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Josef Obergantschnig

Sind Unternehmen die besseren Schuldner?
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 07.05.2010 11:12



Südeuropäische Staaten, allen voran Griechenland, sind gegenwärtig medial sehr präsent und beherrschen aufgrund der Schuldenproblematik die Wirtschaftsschlagzeilen. Die sogenannten Credit Default Swaps (CDS) stellen eine Art Versicherungsprämie dar, gegen die sich der Investor gegen einen Ausfall eines Schuldners versichern kann. Diese Prämien sind aufgrund der anhaltend hohen Unsicherheiten auf ein Rekordhoch angestiegen. Um sich beispielsweise gegen einen Ausfall von Griechenland innerhalb der nächsten 12 Monate abzusichern, muss man derzeit 1277 Basispunkte an Prämie bezahlen. Der Versicherungsbetrag für 1 Million Euro beträgt demnach 127.700 Euro p.a.. Die Risikoaufschläge haben sich auch für die anderen „Problemstaaten“ der Eurozone deutlich ausgeweitet. Portugal notiert aktuell bei 494 Basispunkten, Spanien bei 212 und Italien bei 207 Basispunkten. Aufgrund dessen ist ersichtlich, dass die Finanzmärkte die Situation in diesen Ländern deutlich besser als für Griechenland einschätzt. Im Vergleich dazu kann man sich gegenwärtig gegen einen Ausfall Österreichs mit einer Prämie von 41 Basispunkten absichern.

Wenn man die Risikoaufschläge der europäischen Staaten mit den der Unternehmen, die im Dow Jones Euro-Stoxx-50 notieren, vergleicht, wird man verblüfft feststellen, dass hier die Risikoaufschläge deutlich geringer sind. Spanische Banken weisen derzeit die höchsten CDS-Spreads auf. Um sich gegen einen Ausfall der Banco Bilbao oder Santander abzusichern, muss derzeit eine Prämie von 196 respektive 171 Basispunkte bezahlt werden. Auch österreichische Banken notieren auf einen deutlich tieferen Niveau (Raiffeisen: 135 Basispunkte, Bawag: 124 Basispunkte, Erste Group 117 Basispunkte).

Die Frage drängt sich auf, ob nun Unternehmen wirklich die „besseren“ Schuldner sind als die Staaten. Meiner Meinung lautet die Antwort - bedingt JA. Ich glaube, dass die Politiker der Staaten alles daran setzten werden, den Bürgern und damit auch den Wählern eine Schuldenrestrukturierung oder einen Zahlungsausfall zu ersparen. Nehmen wir zum Beispiel Argentinien. Bisher ist lediglich der argentinische „Pesosparer“ im Zuge der Schuldenkrise ungeschoren davongekommen, wohingegen internationale Investoren beispielsweise durch eine Restrukturierung des argentinischen Schuldenbergs zur Kassa gebeten wurden. In diesem Zusammenhang möchte ich nochmals auf die USA verweisen. Der Anteil „ausländischer Kreditgeber“ ist seit der Jahrtausendwende von 18% auf 30% angestiegen. Dies sollte vor allem den großen Investoren zu denken geben.

Zudem ist noch zu erwähnen, dass die Staaten enorme Summe zur Konjunkturbelebung investiert haben und sich dadurch die Verschuldung deutlich erhöht hat. Die Unternehmen konnten sich in den vergangenen Jahren restrukturieren, „überflüssigen“ Ballast abwerfen und schreiben zu großen Teilen wieder Gewinne. Durch die Restrukturierung hat sich die Arbeitslosenquote deutlich verschlechtert - dadurch sind die Staaten mit höheren Sozialausgaben konfrontiert, die wiederum auf das Budget drücken.

Unternehmen sind zu großen Teilen global aufgestellt. Sollte jetzt wirklich ein Land Pleite gehen, würde es für einen internationalen Konzern nicht unbedingt bedeuten, ebenfalls in die Insolvenz zu schlittern. Für ausschließlich national tätige Unternehmen wären die Folgen allerdings fatal.

