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Griechenland war gestern, Großbritannien ist heute… |
Der Spekulantenzug fährt weiter, von Südeuropa in den Nordwesten auf die Insel. Jetzt, nachdem Griechenland den drastischen Sparkurs einschlägt, ist ein neues Opfer gefunden.
Eine namhafte Zeitung berichtete heute von griechischen Verhältnissen in der traditionsreichen Monarchie. Bald haben wir ganz Europa durch. Gut, die Sorge nach dem Mauerfall um Deutschland als Schuldner ist schon einige Zeit her, doch in jüngster Zeit ist die Spur der Spekulanten noch frisch. Italien, Spanien, Portugal, natürlich Irland aber auch Österreich durften vor noch nicht allzu langer Zeit um adäquate Konditionen für Refinanzierungen zittern, weil die Gerüchteküche brodelte. Und hierbei geht es nur um die wirtschaftlich etablierten Länder.
Haben Sie auch vom Schwächeanfall des GBP gelesen? Von alarmierten Märkten? Von über die Währung verwundbare Briten? Ich bitte Sie an dieser Stelle einen Blick auf die Währungskursentwicklung zu werfen und sich Ihr eigenes Bild zu machen.
Geht es hier wirklich um die Bonität des britischen Staates, um realwirtschaftliche Problemstellungen? Das macht für mich wenig Sinn. Zu vielfältig sind die britischen Möglichkeiten eine theoretische Pleite abzuwenden.
Es ist immer schwierig, seriöse Nachrichten von der Effekthascherei zu separieren. Vor allem, wenn diese von etablierten Medien publiziert werden. Aber dies ist notwendig, wenn vernünftig veranlagt werden soll. Wer sich von einer Panik in die andere treiben lässt, wird von den Spekulanten ausgenommen.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.winkler@securitykag.at
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Neue Bankenabgabe - leider knapp daneben |
Derzeit wird sehr aktiv über die Einführung einer Bankensteuer diskutiert. Dabei verfolgt der Staat eigentlich zwei Ziele, welche meiner Ansicht nach bei der derzeitigen Diskussion nicht wirklich erreicht werden.
Einerseits möchte man bei den Banken einen Lenkungseffekt erzielen. Man möchte erreichen, dass die Bankmanager nicht in der Gewissheit arbeiten, dass bei einer Schieflage der Staat die Bank auffängt und so Risiken eingehen, die nicht vertretbar sind. Dagegen ist ja grundsätzlich gar nichts einzuwenden. Andererseits möchte man auch das Budget entlasten, welches ja durch Stützungsmaßnahmen der Wirtschaft bzw. auch des Finanzsystems belastet wurde. Beide Dinge werden mit der aktuell vorliegenden Variante dieser Bankenabgabe nicht erreicht.
Wichtig ist es der Regierung grundsätzlich, dass diese eingehobene Gebühr bzw. Versicherungsprämie nicht den Kunden angelastet wird. Und da beginnt meiner Ansicht nach schon einmal das große Problem. Dies ist schlichtweg nicht überprüfbar und daher ist auch das Ansinnen diesbezüglich reine Makulatur!
Weiters ist der Lenkungseffekt meines Erachtens nach ebenso nicht gegeben. Wenn man nämlich diese Bankenabgabe als Versicherungsprämie sieht, so wird kein Verantwortlicher in den Banken umdenken - im Gegenteil - wenn dies nun offiziell eine Art Versicherung darstellt, dann wird unter Umständen ja sogar mehr riskiert. Denn durch die Bezahlung der Prämie hat man ja eine „Versicherung“.
Die Besteuerung von KAGs stellt für mich jedoch (naturgemäß) das allergrößte Problem dar. Es ist international einerseits einmal ein Unikum für Österreich, dass KAGs als Banken geführt werden. Dies stellt ja eigentlich ein Qualitätskriterium dar, welches mit dieser neuen Abgabe jedoch bestraft wird. Zum Anderen wird mit dieser Abgabe keinerlei Lenkungseffekt erzielt werden. Es musste weder eine KAG gestützt noch ein Fonds vom Staat gerettet werden. Es wird das Handeln der KAGs durch diese Abgabe nicht verändert, da dies ohnehin schon von Gesetzes wegen ausschließlich im Sinne der Anleger sein muss!
