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Martin Mikulik

BP - vom Musterknaben zum Übernahmekandidaten
von Martin Mikulik, geschrieben am 13.07.2010 09:34

Der Untergang der Ölplattform Deepwater Horizon und die damit verbundene Ölkatastrophe im Golf von Mexiko haben wieder zu heftigen Diskussionen über die Zukunft der Erdölindustrie geführt. BP galt plötzlich als das Synonym des schmutzigen Ölgeschäfts, gegen das auch die US-Regierung vehement vorgehen muss.

Dabei galt BP davor jedoch unter Kennern immer als Ölproduzent, der eigentlich großen Wert auf Umweltschutz bzw. auch in die Entwicklung alternativer Energien legte. Das Unternehmen galt auch bei Nachhaltigkeitsexperten als „Best in Class“. Dies ist ja nur logisch, denn die Ölbranche weiß, dass ihr Geschäft irgendwann einmal „versiegen“ wird. Es ist nur logisch, dass genau diese Unternehmen sich einen Plan B zurecht legen und in die Entwicklung von Alternativen investieren.

Jetzt habe ich heute jedoch einen Artikel gelesen, der mich etwas beunruhigt. BP hat ja bekanntlich Zahlungsschwierigkeiten, da die Beseitigung der Schäden durch die Ölkatastrophe horrende Mittel verschlingt. Nun gibt es schon einige Interessenten für den britischen Ölkonzern - nämlich aus - ja Sie erraten es wahrscheinlich schon: aus den USA. Die Übernahmebehörde in Washington hat schon grünes Licht gegeben, dass Exxon (Sie erinnern sich vielleicht noch an die Ölkatastrohpe der Exxon Valdez vor Alaska) oder Chevron eine Übernahme von BP in die Wege leiten können.

Jetzt haben wir auf der einen Seite die US Regierung, die alles unternimmt, um BP zur Zahlung möglichst hoher Summen zu zwingen und auf der anderen Seite US-Ölkonzerne, die eine einmalige Gelegenheit wittern, einen europäischen Konkurrenten (günstig) zu übernehmen…

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at

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Josef Obergantschnig

Die Stunde der Scharlatane …
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 12.07.2010 15:21

Robert Perchter - ein US-Wirtschaftsberater - ist einer der größten Pessimisten unserer Zeit. Jüngst hat er mit der „Horror-Meldung“, dass der Aktienmarkt in den nächsten sechs Jahren kollabieren und rund 90% an Wert einbüßen wird, auf sich aufmerksam. Der studierte Psychologe geht davon aus, dass sämtliche Krisen gewissen Mustern folgen. Seine Prognosen beruhen auf den sogenannten „Elliott Waves“, die in der Finanzwelt nur bedingt anerkannt werden. Kurz und prägnant formuliert er sein Horrorszenario:

„Wenn ich recht habe, wird das so ein Schock, dass die Leute noch ihren Großenkeln in vielen Jahren sagen werden: ´Hände weg von den Aktien!´“

ODER…

"Ich sage: 'Der Winter kommt. Kauf Dir einen Mantel!' Andere sagen den Leuten, sie sollen nackt bleiben. Wenn ich mich irre, tut Dir das nicht weh. Wenn sie sich irren, bist Du tot."

Robert Perchters Einschätzung, dass Psychologie an den Kapitalmärkten eine nicht zu vernachlässigende Rolle einnimmt, ist sicher nicht von der Hand zu weisen.

...ABER…

Wie wir alle wissen, haben Märkte ein „Eigenleben“ und viele unvorhersehbare Ereignisse können die Kurse maßgeblich beeinflussen. Meiner Ansicht nach ist es nicht möglich, den Aktienkurs in einer Woche zu prognostizieren - eine langfristige Prognose ist laut meiner Erfahrung nach demnach nur „Kaffeesudlesen“.

