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Johannes Szoncso

Der rationale Mensch
von Johannes Szoncso, geschrieben am 25.08.2010 10:32

Eine der zentralen Annahmen der Neoklassik, einer volkswirtschaftlichen Theorie, besagt, dass Menschen rational handeln.
Diese Annahme ist sehr leicht zu widerlegen, in der Praxis handeln Menschen stattdessen oft genau umgekehrt, wie von der Theorie angenommen:

Der moderne Konsumtrend zielt auf Sonderangebote ab: Wenn bei Hofer wieder einmal ein unwiderstehliches Angebot anläuft, dauert es oft nur ein paar Stunden, bis der Bestand restlos ausverkauft ist. Die Konsumenten lieben es also, billig einzukaufen.

Völlig konträr sieht es am Aktienmarkt aus: Momentan werden Aktien wieder billiger, einige gibt es sogar als „Sonderangebot“. Und was macht unser „rationaler“ Mensch? Er läuft weg und wartet auf Zeiten, in denen er Aktien teurer kaufen kann. Viele Privatanleger lieben es also ganz und gar nicht, Aktien billig einzukaufen. Sie sind von der Angst geprägt, dass Aktien noch billiger werden können. Nun, das Hofer-Angebot könnte es in einem Monat auch billiger geben, daran wird aber nicht ein Gedanke verschwendet…

Das ist für mich ein Beispiel, dass die Volkswirtschaft noch immer in den Kinderschuhen steckt. Umso verwunderlicher ist es, dass populären Volkswirten soviel Aufmerksamkeit zuteil wird. Aber wahrscheinlich hat das damit zu tun, dass die Masse gerne an bahnbrechende Prognosen glauben möchte.
Oft ein Trugschluss, wie wir in letzter Zeit häufig feststellen konnten.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: johannes.szoncso@securitykag.at

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Josef Obergantschnig

Kapitalgarantie - Unterschiedliche Garantiemodelle (Teil 2)
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 24.08.2010 11:20



In meinem letzten Blog habe ich Ihnen verdeutlicht, wie ein einfaches Garantiemodel in der Praxis umsetzbar ist. Viele von Ihnen werden zurecht behaupten, das dieses „Garantiemodel“ auch individuell umsetzbar ist - das Zauberwort dazu lautet: kluge Asset-Allocation. Und das ist ein wesentlicher Punkt in unserem Investmentprozess. Auch bei der Verwaltung des Finanzvermögens der Grazer Wechselseitigen Versicherung ist die strategische Asset-Allokation, die bereits im Vorfeld erarbeitet wird und sowohl Chancen als auch Risiken in Einklang bringt, ein essentieller Erfolgsbestandteil.

So einfach, wie in Fall 1 (Vgl. Blog Kapitalgarantie - Unterschiedliche Garantiemodelle (Teil 1)) dargestellt, machen es sich die Produktanbieter gewöhnlich nicht. In der Praxis wird normalerweise der Portfoliokontext - also der Sicherheitsteil und das Risikokapital - in die Analysen einbezogen. Hierbei gibt es die unterschiedlichsten mathematischen Modelle, die je Versicherung oder Produktanbieter von einander divergieren.

Die einzige Grundregel lautet: Der Wert des Gesamtportfolios darf den Wert einer theoretischen, risikolosen Veranlagung, die am Ende der Laufzeit den garantierten Betrag aufweist, nie unterschreiten.

Diese - in der Praxis Floor genannter Wert - theoretische Untergrenze wird auf täglicher Basis angepasst und hängt von der Restlaufzeit sowie dem vorherrschenden Zinsniveau ab. Sollte der Portfoliowert unter dem Floor sinken, hat der Garantiegeber das Risiko, am Ende der Laufzeit den Garantiebetrag nicht mehr darstellen zu können. Aufgrund dessen wird er in der Regel danach trachten, bereits im Vorfeld sukzessive Risiko abzubauen und diesen Wert tunlichst nicht zu unterschreiten. Ansonsten müsste der Garantiegeber selbst für den Schaden aufkommen!