Paradoxerweise haben sich die Staaten gegen die Krise gestemmt, die Unternehmen - allen voran den Bankensektor - unterstützt und damit einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung geleistet. Süffisant formuliert rettet der „Bonitätsschwache“ sozusagen den „Bonitätsstarken“ …

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at

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Johannes Szoncso

Griechenland - Helfen oder nicht?
von Johannes Szoncso, geschrieben am 04.05.2010 13:53

In den letzten Tagen wurde die Hilfssumme für Griechenland festgelegt. 110 Milliarden Euro sind, bei ca. 11 Mill. Einwohnern, 10000 Euro pro Kopf.

Nun ist es natürlich nicht so, dass die EU Staaten so viel Geld übrig hätten, um Griechenland diese enorme Summe zu übergeben. Trotzdem haben sich die Staaten relativ schnell dazu entschlossen, zu helfen.

Aber warum? Sind die restlichen EU-Länder einfach so sozial und nett?

Natürlich nicht. Hier ist, wie immer, jeder auf seinen eigenen Vorteil aus. Es ist offensichtlich, dass es Griechenland nicht allein geschafft hätte. Ohne Hilfe müssten sie die Zahlungsunfähigkeit erklären, was weitreichende Folgen hätte.

Die erste logische Folge wäre, dass die griechischen Banken allesamt pleite gehen würden. Jeder der kann würde Gelder aus Griechenland abziehen (sofern noch vorhanden…) Die europäische Bankenlandschaft würde, allein durch ihre Griechenlandengagements von einem weiteren massiven Schlag erschüttert werden. Jeder der wissentlich und unwissentlich in griechischen Staatsanleihen engagiert wäre, würde enorme Verluste erleiden.

Der Euro würde massiv unter Druck geraten, auch andere Eurostaaten würden bald große Probleme bekommen, sich zu halbwegs günstigen Kosten zu refinanzieren.
Ein griechischer Totalausfall könnte durchaus in weiterer Folge das Ende des Euro und damit das Ende der EU bedeuten.



Meiner Ansicht nach war es eine weisere Entscheidung zu helfen, als es nicht zu tun. Hätte Griechenland heute noch Drachmen und würde die Währung aufgrund der vorherrschenden Situation stark abwerten, so würden auch einige Staaten drauf zahlen, allen voran die EU-Staaten. Warum? Weil die griechische Staatsschuld bzw. die griechischen Anleihen auch in Drachmen notieren würden. Wenn die Drachme also so stark abwertet, würden die Anleihen für die Gläubiger mit einem Schlag weniger wert, obwohl sie dieselbe Menge Drachmen zurück bekommen wie ursprünglich eingesetzt.

Eine Abwertung wäre also genauso auf Kosten anderer wie das Hilfspaket.

Viele Stimmen meinen, Griechenland bräuchte doch nur aus freien Stücken die Eurozone verlassen und die Drachmen wieder einführen. Dann könnten sie abwerten und die ganze Sache wäre aus der Welt. Ein schönes Szenario, doch leider nicht so einfach wie behauptet. Denn Griechenland hat seine gesamten Staatsschulden nicht in Drachmen gemacht, sondern in Euro. Zunächst müsste man also alle Euroanleihen in Drachmenanleihen umwandeln, bevor die so wirkungsvolle Abwertung auf unsere Kosten endlich durchgeführt werden kann.

Letztlich spielt es keine Rolle ob Griechenland aus dem Euro austritt und die Drachmen wieder einführt oder gleich pleite geht - summa summarum wäre das Ergebnis ähnlich - der Rest der Eurozone und zusätzlich viele andere Banken und Staaten würden den Hauptteil der Ausfälle zu tragen haben.