Diese düstere Prognose erinnert mich ein bisschen an Heiko Thieme, der erstmals das Dow-Jones Kursziel von 10.000 Punkten in den Mund nahm und lautstark hinausposaunte. Nach dem Erreichen des Kursziels wurde Thieme gefeiert und war gern gesehener Gastredner. Nach dem „kurzen“ Hype um seine Person musste er aber deutlich Federn lassen. Er prognostizierte beispielsweise vor der Immobilienkrise einen weiteren Anstieg des Dow Jones auf zumindest 30.000 Punkte. Anleger, die aufgrund seiner Aktienempfehlungen investierten, erlebten teilweise ihr blaues Wunder. Er empfahl beispielsweise bis Ende August 2008 den Versicherungsriesen AIG, die Investoren bekanntlich einen Totalverlust bescherten.

Um in der Fachwelt irgendwie Akzeptanz zu finden, ist es von Nöten, mutige Prognosen zu tätigen. Nur so ist es möglich, Kult-Status zu erreichen, da man im Vorfeld meist alleine dasteht und von Experten lediglich mit einem mitleidigen Lächeln oder einem verständnislosen Kopfschütteln bedacht wird. Nichts desto trotz werfe ich hiermit meine guten Vorsätze über Bord und treffe für die Nachwelt festgehalten folgende Prognose:

„Im kommenden Jahrzehnt sind Aktien die mit Abstand attraktivste Assetklasse. Der Dow-Jones wird bis 2020 zumindest die 25.000-Punkte Marke übersteigen.“

Ich hoffe hiermit, dass auch ich in den Zwanzigern häufig als Gastredner und Börsenexperte gebucht werde  Sollte meine Prognose, wie ehrlicherweise fast zu erwarten ist, nicht eintreffen, habe ich nichts verloren - denn wer liest meinen Blog vom Juli 2010 im Jahr 2020?

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at

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Stefan Winkler

Dem Kunden zum Wohle!?
von Stefan Winkler, geschrieben am 07.07.2010 19:06

Ich persönlich nehme es mit Veranlagungsfragen sehr genau. In meiner beruflichen Tätigkeit wäre alles andere grob fahrlässig. Anders sieht es hingegen beim Hobbyinvestor aus - manchmal zumindest scheint es so.

Ein neues OGH Urteil stuft ein vereinbartes Kündigungsrecht einer österreichischen Bankenanleihe als gröblich benachteiligend, rechtswidrig und letztendlich als unwirksam ein. Interessant dabei ist, dass die nicht alltägliche Zinsanpassung in der Ausgestaltung eines Snowball Floaters keinen Unmut erregte. Vielleicht liegt das daran, dass durch diese Konstruktion dem Kunden attraktive Zinsgewinne erwachsen wären.

Bleiben wir vorerst noch beim „wären“. Schließlich kündigte die Bank die Anleihe nach einem Jahr und der Kunde konnte sich seine Zinshoffnungen für die folgenden acht Jahre (vorerst) aufzeichnen. Aber bekanntlich kommt es anders als man denkt - und das oben erwähnte „zu Papier bringen“ dieser Zinshoffnung könnte sich durchaus lohnen. Denn nach Einstufung der Rechtswidrigkeit des Kündigungsrechtes wird derzeit ein außergerichtlicher Vergleich angestrebt, der natürlich diese Zinsen berücksichtigen wird.

Wenn sich auch dieses Investment für den Kunden als Glücksfall zu erweisen scheint, verbleibt für alle ein bitterer Nebengeschmack. Für den Kunden impliziert dieses Urteil, dass er nicht dazu fähig ist, Rechtsgeschäfte mäßiger Komplexität zu verstehen. Die Bank wird die mangelnde Rechtssicherheit beklagen, welche ein Stützpfeiler aller täglichen Geschäfte ist - und natürlich den finanziellen Schaden.

