinne macht. Sie wären mit Sicherheit nicht einverstanden, dass Ihr Unternehmen diese Steuer einfach zahlt und sich dadurch Ihre Dividende verringert. Jetzt mögen einige meinen, aber das dient ja dazu, dass der Staat die Bank dann ja auch rettet. Auch gut - nur hat der Aktionär nichts davon, denn die Bank würde dann ja verstaatlicht und die „bösen“ Aktionäre gehen dann leer aus.
Die Kunden werden sich mit Verteuerungen bei Bankdienstleistung sowieso anfreunden müssen, denn andere Regulatorien wie beispielsweise Basel III werden den Banken auferlegt und verteuern somit die Dienstleistungen. Auch werden unter Basel III die Refinanzierungsmöglichkeiten der Banken beschnitten, was zusätzlich neben der höheren Eigenmittelunterlegung für Bankgeschäfte für höhere Kosten sorgen wird. Und was die Steuerreform betrifft, werden die Banken auch mit IT-Kosten in Österreich belastet werden. Wer wird es bezahlen?
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
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Uncle Sam spricht auf Therapie nicht an … |
Wie im persönlichen Leben ist es meiner Einschätzung nach ratsamer, bei einem grippalen Infekt ein paar Tage das Bett zu hüten, anstatt sich mit Medikamenten aufzupäppeln, um in diesen turbulenten Zeiten sofort wieder einsatzfähig zu sein. Krank sein in Tagen wie diesen ist alles andere als en vogue! Langfristige „Schäden“ oder temporäre Risiken - eh schon wissen - erfahren Sie in der Verpackungsbeilage oder im Gespräch mit dem Arzt oder Apotheker.
Ähnlich ist es an den Märkten. Die US-Fed versucht mit einer erneuten Infusion von 600 Milliarden Dollar - das entspricht in etwa dem zweifachen des österreichischen BIP’s - der Nation auf die Beine zu helfen. Ausschlaggebend dafür waren beunruhigende Schwächesignale in den vergangen Monaten. Bisher hat der Patient - die US-Wirtschaft - noch nicht auf die Therapie angesprochen. Der behandelnde Arzt - Ben Bernanke - ist umstritten, allerdings geht er unbeirrt seinen Weg. Es ist offensichtlich und schreit zum Himmel, dass der Patient nicht unter dem Symptom „Liquiditätsmangel“ leidet. Aufgrund der freien und damit ungenutzten Kapazitäten macht es für Unternehmen einfach keinen Sinn, eine kreditfinanzierte Expansion anzustreben.
Auch für den Konsumenten gilt ähnliches. Wenn Liquidität der limitierende Faktor wäre, müssten die US-Bürger in Scharen zu den einzelnen Banken pilgern und die Kreditreferenten um billiges Geld anflehen. Dahingehend ist mir allerdings noch nichts aufgefallen - die Menschenströme halten sich in Grenzen. Stattdessen ist der amerikanische Konsument in eine Schockstarre verfallen - Arbeitsmarkt und Schulden lassen grüßen. Dies wird dadurch untermauert, dass sich die Sparquote seit 2007 nahezu verdoppelt hat.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Symptome des Patienten durch die gleiche Therapie entstanden sind. Nur durch das billige Geld war es überhaupt möglich, eine Immobilienblase entstehen zu lassen. Der Patient konnte durch die hohe Dosis zwar eine kurzfristige Besserung erreichen (kurze Rezession), die Langfristfolgen sind allerdings fatal …
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Gewinnmaximierung und Arbeitsnachfrage |
Unternehmen benötigen für die Herstellung von Gütern und Dienstleistungen hauptsächlich zwei Faktoren - die menschliche Arbeitskraft und maschinelles Kapital. Die Nachfrage nach menschlicher Arbeitskraft erfolgt im Regelfall unter der Prämisse der Gewinnmaximierung. Die Entscheidung ob zusätzliche Arbeit im Produktionsprozess eingesetzt werden soll, wird in der volkswirtschaftlichen Theorie wie folgt dargestellt. Durch den Einsatz einer zusätzlichen Arbeitsstunde in der Produktion, entsteht eine zusätzliche Menge an Gütern oder Dienstleistungen, die am Markt verwertet werden kann. Dieser zusätzliche Output wird als Grenzprodukt bezeichnet. Das Grenzprodukt erzielt durch den Verkauf am Markt einen bestimmten Preis, sodass sich daraus ein zusätzlicher Erlös für das Unternehmen ergibt. Diesen zusätzlichen Erlös vergleichen die Unternehmen mit den zusätzlichen Kosten, die durch den Arbeitseinsatz entstehen - dem Nominallohnsatz. Wenn die zusätzlichen Erlöse größer sind als die zusätzlichen Kosten wird weitere Arbeit nachgefragt, anderenfalls nicht. Empirische Untersuchungen zeigen, dass mit jeder zusätzlichen Arbeitsstunde im Produktionsprozess der Output zwar zunimmt, der Zuwachs allerdings immer kleiner wird.
