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Saure-Gurken-Fonds |
Mein Vetter ist hochintelligent, sagt er. Meine Tante sagt das auch. Er findet mit seiner perfektionierten Hochwerf-Klopf-Technik besser heraus als jeder Melonenverkäufer, ob die Melone frisch ist und den richtigen Reifegrad aufweist. Auch besser als jeder andere, uns eingeschlossen. Wir mögen die Hubers nicht besonders.
Als Kunde hat man’s nicht unbedingt leicht unter den angebotenen Fonds die vertrauenswürdigsten und vielversprechendsten herauszufinden. Zwischen Käufer und Verkäufer kann es ein ausgeprägtes Informationsungefälle geben. Der Kunde soll zum Vergleich der Leistungserwartungen zwischen verschiedenen Anbietern noch die Seriosität der angebotenen Informationen mitberücksichtigen.
Das erinnert an das von Akerlof beschriebene Lemon-Problem (zu Deutsch: Saure-Gurken-Problem, wobei Lemon in der USA auch ein umgangssprachlicher Ausdruck für einen qualitativ schlechten Gebrauchtwagen ist).
Akerlof bezieht sich beispielhaft auf den Gebrauchtwagenhandel. Er führt aus, dass der Käufer auf Grund der Informationsasymmetrie einen angebotenen Gebrauchtwagen tendenziell mit einer durchschnittlichen Qualität einschätzt - auch jenen Gebrauchtwagen, zu dem er alle Informationen erhalten hat. Aus der Sicht des Käufers erscheint nun der Preis eines Gebrauchtwagens von einem seriösen Verkäufer teurer als ein für ihn vergleichbarer Wagen eines nicht seriösen Verkäufers.
Das hat zur Folge, dass seriöse Gebrauchtwagenhändler Wettbewerbsnachteilen unterliegen und aus dem Markt gedrängt werden. Dieser Effekt wird in der Literatur auch ‚adverse selection’ bezeichnet.
Er steht in Widerspruch zur neoklassischen Ökonomie und interessant ist auch, dass der Artikel von Akerlof von den renommiertesten Fachzeitschriften seiner Zeit abgelehnt wurde.
Auch für die Fondsbranche ist eine Informationsasymmetrie kennzeichnend.
Der Effekt der ‚adverse selection’ müsste auch hier vorzufinden sein.
Ein Unterschied zum Gebrauchtwagenmarkt mag aber sein, dass eine langfristige Kundenbindung im Fondgeschäft als Zielsetzung zu einer seriösen Geschäftspolitik ökonomische Vorteile für beide Seiten erbringt, während im Gebrauchtwagenhandel ein Kunde auch als Einmalgeschäft für den Verkäufer gewinnbringend sein kann.
Eine andere Möglichkeit ist, Sie wenden sich direkt an meinen Vetter. Er kann sicher auch besser als jede KapitalanlageAG die lukrativste Veranlagung auswählen, meine Tante wird es Ihnen bestätigen. Fragen sie aber bitte nicht mich nach seiner Telefonnummer.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: guenther.moosbauer@securitykag.at
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Alan Greenspan - einst ein Held, jetzt ein Scharlatan … |
Viele Volkswirte unterstellen dem ehemals gefeierten Held Alan Greenspan, die Weichen für die Immobilienkrise durch die expansive Notenbankpolitik der amerikanischen Fed um die Jahrtausendwende gelegt zu haben. Durch die niedrigen Zinsen war es erst möglich, die Preisexplosion am US-Häusermarkt und in weiterer Folge eine den Globus umspannende Weltwirtschaftskrise auszulösen. Jüngst nahm er zu den Vorwürfen Stellung und wies sämtliche Schuld von sich.
Der ehemalige Notenbankpräsident erklärte, dass „die hervorstechendste Blase seit Generationen“ zwar durch die Niedrigzinspolitik begünstigt worden sei, allerdings die Kreditzinsen an die langfristigen Hypothekenraten, die die Fed nicht festlegt, gebunden sind. Der mittlerweile 84-jährige Greenspan sieht neben den Hypothekenzinsen auch die steigende globale Nachfrage nach Anleihen, die mit zweitrangigen Immobiliendarlehen besichert wurden, als Auslöser der Krise. Das Volumen der sogenannten „Sub-Primes“ ist zwischen 2001 und 2007 um das Sechsfache auf 900 Milliarden USD geklettert. Dass sich viele Private mit dem Häuserdarlehen finanziell übernommen haben und damit eine Welle an Zwangsversteigerungen auslösten, trug das ihre dazu bei und lies das Fass überlaufen. Zudem nimmt Greenspan auch die Rating-Agenturen in die Verantwortung.