Vielleicht lehne ich mich hier zu weit aus dem Fenster, aber ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass strukturierte Produkte zu oft zu hohe Margen für den Anbieter und eine viel zu nette Story für den Kunden bieten. Und diese Konstellation führt viel zu häufig zu Geschäftsabschlüssen. Dass immer wieder Reibungen auftreten, ist kaum verwunderlich. Schließlich haben wir hier schon längst den Bereich seriöser Veranlagung verlassen. Oder sind etwa Sie der Meinung, dass jemand einen Callable Snowball Floater wirklich braucht?

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Michael Müller

Wir leben in Dschungelmärkten
von Michael Müller, geschrieben am 07.07.2010 12:33

Letztens durfte ich einem Kongress des Zukunftsforschers Matthias Horx beiwohnen, in dem viele Trends in Beratung und Verkauf besprochen wurden. Ein interessantes Bild wurde mit dem Vergleich der bisherigen und aktuellen Märkte gezeichnet:

In der Vergangenheit waren wir „Steppenmärkte“ gewohnt. Egal wo man gerade steht, hat man einen guten Überblick. Man sieht eventuelle Gefahren rechtzeitig und das Ziel des Weges oder der Horizont ist immer in Sicht. Auch wenn ein Unwetter aufzieht ist es meist schon von Weitem zu erkennen und man kann rechtzeitig Vorsorge treffen.

Auch wenn sich eine andere Person nähert, kann man diese bereits erkennen und man hat Zeit sie zu beobachten. Man kann sich ein Bild machen und so die mögliche Vorgehensweise abschätzen. Meist erkennt man so rechtzeitig eine gute oder schlechte Absicht, ist auch hier gewappnet und entsprechend vorbereitet.

Aktuell leben wir allerdings in „Dschungelmärkten“. Egal wo man steht, ist der Blick meist verhangen. Der große Überblick fehlt und auch das Ziel hat man schon aus den Augen verloren. Jederzeit kann hinter dem nächsten Busch tödliche Gefahr lauern und man muss immer rasch reagieren. Die Zeit sich vorzubereiten um das Gegenüber ausreichend abzuschätzen fehlt. Meist lässt sich Freund und Feind auch nur mehr schwer auseinander halten.

Dies zeigt auch die aktuelle Beobachtung der jüngsten Vergangenheit und betrifft Jeden, egal ob Kunde, Berater oder Produktanbieter: Egal wie gut man aufgestellt war, der Sturm im Dschungel konnte Jeden treffen. Selbst jene, die wirtschaftlich kerngesund waren konnten lebensgefährlich verletzt werden. Oft hat der Sturm manche niedergestreckt von denen man es wohl nie erwartet hätte, andererseits haben andere wieder Schutz in Höhlen gefunden, die sie bei Schönwetter wohl nie aufgesucht hätten.

Wer hat das Unwetter im Dschungel am besten überlebt? Jene die flexibel und flink waren. Jene die immer eine sichere Höhle hatten und nie das gesamte Hab und Gut der Gefahr des Dschungels ausgesetzt haben. Jene, die immer nur die bewährten und seit Generationen überlieferten Pfade beschritten haben und sich nicht brutal mit dem Buschmesser versucht haben neue Wege frei zu schlagen.

Jetzt ist der Sturm vorbei und der Dschungel ist wieder ein wenig übersichtlicher geworden. Jene die noch stehen, sind weniger geworden, aber sie können sich erkennen und sollten aufeinander zugehen. Sich überlegen ob sie zur allgemeinen Sicherheit gemeinsame Höhlen bauen und bewirtschaften sollten. In jedem Fall die bisherige Art des „Jagens“ überdenken und nur mehr in Gruppen durch den Dschungel streifen. Die eigenen Stärken in die Gruppe einbringen und dankbar sein, dass die eigenen Schwächen von anderen Teilnehmern der Allianz ausgeglichen werden.