Die Grenzproduktivitätskurve, die zugleich die Arbeitsnachfragekurve darstellt, ist daher eine fallende Funktion des Arbeitseinsatzes. Das Gewinnmaximierungsproblem der Unternehmen in Bezug auf den Arbeitseinsatz lautet. Für einen exogen gegebenen Reallohn, wird das Unternehmen die Arbeitsnachfrage solange erhöhe, solange das Grenzprodukt der Arbeit größer ist als der Reallohn. Allgemein kann gesagt werden, je produktiver der Faktor Arbeit ist, umso mehr wird davon von den Unternehmen nachgefragt werden. Die Produktivität des Faktors Arbeit wiederum wird im Wesentlichen durch zwei Größen bestimmt - dem wertmäßigen Kapitaleinsatz bzw. der eingesetzten Technologie und dem Ausbildungsgrad der Mitarbeiter.
Macht man einen Zeitsprung in die Vergangenheit und stellt sich einen Buchhalter vor, so war dieser vor 80 Jahren mit einem Bleistift und einem Rechenschieber ausgestattet. In der heutigen modernen Zeit verfügt dieser Berufsstand über leistungsfähige Computer mit entsprechender Software und ist natürlich in der Lage mehr Klienten zu betreuen als seine Kollegen vor 80 Jahren. Die Produktivität hat durch die technologischen Fortschritt deutlich zu genommen. Natürlich ist auch das Humankapital der Arbeitskräfte von entscheidender Bedeutung. Setzt man einen ungelernten Mitarbeiter ohne Buchhaltungskenntnisse vor einen PC mit der Aufgabe den Jahresabschluss für ein mittelständisches Unternehmen durchzuführen, dann wird er vermutlich daran scheitern und seine Produktivität wird sich in Grenzen halten. Technischer Fortschritt und Entwicklung von Humankapital bilden daher eine Einheit. Im Lichte des Problems anhaltender Arbeitslosigkeit kann es für die Politik daher nur zwei Aufgaben geben. Zum einen die Förderungen von Technologie und Kapitalakkumulation und zweitens Investitionen in Humankapital. Beide Maßnahmen steigern die Produktivität des Faktors Arbeit und tragen nachhaltig dazu bei, die Nachfrage nach Arbeit zu erhöhen.
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Eine neue Steuer und keiner regt sich auf |
Es hat mich schon verwundert, dass es nach der Ankündigung der Regierung eine neue Steuer für Wertpapiere einzuführen, kaum Aufregung oder gar Gegenwehr gegeben hat. Diese neue Gebühr von 25% auf die erzielten Gewinne soll die gewohnte Spekulationsfrist von einem Jahr obsolet machen, wonach die Wertsteigerungen von Wertpapieren nach 12 Monaten steuerfrei lukriert werden konnten.
Ich habe den großen Aufschrei der Banken-Lobby und der Wiener Börse erwartet, da damit scheinbar der Erwerb von Wertpieren, im Vergleich zu Lebensversicherungen, als Vorsorgeinstrument natürlich unattraktiver wird. Dabei haben diese Interessensvertretungen vor Jahren mit der „Zukunftsvorsorge“ gerade diesen Sektor unterstützen und fördern wollen.