Die Kritik der VKI - und hier schließt sich der Kreis - ist zwar aus Konsumentensicht nachvollziehbar, allerdings sind die „Schwächen „ der Kapitalgarantie seit langem bekannt. Zudem ist es meiner Ansicht nach angebracht, zwischen den einzelnen Produkten zu unterscheiden. Es gibt auch Anbieter - wie z.B. sämtliche von uns verwalteten PZV-Produkte - die trotz der Finanzkrise noch immer voll investiert sind und sich daher auch die Erholung der Aktienkurse in den Portfoliowerten widerspiegelt. Die Pauschalkritik ist nicht gerechtfertigt und unfair! Dahingehend kommt uns sicher die jahrelange Erfahrung, die wir durch die Verwaltung des gesamten Finanzvermögens der Grazer Wechselseitigen Versicherung gewonnen haben, zugute. Und das wiederum macht uns Stolz!

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at

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Michael Müller

Wie viel ist gute Beratung wert?
von Michael Müller, geschrieben am 19.08.2010 13:52

In meinen letzten Blogs habe ich darüber geschrieben, daß gute Beratung für den Kunden einen messbaren Mehrwert liefern muss. Heute möchte ich der Frage nachgehen, wie genau diese Leistung zu bewerten ist. Denn für manche Kunden reicht es schon aus, daß sie überhaupt einen Ansprechpartner haben, den sie um Rat fragen können. Die Mehrzahl der Kunden will aber sicher eine spürbare Leistung erfahren, die auch den Aufwand und die mit der Beratung verbundenen Kosten rechtfertigen.

Egal über welches Vergütungssystem wir sprechen oder schreiben, in jedem Fall gilt der Kunde muss die Mehrleistung auch "spüren". Nur wie viel ist die gute Finanzberatung dann im Ergebnis wirklich wert? Vieles ist natürlich kundenspezifisch, aber wenn wir uns dieser Frage philosophisch nähern:

Ist Finanzberatung nur wertvoll, wenn
_der Kunde langfristig kein Geld durch die Inflation verliert?
_ein durchschnittlicher Ertrag von 3-5% pro Jahr erwirtschaftet wird?
_das Ergebnis immer spürbar besser als der Gesamtmarkt ist?


Bedenken wir, daß auch die besten Berater und Verwalter sich nicht dem Markt entziehen können. Wenn also ein unvorhergesehener Markteinbruch erfolgt und dann der Kunden viel weniger als die anderen Investoren einbüsst, ist dies dann als Erfolg zu werten?

Bedenken wir auch, daß Kunden immer auch zeitliche Ziele und ihre persönliche Risikoneigung vorgeben, an die sich Berater zu halten haben. Wenn sich ein konservativer Kunde, bei prosperierenden Märkten, sich nun bei seinem Berater über die zu geringen aber sicheren Erträge beschwert, war der Berater dann erfolglos?

Gerade im letzten Fall versagt oft das Gedächtnis einzelner Kunden, wenn Sie Sicherheit & Garantie als Maxime vorgeben, aber sie dann zusehen, wie ein Kollege oder Nachbar mit viel Glück sich eine zweistellige Rendite erzockt. Ebenso vergessen manchmal auch Berater ihre eigenen Vorgaben, besonders dann wenn neue Produktanbieter mit tollen Provisionen und Incentives winken.

Kürzlich habe ich zwei Interviews gelesen, eines mit dem letzten Baron Rothschild und seit einem halben Jahrhundert Banker in der Schweiz und das andere mit dem 95jährigen David Rockefeller, der in den 70iger und 80iger Jahren als der einflussreichste US-Banker galt. Beide geben sich verwundert über die Gier der Kunden und der Banken in den letzten Jahren, die ja letztendlich zu den jüngsten Turbulenzen geführt haben.

