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PZV- oder die Renaissance des Schnürlsamts |
Die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge, seit jeher ein wenig das Schnürlsamtsakko (zeitlos, wärmend, mit einem Hauch von Staub) unter den Vorsorgeprodukten, hat es zu ungeahnter Bekanntheit gebracht.
Zuerst als Streitthema zwischen Kanzler und Vizekanzler. Welche drei Buchstaben die nicht für eine Partei stehen, polarisieren ansonsten so nachhaltig an der Spitze des Staates. Das hat sich die gute alte "Prämienbegünstigte" nicht erwartet, dass man mit Ihr richtig Politik machen kann. Kapitalgarantie ja oder nein und wenn nicht, warum nicht? Alles Fragen die so heftig, zahlreich und laut vorgebracht wurden, dass der Staub wie weggeblasen war. Der Staub den die Tante PZV angesetzt hatte obwohl eigentlich noch recht jung an Jahren, wegen dem Schnürlsamteffekt eben. Alles was zeitlos und wärmend ist, kämpft irgendwann mit diesem Phänomen.
Die Krise aber machte es möglich, dass konservativ nun werbetechnisch "in" ist und dennoch bei vielen Anbietern gute konservative Produkte wie die PZV in desaströsem Zustand befindlich sind. Einer Information der Finanzmarktaufsicht ist es zu verdanken, dass die Anteilsinhaber der betroffenen Garantiefonds nun wissen, dass es irgendwann ein böses Erwachen geben wird aus der scheinbar bequemen "kapitalgarantierten" Hängematte. Der Verein für Konsumentenschutz hat bereits seine "Ermittlungen" aufgenommen und entwirft nun einen Produktüberblick.
Nun geloben viele Anbieter Besserung und versprechen ihren Aktienanteil im Garantieprodukt zu reaktivieren,...? Aber genau diese Aktien waren doch bis vor Kurzem noch das Schlimmste überhaupt, das papiergewordene Böse? Jetzt gelobt Besserung mit einem Bekenntnis zu Ihnen? Gestern knallrote Viskose, heute mattschwarze Seide. Die vielen modischen Richtungswechsel erzeugen neben Schwindel mittlerweile auch Übelkeit.
Teile der Finanzbranche geraten zunehmend unter Verdacht dem Volk mehr aufs Maul zu schauen, als die Politik das jemals ungestraft tun könnte. Populismus bemängelte die Security KAG bereits am 31.12.2009
http://www.securitykag.at/pdfs/presse/derStandard%2031.12.09.PDF.
Und zur Kapitalgarantie an sich ist nur das zu sagen, was die Security KAG im Kurier am 10.12.2009 dazu sagt
http://www.securitykag.at/pdfs/presse/kurier%2010.12.2009.jpg
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Und, dass optimiertes Risiko eine Garantie zum Vorteil des Kunden ersetzen kann und wie das aussehen könnte, das teilte die Security KAG schon am 10.3.2009 dem Standard mit
http://www.securitykag.at/pdfs/presse/Artikel%20Standard.PDF
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Ein gerader, nachvollziehbarer Weg in einer Zeit der Zugeständnisse und Eingeständnisse.
Deshalb sieht die Performance von Apollo 32 (der PZV-Fonds der Security KAG) auch so aus wie sie aussieht: Ziemlich schick. Nach wie vor!
Zeitlos und wärmend - für eine hektische Zeit mit gelegentlichen Kälteeinbrüchen. Unser Schnürlsamtsakko ist ein must have der Saison.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: poechinger@previo.at
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Interessen der Notenbanker und Politiker driften auseinander - Australien (Teil 1) |
Eine zentrale Aufgabe einer Notenbank ist es, Inflationsrisiken bereits frühzeitig im Keim zu ersticken. In den vergangenen Wochen und Monaten haben makroökonomische Indikatoren klar untermauert, dass die weltweite Rezession überwunden ist. Das Tal der Tränen dürfte demnach schon hinter uns liegen. Soweit so gut - aber welche Politik sollen die Notenbanken gegenwärtig verfolgen?
