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Trügerische Sicherheit bei Kapitalgarantien |
Viele Anleger wünschen sich Kapitalgarantien. Grundsätzlich ist dagegen ja nichts einzuwenden, jedoch sollte man einige Punkte bedenken, bevor man vor allem längerfristige Veranlagungen tätigt.
Zunächst sollte man sich über die Bonität des Garantiegebers informieren. Heuer gab es mehrere Produkte im Versicherungsbereich, bei dem zwar ein Einmalerlag mit einer garantierten Verzinsung vorlag, die Garantie jedoch nicht der Versicherer aussprach sondern ein dem Vertrag zu Grunde liegendes Wertpapier für die Rückzahlung garantiert. Hier empfiehlt es sich, den Garantiegeber genau unter die Lupe zu nehmen, da es sich häufig um nachrangige Bankschulden oder gar um Partizipationskapital handelt.
Weiters sollte sich der Kunde noch darüber Gedanken machen, ob eine Garantie überhaupt sinnvoll ist. Ein Kunde, der 30 Jahre in ein Produkt anspart und 1 % Garantiegebühr bezahlt, verwendet gleich viel für diese Gebühr wie er in 30 Jahren einbezahlt hat. Dies vermindert den Endwert dieses Produkt drastisch.
Und wofür? Für eine Garantie, dass ich nach 30 Jahren gleich viel Geld heraus bekomme wie ich einbezahlt habe? Ohne Ergrag auf 30 Jahre. Das wäre ein worst, worst, worst Szenario. Man zahlt also eine Gebühr dafür, dass man ein Worst-Case-Szenario garantiert bekommt. Hier ist auch der Gesetzgeber gefragt, der ja bei einigen Pensionsprodukten eine Garantie vorschreibt und dem Kunden dadurch zu teuren Produkten mit Kapitalgarantie zwingt.
Viel besser wäre hier ein Kunde beraten, wenn er in ein Produkt investiert, welches im Laufe der Zeit das Risiko kontinuierlich aus dem Portfolio nimmt bzw. der Kunde dies bei Vermögenssparplänen mit Fonds auch selbst machen kann. Leider sind diese normalen Sparpläne steuerlich nicht begünstigt, denn man braucht ja eine Garantie……..
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
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Optimismus ist menschlich... |
Laut einer aktuellen Studie des bekannten Zukunftsforschers Matthias Horx ist die Mehrzahl der Befragten grundsätzlich optimistisch betreffend der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung. Wie ist das möglich? Lesen die Leute keine Zeitung? Da schreiben doch die Wirtschaftsexperten von Risken die noch lauern und weiteren notwendigen Korrekturen und es wird spekuliert welche Belastungen noch auf uns zu kommen werden.
Ich denke, die Befragten haben grundsätzlich recht: Alles wird gut! Denn es liegt in der Natur des Menschen sich immer aufs Neue zu orientieren und auf geänderte Rahmenbedingungen einzustellen. Diese Lernfähigkeit und Flexibilität war schon in der Geschichte dafür verantwortlich, dass sich gerade der Mensch als Lebewesen durchgesetzt hat.
Diese archaische Entwicklung ist aber nun auch im Investmentgeschäft zu beobachten, denn die Starken des Marktes machen gerade einen „Häutungsprozess“ durch und trennen sich von abgestorbener Haut, schütteln diese ab und stehen mit neuer Kraft bereit. Die Schwachen allerdings verkriechen sich, lecken ihre Wunden und schnappen auf Alle die sich ihnen nähern.
Neben dem Optimismus war den Befragten in der Horx-Studie aber auch die Kontrolle des Marktes wichtig, damit ungezügelter Wildwuchs wie in der Vergangenheit nicht mehr möglich ist. Hiermit sind staatliche Kontrollen gemeint, aber auch Regularien, die sich der Markt selbst auferlegt.
Wie sich diese Entwicklung in der Praxis umsetzen wird, traue ich mir nicht zu prognostizieren, denn auch hier setze ich auf die Natur, dass die Menschen zwar Veränderung wünschen, aber am liebsten doch hätten, dass alles weiterhin in gewohnten Bahnen verläuft. Die einzig echte Gefahr liegt daher eher in der kollektiven Rückkehr zu „business as usual“.