Wie viele werden zu diesem Schritt wirklich in der Lage sein? Zu Viele verschwinden schon wieder im Dickicht, schlagen sich ihre eigenen gefährlichen Wege und gefährden dadurch das Wohl der Allgemeinheit. Hoffentlich sorgt die Kraft der vernünftigen Mehrheit dafür, dass wir zumindest einen ruhigen Sommer erleben dürfen - bevor der nächste „Sturm im Dschungel“ kommt…

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Martin Mikulik

Trotz Krise sind nach wie vor Marktschreier unterwegs
von Martin Mikulik, geschrieben am 07.07.2010 11:52

Jüngst konnte ich in einem anerkannten Branchenmagazin ein Interview eines Versicherungsanbieters über eine Indexgebundene Lebensversicherung lesen. Und ich erschauderte, was den Kunden hier als „Sicherheit“ verkauft wird.

Zur Erinnerung: während der Finanzkrise sind erstrangige Bankenanleihen um 8-10 % an Wert gesunken, da die Bonität von Banken stark in Frage gestellt wurde. Nun haben Banken auch nachrangige Anleihen begeben, welche dementsprechend stärker in Mitleidenschaft gezogen Kursverluste von zumindest 20 - 30 % (je nach Laufzeit) hinnehmen mussten.



Wertentwicklung einer nachrangigen Anleihe während der Krise

Jetzt verkauft eine namhafte österreichische Versicherung eine Indexgebundene Lebensversicherung mit Basis genau einer solchen nachrangigen Bankenanleihe und gibt folgendes Statement ab: „….Die Kapitalgarantie erfolgt durch Veranlagung in einer nachrangigen Anleihe der xxx Bank und gilt zum Ende des Laufzeit des Vertrages. Somit kann der Anlager sichergehen, (…) nach zwölf Jahren eine garantierte Auszahlung von XXX Euro zu erhalten“.

Jetzt stellt sich mir die Frage, was man sich bei so einem Produkt denkt. Zugegeben, die Rendite ist natürlich höher. Aber zum Ersten verpackt in ein Versicherungsprodukt würde dies auch sehr konservative Anleger dazu verleiten, in dieses Produkt zu investieren - Anleger, die normalerweise nie daran denken würden, in eine nachrangige Bankenanleihe zu investieren. Zum Zweiten sind diese Aussagen zur Sicherheit sehr fragwürdig, denn wenn man die Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls einer nachrangigen Bankanleihe auf 12 Jahre kumuliert wird man überrascht sein, mit welcher hohen Wahrscheinlichkeit diese Anleihe nicht bedient werden kann (je nach Emittent im Schnitt ca. 20 %).

Ich halte es daher für äußerst bedenklich, wenn Versicherungsprodukte für solche Instrumente „missbraucht“ werden und somit der Ruf der als sicher geltenden Lebensversicherung damit gefährdet wird.

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Stefan Winkler

Das Kreuz mit den Rückrechungen
von Stefan Winkler, geschrieben am 02.07.2010 11:51

Haben Sie schon jemals eine Rückrechnung gesehen, die schlecht ausgesehen hat? Ich nicht. Und ist Ihnen aufgefallen, dass nicht selten genau diese DER Beweis für das Funktionieren sein sollen? Hier sollten wir uns vor Augen halten, dass „schöne“ Rückrechnungen recht einfach zu bewerkstelligen sind.

Ob solche Strategien dann wirklich funktionieren, hängt vom Zufall ab. Solche, die im Echttest versagen, verschwinden meist still und heimlich vom Markt, die anderen aber sind die großen Gewinner. Das führt in unserer Branche zu Zauberformeln, Superstars und zu Gurus, deren Worte wie Wahrheit aufgesogen werden.

Rückrechnungen sind nicht per se schlecht. Leider scheinen diese aber zu einer Selbstverständlichkeit bei der Beurteilung von Strategien geworden zu sein. Diesen Stellenwert haben sie aber nicht verdient. Denn nicht umsonst finden Sie in jedem Risikohinweis: „Hinweise auf die frühere Performance garantieren nicht notwendigerweise positive Entwicklungen in der Zukunft“ - oder zumindest so ähnlich.