Beide haben für sich und Ihre Kunden seit Generationen nur eine Maxime verfolgt: Nicht dem Markt hinterher laufen, sondern nur den eigenen Regeln folgen. Dabei gilt es kein Geld zu verlieren und das Kapital solide und nach Inflation wachsen zu lassen. Wer dies nachweislich und langfristig erreicht, bewegt sich - auch nach Meinung dieser alten Herren - in der Königsdisziplin der Finanzberatung!

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Dieter Rom

Globalisierte Wirtschaft und Energieverbrauch China
von Dieter Rom, geschrieben am 18.08.2010 11:47

Wissen Sie, dass der Energieverbrauch eines Chinesen pro Kopf 46 % des Energieverbrauches eines Deutschen ausmacht?

Auf den ersten Blick scheinen die Chinesen sorgsamer mit Energie umzugehen, aber: die Wirtschaftsleistung eines Chinesen erreicht gerade einmal 9 % der eines Deutschen. Der Energieverbrauch pro Einheit Wirtschaftsleistung in China liegt aber 5,12 mal höher als in Deutschland (in Brasilien beträgt dieser Wert 1,66). Seit 1999 hat sich die Wirtschaftsleistung der Chinesen um 353 %, die Wirtschaftsleistung pro Einwohner um 426 %, der Gesamtenergieverbrauch um 233 % und der Energieverbrauch pro Einwohner um 219 % erhöht. Das Ganze bei einem Bevölkerungszuwachs von 6,23 %.

Im gleichen Zeitraum ging der Energieverbrauch in Deutschland um 12 % retour. Dies lässt den Schluss zu, dass energieintensive Branchen nach China oder in andere Entwicklungsländer abwandern und auch relativ „wertlose Wirtschaftsgüter (wie z.B. chinesischer Knoblauch)“ rund um die Welt geschickt werden. Wenn die Chinesen pro Kopf ein Drittel eines Deutschen verdienen, wird Ihr Energieverbrauch zumindest gleich hoch sein.

Führt hier die Globalisierung noch zu einem effizienten Umgang mit Ressourcen oder steht nur die kurzfristige Maximierung von Wirtschaftsleistung im Vordergrund. Der Schluss liegt nahe, dass es in China nur sehr unzureichende Umweltschutzmassnahmen gibt und Energie hier nicht oder nur sehr gering besteuert ist und es dadurch zu einer massiven Fehlallokation von Ressourcen kommt (auf makroökonomischer Basis - die Weltwirtschaft als eine Einheit betrachtet).

Eine Lösung dafür wäre, weltweit Energie so wie in Europa zu besteuern. Derzeit sind die Flugindustrie und die gesamte Schifffahrt aber mit keinen Energiesteuern belegt, was zu unnötigem Energieverbrauch (sinnlose Warenströme) führt.

Europa liegt hier sicher am richtigen Weg Energieeffizienz einzufordern. Die Wirtschaft kann aber nur mehr weiterbelastet werden, wenn es auf globaler Ebene zu einer „Waffengleichheit“ - sprich einheitliche Energiesteuern - kommt.

Längerfristig werden die Energieeffizienten Volkswirtschaften die ökonomischen und ökologischen Gewinner sein. (Anmerkung: Ein US Amerikaner benötigt 2,02 mal soviel Energie wie ein Deutscher und das bei einer nur um 14 % höheren Wirtschaftleistung pro Kopf).

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: dieter.rom@securitykag.at

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Johannes Szoncso

Eine Idee für unser Bildungssystem
von Johannes Szoncso, geschrieben am 16.08.2010 15:49

Wie lernen junge Menschen heutzutage, mit Geld umzugehen?
Meiner Ansicht nach ist es für jeden Menschen sehr wichtig, Bescheid über Geld zu wissen. Leider wartete ich vergeblich darauf, in der Schule über Geld unterrichtet zu werden. Dieses Thema wird leider in unserem Bildungssystem nicht erwähnt. Wir verwenden Geld höchstens als Rechnungsmittel in Mathematik, und auch das nur höchst selten.