Seien Sie, als Kunde oder Berater, daher wachsam, denn die Zukunft gehört den „Geläuterten“ und den „Gehäuteten“ und nicht denen, die am lautesten Jammern…
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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Vom Vorzeigeschüler zum Problemkind |
Die Dubai Holding muss überraschend um Zahlungsaufschub bitten. Milliardenprojekte, wie die Palmeninsel oder das Nakheel Hotel haben zu einer Schuldenlast geführt, die auch dem Land Dubai über den Kopf wachsen könnte.
Es wurde weitgehend erwartet, dass die VAE (Vereinigte Arabische Emirate), bei denen vor allem Abu Dhabi aufgrund des Ölreichtums über beträchtliche finanzielle Mittel verfügt, in diesem Falle einspringen würden. So wurde noch gestern ein Kredit in der Höhe von 5 Mrd. USD vom Emirat Dubai von Abu Dhabi gezeichnet.
Dubai hat selbst noch einige Pfeiler im Köcher. So könnte etwa Familiensilber in Form der bekannten Airline veräußert werden. Doch das weitere Vorgehen ist noch ungewiss. Auch die Rolle der VAE ist noch unklar. Gibt es interne Spannungen? Steckt taktisches Kalkül dahinter, dass es zu dieser drastischen Maßnahme kommen musste?
Eines ist gewiss und kommt auch nicht überraschend: Diese Nachricht schlug in der Finanzwelt wie eine Bombe ein und bescherte dem nahen Osten immense negative Publicity. Vor diesem Hintergrund wird vor allem die weitere Reaktion der Vereinigten Arabischen Emirate mit besonderer Spannung erwartet. Ich hoffe, die Zukunft wird uns weitere Einblicke gewähren.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.winkler@securitykag.at
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Der Blick in die Zukunft |
Jeden Tag können wir tausende Analysen über die Finanzmärkte finden. Man geht ins Internet und wird förmlich überschwemmt von unterschiedlichen Meinungen.
„Gold steigt auf 2000 Dollar!“
„Der DAX steht bald bei 13.000 Punkten!“
„Die Aktie XY sinkt zwar seit Monaten, aber ab morgen kommt die RALLYE, die man keinesfalls verpassen darf!“
„Bis Weihnachten sehen wir die Jahresendrallye!“
„Der Euro wird bald 2 Dollar wert sein!“
Was bringen uns diese Analysen, die von hübschen Chartbildern untermauert die Zukunft vorhersagen?
Nichts! Niemand kann die Zukunft vorhersagen.
Warum gibt es tausende solcher Analysen und warum werden sie oft und oft gelesen?
Wenn wir Analysen lesen, versuchen wir die Verantwortung für unser Handeln auf andere Leute zu schieben. Wir glauben, vor allem was die komplexen Finanzmärkte betrifft, dass irgendjemand etwas weiß, was wir nicht wissen. Wir nehmen von vornherein an, dass jeder Analyst besser informiert ist als wir. Wenn aus einem Geschäft dann ein Verlust entsteht, kann man sich bequem auf die Meinung eines Anderen heraus reden oder an einer der immer beliebter werdenden Sammelklagen teilnehmen.
Man sollte den heiligen Gral suchen. Aber nicht bei anderen, sondern bei sich selbst.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: johannes.szoncso@securitykag.at
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Liquidität - ein Kurstreiber? |
Die jüngsten Konjunkturprognosen geben allen Grund zur Hoffnung. Laut diversen Wirtschaftsforschungsinstituten dürften die meisten Länder bereits das Tal der Tränen hinter sich gelassen haben und auf den Wachstumspfad zurückgekehrt sein. Die renommierte Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat vor kurzem ihre Herbstprognose veröffentlicht. Laut ihrer Prognose dürften die Industriestaaten im kommenden Jahr ein moderates Wachstum ausweisen. Ausschlaggebend dafür sind vor allem zwei Dinge:
1. Entspannung der Lage an den Kapitalmärkten
2. Welthandelswachstum nach starkem Rückgang wieder im positiven Terrain
Ausschlaggebend dafür sind laut OECD vor allem die expansive Geldpolitik der Notenbanken und die Fiskalpolitik vieler Staaten. Banken konnten sich günstig refinanzieren und mit Gewinnen an den Kapitalmärkten ihre Bilanzen „sanieren“. Zudem wirkte sich die steigende Anzahl an Neuemissionen positiv auf die Erträge des Investmentbankings aus. Das Welthandelswachstum ist zu erheblichen Teilen den Schwellenländern Asiens zu verdanken.