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Martin Mikulik

Wie Amerika ungeschminkt aussieht: Schuldenkrise USA Hintergrundaufnahme
von Martin Mikulik, geschrieben am 02.07.2010 10:59

Diese Woche habe ich ein interessantes Research der WGZ-Bank erhalten, in welchem diese gegenwärtige Probleme in Amerika pointiert darstellt. Hierbei wird bewusst auf die Kehrseite der Medaillie verwiesen. In diesem Blog möchte ich die Kernaussagen der Studie unseren Lesern zur Verfügung stellen:

1.) 2010 nimmt die US-Regierung fast so viele Schulden auf wie der Rest derWelt zusammen. Washingtons Anteil liegt bei 45 Prozent, der deutsche bei fünf Prozent. (Quelle: International Monetary Fund)

2.) Die Gesamtverbindlichkeiten der Vereinigten Staaten (inklusive Firmen- und Privatschulden) haben 360 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreicht. (Quelle: Pimco)

3.) 33 von 50 US-Bundesstaaten sind nicht mehr in der Lage, Arbeitslosenunterstützung zu zahlen. Die Fonds sind aufgebraucht. (Quelle: National Employment LawProject)

4.) Die Krise im privaten Häusermarktweitet sich aus: Experten rechnen trotz milliardenschwerer Stützungsaktionen in diesem Jahr mit 3,8 Millionen Zwangsvollstreckungen, 36 Prozentmehr als im Vorjahr. (Quelle: Realty Trac)

5.) Die Preise von Gewerbeimmobilien sind seit 2007 ummehr als 40 Prozent gefallen, fast jedes fünfte Bürohaus im Land steht leer. 1,4 Billionen Dollar an Darlehen müssen bis 2014 refinanziert werden. (Quelle: Congressional Oversight Panel)

6.) Im ersten Quartal 2010 gab es 388.000 Privatinsolvenzen, so viele wie noch nie seit Verschärfung des Konkursrechts 2005. Die Zahl der Anmeldungen liegt rund 15 Prozent höher als 2009. (Quelle: American Bankruptcy Institute)

7.) Offiziell wird die Arbeitslosenratemit 9,7 Prozent angegeben. Die Quote der erwerbsfähigen Amerikaner, die in der vergangenen Woche arbeitslos oder unterbeschäftigt waren, liegt jedoch bei 18,4 Prozent - also fast doppelt so hoch. (Quelle: Gallup)

8.) Knapp 40 Millionen Amerikaner sind auf Essensmarken des Landwirtschaftsministeriums angewiesen, etwa jeder achte Bürger. Experten erwarten einen Anstieg auf mehr als 43 Millionen in 2011. (Quelle: U.S. Department of Agriculture)

9.) Die Schere zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander: Zwei Drittel der Einkommenszuwächse zwischen 2002 und 2007 landeten bei einem Prozent der Bevölkerung: den Superreichen. (Quelle: Piketty/Saez-Studie, Universität Berkeley)

10.) In diesem Jahr wird das Sozialversicherungssystem zum ersten Mal mehr Beiträge auszahlen, als es an Steuern einnimmt. Das sollte eigentlich erst 2016 eintreten. (Quelle: US-Kongress)

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Josef Obergantschnig

Aktieninvestment - antizyklisches investieren???
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 02.07.2010 09:50