Es wundert mich keineswegs, dass AbsolventInnen verschiedenster Ausbildungen nicht die geringste Ahnung darüber haben, wie man mit Geld umgeht. Die meiste finanzielle Bildung, die wir alle automatisch erhalten, wird uns über die Werbung vermittelt. Zweitens lernen wir noch, dass wir für Geld arbeiten gehen können, um es hinterher wieder auszugeben (was viele Menschen ihr Leben lang tun). Einen großen Vorteil haben allerdings diejenigen, die von ihren Eltern ein gewisses Maß an sinnvoller finanzieller Bildung erhalten, da sind aber meiner Ansicht nach eher wenige als mehr.

Ich finde, dass es in den Schulen ein Unterrichtsfach geben sollte, in dem man über Geld lernt. Viele Leute wissen nicht einmal, wie man eine Einnahmen- / Ausgabenrechnung macht, geschweige denn welche Möglichkeiten es gibt, Geld zu investieren.
Da wundert es mich wenig, dass die Europäer den größten Teil ihrer Vermögen auf Sparbüchern liegen haben.

Das soll nicht heißen, dass das unbedingt schlecht ist. Es soll heißen, dass es vielleicht anders wäre, wenn man über mehr Möglichkeiten Bescheid wüsste. Über Geld zu reden gilt allgemein als verpönt, obwohl es unsere Existenzgrundlage darstellt.
Das Fach „Finanzielle Bildung“ soll, in meiner Vision, Auskunft über Investitionsmöglichkeiten und Risiken vermitteln. Es soll Auskunft darüber geben, wie wichtig Geld in der heutigen Gesellschaft ist. Das Unterrichtsfach soll helfen, Ängste vor dem Mysterium „Geld“ zu beseitigen. Es soll außerdem dabei helfen, sinnvolle Konsumentscheidungen für den Alltag zu treffen. Weiters soll gelehrt werden, was beispielsweise ein Handyvertrag mit 24-Monatsbindung, was ein Leasingvertrag und was eine Kreditkarte ist.

Für die meisten Erwachsenen ist das Wissen darüber selbstverständlich, doch wäre es oftmals nicht besser gewesen, manche Dinge etwas früher zu erfahren?

Ist es wirklich sinnvoll, erst aus leidvollen Erfahrungen im Umgang mit Geld zu lernen?

Welchen Mehrwert hätte da wohl eine finanzielle Bildung in der Schule?

Meiner Ansicht nach wäre das einer der besten Wege, um Kinder auf das Leben vorzubereiten.

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Josef Obergantschnig

Kapitalgarantie - Unterschiedliche Garantiemodelle (Teil 1)
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 16.08.2010 11:39

Nehmen wir als Beispiel eine zehnjährige Veranlagungsdauer und einen Einmalerlag von 100 Euro an. Der Produktanbieter hat gewährt dem Anleger eine Kapitalgarantie in der Höhe von 100 (= einbezahltes Kapital). Kritisch angemerkt handelt es sich dabei um eine nominelle und nicht reale Kapitalgarantie - unterstellt man beispielsweise eine Inflationsrate von 2 %, dann beträgt in diesem Beispiel der reale Wertverlust knapp 20%! Der Sinn einer nominellen Kapitalgarantie ist demnach meiner Ansicht nach so oder so in Frage zu stellen. Ganz besonders trifft dies für Verträge mit einer langen Veranlagungsdauer (wie im Falle von PZV-Produkten) zu. Allerdings ist die gesetzlich vorgeschriebene Kapitalgarantie - auch wenn die Versicherungen dahingehend berechtigte Einwände haben - gerade in politisch unsicheren Zeiten absolut nachvollziehbar!