Obwohl sogenannte Carry-Trades gerade im USD-Bereich wieder in Mode gekommen sind, halten OECD-Ökonomen einen Credit Crunch für sehr unwahrscheinlich. In den Industriestaaten ist das rückläufige Kreditvolumen auf das rückläufige Investitionsvolumen und nicht auf eine Angebotsverknappung der Kreditinstitute zurückzuführen. Auch die Rallye an den Aktienmärkten wird von den Volkswirten positiv beurteilt. Sie sehen den Anstieg der Kurse nicht ausschließlich durch hohe Liquidität sondern vor allem durch den verbesserten Wirtschaftsaufblick sowie die schwindende Risikoaversion der Anleger begründet.
Wenn ich mir allerdings die aktuellen Bewertungen ansehe, kann ich diese Einschätzung nicht teilen. Der deutsche Aktienmarkt ist derzeit beispielsweise mit einem KGV von 63 bewertet - nur so zur Erinnerung: Der langjährige historische Durchschnitt liegt zwischen 12 und 15. Zudem ist es für mich sehr verwunderlich, dass nahezu alle Assetklassen steigen. Für mich gibt es keine nachvollziehbare Erklärung, warum sowohl Aktien als auch Anleihen oder Rohstoffe gleichzeitig ansteigen sollten. Aufgrund dieser Tatsache liegt für mich der Schluss nahe, dass die aktuelle Hausse doch liquiditätsgetrieben ist. Eines ist für mich sicher: Einer hat sicher Recht - die Frage ist nur, ob Aktien- oder Anleiheninvestoren die Situation richtig antizipieren?
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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Inflation - Analyse der heutigen Situation |
Wir können uns, nachdem wir die drei bedeutendsten Inflationen der letzten 150 Jahre untersucht haben, dem Thema Inflation von zwei Seiten nähern; einerseits von der analytischen, theoretischen Seite, und andererseits von der empirischen, praktischen Seite.
Beginnen wir mit der theoretischen Seite.
Generell wird Inflation mit der Quantitätsgleichung berechnet, die in vereinfachter Form so aussieht:
P = MxV / Y
Wobei
P = Preisniveau (Inflation)
M = Geldmenge M1
V = Umlaufgeschwindigkeit des Geldes
Y = Anzahl der Handelstransaktionen, wobei hier das Outputniveau herangezogen wird.
Die Umlaufgeschwindigkeit wird langfristig als konstant angenommen, wodurch deutlich wird, dass das Preisniveau direkt von der Geldmenge und vom Produktionsniveau abhängt. Eine Erhöhung der Geldmenge würde nach dieser Formel die Inflation erhöhen, ebenso wie eine Abnahme der Produktion.
Die Produktion nahm in letzter Zeit sicherlich ab, soviel kann man sagen.
Viele würden mutmaßen, dass auch die Geldmenge zunahm, da die EZB ja sehr viel Liquidität bereitgestellt hat, mehr als je zuvor. Doch was ist eigentlich die Geldmenge bzw. welche Definition von Geldmenge wird für die Formel der Inflation herangezogen?
Ich werde versuchen, diesen Zusammenhang so logisch und einfach wie möglich zu beschreiben.
Inflation ist die Preissteigerungsrate, doch welches Geld ist für Preissteigerungen verantwortlich? Jenes Geld, das im Umlauf und schnell verfügbar ist. Dazu zählen Bargeld und Sichteinlagen auf Girokonten (die sogenannte Geldmenge M1), die sich nicht im Besitz der Zentralbank oder der Geschäftsbanken befinden.
Wie kann sich die Geldmenge (M1) also verändern?
.) Die Vergabe von Krediten durch Geschäftsbanken erhöht die Geldmenge.
Dieser Prozess wird auch „Geldschöpfung“ genannt. Die Bank gewährt einen Kredit. Der Kreditnehmer erhält also eine Überweisung auf sein Girokonto oder eine Barauszahlung. Dem Wirtschaftskreislauf wird Geld zugeführt.
Umgekehrt verringert sich die Geldmenge, wenn ein Kredit getilgt wird. Die Geldmenge bleibt jedoch unverändert, wenn ein Kredit ausfällt bzw. nicht zurück gezahlt wird.
.) Spareinlagen verringern die Geldmenge
Eine erhöhte Sparneigung der Konsumenten verringert die Geldmenge, da Geld aus dem Umlauf genommen und stattdessen gespart wird.
.) Stützungen der Zentralbanken für Geschäftsbanken beeinflussen die Geldmenge NICHT!