Ein drittes Problem stellt die kolportierte Berechnungsbasis dieser Besteuerung dar. Als Basis soll nämlich das Fondsvolumen der KAG herangezogen werden. Dieses ist nicht einmal in der Bilanz der KAG, sondern Sondervermögen, über das die KAG verfügen darf. Rechnet man nun diese kolportierten 0,07 % auf das Fondsvolumen aller KAGs in Österreich auf, so würde eine Belastung von 80 Mio EUR heraus kommen. Die KAGs konnten beispielsweise im Jahr 2008 in Summe ein Ergebnis ihrer Geschäftstätigkeit in rund derselben Höhe erzielen. Nun bleibt der KAG daher ja gar nichts anderes übrig, als diese neue Abgabe den Fonds, und somit den Kunden, weiter zu verrechnen, da sie die eigenen Mittel bei weitem übersteigt.
Hedgefonds beispielsweise, welche mit Hebel investieren, zumeist im Ausland domiziliert sind (und somit auch im Ausland ihre Steuern entrichten) und zudem sehr intransparent investieren sind von dieser Abgabe ausgenommen!!!
Daher mein Appell an die Politik: bitte etwas kreativer zu werden, um auch wirklich die wünschenswerten Ziele erreichen zu können und nicht einfach nur mit einer neuen Abgabe die Budgetlöcher zu stopfen!
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
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Interessen der Notenbanker und Politiker driften auseinander - Südkorea (Teil 5)… |
Als Südkoreas Notenbankpräsident Lee Seong Tae im Dezember ankündigte, dass die Notenbank im Zuge einer Konjunkturerholung die Zinsen sukzessive anheben wolle, stieß er bei der Regierung in Seoul auf Unverständnis, da diese den Aufschwung durch höhere Refinanzierungskosten gefährdet sieht. Als Antwort auf die Ankündigung schickte der Präsident den Vize-Finanzminister Hur Kyung Wook in eine Notenbanksitzung, um die Ansichten der Regierung darzulegen und für eine unverändert expansive Geldpolitik zu „werben“. Durch diese Vorgehensweise mischte sich die Politik erstmals seit mehr als 10 Jahren in die Angelegenheiten der Notenbanken ein und untergrub damit deren Unabhängigkeit. Trotz dieser „unrühmlichen“ Vorgehensweise hat die Regierung einige schlüssige Argumente um ihre Position zu untermauern. Im vierten Quartal wuchs die Wirtschaft lediglich um 0,20% und damit deutlich langsamer als im Vorquartal, wo Singapur noch ein Wachstum von 3,2% erwirtschaften konnte. Die Notenbanker können aufgrund der Vorgehensweise der Politiker nur verlieren. Sollte die Zentralbank an der expansiven Politik - aufgrund meiner Blauäugigkeit nehme ich natürlich an, dass diese Entscheidung auf Basis der wirtschaftlichen Situation erfolgen würde - festhalten, bleibt ein schaler Beigeschmack. Sollten die Zentralbanker verfrüht - vielleicht sogar aus Trotz um ihre Unabhängigkeit unter Beweis zu stellen - den expansiven Pfad verlassen, kann das böse Folgen haben und die Wirtschaft Südkoreas nachhaltig schwächen. Diese Entscheidung möchte ich nicht treffen müssen!
Resümierend kann festgehalten werden, dass die Notenbanker rund um den Globus vor wichtigen und folgeschweren Entscheidungen stehen. Zu allem Überdruss sind auch lokale Politiker sichtlich nervös geworden und drängen sich verstärkt in den Vordergrund. Durch die weltweit koordinierte Vorgehensweise der Notenbanken konnte ein nachhaltiges Abgleiten in eine tiefe Rezession verhindert werden. Die Gretchenfrage ist aber, wann man sich von der expansiven Notenbankpolitik abwenden kann, ohne die Wirtschaft nachhaltig zu schädigen. Bei allen Argumenten für eine expansive Notenbankpolitik sollte man sich vor Augen halten, dass eine expansive Geldpolitik in Blasen münden kann - der amerikanische Immobilienmarkt oder die Internet-Bubble lassen grüßen. Eine gewisse „Entschuldungsphase“ wird uns daher nicht erspart bleiben und ist auch sicher notwendig. Ich hoffe, dass die Entscheidungsträger aus der Vergangenheit gelernt haben. Bleibt für uns alle zu hoffen, dass die Notenbanken nicht die Auswirkungen der Krise mit den Ursachen der Krise bekämpfen und damit die vorherrschenden Probleme lediglich in die Zukunft verschieben …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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Die neue alte Ordnung im Anleihengeschäft |
„Vor der Krise ist nach der Krise“ - Sie kennen sicherlich den Spruch. So oft dieser auch falsch sein mag, im Anleihenhandel scheint er sich zu bewahrheiten.