Auf der einen Seite müssten die Zentralbanken den Pfad der expansiven Geldpolitik schön langsam verlassen und mittels Zinserhöhungen und einer Eindämmung der Liquidität möglichen Inflationssorgen entgegenwirken. Auf der anderen Seite ist bei einem zu frühen Strategiewechsel die Gefahr evident, dass das Konjunkturpflänzchen durch eine restriktivere Politik frühzeitig verwelkt und die Weltwirtschaft erneut in eine Rezession abgleitet. Politiker neigen dazu, Notenbanker dazu anzuhalten, ihre expansive Politik beizubehalten und damit der Konjunktur stützend unter die Arme zu greifen. Politiker bevorzugen die expansive Politik, da dies mit hoher Wahrscheinlichkeit in mehr Wachstum und einer Entspannung am Arbeitsmarkt münden würde. Eine erhöhte Inflationsrate ist dem Wähler sicher leichter zu verkaufen. Im Gegensatz dazu ist die Geldwertstabilität und damit verbundene „moderate“ Inflationszahlen die hehren Zielvorgaben der Zentralbanker. Am Beispiel einiger Staaten wird offensichtlich, mit welcher schwierigen Situation die Notenbanken konfrontiert sind und welche Auswirkungen mögliche Fehlentscheidungen haben könnten.
Australien kommt eine Vorreiterrolle zu, da die Notenbank in „Down Under“ als erste aller Zentralbanken sämtlicher G20-Staaten bereits im vergangenen Jahr die Leitzinsen angehoben hat. Australien hat die Krise aufgrund eines milliardenschweren Konjunkturprogramms bis dato ganz gut gemeistert und kam damit im Vergleich zu anderen Staaten gut weg. In ihrer jüngsten Sitzung haben die Zentralbanker allerdings wider Erwarten die Leitzinsen nicht angehoben und damit die Märkte kalt erwischt. Aufgrund dessen kam es zu einem Sell-Off des Australischen Dollars, der gegen die 16 wichtigsten Währungen deutlich abwertete, da sich viele Anleger von ihren Carry-Trades verabschiedeten. Die jüngsten Zinserhöhungen haben bereits ihre Spuren hinterlassen. Besonders stark sind die Auswirkungen auf den lokalen Hypothekenmarkt, da die Kreditzinsen seit Oktober deutlich angestiegen sind und damit ein deutliches Loch in das Budget der Privathaushalte gerissen haben.
In meinen nächsten Blogs werde ich anhand anderer Beispiele darlegen, mit welchen Problemen die einzelnen Notenbanken gegenwärtig konfrontiert sind …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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Rollenspiel im großen Stil |
Die Beschaffung der „Steuer CD“ seitens der Deutschen Bundesregierung ist scheinbar bereits beschlossene Sache. Dies hat nicht nur lebhafte Diskussionen zur Folge, auch von offizieller Schweizer Seite zeigt man sich etwas - salopp formuliert - verschnupft.
Ich wage hier nicht die Rechtmäßigkeit dieser Aktion zu beurteilen, sondern möchte dieses Vorgehen als Anstoß für eine andere, möglicherweise viel wichtigere Überlegung verwenden: Wie sollen sich zukünftig die Nationalstaaten zueinander verhalten. Ist es in der jetzigen Lage wirklich ratsam sich auf Kosten des Anderen einen „kleinen“ Vorteil zu verschaffen?* Oder wäre nicht eine vorsichtigere Herangehensweise angebracht?
Schließlich wird in der nächsten Zeit ein großes Problem die wichtigsten und mächtigsten Nationen einen: Geringe Wachstumsraten bei hoher Staatsverschuldung.
Bis jetzt hat noch kein Staat ein überzeugendes Konzept vorlegen können, welches ein langfristig solides Haushaltsbudget gewährleisten kann. Dies könnte durchaus zur Folge haben, dass ein intensiver und Länder übergreifender Kraftakt seitens der Industriestaaten und Notenbanken für alle Beteiligten die beste Lösung sein wird.