Aktuell will niemand etwas von einem Aktieninvestment wissen. Die renommierten Indizes mussten in den vergangenen Tagen und Wochen deutlich Federn lassen. Dies wird meiner Ansicht am häufigsten mit der angespannten finanziellen Situation vieler Nationalstaaten, allen voran der sogenannten PIGS-Staaten, das sind Portugal, Irland, Griechenland und Spanien, begründet. Das sind definitiv nicht unberechtigte Sorgen. Meiner Erfahrung nach macht es sich langfristig aber durchaus bezahlt, nicht immer wie ein Lemming der Masse hinterher zu schwimmen, sondern aufgrund seiner Ratio Chancen und Risiken einzelne Investmentmöglichkeiten abzuwägen. Ich möchte in diesem Blog einen Stilbruch begehen (zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt) und drei Gründe anführen, warum meiner Einschätzung nach ein Aktieninvestment nicht unattraktiv erscheint:

1. Unternehmensgewinne

Die Unternehmensgewinne sind auch im 2. Quartal deutlich angestiegen und konnten die Analystenprognosen trotz der hohen Erwartungen übertreffen. Die Erholung erfolgt auf breiter Front. Dies manifestiert sich beispielsweise dadurch, dass rund 70 % der im MSCI World gewichteten Unternehmen ein positives Wachstum gegenüber dem Vorjahr aufweisen und rund zwei Drittel der Unternehmen positiv überraschten. Zudem wird die Entwicklung entgegen der vergangenen Quartale durch steigende Unternehmensumsätze untermauert. Die Umsätze der MSCI Unternehmen sind innerhalb des vergangenen Jahres um knapp 13 % angestiegen.

2. Frühindikatoren

Diverse Frühindikatoren dies und jenseits des Atlantiks kündigen bereits eine Erholung der wirtschaftlichen Situation an. Es ist zwar unbestritten, dass die Wachstumszahlen vor der Finanzkrise aufgrund der hohen Staatsverschuldung mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreicht werden können, allerdings wird für die Weltwirtschaft im aktuellen Kalenderjahr ein Wirtschaftswachstum von mehr als 4 % vorausgesagt. Das deutsche Ifo-Institut geht sogar noch einen Schritt weiter. Die im Juni veröffentlichte Konjunkturuhr für Deutschland, die aufgrund der Beurteilung der Geschäftslage und der Erwartungen für die nächsten 6 Monate die Situation der Wirtschaft widerspiegelt, prophezeit eine Boomphase.

3. Bewertung Aktienmärkte

Die internationalen Aktienmärkte sind im historischen Vergleich durchaus billig bewertet. Der S&P 500 beispielsweise weist aktuell das niedrigste KGV seit Beginn der 90-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts auf. Zudem wird das KGV oft dazu herangezogen, die Risikoprämie zu ermitteln. Um das zu verdeutlichen, möchte ich anhand des S&P 500 die sogenannte Earnings-Yield und darauf basierend die Risikoprämie berechnen.

Das geschätzte KGV des S&P 500 per Jahresende beträgt aktuell rund 12,50. Dies entspricht einer Earnings-Yield von ca. 8,00 % (Berechnung: 100 : 12,50 = 8,00). Der ermittelte Wert kann jetzt mit der Rendite einer risikolosen Veranlagung verglichen werden. Nehmen wir in unserem Beispiel dazu die Rendite eines 10jährigen amerikanischen Treasury-Bonds, die gegenwärtig bei rund 2,91% liegt. Die aktuelle Risikoprämie beträgt in diesem Fall 5,09 % (8,00 % - 2,91% = 5,09 %).

Zudem ist es erwähnenswert, dass die aktuellen Dividendenrenditen meiner Ansicht nach attraktiv sind. In Europa (FTSE Europe) beträgt sie gegenwärtig knapp 4 % und damit deutlich mehr als eine vergleichbare risikolose Veranlagung (z.B. deutsche Staatsanleihen). Eines sollten die Anleger auch nicht vergessen. Viele Assetklassen, die in den Medien aktuell zum Kauf empfohlen werden, befinden sich aktuell nahe den Höchstständen (z.B. Gold). Aktien notieren dagegen noch deutlich unter den historischen Höchstständen (z.B. MSCI World rund 39%).