Einen Rat hat das Orakel auch in gewohnter Manier bei der Hand: Um eine Wiederholung zu verhindern müssen die Kapitalanforderungen für US-Banken deutlich erhöht werden. Zudem empfiehlt Greenspan eine internationale und vor allem strikte Aufsichtsregeln für gehandelte Finanzderivate. Alles fast wie in gewohnter Manier, nur hängt die Finanzwelt nicht mehr an seinen Lippen und versucht wie zu seiner Hochzeit aus seinen fast „mystischen“ Äußerungen Rückschlüsse zu ziehen. Eines ist für mich offensichtlich - das Denkmal bröckelt gewaltig …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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Ist ein Trendfolger ein Mischportfolio? |
Da den Trendfolger gerade ein Wechsel der zugrundeliegenden Assets auszeichnet, also er zumindest vom Prinzip her heute ein reines Aktien- und morgen ein Geldmarktinvestment sein kann, ist diese Frage doch absurd!
Oder?
Schließlich findet doch eine Mischung zwischen risikoreichen und risikoarmen Investments statt, wenn auch nicht gleichzeitig, sondern zeitlich versetzt. Ist also diese Art der Mischung mit einem herkömmlichen gemischten Investment vergleichbar? Kurzfristig sicherlich nicht, zu unterschiedlich können die Veranlagungen sein.
Doch langfristig beginnen sich tatsächlich beide Konzepte zu ähneln. Für den ausdauernden Investor bedeutet das, nicht aus zwei grundverschiedenen Ideologien wählen, sondern viel mehr seine eigenen Präferenzen abzuwägen zu müssen. Vertraue und hoffe ich auf überzufällige Markttrends, die den Trendfolger langfristig eine Überlegenheit verschaffen werden, oder wähle ich effiziente Mischveranlagungen, die mit dem klassischen Trendkonzept nicht darstellbar sind.
Ganz nüchtern betrachtet finden sich im Markt wohl keine Konzepte, die dem Investor von der Marktentwicklung abgekoppelte positive Erträge bescheren können. Der Unterschied liegt bekanntlich im Detail.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.winkler@securitykag.at
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Eingetrübte OECD-Prognose für das erste Halbjahr 2010 … |
Die Aktienmärkte kennen momentan nur eine Richtung - und die zeigt nach oben. Mit Spannung wird die Gewinnsaison, die traditionell mit Alcoa eröffnet wird, erwartet. Zeit genug, sich vorab Gedanken über die konjunkturelle Situation zu machen.
Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat kürzlich verlautbart, dass mit einer Abschwächung der Konjunktur im ersten Halbjahr in den wichtigsten Industriestaaten, allen voran Europa, gerechnet wird. Getragen wird dem Bericht zufolge die Erholung der Weltwirtschaft vor allem von den Schwellenländern China, Indien und Brasilien. Die USA kann auf ein gutes 4. Quartal 2009 verweisen, in dem die US-Wirtschaft um 5,7% zulegen konnte. Für das erste und zweite Quartal 2010 wird allerdings nur mehr ein BIP-Wachstum von 2,4% respektive 2,3% prognostiziert. Die guten Wachstumszahlen im 4. Quartal 2009 sind zu wesentlichen Teilen auf ein Wiederauffüllen der Lagerbestände zurückzuführen ist - aufgrund eines Ausbleibens dieses Effektes nimmt die OECD die Wachstumsprognosen für das erste Halbjahr 2010 zurück.