Denn kleine nationale „Tricks“, wie Abwertung der eigenen Währung bei „Verinflationierung“ der Schulden, werden in der jetzigen vernetzten Welt auch nicht gerade einfacher…
* Also auf dem Rücken der Schweizer sich jene Daten zu beschaffen, deren vermeintliche Nichtexistenz einen guten Teil des Erfolgs der gesamten Bankenlandschaft ausmacht?
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.winkler@securitykag.at
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Soll ein Staat Diebsgut kaufen? |
Der Disput um die CD mit angeblichen Daten von Deutschen Steuersündern wird weiter kräftig geführt. Nun stellt sich die Frage, ob der Zweck in diesem Falle die Mittel heiligt. Soll ein Rechtsstaat illegal beschaffte Daten kaufen um Steuersündern zu bestrafen?
Ich bin grundsätzlich einmal dafür, das Bankgeheimnis (auch in Österreich) zu hinterfragen. Denn, ist es nicht so, dass dadurch gerade Steuerhinterziehung sehr begünstigt wird? Aber trotzdem - das Bankgeheimnis ist gesetzlich geregelt und ist daher zu respektieren. Auch in der Schweiz. Es schickt sich daher nach meinem Empfinden nicht für einen Staat, Daten deren Erwerb offensichtlich aus der Übertretung dieses Gesetzes stammen, zu kaufen. Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt - stehlen aber auch nicht.
Denn gesetzt den Fall es wird salonfähig, im Zuge der jeweiligen Tätigkeit Betriebsgeheimnisse einfach an andere zu verscherbeln, das würde unser Wirtschaftssystem bzw. auch den Datenschutz relativ stark beschädigen. Denn dann würden am Markt vielleicht auch einmal die Kundendaten von Billa Vorteilskarten und das Einkaufsverhalten der Kunden angeboten, oder man könnte sämtliche Krankenstandsdaten der ÖBB am Markt kaufen (um potenzielle Kunden für ein Pharmaprodukt zu identifizieren).Ich würde daher als Deutsche Bundesregierung diese Daten nicht kaufen.
Aber vielleicht ist das ja auch das Kalkül: man zeigt sich am Erwerb dieser Daten äußerst interessiert, um nicht nur jene Personen auf der CD sondern viele tausend andere Steuerflüchtlinge zur Selbstanzeige zu bewegen. Nachdem jedoch schon die Liechtenstein CD im Jahr 2007 gekauft wurde (übrigens waren die damaligen Steuersünden auf der CD mit 300 Mio EUR beziffert - eingehoben konnte nur rund die Hälfte werden) bleibt auch diesmal Schlimmes zu befürchten.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
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Kurioses aus Argentinien … |
In Zeiten wie diesen kommt den Notenbankern eine zentrale Rolle zu. Nicht immer entspricht die Vorgehensweise des Zentralbankchefs den Anforderungen oder besser gesagt den Wünschen der Regierung. Das ist hinlänglich bekannt. Aus Argentinien ist wieder einmal etwas wirklich Kurioses zu berichten. Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hat nach einer „Meinungsverschiedenheit“ die Polizei veranlasst, den Chef der Notenbank Martin Redrado am Betreten seines Büros zu hindern. Argentiniens Präsidentin hat Redrado entlassen, nachdem sich dieser den Anweisungen der Staatschefin, die Devisenreserven der Notenbank in der Höhe von 6,6 Milliarden USD für die Begleichung von Staatsschulden freizugeben, widersetzte. Kurioserweise wurde Redardo einen Tag nach seiner „Entlassung“ von einem Gericht wieder eingesetzt und hat prompt die bereits angeordnete Überweisung verhindert und sich damit gegen die Präsidentin durchgesetzt. Den Respekt der Finanzwelt hat er sich verdient, allerdings kann die „Unabhänigkeit“ einzelner Notenbanker von Kritikern wieder einmal angezweifelt werden …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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It's turning into a stockpickers market |
Das Aktienjahr 2009 ist nun seit knapp einem Monat vorüber, Zeit, das Jahr kurz Revue passieren zu lassen. 2009 war es eigentlich nur wichtig, Aktien zu haben, um Performance erzielen zu können. Am besten war es, die am meisten geprügelten Kandidaten zu kaufen, welche durch die Bank eine Auferstehung feierten, im Fachchinesisch hieß das, man musste Beta haben.