Das ist sicher die wichtigste Erkenntnis der Überlegungen. Hier muss man aber hinzufügen, dass diese Geldspritzen durchaus irgendwann in der Zukunft die Geldmenge beeinflussen könnten, nämlich dann, wenn zB. von der Bank Kredite gewährt oder Aktien / Anleihen gekauft werden. Diese Gefahr besteht aber nicht, solange die Banken das Geld brauchen, um ihre Kreditausfälle und Wertpapierverluste zu kompensieren. Momentan wird allgemein damit gerechnet, dass die Kreditausfälle in nächster Zeit eher noch zunehmen könnten, von dem her glaube ich nicht, dass die Banken die Möglichkeit haben werden, dem Wirtschaftskreislauf in nächster Zeit viel Geld zukommen zu lassen, eher im Gegenteil.
Ich bin also davon überzeugt, dass wir in nächster Zeit nicht mit Inflation zu kämpfen haben werden, allerdings könnte uns das mittel- und langfristig trotzdem noch bevorstehen. Es wird darauf ankommen, wie schnell die Notenbanken auf eine Entspannung der Lage reagieren werden. Und da die Notenbanken lieber Inflation als Deflation haben (das gilt auch für mich), werden sie eher zu spät als zu früh die Liquidität verknappen. Sollte dieser Zeitpunkt gut erwischt werden, dann könnten wir in einigen Jahren eine „gesunde“ Inflation gepaart mit Wirtschaftswachstum bekommen und das fände ich ganz in Ordnung.
Ganz kurz wollte ich noch auf die Erfahrungswerte der letzten großen Inflationen zu sprechen kommen und was wir daraus lernen können.
Die Inflation 1867-1873 war eindeutig eine nachfrageseitig hervorgerufene Inflation. Die Güter waren knapp, die Firmen konnten nicht genug produzieren. So trieb der starke Wirtschaftsaufschwung die Preise und Inflation entstand. Ich glaube jeder wird bemerken, dass die Industrieländer momentan sicher nicht mit zu hoher Nachfrage zu kämpfen haben, diese Ursache für Inflation ist also heute nicht gegeben.
Die Hyperinflation 1914-1923 entstand durch systematischen Gelddruck. Um den Krieg und die Nachkriegsbelastungen bezahlen zu können, wurden vor allem in Deutschland und Österreich die Notenpressen angeworfen. Das Geld floss somit in den Wirtschaftskreislauf, weil der Staat die laufenden Kosten damit deckte. Der Geldüberfluss führte schlussendlich zum Kollaps der Währungen. Auch diese Situation ist mit unserer nicht vergleichbar, weil die Hilfen der Notenbanken (noch) nicht in den Wirtschaftskreislauf Einzug halten.
Die Ölpreisschocks der 70er Jahre führten zu Inflation, weil der Ölpreis in weniger als einem Jahr um 400% gestiegen war. Wenn wir diese Situation mit dem Ölpreisanstieg des Jahres 2008 vergleichen (das Hoch lag ca. bei 160 $), dann ergeben sich einige Unterschiede. Einerseits lag der Anstieg des Ölpreises viel eher im Raum als in den 70er Jahren, als der Anstieg wirklich ein Schock war, andererseits stieg der Ölpreis nicht so stark wie damals. Ein Anstieg von 80 $ auf 160 $ sind eben nur 100 Prozent, nicht 400 wie in den Jahren 1973/74.
Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass ich mir eine "gesunde" Inflation wünschen würde. Wenn diese wirklich kommen sollte, erleben wir vielleicht schon bald wieder bessere Zeiten...
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Free-Lunch für alle … |
An den internationalen Kapitalmärkten ist der Risikoappetit wieder deutlich angestiegen. Wenn wir das Rad der Zeit um einige Monate zurückdrehen, herrschte noch Weltuntergangsstimmung. Wie schnell sich doch die Zeiten ändern …
Im Zuge der aufgehellten Stimmung sind vielfach verschobene Neuemissionen wieder in Mode gekommen. Im November ging beispielsweise die amerikanische Rue 21, ein Einzelhändler aus der zweiten Reihe, an die Börse. Der offizielle IPO-Preis war 19 USD - gleich am ersten Tag ist der Titel auf knapp 25 USD angestiegen. Immerhin ein sattes Plus von mehr als 30% - nicht schlecht, oder? Es ist wieder absolut in, bei IPO’s dabei zu sein. Viele Unternehmen nützen das positive Umfeld und sorgen für ein reges Treiben am internationalen Börsenparkett. Ein bisschen erinnert es mich an die Phase vor dem Platzen der Internet-Bubble, wo der Hype um diverse IPO’s noch viel höher war.