Pier Carlo Padon, der neue Chefvolkswirt der OECD, weist auch auf große Ungleichgewichte, vor allem innerhalb der EU, hin. Die Staaten sind angehalten, bereits jetzt die nötigen Konsolidierungsmaßnahmen einzuleiten und der ausufernden Schuldenlast entgegenzuwirken. Bleibt zu hoffen, dass die Staaten endlich unter dem Druck der Schuldenlast ihre Hausaufgaben machen …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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Über ein Loch in der Wand und dem Versagen mancher Berater |
Niemand kauft eine Bohrmaschine um sich an ihrem Anblick zu erfreuen oder gar stolz darüber zu streichen. Ich habe auch noch nie gesehen, dass stolze Bohrmaschinenbesitzer das edle Stück in eine Vitrine stellen und gar mit Lichtspots angestrahlen. Also niemand kauft eine Bohrmaschine ihrer selbst willen, sondern man erwirbt mit dem Kauf der Maschine eigentlich schon das „Loch in der Wand“!
Auch andere Blogger in dieser Reihe versuchen zu ergründen, warum Kunden zu bestimmten Produkten greifen und in welcher Hinsicht diese Wahl den Markt beeinflusst. Nach dem oben beschriebenen Phänomen kann man nun davon ausgehen, dass niemand einen Fonds kauft um eine ertragreiche oder sichere Geldanlage zu besitzen. Denn auch im Finanzbereich gilt: Niemand erwirbt Fondsanteile nur um sich an deren Besitz zu erfreuen. Ebenso möchte niemand eine Lebensversicherung, sondern erkauft sich einen "gesicherten Lebensabend". Auch sehnt sich niemand nach einem Kredite, wenn dann schon eher nach der "Erfüllung des privaten Wohntraums".
Ebenso möchte niemand eine Lebensversicherung, sondern erkauft sich einen gesicherten Lebensabend. Auch sehnt sich niemand nach einem Kredite, wenn dann schon eher nach der Erfüllung des privaten Wohntraums. Nur was wäre dann vergleichsweise „das Loch in der Wand“ bei der Geldanlage? Ich behaupte: Ein Sicherheitsgefühl.
Eine Kunde schätzt also die Sicherheit die richtige Wahl getroffen zu haben um sich keine Sorgen mehr machen zu müssen. Die richtige Wahl um keine Verluste zu erleiden und Schaden vom eigenen Vermögen abzuwenden. Die richtige Wahl auch nicht betreffend möglichen Wertzuwachs und Ertragschancen enttäuscht zu werden. Wohl aus genau diesem Grund werden dann (laut neuesten Untersuchungen des Branchenmagazins „Fondsprofessionell“) von Kunden meist vermögensverwaltenden Fonds gewählt. Also Produkte wo der Investmentmanager selbstständig die Asset Allokation verändern und den aktuellen Marktereignissen anpassen kann.
Das Kunden also die Anlageentscheidung und die Ausrichtung an das Marktumfeld gerne an erfahrene Investmentmanager delegieren wollen, ist nachvollziehbar und verständlich. Nur ergibt diese Untersuchung auch, dass ebenso die meisten Berater für Ihre Kunden zu solchen „all-inclusive“ Produkten greifen. Das wiederum ist für mich nicht ganz verständlich, denn nach meinem Verständnis ist es gerade die Aufgabe des Beraters das Vermögens seines Kunden zu Gestionieren. Wenn nun dies, seitens des Beraters, an ein fertiges Produktkonzept delegiert wird stellt sich der Kunde irgendwann die Frage wozu er den Berater noch braucht und auch bezahlt.
Eigentlich sollte der Berater als das „Loch in der Wand“ dem Kunden das angestrebte „Sicherheitsgefühl“ geben und nicht ein fertiges Produktkonzept. Nur dann wenn der Kunde diesen Mehrwert durch die Beratung eine Experten erkennt, ist er bereit dafür auch durch Gebühren zu bezahlen. Wenn dieser Mehrwert nicht erkennbar ist, könnte der Kunden sich auch über Diskontplattformen sein Wunschprodukt organisieren.