Für das heurige Jahr bin ich der Meinung, dass ein deutlicher Paradigmenwechsel stattfinden wird bzw. gerade stattfindet. Es geht nicht mehr darum, einfach den Markt zu kaufen, sondern sich dem guten, alten Werkzeug der Fundamentalanalyse zu widmen, um so geeigneite Kandidaten für das Portfolio ausfindig zu machen. Dinge wie solide Bilanzstruktur, funktionierendes Geschäftsmodell, Bewertungen, Wachstumschancen etc. werden wieder in der Vordergrund treten um ein Portfolio zusammenstellen zu können, mit dem man sich auch wohlfühlt.
Als Aktienfondsmanager freue ich mich auf ein herausfordendes Jahr!
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: manfred.zoehrer@securitykag.at
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Der Ehrenkodex der Fremdenlegion |
Neulich habe ich in einem Buch den „Ehrenkodex der Fremdenlegion“ entdeckt und beim Durchlesen sofort Parallelen zur Einstellung des Finanzberaters zu seinem Beruf und seinen Kunden entdeckt. Darauf basierend möchte ich Ihnen nun den "EHRENKODEX DER FINANZBERATER" präsentieren. Dieser entspricht nahezu ungekürzt jenem der Fremdenlegion, ich habe lediglich Wörter wie „Krieg“, „Legionär“, „Waffe“, „Feind“ usw. durch andere Worte und Bezeichnung ersetzt:
Artikel 1: Finanzberater, Du bist ein Freiwilliger der ausschließlich dem Interesse seiner Kunden dient.
Artikel 2: Jeder Finanzberater ist dein Bruder, gleich für welches Unternehmen, Vertrieb oder Pool er arbeitet. Du fühlst dich ihm immer verbunden, wie es die Zusammengehörigkeit einer großen Familie erfordert.
Artikel 3: Du hältst die Tradition der unabhängigen Finanzberatung in Ehren, dienst deinen Kunden und Mitarbeitern in Treue. Disziplin und Kameradschaft sind deine Stärke, Redlichkeit und Ehre deine Eigenschaften.
Artikel 4: Du bist stolz ein unabhängiger Finanzberater zu sein. Dein Auftreten, immer tadellos und elegant, beweist es. Dein Benehmen drückt Bescheidenheit und gute Erziehung aus. Dein Büro ist immer anstandslos sauber und aufgeräumt.
Artikel 5: Du bist ein wichtiger Berater deiner Kunden. Du hältst dich durch unerlässliche und konsequente Weiterbildung in Form. Dein Umfeld und deine Unterlagen pflegst Du als wäre es ein Teil von dir.
Artikel 6: Die Erfüllung der Kundenziele ist dir heilig. Du erfüllst diese voller Respekt und unter Einhaltung der Gesetzte, notfalls auch ohne eigenen Vorteil dabei zu erlangen.
Artikel 7: In der Kundenberatung handelst Du ohne Leidenschaft und Gier, sondern besonnen und gelassen. Unter keinen Umständen gibst Du dein Ziel, einen zufriedenen Kunden zu schaffen, auf oder benachteiligst Mitarbeiter oder Kollegen.