Ich kann Ihnen natürlich nicht vorhersagen, ob die Aktienkurse in den kommenden Wochen und Monaten steigen oder fallen werden. Aufgrund meiner rationalen Einschätzung spricht allerdings viel für ein Aktieninvestment. Abschließen möchte ich meinen Blog mit einem Zitat von Isaac Newton, der die Problematik folgendermaßen pointiert auf den Punkt bringt:

„Ich kann die Bahn der Himmelskörper auf Zentimeter und Sekunden genau berechnen, aber nicht, wohin die verrückte Menge einen Börsenkurs treiben kann.“

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Michael Müller

Service is success
von Michael Müller, geschrieben am 01.07.2010 15:56

Alle reden darüber - nur wenige tun es! Viel zu oft wird der Kunde mit Selbstverständlichkeiten gelangweilt, selten wird er wirklich begeistert. Glauben Sie mir, wenn Sie Ihn begeistern dann erzählt er es selbst begeistert weiter! Genauso wie ich Ihnen nun ein tolles „Service-Erlebnis“ schildern werde:

Letztens war ich Wr. Neustadt und wollte mein Auto - einen VW Passat, der mich seit 120.000 Kilometer noch nie im Stich gelassen hat - in Betrieb nehmen. Leider lies sich die Feststellbremse nicht mehr lösen, dies ist ein Knopf im Armaturenbrett der nicht mehr reagierte. An ein Wegfahren war nicht zu denken. Darauf hin rief ich die zentrale VW-Servicenummer an und es hebt auch sofort jemand ab!

Es werden meine Daten aufgenommen und ein rascher Rückruf versprochen. Schon nach wenigen Minuten meldet sich dann der Werkstattmeister von der VW-Werkstatt in Wr. Neustadt und verspricht einen mobilen Techniker vorbeizuschicken. Nach 20 Minuten steigt ein freundlicher junger Mann aus und macht sich am Bordcomputer und der Technik zu schaffen. Nach wenigen Minuten erkennt, daß der Schaden nicht vor Ort gelöst werden kann und fordert telefonisch einen Abschleppwagen an.

Und wieder ca. 15 Minuten später fährt der Abschleppwagen vor, hebt meinen Wagen auf die Ladefläche, lädt mich in die Fahrerkabine und wir fahren zu „Porsche Wr. Neustadt“. Bis hier hat die ganz Geschichte erst circa eine Stunde gedauert. Es war schon später Nachmittag, ich konnte mein Fahrzeug nicht bewegen, musste aber am Abend aber wieder in Wien sein…

Jetzt geht’s los: In der Werkstatt angekommen wurden meine Daten in Rekordzeit aufgenommen, denn ich war natürlich noch nie länger in Wr. Neustadt und schon gar nicht in einer Autowerkstatt. Dann wurde ich in den Wartebereich geführt, der einer Lobby eines Viersterne-Hotels glich. Mit mehreren Ledersitzgruppen, einer Klimaanlage (bei 34 Grad Außentemperatur sehr wichtig!) den neuesten Tageszeitungen und Magazinen. Zusätzlich wurde ein Kaffee spendiert und es gab auch ein Kuchenbuffet!

Nach der ersten Stärkung blickte ich mich um und entdeckte noch einen großen Flatscreen mit TV-Programm und eine kostenlose Internetstation. Hier könnte ich problemlos 1-2 Stunden auf die Reparatur meines Autos warten. Gerade begann ein WM-Spiel und ich lauschte dem Chefanalytiker Herbert Prohaska, als der Werkmeister mit einem Autoschlüssel kam um zu verkünden, daß es fertig sei. In Anbetracht der Umstände hätten die sich ruhig noch ein wenig Zeit lassen können…

Der Techniker erklärt mir was alles repariert wurde und überreicht mir den Schlüssel zu meinem Auto, welches direkt vor die Tür im Schatten geparkt wurde. Beim Einsteigen bemerke ich eine Veränderung: Es wurde auch noch gewaschen! Auf meinen Dank hin wurde mir entgegnet: „Das ist ja selbstverständlich!“

Liebe Kollegen, nochmals: Ich bin kein Stammkunde, hatte einen unvorgesehenen Notfall und alles wurde in einer Gesamtzeit von circa 2 Stunden abgewickelt. Da empfiehlt man gern „Porsche Wr. Neustadt“ als Service-Highlight weiter. Insbesondere, da der unmittelbare Vergleich besonders stark wiegt.