Der Produktanbieter könnte beispielsweise folgendermaßen vorzugehen:

1. Fixe Aufteilung

Um das zu verdeutlichen, stelle ich das Veranlagungsergebnis bei unterschiedlichen Zinsniveaus und einer unterschiedlichen Marktentwicklung dar. Im einfachsten Fall investiert der Kunde zu Beginn sowohl in eine sichere Veranlagung als auch in eine riskantere Veranlagung. Die sichere Veranlagung - meistens durch sogenannte Null-Kupon-Anleihen (Staatsanleihen) dargestellt - hat die essentielle Aufgabe, den garantierten Endwert (in unserem Fall 100 Euro) darzustellen. Wie viel Geld in diese Investition fließt, hängt vom aktuellen Zinsniveau ab. Bei entsprechend hohen Zinsen reicht ein geringerer Betrag aus, um auf das gewünschte Endergebnis zu kommen.



Der Kunde hat wie im Beispiel 1 ersichtlich den Nachteil, bei steigenden Aktienkursen nur partiell zu profitieren. Im Vergleich dazu hätte ein Anleger, der seine 100 Euro in die Aktien direkt investiert hätte, nach 10 Jahren einen Depotwert von 200 Euro. Im Beispiel 2 nehmen wir an, dass das Aktieninvestment am Ende lediglich 10 % des Ursprungswertes beträgt. Das sind keine Phantasiezahlen - einige Anleger, die ihr Geld beispielsweise in Aktien am neuen Markt investierten, können beispielsweise davon ein Lied singen. Die Zahlen schauen zugegebenermaßen nicht berühmt aus, aber im Vergleich zu einem Direktinvestment, welches zu einem Wertverlust von 90 % geführt hat, wäre wohl jeder Anleger froh und glücklich, im Vorfeld eine Kapitalgarantie abgeschlossen zu haben.

Bei PZV-Produkten ist eine fixe Aktienquote von 40% (mittlerweile nur mehr 30%) gesetzlich vorgeschrieben. Im dritten Teil der Blogserie möchte ich Ihnen darlegen, wie ein variables Modell - welches auch bei uns in der Security KAG eingesetzt wird - funktioniert …

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Michael Müller

Berater sind für die Kunden da
von Michael Müller, geschrieben am 12.08.2010 13:15

„Banken und Berater sollten wieder mehr für Kunden da sein!“ Diesen Ausspruch tätigte ein aktiver Marktbeobachter, der sich intensiv für nachhaltiges Arbeiten untereinander einsetzt. Er setzt mit den Worten „Banken & Berater“ eigentlich die gesamte Finanzindustrie in ein Boot und redet ihr zu, sich wieder auf ihre ursprüngliche Aufgabe zu besinnen: Jedes Produkt und jede Beratung muss für den Kunden einen messbaren Mehrwert liefern.

Können Sie das für Ihr Produkt und Ihre Dienstleitung ehrlich und aufrichtig bestätigen? Oft sind mir Produkte und Serviceleistungen in der Vergangenheit mehr als Selbstzweck erschienen. Ehrlich gesagt, hat wohl jeder in seiner Karriere auch solche Ideen und Projekte, von denen man sich viel versprochen hat und die dann letztendlich nicht eingeschlagen haben. Nicht erfolgreich waren diese, eben weil man sich nur selbst viel davon versprochen hat…

Viel zu selten wird bei der Planung vorerst an die Nutzenstiftung und an den Adressaten gedacht, sondern viel mehr zuerst die eigenen Ertragschancen bewertet. Erst anschliessend macht man sich Gedanken darüber, wie man das Ganze dann positioniert oder verkauft. Spätestens hier sprudelt dann die Kreativität und die Fülle an Gründen, warum unser Produkt/Dienstleistung einfach gekauft werden muss, ist nahezu endlos. Selbstkritisch sei angemerkt: Auch ich kann Ihnen hier einige passende Beispiele aus meiner eigenen Historie liefern und Sie vielleicht auch?