Sie wären überrascht wie wenige Worte nur ausgetauscht wurden und welches ehrenwerte Verhalten von Finanzberatern also eigentlich zu erwarten ist - ähnlich wie von Elitesoldaten. Ich werde diesen neuen Ehrenkodex jedenfalls an die verantwortlichen Stellen in der Berufsvertretung weiterleiten und mal sehen…
Ich sehe es schon vor mir, in einigen Monaten werden dann alle neuen Finanzdienstleister nach der absolvierten Prüfung vor der Wirtschaftskammer aufstehen, die rechte Hand zum Schwur heben: „Ich agiere ausschließlich im Interesse des Kunden…“
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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Ein Blick nach Fernost… |
Asiatische Tigerstaaten sollten auch in den kommenden Jahren die mit Abstand am stärksten wachsende Region der Welt sein. China ist und bleibt das Aushängeschild dieser aufstrebenden Region und ist mittlerweile hinter den USA und Japan bereits der drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt. Die chinesische Zentralbank hat eine Straffung der Geldpolitik eingeleitet, in dem sie einerseits die Mindestanforderungen für Banken und andererseits zum zweiten Mal in Folge die Zinssätze für Staatspapiere erhöhte. Dies dient in erster Linie dazu, aufkeimende Inflationssorgen bereits im Keim zu ersticken und eine Überhitzung der Wirtschaft zu verhindern.
Das wird auch von universitärer Seite untermauert, da Forscher der einflussreichen Chinesischen Akademie der Wissenschaften vor einigen Tagen einen Artikel veröffentlichten, in dem sie ein BIP-Wachstum im laufenden Jahr von 16% projizieren. Damit einhergehend dürfte auch die Nachfrage deutlich ansteigen und die Inflationssorgen schüren. Mit Spannung wird erwartet, ob die Regierung in den kommenden Monaten gezwungen wird, die „Notbremse“ zu ziehen und eine Aufwertung des chinesischen Yuan zuzulassen. Auch die Notenbanken sind gefordert, ihren Beitrag zu leisten. Eine weitere Erhöhung der Mindestanforderungen scheint wahrscheinlich. Damit würde man dem Markt noch mehr Liquidität entziehen.
Auch auf der Kreditseite bahnt sich ein „Boom“ an. Allein in der ersten Jännerwoche belief sich das Volumen neu ausgegebener Kredite auf ca. 60 Milliarden Euro - das ist fast doppelt so hoch wie der Monatsdurchschnitt im zweiten Halbjahr 2009. Die kürzlich veröffentlichten Handelsdaten für Dezember, die sowohl einen boomenden Export als auch regen Import darlegen, untermauern die Ängste einer Konjunkturüberhitzung. Die Sorgen sind allerdings nicht neu sondern schon seit längerem virulent, da das Reich der Mitte in jüngster Vergangenheit die Märkte oftmals mit der Bekanntgabe von Rekorddaten überraschte. Die Stimulationsprogramme der Regierung tragen damit schon erste Früchte.
Von diversen Wachstumsraten und der Gefahr einer Wirtschaftsüberhitzung können Europa und die USA gegenwärtig nur träumen. Es ist allerdings auch in China nicht alles „Eitel Wonne“, wie der erste Blick auf die makroökonomischen Daten vermuten lässt. Tatsache ist, dass das Reich der Mitte zu großen Teilen nur Produkte ausführt, die im Ausland entwickelt und vorverarbeitet wurden. Die in China hinzugefügte Wertschöpfung fällt äußerst bescheiden aus. Dies untermauert beispielsweise eine detaillierte Wertschöpfungsanalyse eines in China fertig gestellten 150 USD teuren iPod von Apple. Der Anteil der chinesischen Wirtschaft beträgt lediglich 4 USD respektive 2,67 % und fällt damit sehr gering aus. China wird von den „etablierten“ Volkswirtschaften nach wie vor als „Billiglohnland“ gesehen.
Das Ausland setzt die chinesische Regierung unter Druck, eine Aufwertung der Landeswährung zuzulassen und damit den ökonomischen Kräften freien Lauf zu lassen. Für China würde das aber bedeuten, dass sich durch die Aufwertung des Juan chinesische Produkte im Ausland deutlich verteuern würden. Damit verbunden wäre mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Einbruch des Wirtschaftswachstums.