Nachdem ein Teil der größten Banken verschwand, insolvent oder übernommen wurde, änderte sich der Anleihenhandel abrupt. Während bis in das späte Jahr 2008 der Sekundärmarkt von den riesigen Banken dominiert wurde, hinterließ deren praktischer Ausfall ein Loch im Handel von festverzinslichen Wertpapieren.
All jene, die grundsätzlich noch handlungsfähig waren, wurden sich der Risiken ihrer großen Handelsbücher bewusst - und nur mehr bereit zu verkaufen. Dies begannen goldene Monate findiger kleiner Händler zu werden, die aufgrund der großen Preisspannen zwischen Kauf und Verkauf die Idee hatten, auf eigene Faust Käufer und Verkäufer eines Wertpapiers zu finden. Wenn er beide Seiten gefunden hatte, konnte der Händler das Wertpapier dem einen abkaufen und dem anderen verkaufen - zu immensen Kursspannen. Ein paar Transaktionen im Monat reichten für saftige Einkommen.
Diese Geschäftsidee hatten viele! So wurden wir unzählige Male von uns bis dahin unbekannten Menschen gefragt, ob wir uns nicht von einem oder anderen Wertpapier trennen könnten oder Bedarf an mehr hätten.
Nun, die Zeiten ändern sich. Inzwischen sind die großen Banken aus ihrer Schockstarre erwacht und ziehen den Handel wieder an sich. Durch die großen Volumina, die diese Banken bearbeiten können, sind Preise möglich, die den Glücksritter erschauern lassen.
Zumindest im Anleihenhandel kehren wir also wieder zurück zu: „business as usual“.
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Interessen der Notenbanker und Politiker driften auseinander - Japan (Teil 4)… |
In meinem vorletzten Blog dieser Serie habe ich über den Interessenskonflikt zwischen Politikern und Notenbankern berichtet. In dieser Fortführung möchte ich die Situation in Japan und Südkorea darlegen. Der einstige Tigerstaat Japan befindet sich bekanntlich seit den späten 80-er Jahren in einer Krise und leidet einerseits unter einem geringen Wachstum und andererseits unter einer, scheinbar trotz intensiver Bemühungen, nicht zu überwindenden Deflationsphase. Im Dezember 2009 sind die Verbraucherpreise beispielsweise um 1,3% gegenüber dem Vormonat zurückgegangen. Sinkende Preise münden in rückläufigen Investitionen sowohl privater Haushalte als auch Unternehmen und schwächen damit die Wirtschaft nachhaltig. Um dem Entgegenzuwirken, erhöht die japanische Regierung den Druck auf die Bank of Japan (BoJ), den Leitzins niedrig zu lassen und noch mehr Wertpapiere aufzukaufen und damit den Markt mit Liquidität zu „überschwemmen“.
Japans neuer Finanzminister hat bereits einige Male in Reden vor dem Deflationsgespenst gewarnt. Aufgrund der ausufernden Staatsverschuldung, die in den vergangenen Jahren stetig auf aktuell rund 200% vom Bruttoinlandsprodukt gestiegen ist, ist der Handlungsspielraum der Regierung gering. Weitere fiskalpolitische Konjunkturprogramme sind daher unwahrscheinlich. Auch die Rating-Agenturen haben bereits die hohe Schuldenlast kritisiert. S&P hat im Zuge dessen den Outlook auf „Negativ“ gesenkt. Japanische Staatsanleihen konnten bisher zu großen Teilen lokal platziert werden. Aufgrund der geringen Anleihenrenditen - für zehnjährige japanische Staatsanleihen bekommt man aktuell rund 1,3% - ist die Zinsbelastung für das Staatsbudget noch „erträglich“. Und genau da liegt die große Gefahr. Sollten allerdings wie befürchtet japanische Haushalte weniger sparen, könnte die geringere Nachfrage in höheren Anleihenrenditen münden, da ein Teil extern finanziert werden müsste. Dies würde ein enormes Loch in die Staatsfinanzen reißen und zu weiterem Ungemach führen.
Im fünften und letzten Teil meiner Blogserie möchte ich die prekäre Situation südkoreanischer Notenbanker darlegen…
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Anhebung des Zinses, aber doch keine Anhebung? |
Heute haben Sie sicher die Meldung vernommen, dass die Fed den Diskontsatz für Ausleihungen erhöht hat (0,25% auf 0,75%). Dabei wird aber (zurecht) betont, dass dies keine Anhebung des Leitzinses bedeutet. Auch solle dies keine Signalwirkung bezüglich Leitzins haben.
Um dies zu verstehen sind Mutmaßungen notwendig.