Wieder mehr für Kunden da sein, heißt ihnen „aufs Maul schauen“. Genau hin hören, was die waren Beweggründe für Kunden sind - diese sind sicher nicht Volatiliät, Sharp Ratio, Honorarverordnungen u.v.m. Da geht es viel mehr um Fragen, die nur Menschen mit Erfahrung und Empathie beantworten können: „Wem kann ich noch vertrauen?“ oder "Was bedeutet Sicherheit und Risiko für mich persönlich?“ oder „Wie kann ich mit meinem Geld vernünftig arbeiten?“

Unsere Aufgabe ist es Fragen zu beantworten und dadurch Sicherheit zu geben. Vertrauen schaffen in diese Branche und die darin arbeitenden Menschen. Gestern waren Zahlen und Statistiken bedeutend, heute zählen mehr denn je Gefühle und persönliche Beziehungen. Nach jedem Kundengespräch sollte dieser weniger Fragen als vorher haben. Wir sollten auch nur mehr über jene Dinge sprechen, die wir wirklich kennen und beherrschen. Damit fange ich dann schon mal an und Sie machen dann mit…

Eine schöne Definition von „Kompetenz“ lautet daher „die Fähigkeit besitzen, komplexe Dinge einfach darzustellen!“

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Martin Mikulik

Prognosen, Analysten und andere Irrtümer
von Martin Mikulik, geschrieben am 12.08.2010 12:40

Die Unternehmen verdienen weltweit wieder gut. Die Gewinnausweise für das 2. Quartal 2010 waren mehrheitlich positiv. Laut Bloomberg haben 60 % der Unternehmen im MSCI World Index positiv überrascht, wohingegen nur 28 % negativ auffielen (=mehr als 5 % vom erwarteten Quartalsergebnis abwichen).

Das ist zumindest die positive Seite. Was mir jedoch etwas sauer aufstößt ist, dass eben diese beiden Zahlen (positive + negative Überraschungen) aufaddiert 88 % ergeben. Das lässt den Schluss zu, dass nur 12 % der Unternehmen den erwarteten Ergebnisausweis im 2. Quartal lieferten. 88 % der Prognosen der Analysten waren falsch.

Jetzt stellt sich mir die Frage, warum man sich als Anleger überhaupt die Zeit nimmt, diese Erwartungen bzw. Aussichten bzw. Analysen von Aktienanalysten überhaupt zu lesen. 88 % stimmen ja ohnehin nicht, oder ?! Und das ist nicht ein Phänomen im 2. Quartal 2010, nein, es ist auch in den letzten Quartalen der Fall gewesen. Aber scheinbar hören die Anleger nach wie vor auf die Einschätzungen der Analysten, denn Unternehmen mit positiver Überraschung performen in der Woche nach der Veröffentlichung um ca. 5 % besser, als Unternehmen mit negativer Überraschung.

Ich kann den Investoren nur den Rat geben, sich nicht auf die Empfehlungen bzw. Analysen von Experten zu verlassen sondern mit einfachen Mitteln (Hausverstand, Grundrechnungsarten) sich eine Anlagestrategie zu entwerfen. Denn man sollte auch nicht vergessen: viele Analysen von großen Häusern mit eigenen Handelsbüchern sind nicht wirklich neutral sondern dienen häufig auch einem Zweck….

Wer also wissen möchte, was er zum Geburtstag geschenkt bekommt, sollte einen Aktienanalysten fragen - er ist für Überraschungen gut!

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Josef Obergantschnig

Das „Gwiax“ mit der Kapitalgarantie …
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 11.08.2010 10:11

In den vergangenen Tagen hat der Verein für Konsumenteninformation (= VKI ) gegen die dritte Säule der Altersversorgung - der sogenannten Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge (= PZV) - gewettert. Den Konsumentenschützern stößt sauer auf, dass viele kapitalgarantierte Produkte „tot“ sind. Das bedeutet im Wesentlichen für den Konsumenten, dass er am Ende der Laufzeit lediglich den garantierten Minimumbetrag (= Kapitalgarantie) erhalten wird. Es ist meiner Meinung nach allerdings nicht fair, sämtliche Produkte pauschal zu verteufeln und auch Versicherungsnehmer, die nicht ausgestoppt worden sind, zu verunsichern. Aus gegebenem Anlass möchte ich die wesentlichen Merkmale der Kapitalgarantie in diesem Blog darstellen.