Warum agieren mache Berater so und schaden dadurch wohl nur sich selbst? Ist es die Angst falsche Empfehlungen zu geben und dann bei Fehlentwicklungen dafür zumindest moralisch verantwortlich zu sein? Ist es die Bequemlichkeit lieber zu fertigen Konzepten zu greifen, an statt sich individuell mit dem Kundenfall zu beschäftigen? Dabei würde gerade der Griff zu sortenreinen Produkten (Aktien-, Anleihenfonds etc.) mehr Sicherheit geben, denn nur wenn man weiß was drinnen ist, kann man sich auch der Ergebnisse sicher sein. Oder wissen Sie als Berater immer taggenau wie das „allinclusive“-Fondskonzept gerade investiert ist? Wenn Sie selbst die Asset Allokation Verteilung vorschlagen können Sie diese auch selbst immer tagesaktuell verfolgen. Was wenn Ihr Kunden wissen möchte, wie er gerade investiert ist und Sie können es ihm nicht sagen? Na viel Spaß…
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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Umweltschutz aus Überzeugung oder “green to be seen” |
Neueste Studien belegen: Kunden, die sich für ein Hybridauto entscheiden, tun dies meist nicht aus dem Bedürfnis heraus, etwas Gutes für die Umwelt zu tun, sondern um Ansehen zu gewinnen. Zu diesem Ergebnis kamen mehrere Studien, welche sich diesem Thema widmeten. Der Toyota Prius beispielsweise mutiert somit vom Umweltauto zum Statusobjekt.
Interessant diesen Aspekt zu hören. Die Studien gehen sogar noch weiter. Kunden, welche in Bioläden einkaufen und damit die Umwelt schonen neigen (zumindest in dieser Studie) auch dazu, in weiterer Folge ein selbstsüchtigeres und unethischeres Verhalten an den Tag zu legen. Also: Wer ökologisch korrekt oder sozial erwünscht handelt, der meint so einen Bonus aufzubauen, den er verbrauchen kann.
Wie sieht es im Veranlagungsbereich aus. Geht es den Kunden, die ethische oder nachhaltige Produkte kaufen auch so? Ist das nicht in uns Menschen irgendwie tief verankert, dass vieles, was wir machen im Unterbewusstsein aus ganz anderen Motiven passiert, als wir es eigentlich machen wollen? Geben ist seliger denn nehmen - auch hier manifestiert sich dieses Bestreben des Menschen. Aber nicht aus dem Grund, dass man helfen kann sondern des guten eigenen Gefühls wegen, also eigentlich aus purem Egoismus. Was jetzt auf keinen Fall heißen soll, dass es unbedingt schlecht ist!
Bei der Veranlagung sollten jedoch diese Punkte so weit wie möglich ausgeschaltet sein. Ich kaufe mir nicht einen Fonds, der gerade in Mode ist, weil es mein Nachbar auch macht oder weil es einfach in der Zeitung steht. Vielmehr sollte ich den Fonds kaufen, weil ich mir einen Ertrag davon erwarte der mir zu Gute kommt. Und nicht, weil ich im Golfclub dann davon erzählen kann und auch dazu gehöre.
Sie sehen also, das oben beschriebene Phänomen ist auch häufig der Grund dafür, dass die Märkte oft irrational sind und es immer wieder zu Blasenbildungen kommt, welche dann in starke Kursveränderungen münden. Und das wird sich aller Voraussicht nach nie ändern.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
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Bankenabgabe in Deutschland - ein Schritt zur Vermeidung der nächsten Krise? |
Jetzt ist sie ausgearbeitet, die Bankenabgabe in Deutschland. 1,2 Mrd. EUR sollen die Banken (700 Mio. von Großbanken, der Rest von kleineren Instituten sowie der Landesbanken) jährlich in einen Fonds einzahlen, welcher sodann im Krisenfall Banken stützen soll.
So weit - so gut. Jedoch, hilft das wirklich, eine Finanzkrise zu vermeiden? Werden die Manager nun alles in ihrer Möglichkeit stehende unternehmen um das in Zukunft zu verhindern? Gab oder gibt es dadurch am Finanzmarkt ein Umdenken um eine Wiederholung zu vermeiden?
Wohl kaum. Im Gegenteil. Durch diesen Schutzfonds wird ja den Managern suggeriert, dass meine Bank im Falle des Falles durch den Fonds aufgefangen wird. Vorher war dies nicht ganz so sicher. Der Staat als letzte Instanz hielt sich ja das Recht vor, eine Bank nicht zu retten. Diese Bankenabgabe ist also eine reine Versicherungsprämie - und wie bei jeder Versicherung können sich die Zahler der Prämie darauf verlassen, dass im Schadensfall auch eine Leistung folgt.