Unsere Politiker werden stark kritisiert für diese weit reichenden Entscheidungen. Wenn sie wüssten, was in den nächsten Jahren passieren wird, hätten sie vielleicht anders entschieden, vielleicht aber auch nicht. Sie können nicht in die Zukunft schauen, so wie keiner von uns. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, war es gegenwärtig aus meiner Sicht das Beste zu helfen.

Denn entweder kratzt die Eurozone dadurch die Kurve, oder das System wird zur Gänze fallen.

So bleibt wenigstens weiterhin die Chance bestehen, dass die Idee der EU überleben wird.


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Michael Müller

Wenn das Pferd tot ist, dann steig ab!
von Michael Müller, geschrieben am 29.04.2010 14:17

ZUM SCHMUNZELN: Vielleicht kennen Sie die folgende Weisheit? Auf einer "Sprücheseite" im Internet habe ich die folgende Aufstellung entdeckt. Ist also nicht von mir, aber trotzdem gut... :-))

Eine Weisheit der Dakota Indianer lautet:
Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.


Doch im Berufsleben versuchen wir oft andere Strategien, nach denen wirhandeln ...

... wir besorgen uns eine stärkere Peitsche
... wir wechseln die Reiter
... wir sagen, so haben wir das Pferd doch immer geritten
... wir gründen einen Arbeitskreis um das Pferd zu analysieren
... wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet
... wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde
... wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben
... wir kaufen Leute von ausserhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können
... wir schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen
... wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an
... wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist
... wir schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir schneller werden
... wir erklären: kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht mehr reiten kann
... wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder billigere Pferde gibt
... wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist als andere Pferde
... wir bilden Qualitätszirkel, um eine Verwendung von toten Pferden zu finden
... wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein
... wir vergrössern den Verantwortungsbereich des toten Pferdes
... wir entwickeln ein Motivations-Programm für tote Pferde
... wir strukturieren um, damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt

Bitte nicht Ernst nehmen, aber in jedem Witz steckt immer auch ein Körnchen Wahrheit...

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Stefan Winkler

Die Marktschreier der Finanzmärkte
von Stefan Winkler, geschrieben am 29.04.2010 13:16

Krisen sind wie geschaffen für persönliche Eitelkeiten und Selbstdarstellung. Mit Schauder stoße ich immer wieder auf Berichte von vermeintlichen Finanzmarktexperten, die sich alleine durch Einseitigkeit und an Parolen erinnernde Weissagungen auszeichnen.
Diese werden gerne von den Medien aufgenommen. Natürlich, denn es zählen einfache und klar verständliche Botschaften. Dass es sich dabei aber nicht um Information sondern alleine um Anheizen der Emotionen handelt, sollte wohl bekannt sein - alleine, es scheint niemanden zu kümmern. Die vorsichtigeren ihrer Sorte beginnen ihre Sätze zumindest noch mit „ich glaube“, die forscheren stellen sich gar da, als ob ihre Prophezeiung die einzig wahre wäre. Und landet einer von vielen einen Glückstreffer, lässt er sich bis ans Ende seiner Tage feiern.

Die Aufgabe der Finanzmärkte ist nicht, Tummelplatz für Glückspiel und Gaukler zu sein, sondern das Gut Kapital effizient zu verteilen. Nur dann können diese den Volkswirtschaften den zugedachten Nutzen verschaffen. Wenn die Märkte zur Spielwiese verkommen, verlieren sie ihre Existenzberechtigung. Das sollten wir nie vergessen!

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Oliver Hann

Eine Retrogeschichte: Der deutsche Mauerfall
von Oliver Hann, geschrieben am 29.04.2010 10:39