Wie genau funktionieren sogenannte Kapitalgarantien?

Im Grunde kann man eine kapitalgarantierte Veranlagung für die herkömmlichen Modelle in zwei Teile untergliedern. Der Risikoteil - im Fall einer PZV ein Mischportfolio mit einem Aktienanteil von rund 40 % - hat die Aufgabe, für den Investor einen Mehrertrag gegenüber einer risikolosen Veranlagung zu erwirtschaften. Ist die Veranlagungsperiode durch einen Bullenmarkt gekennzeichnet, profitiert der Investor von den steigenden Wertpapierkursen. Die Kapitalgarantie ist in diesem Fall nur von theoretischer Bedeutung und hat demnach keinen Einfluss auf das Veranlagungsergebnis.

Sollte der Anleger innerhalb des Veranlagungszeitraums mit fallenden Kursen oder gar einem Börsencrash konfrontiert sein, gewinnt die Kapitalgarantie an Bedeutung. Zur Verdeutlichung versetzen wir uns dabei in die Lage des Garantiegebers, der dem Anleger am Ende einen garantierten Betrag ausbezahlen muss. Um dahingehende Risiken zu vermeiden und selbst für den Verlust aufkommen zu müssen, wird im Regelfall sukzessive in ein Sicherheitsportfolio umgeschichtet. Im Worst-Case-Szenario ist der Anleger nur mehr im Sicherheitsportfolio investiert und weiß daher bereits im Vorfeld, dass er am Laufzeitende lediglich den garantierten Betrag ausbezahlt bekommen wird. Ganz egal, was das zugrundeliegende Aktieninvestment für eine Performance aufweist.

Im zweiten Teil dieser Blog-Serie möchte ich Ihnen anhand eines praktischen Beispiels unterschiedliche Garantiemodelle darlegen …

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Stefan Winkler

Managen nur mehr Ratinggesellschaften?
von Stefan Winkler, geschrieben am 10.08.2010 17:20

Im Anleihenmanagement ist es wie in der Politik: Geht etwas schief, ist der Manager nie schuld. Nur während in der Politik mühsam Gutachten beauftragt werden müssen, hat es der Rentenmanager leichter: Er schiebt alles auf die Ratingagenturen.

Natürlich ist es verpönt auf Ratingagenturen zu hören. Nicht erst seit den groben Fehlleistungen wissen wir um Interessenskonflikte und mangelnde Aussagekraft. Doch wenn wir einen Blick in Managementvereinbarungen größerer Anleihenmandate werfen, wird uns deren Präsenz überdeutlich. Es gibt kaum einen Vertrag ohne schärfste Ratingklausel. Und obwohl uns erst jüngst die Machtlosigkeit von Moody´s und Co. vor Augen geführt wurde, bewirkte die gestiegene Unsicherheit eine noch restriktivere Handhabung. Doch soll der Rentenmanager von aller Verantwortung frei gesprochen werden?

Ich bin der Meinung: Nein!
Denn diese Entwicklung beschert uns ein neues Phänomen. Ratingagenturen beginnen indirekt Portfolios zu managen. Denn die scharfen Ratingbestimmungen in den Managementvereinbarungen und die große Anzahl an Ratingherabstufungen führen immer wieder zu erzwungenen Portfolioanpassungen. Hält die neue vorsichtige Ratingpolitik der Ratingagenturen weiter an, werden viele Portfolios komplett über den Haufen geworfen.

Das ist, als wenn ich zum Friseur ginge und er mir die Haare nur mehr kämmt. Denn das machen alle so, und so kann er mir meine Haare ja auch nicht verschneiden. Als Kunde wäre ich furchtbar unzufrieden.

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