Neben den Unternehmen, die auf diese Weise ihr Kapital teils kräftig aufstocken, freut das aktive Treiben auch die Investmentbanken, die sich für das Betreuen der Transaktionen fürstlich entlohnen lassen. Interessanterweise führt die aktuelle Deal-Maker-Rangliste wider Erwarten die China International Capital an, die die „üblichen“ Verdächtigen Goldman Sachs und Morgan Stanley auf die Plätze verweist. Hierbei wird für mich klar ersichtlich, dass an den Kapitalmärkten in Fernost die Musik momentan lauter und kräftiger, als im Westen spielt …
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Den Markt ansehen |
Wer nicht täglich mit den Märkten zu tun hat, jedoch investieren möchte, ist gut daran beraten, vor seinem Investment Vergleiche anzustellen. Ähnlich wie bei verschiedenen Lebensmittelgeschäften ein vergleichbares Joghurt zu anderen Konditionen angeboten wird, finden sich auch im Markt Wertpapiere, die sehr ähnlich sind, aber deutlich unterschiedliche Preise aufweisen. Oder dann und wann kriegen Sie bei dem einen oder anderen Wertpapier ein „Geschenk“ dazu.
Das liegt nicht daran, dass die Wertpapierprofis diese Gelegenheiten nicht sehen, sondern, dass diese nicht oder nur eingeschränkt nutzbar sind. Oft stehen notwendige Leihen nicht zur Verfügung oder sind zu teuer. Manchmal passen diese auch einfach nicht in das Risikoprofil des professionellen Investors.
Sollten Sie sich also privat für ein Wertpapier entschieden haben, sehen Sie sich vor dem Kauf noch ein wenig um. Es könnte sich lohnen.
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Die Gerechtigkeit siegt immer... |
Letztens war ich auf der Wiener Buchmesse, eine Veranstaltung auch mit Vorträgen und Podiumsdiskussionen. Dabei durfte ich auch Kurt W. Rothschild (hat nichts mit den Bankern zu tun…) hören, ein anerkannter Wirtschaftswissenschaftler und trotz seiner 94 Jahre frischer als andere am Podium. Er hat ein Buch veröffentlicht über die großen Wirtschaftssysteme und vergleicht auch die Krisen des letzten Jahrhunderts - mit Recht, denn er hat sie alle miterlebt.
Beeindruckend fand ich seine Berichte über den Stand der Forschung betreffend Anlegerverhalten. Da galt lange der „Homo Ökonomikus“ als Leitbild, der rationelle Anleger/Kunde, der dann kauft wenn der Preis billig ist und dann spart wenn die Zinsen hoch sind. Über Jahrzehnte war dieser Stand der Wissenschaft die Basis für Produkte und Dienstleistungen, wo man dem Kunden nur ein Produkt zu einem möglichst günstigen Preis oder hoher Leistung anbieten musste, denn dann wird es schon gekauft.
Mittlerweile haben aber auch wissenschaftliche Untersuchungen belegt, daß immer stärker auch andere emotionale Faktoren die Kaufentscheidung beeinflussen, wie Gier - Angst - Gewissen - Gerechtigkeit u.v.m. Als Beleg brachte ein Prof. Rothschild ein bekanntes Beispiel, welches ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:
Bei diesem „100 Dollar Spiel“ wurden weltweit tausende Studenten getestet, es wurden immer Paare wahllos zusammengelost, denn die beiden Probanten dürfen sich nicht kennen. Nun bekam einer der beiden einen 100 Dollar-Schein und er musst dem Anderen ein Angebot zum gegenseitigen Teilen machen. Akzeptiert das Gegenüber dann gehört beiden der vereinbarte Teil, lehnt er allerdings ab, dann haben beide nichts.
Der „Homo Ökonomikus“ würde sich klarerweise 99 Dollar behalten und dem Anderen 1 Dollar anbieten. Der Andere würde dies auch annehmen, denn ein Dollar ist besser als kein Dollar - rational überlegt. Nur über 90 Prozent aller Teilnehmer an diesen Test haben Angebote zwischen 40-50% gegeben, die dann auch akzeptiert wurden, da sie von beiden als „gerecht“ empfunden wurden.