Der Fall der deutschen Wiedervereinigung kann aus Sicht Westdeutschlands als Nach-frageschock gesehen werden. Unmittelbar nach der Wiedervereinigung stiegen Konsum, Investitionen und staatliche Ausgaben in Ostdeutschland rapide an. Ostdeutsche Bürger, deren Konsumwünsche über Jahrzehnet unterdrückt wurden, antizipierten einen Anstieg ihrer zukünftigen Einkommen und begannen im großen Maße westliche Konsumgüter zu kaufen. Sie trafen in Westdeutschland auf Banken, die in den Ostdeutschen eine neue Kundengruppe fanden, die kaum verschuldet war. Gleichzeitig bestand in Ostdeutschland ein gewaltiger Aufholbedarf im Bereich der Infrastruktur, die in den Folgejahren durch private und staatliche Investitionen aufgebaut wurde. Bereist 2 Jahre nach der Wiedervereinigung kam es zu einem deutlichen Anstieg des Sozialproduktes bei steigender Inflation. Die Zeichen einer Konjunkturüberhitzung wurden deutlich und die Bundesbank ließ keinen weiteren Preisanstieg und weiteres Geldmengenwachstum zu und erhöhte die Zinssätze merklich. Im Jahre 1994 sollte die Inflation von über 4% auf 3% zurückgehen aber auf Kosten einer Rezession.

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Martin Mikulik

Der Euro - eine gute Sache, vielleicht etwas zu wenig weit gedacht
von Martin Mikulik, geschrieben am 28.04.2010 15:09

Der Fall Griechenland erinnert viele wieder daran, dass man das Unwahrscheinliche, geradezu Unaussprechliche, nicht ausschließen darf. Als der Euro damals 1999 eingeführt wurde, war es vielen eigentlich bewusst, dass durch das Fehlen von variablen Wechselkursen einigen Ländern ein Instrumentarium um diverse Unterschiede zu Deutschland ausgleichen zu können, abhanden gekommen ist. Man meinte damals jedoch, dass die Konvergenz der Länder auch zu einem Angleichen der Produktivität und der Löhne führen wird. Außerdem könnten die Nationalstaaten noch durch die Steuergesetzgebung gewisse Impulse steuern.

In den letzten Jahren ist jedoch diese Kluft zwischen Deutschland (als Synonym für Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich) und den eher südlich liegenden Ländern weiter auseinander gedriftet. Während die Deutschen brav auf Löhne verzichtet und die Produktivität weiter hoch gehalten haben, ist das in anderen Ländern nicht passiert. Im Gegenteil - die tiefen Zinsen haben zu mehr Konsum in diesen Ländern geführt und die Löhne sind gestiegen, was wiederum in verstärkte Exporte Deutschlands in diese Länder geführt hat. Damit wurde die Wettbewerbssituation Deutschlands weiter verbessert.

Jetzt beginnt jedoch dieses Gefüge zu wanken. Zwar nicht ausschließlich aus den oben genannten Gründen, denn die Misere in Griechenland liegt noch viel tiefer, aber doch konnten diese Tendenzen gesehen werden. Und genau das hätte den Euro früher oder später vor die gleichen Probleme geführt, wie wir es genau jetzt erleben. Deutschland wäre wirtschaftlich im Verhältnis erstarkt und hätte früher oder später die anderen Länder unterstützen müssen. So ist es halt etwas schneller gegangen.

Doch wie wird man aus dieser Krise herauskommen bzw. was ist die Zukunft des Euro. Ich bin der Meinung, dass es zum Euro keine Alternative für Europa gibt. Das Festhalten an der Gemeinschaftswährung ist existenziell für den Weiterbestand der EU. Ohne gemeinsame Währung macht auch die EU keinen Sinn. Und dann würde zu den USA und zum stark wachsenden asiatischen Wirtschaftsraum ein Gegenpol fehlen.

Was kann eine weitere Divergenz innerhalb des Euroraumes verhindern? Hier wird zum Leidwesen vieler die EU im Budgetprozess der einzelnen Nationalstaaten mehr mitreden müssen. Es wird die Steuergesetzgebung zu vereinheitlichen sein und auch das Arbeitsrecht bzw. die Arbeitsstandards werden auf einen Level gebracht werden müssen. Denn erst dann ist es möglich, einen Gleichlauf der Volkswirtschaften im Euroraum zu erreichen.