Will man hiermit den Geschäftsbanken den Geldhahn ein Stück zudrehen? Es könnte sich durchaus so verhalten. Denn durch das Marktumfeld ist es für findige Banker - und die Amerikaner sind das sicher - mit recht wenig Risiko möglich, viel Geld zu „verdienen“. Anleihen mit sehr guter Bonität können bzw. konnten mit dem billigen Zentralbankkredit gekauft werden. Diese dienten als Sicherheit bei der Fed und warfen schöne Zinsgewinne ab. Wenn man sich die Größe der Bilanzen ansieht, kann erahnt werden, wie viel hierdurch zu lukrieren ist.
Nur verleitet diese Möglichkeit aber auch dazu, den Bogen zu überspannen. Es könnte also der Notenbank zu viel geworden sein. Durch die Anhebung des Diskontsatzes wird diese Praktik weniger lukrativ; weniger Anleihen werfen noch akzeptable Renditen ab.
Dies ist freilich nur eine Mutmaßung, doch was meinen Sie? Was ist der Sinn der Aktion?
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Interessen der Notenbanker und Politiker driften auseinander - Argentinien (Teil 3)… |
In Argentinien ist die Situation prekär, da die Präsidentin wie in meinem Blog „Kurioses aus Argentinien“ erwähnt den Notenbankpräsidenten gefeuert hat. Obwohl die Entscheidung von Präsidentin Christina Kirchner von einem Richter aufgehoben wurde, hat Argentiniens Zentralbankchef Martin Retardo in der Zwischenzeit das Handtuch geworfen. Der eine oder andere Seitenhieb über die Politik in seiner Abschiedsrede ist für mich durchaus nachvollziehbar und ihm daher nicht zu verdenken. Für Investoren, die ihr Geld in argentinischen Staatsanleihen investierten, ist dies keine schlechte Nachricht, da die Regierung die Reserven angreifen will, um die Schulden zurückzuzahlen. Der Reputationsverlust der argentinischen Notenbank ist allerdings enorm und die essentielle Unabhängigkeit kann nach dieser Frage stark in Zweifel gezogen werden.
In meinen nächsten Blogs berichte ich über die Problematik in Japan und Südkorea …
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Wankt Griechenland? Apollo (Fonds) jedenfalls nicht! |
Griechenland wird zu Recht als Wiege der Kultur des Abendlandes bezeichnet. Ein Blick auf die Verantwortungslosigkeit ihres Treibens der letzten Jahre lässt erstaunen, wie es dieses Volk damals zu diesen Ehren geschafft haben kann. Wohlgemerkt „der letzten Jahre“, denn dass die Budgetpolitik keinesfalls nachhaltig ist, weiß man nicht erst, seit dieses Thema in den Medien der letzten Wochen dermaßen gepuscht wurde.
Weniger aus Eigenlob, sondern um Ihnen zu zeigen wie wir denken, sei an dieser Stelle erwährt, dass der Staat Griechenland aus obigen Gründen in der Veranlagung unserer Staatsanleihenfonds - sowohl in der Vergangenheit als auch aktuell - vergeblich zu suchen ist. Und auch die begehrten Lipper Awards, die uns heuer gleich dreimal zuteil wurden, lassen sich auf unseren verantwortungsbewussten und nachhaltigen Denkansatz zurück führen. Davon bin ich fest überzeugt!
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.winkler@securitykag.at
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Das dritte Auge Ihrer Kunden |
Angenommen Mediziner wären in der Lage ab sofort jedem Menschen ein drittes Auge einzubauen - zu einem vernünftigen Preis und durch einen ambulanten Kurzeingriff. Dieses Angebot wäre doch eine Sensation und der Verkaufshit des Jahres, insbesondere da der Kunde sich auch noch aussuchen kann, wo dieses dritte Auge platziert wird.
Was würden Sie denken, welchen Platz die überwiegende Mehrheit der Interessenten wählt? Welchen Platz an Ihrem Körper würden Sie bevorzugen? Richtig: Die Meisten sagen automatisch am Hinterkopf, denn da kann der Benutzer zusätzlich zu Vorne auch noch zeitgleich nach Hinten sehen. Es würde dann wie bei vielen Produkten sein, dass Kunden durch Werbung oder Medien motiviert eine bestimmte Leistung kaufen wollen.
Angenommen bei der Anmeldung sitzt dann aber ein Berater der sagt: „Sehr gerne, lieber Kunde, kommen wir Ihrem Wunsch nach und positionieren das dritte Auge dort wo Sie wollen und das zum günstigen Standardpreis. Allerdings habe ich auch ein besonderes Angebot für Sie, denn es gibt eine Stelle, die Sie nicht ausgewählt haben und die viel effektiver als der Hinterkopf ist.