Zudem wurden in den USA durch die Bereinigung jene Marktteilnehmer, welche in der Krise ihren Status als Investmentbank halten konnten sogar noch stärker und noch bestimmender. Das Geschäft, das davor auf mehrere Investmentbanken aufgeteilt wurde wird jetzt nur mehr von einigen wenigen abgewickelt, was zu Fehlentwicklungen führen kann.
Die Bilanzstruktur der Banken hat sich auch nicht maßgeblich verändert. Große Erträge kommen wieder aus dem Bereich Investment Banking und nicht aus dem angestammten Bereich der Einlagenhereinnahme bzw. der Kreditvergabe. Hier ist meines Erachtens sowieso eine Korrektur notwendig. Welche Aufgaben haben Banken zu erfüllen? Was ist der volkswirtschaftliche Nutzen von Banken?
Einlagen von Kunden entgegenzunehmen und der Wirtschaft Kredite zur Verfügung zu stellen. Weiters für einen geregelten Zahlungsverkehr zu sorgen. Das sind aber Geschäftsfelder, von denen Banken scheinbar nicht leben können. Daher werden und wurden immer Zusatzerträge an den Kapitalmärkten gesucht. Und das wird sich auch nicht ändern. Somit sind die nächsten Turbulenzen eigentlich schon vorprogrammiert.
Noch ein kleiner Zahlenvergleich: die deutschen Banken zahlen 1,2 Mrd. an Bankenabgabe - der österreichische Fiskus rechnet mit ca. 800 Mio. EUR an Bankenabgabe der österreichischen Institute. Wenn man nun bedenkt, dass Deutschland rund 10 Mal größer ist als Österreich…
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
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Immobilienblase - ein Platzen und deren fatale Folgen … |
Ende der 90-er Jahre des vergangen Jahrhunderts zeichnete sich eine Abkühlung der amerikanischen Wirtschaft ab. Alan Greenspan, seinerzeit gefeierter Präsident der amerikanischen Notenbank, senkte die Leitzinsen für die USA auf ein bis dato noch nie dagewesenes Rekordniveau und versuchte dadurch, das Investitionsverhalten der Privatpersonen und Unternehmen anzukurbeln. Nachdem die Refinanzierung derart günstig war, haben sich viele US-Bürger verschuldet und das aufgenommene Geld in den Kauf von Sachwerten oder in den Konsum „investiert“. Durch die hohe Liquidität sind die Preise für Sachwerte wie beispielsweise Immobilien deutlich angestiegen. In Kalifornien gab es Zeiten, in denen mehr als 60 Personen pro 1000 Einwohner ihr Geld im Immobilienbereich verdienten. Allein dadurch wird das Ausmaß der riesigen Spekulationsblase, die sich im Laufe der Jahre aufgebaut hat, deutlich.
Durch die steigenden Vermögenspreise fühlten sich die Investoren reicher und haben sich zusätzlich verschuldet, um den Konsum zu finanzieren oder weitere Sachwerte zu kaufen. In Spitzenzeiten musste der amerikanische Bürger knapp 20% des verfügbaren Einkommens für Konsumkredite ausgeben - ein Leben auf „Pump“, wie es aufgrund der unterschiedlichen Mentalität für einen Europäer unvorstellbar wäre.
Die monatlichen Zinszahlungen für die ausstehenden Kredite waren aufgrund der niedrigen Zinsen, die von der Notenbank „künstlich“ tief gehalten wurden, keine allzu große Belastung des Haushaltsbudgets. Mit zunehmender Verschuldungsquote änderte sich allerdings das Bild. Viele Konsumenten konnten nur mit Müh und Not die monatlichen Raten bezahlen. Nichts desto trotz wollten sich nur wenige die Chance entgehen lassen, an den Spekulationsgewinnen mitzupartizipieren. Wie es in Spekulationsphasen üblich ist, sah der Mensch nur die Gewinnchancen, ohne sich die Risiken der individuellen Vorgehensweise ins Bewusstsein zu rufen.