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Oliver Hann

Die Niederländische Krankheit und die Norwegische Heilung
von Oliver Hann, geschrieben am 22.04.2010 12:33

Der Fund von natürlichen Ressourcen kann die Wirtschaft vor erhebliche Umstrukturierungsprobleme stellen. Als in den 1970er Jahren erhebliche Öl- und Gasvorkommen in der britischen Nordsee gefunden wurden, kam es bereits kurze Zeit darauf zu einer 30% realen Auf-wertung des Pfund Sterling, die durch eine enorme Zunahme der autonomen Exporte hervorgerufen wurde. Dies führte dazu, dass die ausländische Nachfrage nach traditionellen Industrieprodukten neben Öl- und Gas aufgrund der Verteuerung der heimischen Währung rapide abnahm. Die Folge waren Fabrikschließungen in der traditionellen Industrie mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit, da der Servicesektor und die Ölbranche die freigewordenen Industriearbeiter nicht unverzüglich aufnehmen konnten. Die notwendige Deindustrialisierung, um die ölbedingte Zahlungsbilanzüberschüsse abzubauen, wird als Dutch disease (niederländische Krankheit) bezeichnet, da die Niederlande in den 60er als erstes europäisches Land mit diesem Sachverhalt konfrontiert waren.
Norwegen, das in den 1990er Jahren vor der Küste auf Öl stieß fand einen Ausweg aus der Misere. Es errichtete den Government Petroleum fund, der sämtliche Erträge aus den Ölexporte sammelte. Die aufgelaufenen Mittel wurden ausschließlich in ausländische Finanzmärkte investiert und die Rückflüsse dienten der Finanzierung des staatlichen Pensionssystems. 2005 betrug das Volumen des Fonds bereits rund 100% des norwegischen Sozialprodukts. Bis Ende 2010 wird bereits mit einem Volumen von rund 180% des Sozialproduktes gerechnet. Das Devisenangebot aus den Ölexporten wurde durch die Auslandsinvestitionen in Devisennachfrage umgemünzt, sodass das ursprüngliche Gleichgewicht am Devisenmarkt beibehalten wurde und keine Aufwertung eintrat. Die befürchtete Deindustrialisierung konnte damit abgewendet werden und gleichzeitig wurde für einen beträchtlichen Zeitraum die Sicherung des staatlichen Pensionssystems erreicht.

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Michael Müller

Es muss Spaß machen!
von Michael Müller, geschrieben am 21.04.2010 14:26

Letztens konnte ich den berühmten „Pferdeflüsterer“ Monty Roberts live erleben und es war schon beeindruckend wie schnell und mit welchen einfachen Mitteln er zu ihm unbekannten Pferden eine Vertrauensbeziehung aufgebaut hat. Seine wenigen Aktionen führten aber dazu, dass jedes Pferd ihm dann vertrauensvoll folgte.

Ausschlaggebend um darüber einen Blog zu schrieben, war im Besonderen seine Aussage: „Beim Arbeiten mit Pferden ist das Zweitwichtigste, dass es Ihnen Spaß macht. Allerdings das Wichtigste ist, dass es dem Pferd Spaß macht!“ Nun die Verbindung zu unserer Berufung als Berater und Verkäufer ist klar: „Das Wichtigste ist, dass es dem Kunden Spaß macht!“

Damit ist gemeint, dass er sich wohl fühlt und auch von uns verstanden fühlt. Er somit das Gefühl hat, wir nehmen seine Sorgen ernst und erkennen auch welche Werte und Rahmenbedingungen ihm wichtig sind. Er bei uns die ausreichende Kompetenz spürt und sich somit sicher sein kann, dass wir ihm beim Erreichen seiner Ziele helfen.

Wie erzeugen wir diese Vertrauenssituation? Nun, genauso wie der Pferdetrainer. Dieser strahlt Ruhe und Gelassenheit aus, zeigt dem Pferd dass er es gut meint, passt seine Bewegungen der gewünschten Richtung an und geht zielgerichtet darauf zu - das Pferd folgt ihm dann von alleine.