Also ein paar frustrierte Depotinhaber vor dem Finanzministerium wären bitte schon drinnen gewesen, weil was die Studenten können… Oder noch besser: Die letzten versprengten Gruppen von ohnehin schon geprügelten Finanzberatern, die sich zusammenrotten um das Geschäftspotential des Fondsinvestments noch zu retten…
Aber nach einigem Nachdenken und aufmerksamen Studium der Zeitungen habe ich dann folgende Erklärungen für den ausbleibenden Sturm gefunden:
_Manche Finanzberater vermitteln ohnehin schon kaum mehr Fonds, denn ein Desaster wie 2008/2009 wollen diese sich mit ihrem Kunden nicht mehr antun. Sie vertrauen nur mehr auf Fondspolizzen…
_Andere Berater haben von dieser neuen Steuer noch gar nicht gehört/gelesen, denn die großen Wirtschaftsmedien im Kleinformat haben darüber noch nicht berichtet. Klar, denn Wertpapier-Depotinhaber sind auch nicht deren Stammklientel…
_Viele schauen erst mal zu, denn bekanntlich wird nicht so heiß gegessen wie gekocht. Außerdem soll das Gesetz erst mit Jahresbeginn in Kraft treten und umgesetzt kann es von den Banken erst mit Jahresmitte 2011 werden und im Parlament ist es auch noch nicht beschlossen…
Natürlich korrigiert die Regierung geplante Sparmaßnahmen auch wieder (siehe Familienbeihilfe und Studiendauer), allerdings nur dann wenn Tausende auf die Strasse gehen oder genügend medialer Gegenwind erzeugt wird. Dabei sind Depotinhaber nicht nur die elitäre Klasse gegen die der Boulevard gerne anschreibt, denn gerade bei Investmentfonds besteht für Jedermann die Möglichkeit schon ab € 50.- pro Monat langfristig Vermögen zu bilden.
Ich kenne niemanden, der mit einem Versicherungssparplan reich geworden ist! Solide ja, sicher ja, garantiert ja - aber ertragreich? Nur mit Fondssparplänen über Jahre und Jahrzehnte kann man echtes Vermögen aufbauen. Um das zu schützen, müssen wir auf die Strasse gehen, aber nicht um zu demonstrieren sondern um unsere Kunden aufzusuchen und diese bestärken - ungeachtet von Steuern und gesetzlichen Regelungen - auch weiterhin „das Richtige“ zu tun!
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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Der risikolose Zins |
In vielen errechneten Kennzahlen muss auch ein risikoloser Zins angenommen werden. Denken wir hier nur an das allgemein bekannte Sharpe Ratio, welches die Überrendite eines Portfolios zum risikolosen Zins ins Verhältnis zum Risiko nimmt. Jetzt ist es ohnehin schon einmal schwer, zu eruieren was unter diesem risikolosen Zins zu verstehen ist. Manche rechnen mit dem 10-Jahressatz, manche mit dem 3-Monatssatz. Wiederum andere rechnen mit dem 12-Monatszinssatz zum Beginn der Periode, andere mit jenem zum Ende der Periode.
Doch seit der Finanzmarktkrise ist noch ein weiterer Aspekt hinzugekommen. Was ist eigentlich risikolos? Der Interbankensatz (LIBOR) kann ja nicht mehr als risikolos eingestuft werden. Somit muss man auf die Sätze von kurzfristigen Veranlagungen in Staatsanleihen zurückgreifen. Doch welcher Staat ist denn nun sicher? Deutschland, Frankreich, die USA?
Viele dieser aufgestellten Formeln auch in diversen Bewertungsmodellen für Aktien oder Anleihen müssen vielleicht justiert oder unter neuen Gesichtspunkten evaluiert werden. Und auch die Suche nach etwas absolut Risikolosem ist noch nicht beendet, denn können Sie mir sagen, was in der Kapitalveranlagung absolut risikolos ist?
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
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