Nach einigen Jahren hat die Notenbank langsam das Zinsniveau angehoben, um nicht in eine Inflationsfalle zu tappen. Viele US-Bürger konnten sich die monatlichen Kreditraten nicht mehr leisten, da sie aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus das ohnehin stark strapazierte Haushaltsbudget verstärkt belasteten. Dies hatte zur Folge, dass sich einige Bürger von ihrer Zweit- oder Drittimmobilie trennten. Dadurch kam es zu einem Angebotsüberhang, der sich negativ auf die Immobilienpreise auswirkte. Durch die rückläufigen Häuserpreise kamen weitere Bürger in Schwierigkeiten, da die geforderte Besicherungsuntergrenze für die bestehenden Bankkredite unterschritten wurde. Dies führte zu einer weiteren Erhöhung des Immobilienangebotes und damit verbunden zu weiteren Kursverlusten. Die Abwärtsspirale war voll im Gange und führte zu einem massiven Anstieg an Insolvenzen von Privatpersonen und Unternehmen. Das Land war wie gelähmt. Unsicherheit machte sich breit und führte zu einem rückläufigen Investitionsvolumen seitens der Privaten und Unternehmen.
Anhand der jüngsten Historie wird ersichtlich, dass man auch mit Immobilien Geld verlieren kann …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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Morningstar so hell und klar - Glanz muss wieder verdient werden. |
Als ob ich es gewusst hätte beim Schreiben meines Blogs von letzter Woche. Mit Ansage sozusagen:
Die Security KAG gewinnt mit dem Apollo Euro Corporate Bond Fund den 1. Platz in der Wertung Unternehmensanleihe EUR (nach 1. Platz 2008 und 2. Platz 2009) und sichert sich drüber hinaus mit den Fonds Apollo 1 Styrian Euro Bond und Apollo 2 Global Bond einen 2. Platz und einen 3. Platz in den Wertungen Öffentliche Anleihen EUR und Anleihen Euro Global.
Es ist schön, wenn man in der, dem Mensch zutiefst verwurzelten Leidenschaft, des sich gegenseitigen Messens als erfolgreicher Wettkämpfer vom Platz geht. Citius, altius, fortius wie der Olympionike zu sagen pflegt, verbindet eben auch in der Fondsbranche die Bewerber unter dem spirit der Leistungsbereitschaft für Verbesserungen und Weiterentwicklungen.
Gerade die letzten drei Jahre haben Aufschluss gebracht darüber, welche Asset Manager auch in instabilen Zeiten stabile Ergebnisse erzielen, und so eine Qualitätsnorm gebracht, von der niemals zu ahnen war, wie wichtig sie wirklich ist. Neue Umfeldbedingungen von gescheiterten und gerade nicht gescheiterten Banken und Staaten bringen mehr denn je Eigenschaften wie Beständigkeit und Wahrhaftigkeit an die Oberfläche. Der grobe Sand, den der Wind durch alle Welt bläst, hat den Lack überall so weit beschädigt, dass man den Untergrund wieder erkennen kann. Und ich denke es ist gut, wenn man Gold wieder von Blech unterscheiden kann.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: poechinger@previo.at
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Immobilien - die „eierlegende Wollmilchsau“ … |
„Immobilien sind eine sichere Veranlagung und gerade für diejenigen, die Angst vor einer Inflation haben, das richtige Investment.“ Aber entspricht diese weitverbreitete Meinung der Realität? In diesem Blog versuche ich bewusst auf die negativen Seiten eines Immobilieninvestments einzugehen.
1. Irrglaube: Mit Immobilien kann ich kein Geld verlieren
Nachdem Immobilien im Regelfall nicht täglich bewertet werden, sind die Kursschwankungen für den „Otto-Normal-Verbraucher“ nicht ersichtlich. Wenn man allerdings die Immobilienpreise im angelsächsischen Raum heranzieht, sind Kursverluste von 10%, 20% oder gar 30% keine Seltenheit. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass Immobilienpreise nicht täglich „erstellt“ werden. Dies ist allein schon organisatorisch nicht möglich, da jeden Tag ein Gutachter den „realen“ Wert ermitteln müsste, der auch wirklich „handelbar“ wäre. Aufgrund dessen ist der Mythos des schwankungsarmen Investments entstanden, obwohl sich dies bei näherer Betrachtung als Irrglaube herausstellt.