Wir können unserem Gegenüber Sicherheit geben, in dem wir uns als „Einer wie Er“ zu erkennen geben. Der Kunde das Gefühl hat, ich verstehe ihn, da ich die gleichen Interessen und Ziele habe. Bei Familien erwähnen Sie Ihre Erfahrung mit eigenen Kindern - haben Sie keine, dann jene aus Ihrem Umfeld… Bei Unternehmern betonen Sie auch Ihre Selbstständigkeit („Von Kollege zu Kollege“)… Bei Frauen berichten Sie, wenn sie keine Frau sind, von den Erfahrungen Ihrer Gattin… Sie sehen, Sie können auch immer gerne Zeugen nennen, dies ist ebenso zulässig, denn es demonstriert Ihrem Gesprächspartner, dass Sie mit den Themen vertraut sind.

Dieses sich Angleichen an den Gesprächspartner ist ja nicht nur im Verkauf oder beim Pferdetraining einsetzbar. Sie können dadurch Ihre gesamte private Kommunikation vereinfachen, denn jeder wird sich plötzlich von Ihnen verstanden fühlen. Ein indianisches Sprichwort sagt: „Urteile erst, wenn Du drei Monde in den Mokassins des Anderen gegangen bist!“

Versetzen wir uns also immer auch in die Situation des Anderen. Nehmen wir seinen Platz ein, denken wir uns in ihn hinein. Und überlegen dann, wie hätte ich gerne, dass man mit mir spricht? Wie sollte für mich (in seiner Rolle) eine angenehme Beratung ablaufen? Auf welche Themen oder Produkte habe ich besonderes Augenmerk? Welche Inhalte und Werte sind mir wichtig? Wenn wir als Berater und Verkäufer darauf achten, dann „werden die Kunden Spaß haben und dann werden zurecht auch wir Spaß haben!“

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Josef Obergantschnig

Immobilienboom in Down-Under…
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 21.04.2010 12:39

Trotz der einbrechenden Immobilienpreise in den angelsächsischen Ländern gibt es ein Land, in dem der Immobilienboom nach wie vor anhält: Australien. Die Immobilienkrise, die aufgrund von diversen Strukturen und Zwangsversteigerungen eine globale Rezession auslöste, streifte Australien nur peripher. Innerhalb des vergangenen Jahres sind die Immobilienpreise um 14% gestiegen - im Jahrzehnt zuvor konnte eine Wertsteigerung von 170%, das entspricht einer jährlichen Rendite von knapp über 10%, erzielt werden.

In alter Manier gibt es große Diskrepanzen zwischen der Einschätzung von Bullen, die sogar einen sich verstärkenden Boom vorhersagen, und Bären, die eine Preiskorrektur von 40% und mehr für realistisch erachten. Die Skeptiker führen vor allem das Argument an, dass in Australien Immobilien mittlerweile im Verhältnis zum Verdienst beinahe eineinhalbmal soviel kosten wie in Großbritannien. Zudem bewege sich die Verschuldung der Hauhalte in schwindelerregenden Höhen. Erschwerend kommt hinzu, dass rund 90% der Immobilienkredite variabel abgeschlossen wurden und eine Erhöhung der Leitzinsen, die seit Ende des vergangenen Jahres in vier Zinsschritten erfolgte, sich direkt auf die Kreditzinsen und damit das Haushaltsbudget auswirken.

Die Optimisten führen an, dass Australien ein hohes Bevölkerungswachstum wie kaum irgendein anderes westliches Industrieland aufweist. Dies wird einerseits durch den größten Einwandererstrom als auch durch eine erstaunlich hohe Geburtenrate untermauert. Laut Prognosen sollte die Einwohnerzahl bis Mitte des Jahrhunderts von 22 Millionen auf 35 Millionen ansteigen. Aufgrund dessen, dass 80% der Einwohner in den Städten Sidney, Melbourne, Brisbane, Perth und Adelaide leben, ist das Platzangebot beschränkt. Laut Prognosen dürften in „weniger als 20 Jahren“ mehr als 500.000 Wohnungen und Häuser fehlen. Für den Australier stellt das Eigenheim die wichtigste, für einige sogar die einzige Altersvorsorge, dar. Zudem haben viele Asiaten australische Immobilien als Anlageobjekt entdeckt und stützen zudem die Immobilienpreise.