Was lernen wir daraus? Lassen Sie uns überlegen, wie wir die Gefühle „Gewissen & Gerechtigkeit“ bei Kunden aktivieren und in Produkte und Dienstleistungen einfliessen lassen können. Ich kenne da zum Beispiel eine Kapitalanlagegesellschaft, die freiwillig einen wesentlichen Teil ihrer Managementerträge bei einem bestimmten Fonds (Apollo Mündel) an die weltweit größte Kinderpatenschaftsorganisation spendet. Diese KAG spricht nur nicht groß darüber, daher wollen wir auch nicht verraten wer es ist…
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Die letzten großen Inflationen - Teil 3 |
Die Gründerzeit 1867 - 1873
Welche Relevanz hat wohl die Inflation in der Gründerzeit für unsere derzeitige Situation? Wenig, das muss man zugeben, aber die Inflation in dieser Zeit hatte einen ganz eigenen Charakter. Bis heute hat es eine derartige Entwicklung in Österreich kein zweites Mal gegeben, und im Moment sieht es auch nicht so aus, als würde das bald wieder geschehen.
Nach der verlorenen Schlacht bei Königgrätz im Jahr 1866 musste Österreich-Ungarn Kriegsentschädigungszahlungen an Preußen entrichten. Nachdem das Geld schon Jahre zuvor knapp geworden war und der Krieg das Budget stark belastet hatte, blieb der Regierung nichts anderes übrig, als zusätzliches Geld zu drucken.
Diese Maßnahme beendete eine lange Zeit der Geldknappheit, in der Österreich mit der weltweit angelaufenen Industriellen Revolution nicht wirklich mithalten konnte. Auf einmal war die so lange verwehrte Liquidität vorhanden. Zusätzlich hatte Österreich-Ungarn in den Jahren 1867 und 1868 durch „Wunderernten“ einen enormen Wettbewerbsvorteil in Europa. Riesige Mengen an Getreide konnten exportiert werden und das Konjunkturrad begann sich zu drehen, zunächst langsam, dann immer schneller.
Große Erntemengen mussten transportiert werden, doch hier fehlte es an allen Ecken und Enden. So schnell wie möglich wurden neue Schienen verlegt, Transportwege gebaut und Lokomotiven, Wagen und Pferde angeschafft. Die Stahlindustrie wuchs wie noch nie zuvor. Die Firmen hatten Aufträge ohne Ende und für die stark gestiegene Produktion mussten große Mengen Stahl und sonstiger Rohstoffe importiert werden.
So stieg die Nachfrage nach fast allen Gütern und mit der Nachfrage stiegen die Preise. Auch Aktien, Immobilien und Lotterien waren gefragt. Die „Spekulation“ war ein anerkannter Beruf ohne negativen Beigeschmack.
Die Zeitungen waren voll von Börsenangeboten, hunderte neu gegründete Banken und Börsencomptoirs warben für ihre Produkte. Die „Neue Freie Presse“, eine der größten und seriösesten Tageszeitungen dieser Zeit, bestand aus ca. 12 Seiten Text (davon 2-3 Seiten Börsenberichte) und ca. 15 Seiten Werbung, wobei die Börsenwerbung ca. 12 Seiten einnahm.
Ein Großteil der neu gegründeten Unternehmen bestand jedoch aus Firmen, die nie etwas produzierten und deren Bilanzen frisiert oder gefälscht waren. Unzählige Tochtergesellschaften ohne Grundkapital wurden durch Bestechung der zuständigen Beamten ohne Probleme gegründet und sehr schnell zur Börse zugelassen. An der Wiener Börse notierten kurz vor dem Börsenkrach im Mai 1873 über 650 Unternehmen!
Die Inflation dieser Zeit kann man dem Anstieg der Geldmenge und dem allgemeinen Anstieg der Nachfrage nach Gütern zuschreiben. Am schnellsten stiegen die Preise für Immobilien, da diese gern zu überhöhten Preisen an Tochtergesellschaften vertrieben wurden, einzig und allein, um die Börsenkurse aufgrund des rentablen Handels nach oben zu treiben…
Die Zinssätze stiegen zwischen 1867 und 1873 stetig an und erreichten kurz vor dem Börsenkrach ein Niveau von 12 Prozent. Wie hoch die Inflation damals tatsächlich war, ist schwer nachzuvollziehen, da die Daten dieser Zeit mit Vorsicht zu genießen sind.
Nach dem Börsenkrach war der allgemeine Aufschwung vorbei und Österreich-Ungarn stürzte in eine tiefe Depression, die ca. 20 Jahre andauerte.
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