2. Irrglaube: Immobilien sichern mich vor einer Inflation
Grundsätzlich ist der Ansatz schon richtig, dass eine Immobilie einen Realwert darstellt und damit den Besitzer vor einer Inflation schützt. Eine Studie, die das Preisniveau deutscher Immobilien seit 1999 untersucht hat, offenbart, dass sich die Immobilienpreise im Land unseres „Lieblingsnachbarn“ innerhalb der vergangenen 10 Jahre faktisch nicht verändert haben. Der Inflationsbasket in Deutschland ist im Vergleichszeitraum von 90,9 auf 107,80 und damit um 18,60 % gestiegen. Die durchschnittliche Inflationsrate betrug demnach 1,56 %. Aufgrund diesen Umstandes hat die „all so sichere“ Immobilienveranlagung real um 18,60 % an Wert eingebüßt.
Zudem ist zu erwähnen, dass der Anleger aufgrund der Illiquidität der Immobilien bei einer Veräußerung mit Kursabschlägen konfrontiert wird - dies gilt vor allem, wenn der Verkäufer unter Zeitdruck agiert. Neben diesen Kosten sind Investoren zusätzlich mit Aufwendungen wie z.B. Grunderwerbssteuer, Maklerkosten, Grundbucheintragsgebühr, Notariatskosten, etc. konfrontiert.
Ein interessanter Aspekt ist in diesem Zusammenhang meiner Meinung nach noch erwähnenswert. Ich bin ein eher risikofreudiger Investor, was irgendwo in der Natur eines Aktienfondsmanagers liegt. Viele Österreicher haben auf Fremdwährungskredite zurückgegriffen, um ihre Häuser zu finanzieren. Vor nicht allzu langer Zeit war der Yen-Kredit „State of the Art“ - oftmals noch in Form eines endfälligen Tilgungsträgers, in dem mittels eines Aktienfonds angespart wurde. Wenn man sich aber verdeutlicht, welche Risiken dahinter stehen, schlottern sogar mir als „hartgesottener“ Aktieninvestor die Knie. Da haben wir zum einen die Außenstände in Fremdwährung. Der Wechselkurs EUR/YEN ist hochvolatil und weist eine Standardabweichung von rund 14% auf - für alle Nicht-Statistiker: Das bedeutet, dass die Kurse mit rund 70%-iger Wahrscheinlichkeit in einer Spannweite von 14% nach oben und unten schwanken. Extremszenarien sind dahingehend noch gar nicht eingerechnet. Im Vergleich dazu weisen europäische Staatsanleihen eine Volatilität von 3,3 % auf. Zudem trägt der Kreditnehmer das Risiko eines Aktieninvestors. Internationale Aktien (MSCI World) weisen eine Volatilität von rund 18% auf. Für Banken ein wahres Paradies, da sie sowohl bei der Konvertierung als auch bei Kauf des Investmentfonds in Form von Ausgabezuschlägen, die teilweise bis zu 5% des Ansparvolumens betragen, sowie mit laufenden Depotgebühren gutes Geld verdienen. Das ganze Risiko für einen Zinsvorteil von 1% - 3% gegenüber einen Euro-Kredit - das ist selbst für mich zu riskant. In diesem Ausmaß ist es verwunderlich, dass viele dieser Investoren das Ziel einer „risikolosen“ Veranlagung haben. Ich bin mir nicht sicher, ob sich jeder Kreditnehmer bewusst ist, dass er ein enormes Risiko eingeht. Damit sind diese Kreditnehmer durchaus als Spekulanten zu bezeichnen.
Die Immobilie ist für viele Österreicher ein beliebtes Investment, das oft einen Großteil der Vermögenswerte bindet. Die Vorteile einer Immobilienveranlagung sind unbestritten, nichts desto trotz ist es keine „eierlegende Wollmilchsau“…
Für Anleger lohnt sich auch ein Blick in die jüngste Historie - in meinem nächsten Blog werde ich nochmals kurz das Entstehen der Immobilienblase beleuchten …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
HINWEIS: Die Security BLOGS stellen lediglich die persönliche Meinung des Verfassers im Erstellungszeitpunkt und daher nicht die Meinung des Medieninhabers dar. Eine Haftung für diese Aussagen kann vom Medieninhaber ausdrücklich nicht übernommen werden.