Bleibt zu hoffen, dass Down-Under ein ähnlicher „Immobilien-Crash“ erspart bleibt…

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Stefan Winkler

Wie viel KESt müssen Sie in Ihrem Renteninvestment bezahlen?
von Stefan Winkler, geschrieben am 14.04.2010 10:03

Ein Fondsmanager sollte jede Transaktion, die er tätigt, gut begründen können. Im Fall eines von uns gemanagten Fonds dürfen Sie das „sollte“ aus vorigem Satz getrost durch ein „muss“ ersetzen - wir dokumentieren unser Tun sehr genau. Und in diesen Unterlagen finden sich derzeit ungewöhnlich viele Einträge mit dem Inhalt: „geringerer Kupon“ oder „weniger KESt“. Das hat einen guten Grund:

Die steuerliche Brisanz der aktuellen Marktlage

Wie sie sicherlich wissen, erfolgt die Besteuerung einer Anleihe nach der Nominalverzinsung bzw. bei einer Nullkuponanleihe nach der Emissionsrendite. Dies sorgt in der Regel für eine faire Besteuerung: ein Teil der lukrierten Rendite geht an den Fiskus, der Rest bleibt beim Investor. Wenn sich jedoch Zinsmärkte groß verändern, kann der KESt- pflichtige Investor sein blaues Wunder erleben.

Hierzu ein Beispiel:

Würden sie etwa heute die kurz laufende österreichische Bundesanleihe 5,25% Republik Österreich 04.01.2011 zum aktuellen Marktpreis von etwa 103,50 kaufen, dann ergibt das eine für diese Laufzeit durchaus übliche Rendite von 0,37% p.a. Die Bemessung der KESt richtet sich aber nach dem hohen Kupon von 5,25% und beträgt in etwa 1,3% p.a., sie erleiden also eine negative Rendite von fast einem Prozent p.a.

Leider ist dieses Beispiel kein Einzelfall, sondern derzeit die Regel. Das liegt am raschen Zinsrückgang der letzten Jahre. Anleihen, die noch vor 5 oder 10 Jahren emittiert wurden, versah man damals mit üblichen hohen Kupons, die aber jetzt der aktuellen Rendite kaum mehr entsprechen. Die Folge sind Kurse weit über pari (100%) und eben hohe KESt Belastungen für all jene, die sich dieser Steuer nicht entziehen können.

Hohe KESt wirkt sich nicht negativ auf die Performance aus

Sogar das Gegenteil ist der Fall!

Praktisch alle Performancevergleiche, die Sie und wir zu Gesicht bekommen, nehmen keine Rücksicht auf die steuerliche Belastung. Dies begründet sich natürlich in der unterschiedlichen Besteuerung der Investoren.
Und in diesen Vergleichen wird in der Praxis sogar belohnt, wer steuerlich ungünstig investiert, da diese Investments verständlicher Weise höhere Renditen abwerfen müssen, um gekauft zu werden.

Worauf sollte ich im Renteninvestment Acht geben?

Es gibt Indizien für zu hohe KESt- Belastungen: Sehr hohe durchschnittliche Kurse (weit über 100) und Kupons, die deutlich über der Rendite liegen.

Auch wenn wir darauf größten Wert legen, nicht jeder kümmert sich um diese Details. Somit können wir Ihnen nur raten, selbst aktiv zu werden, und sich ein eigenes Bild zu machen. Es bleibt zu hoffen, dass der Markt diesbezüglich transparenter wird, doch das ist wohl nur durch Druck des Kunden zu schaffen.

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