Diese Stelle ermöglicht Ihnen noch mehr Einsichten und flexiblen Einsatz im Alltag, allerdings der Einbau kostet ca. dreimal so viel wie die Standardposition, die alle gewählt haben. Die „Premium-Variante“ befindet sich nämlich an der Spitze des rechten Zeigefingers, dies ermöglich Ihnen ungeahnte Einsatzmöglichkeiten. Sie können um die Ecke sehen, in Nischen blicken und auch unter dem Tisch nachschauen. Dieser Universaleinsatz hat eben seinen Mehrpreis - sind Sie interessiert?“
Wie viele Kunden, denken Sie, würden dieses erweiterte Angebot annehmen? Glauben Sie, werden diese dem Berater dann, wegen der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und trotz der Mehrkosten, dankbar sein? Werden diese sogar die armen „Hinterkopf-Blicker“ bedauern und gerne den Berater mit seinen innovativen Ideen weiterempfehlen? Ganz sicher…
Wir lernen also aus dieser obskuren Geschichte: Signalisieren Sie ihrem Kunden, dass Sie jederzeit gerne seine Produktwünsche erfüllen, aber demonstrieren Sie auch ihre Kompetenz in dem er durch Sie von Produkten und Dienstleistungen erfährt, die es nicht überall gibt und in der Sie gerade Spezialist sind. Außerdem können „Spezialprodukte & -dienstleistungen“ auch gerne teurer sein, solange der Kunde davon einen spürbaren Mehrwert hat.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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Interessen der Notenbanker und Politiker driften auseinander - USA (Teil 2)… |
Das Beispiel Australien sollte andere Notenbanken rund um den Globus zum Nachdenken anregen. Allen voran Uncle Sam. Wenn man sich beispielsweise die Verschuldung amerikanischer Haushalte (aktuell ca. 130% des verfügbaren Jahreseinkommens) zu Gemüte führt, kann einem kritischen Beobachter wirklich Angst und Bange werden. Aus diesem Grund gehe ich davon aus, das die US-Fed sich möglichst lange bemühen wird, die expansive Politik beizubehalten, über die Käufe von Staatsanleihen sowie Hypothekenpapieren die Kreditzinsen möglichst tief zu halten und damit dem angeschlagenen US Konsumenten unter die Arme zu greifen. Amerikas Wirtschaft zeichnet sich in Summe für rund ein Viertel des weltweiten BIP’s verantwortlich. In der größten Volkswirtschaft der Welt kommt den Konsumenten bekanntlich eine zentrale Bedeutung zu, da sie mit rund zwei Drittel den größten Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt leisten. Die Probleme des US-Konsumenten, seien es Jobsorgen oder die stetig steigende Verschuldung, sind hinlänglich bekannt und schweben wie ein Damoklesschwert über dem zarten Konjunkturpflänzchen. Die Auswirkungen eines Einbruchs des Privatkonsums wären auch für die globale Wirtschaft essentiell, da der US-Konsument sich für mehr als 16% der globalen Wirtschaftsleistung verantwortlich zeichnet. Sollte der jüngst für eine weitere Amtsperiode bestätigte Fed-Präsident Ben Bernanke zu früh den expansiven Pfad verlassen, könnten die Auswirkungen auch weltweit fatale Folgen haben. Obwohl Ben Bernanke nach anfänglichen „Schwierigkeiten“ im Amt bestätigt wurde, ist der politische Druck auf die amerikanische Notenbank sicherlich nicht geringer geworden.
Abschließend ein paar Details am Rande. Die amerikanische Fed hat im Zuge ihrer Politik die Bilanzsumme deutlich aufgeblasen und konnte im Vorjahr einen Gewinn von mehr als 50 Milliarden USD erwirtschaften. Ben Bernanke ist in den USA sehr unbeliebt, da die Amerikaner den Notenbankpräsidenten dafür verantwortlich machen, dass einerseits Milliarden USD in diverse Bankenrettungspakete geflossen sind und andererseits viele Bürger im wahrsten Sinne des Wortes am Hungertuch nagen. In einem der reichsten Länder der Welt hungert jeder siebte Bürger aus Geldmangel zeitweise. Die Anzahl der Empfänger von sogenannten Food Stamps (Essensmarken) hat innerhalb der vergangenen zwei Jahre um 10 Millionen zugenommen. Die Auswirkungen der Finanzkrise auf den Einzelnen sind daher nicht abzustreiten.
In meinem nächsten Blog widme ich mich dem Land des Tangos …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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