Die Ratingagentur S&P hat jüngst das „A+“ Rating bestätigt. China wird aktuell von Moody’s mit „A1“ geratet. Die Ratingagentur sieht allerdings die Gefahr eines plötzlichen Abbruchs der chinesischen Wachstumsdynamik in diesem Jahr neben möglichen Fehlern westlicher Zentralbanken und ungenügender Kapitalpolster internationaler Banken als eine der drei größten Gefahren für die globale Konjunktur an. In diesem Fall bleibt zu hoffen, dass Moody’s Prognosen wieder einmal nicht eintreten…
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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Neues aus Griechenland |
Dass Griechenland gewillt ist, sich der Schuldenproblematik ernsthaft entgegen zu stellen, versucht Ministerpräsident Giorgos Papandreou mit einem Sanierungskonzept zu beweisen: Innerhalb von drei Jahren soll die Neuverschuldung wieder unter das Maaskrichtkriterium von 3% des BIP gebracht werden. Das scheint auf den ersten Blick bei einer aktuellen Verschuldensquote von etwa 125% des BIP wenig ambitioniert, doch wäre das für die Hellenen zumindest der richtige erste Schritt auf einem mühsamen Weg aus der Schuldenfalle.
Es wird nun wichtig sein, diesen Worten auch Taten folgen zu lassen. Denn inzwischen ist man an einem Punkt angekommen, der die bisher sehr laxe Praxis nicht mehr erlaubt. So sieht man sich nicht nur massivem Druck der EU ausgesetzt, auch vom Kapitalmarkt weht ein rauer Gegenwind. Die derzeitigen Risikoaufschläge von über 250 BP verteuern die Neuverschuldung immens und lassen somit die Hellenen nur bedingt vom aktuell geringen Zinsniveau profitieren. Zum Vergleich - der Risikoaufschlag, den Brasilien bezahlen muss, ist nur etwa halb so hoch.
Unklar bleibt weiterhin, wie sich die Mitgliedschaft in der EU und vor allem in der Währungsunion für Griechenland auswirken wird. Man hat damit zwar die Möglichkeiten vertan, mit Währungsmanagement auf die schwierige Situation zu reagieren, aber einen starken Partner zur Seite, der ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten eines Mitglieds nur schwer politisch verdauen könnte. Doch auch die wirtschaftlich starken Länder der EMU haben krisenbedingt genügend Sorgen mit den eigenen Budgets.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.winkler@securitykag.at
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IPO-Pipeline für 2010 ist randvoll ... |
Da viele anstehende IPO’s ihre Emission aufgrund des schlechten Börsenumfelds verschoben hatten, ist die Emissionspipeline für das Jahr 2010 gut gefüllt. Laut der PwC-Studie gab es in Europa im vergangenen Jahr 151 Erstemissionen im Volumen von 6,8 Milliarden Euro. Das ist ein massiver Einbruch im Vergleich zum Vorjahr. Im Kalenderjahr 2008 wagten noch 337 Unternehmen den Schritt an die Börse. Dies entsprach einer Marktkapitalisierung von ca. 14,8 Milliarden Euro. Bezeichnend ist zudem, dass rund drei Viertel der Emissionen auf das vierte Quartal 2009 entfielen.
Pricewaterhouse Coopers rechnet mit einer Erholung des europäischen IPO-Marktes bis Jahresmitte, sofern sich die Rahmenbedingungen weiterhin positiv entwickeln und weitere Schocks ausbleiben. Es ist davon auszugehen, dass die Investmentbanking-Abteilungen der großen Häuser 2010 wieder einen erheblich höheren Beitrag am Gewinn erwirtschaften. Und die Immobilienpreise in London dürften auch wieder steigen, wenn die nächsten Boni-Zahlungen überwiesen wurden …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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