Am folgenden Tag wollte ich einen schon länger geplanten Service-Termin bei meiner Stammwerkstatt, wo ich seit vier Jahren Stammkunde bin, vereinbaren: Ich rufe meinen Serviceberater an, der gerade auf der anderen Telefonleitung spricht. Ich hinterlasse meinen Namen, Telefonnummer und Grund meines Anrufes. Nach vier Stunden Wartezeit will ich telefonisch nachfassen und erfahre, dass er schon nach Hause gegangen ist. Er wird sich vielleicht morgen bei mir melden, mal sehen… Oder soll ich doch nach Wr. Neustadt fahren?

Also langweilen wir unsere Kunden nicht mit Selbstverständlichkeiten, sondern überlegen wir gemeinsam an diesem Beispiel, was wir unseren Kunden an Service-Erlebnissen bieten können, damit dieser uns genauso begeistert weiterempfehlen wird ich es tue. Hatte ich den Namen der Werkstatt, nämlich „Porsche Wr. Neustadt“ schon erwähnt…

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Dieter Rom

Grichenland - Ein Weg aus den Schulden?
von Dieter Rom, geschrieben am 28.06.2010 11:01

Langlaufende griechische Staatsanleihen notieren für Nominale 100,-- unter 50,--. Ist die Finanzkrise für Griechenland damit beendet bzw. wie smart ist die EZB?

Griechenland verfügt per 31.12.2010 über Staatsschulden in der Höhe von 273 Mrd. EUR, dies sind 115,1 % der Wirtschaftsleistung. Der Markt bewertet die Schulden derzeit mit 50 %. Zu Marktpreisen sind die Schulden damit nur mehr 136,5 Mrd EUR wert (57,6 %) der Wirtschaftsleistung wert. Die Eurozone hat im Schnitt 78,70 (die USA 88 %) der Wirtschaftsleistung Schulden.

Der Markt geht somit von einem Haircut (Ausgleichsquote) von 50 % für Griechenland aus. Danach wäre Griechenland eines der Länder mit der geringsten Staatsverschuldung im EUR-Raum. Kann dies erreicht werden?

Der Jolly Joker in diesem Spiel ist die Europäische Zentralbank. Kauft die EZB 100 Mrd. Griechenlandschulden zu 50 % am Markt retour und gibt die EU im Rahmen des bereits beschlossenen Hilfpaketes 50 Mrd. EUR Kredit fällt die Staatsverschuldung auf 94 % der Wirtschaftsleistung.

Auf diese Weise könnte die Staatsschuld Griechenlands ohne Kosten der Steuerzahler reduziert und auf ein nachhaltiges Niveau gebracht werden. Dies ändert aber nichts an der Notwendigkeit der Sparpakete in Griechenland um in Zukunft eine vernünftige und nachhaltige Budgetstruktur zu haben.

So eine Vorgangsweise würde zusätzlich die Refinanzierungskosten aller "schwachen" EU Länder reduzieren, da der Markt es sich gut überlegen müsste gegen eine smarte Notenbank zu spekulieren. Ich hoffe für diesen Fall dass die Europäer endlich einmal die Regeln des Finanzmarktes zu europäischen Gunsten ausnutzen (Hier können wir uns ein Beispiel an den Amerikanern nehmen).

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: dieter.rom@securitykag.at

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