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Josef Obergantschnig

Analysten revidieren die Kursziele sukzessive nach oben …
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 12.08.2009 17:49

Die Rallye an den Finanzmärkten dauert nun schon mehrere Monate. Gerade als Aktienfondsmanager ist es ein wahrer Genuss, vor den meist zweistelligen Prozentzahlen wieder ein Plus zu erblicken. Die großen Investmentbanken und Broker fühlen sich von dieser Stimmung ebenfalls angesteckt und revidieren ihre Kursziele sukzessive nach oben. Goldman Sachs, eine der wenig „überlebenden“ Investmentbanken, hob beispielsweise das Kursziel bis Jahresende für den S&P 500 auf 1060 Punkte an. Die Anhebung des Kursziels datiert vom 20. Juli 2009. Der Indexstand zum damaligen Zeitpunkt ist 940 Punkte. Bei einem Eintreffen der Prognose würde das einen Ertrag von knapp 13% bis Ende des Jahres entsprechen und den Aktionären damit ein zufriedenes Lächeln auf die Lippen zaubern. Die Empfehlung der Investmentbank hat sich k u r z f r i s t i g als goldrichtig erwiesen - das ist unbestritten.

Nachdem der S&P 500 mittlerweile bei ca. 1000 Punkten notiert, ist bereits die Hälfte der angestrebten Kurssteigerung innerhalb weniger Tage passiert. Der Analyst steht jetzt vor einer schwierigen Entscheidung und könnte sich denken: „Ich bin bullish und glaube, dass die Aktienkurse weiter nach oben gehen werden. Der Trend ist intakt. Mein veröffentlichtes Kursziel ist allerdings schon beinahe erreicht. Wie könnte ich eine weitere Anhebung des Kurszieles glaubhaft erklären?“.

Die Kursprognosen basieren im Regelfall auf fundamentalen Bewertungsmodellen. In der Vergangenheit war sehr oft zu beobachten, dass die Kursziele gerade in steigenden Märkten sukzessive nach oben geschraubt werden. Nur stellt sich für mich die kritische Frage: „Ende Juli hat bereits ein Großteil der S&P 500 Unternehmen ihre Quartalsbilanzen vorgelegt. Was hat sich innerhalb der letzten 10 Handelstage so massiv geändert, dass eine Anhebung der Kursziele gerechtfertigt wäre?“

Es ist mir bewusst, dass die Märkte nicht vorhersehbar sind und eine seriöse Kursprognose meiner bescheidenen Meinung nach nahezu unmöglich ist. Wahrscheinlich ist es daher nur allzu menschlich, dass sich die Einschätzung vieler Analysten analog Kursverlauf ändert. Dabei wären wirklich mutige Kollegen dieser Zunft, die faire Bewertungen unabhängig des aktuellen Kursniveaus ermitteln, eine echte Bereicherung. Das Problem ist nur, dass man nur eine ausgesprochen kurze Überlebensdauer hat, sofern man falsch liegt. Das bekam der zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehr geschätzte Warren Buffet in den späten 90-er Jahren zu spüren, als er bereits frühzeitig die Überbewertung der Technologieaktien erkannte. Das Problem war nur, dass im Zuge der Internet-Bubble die Kurse in exorbitante Höhen stiegen und Warren Buffet mit seinem Value Ansatz eine deutliche Underperformance hinnehmen musste. Ich bin schon gespannt, wie lange es dauern wird, bis Goldman Sachs die Kursziele wieder nach oben schraubt …

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at

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Martin Mikulik

Banken und Finanzmärkte
von Martin Mikulik, geschrieben am 07.08.2009 14:27

Im Zuge der Finanzmarktkrise sind Banken sehr bemüht, konservative und werthaltige Botschaften in der Werbung in den Vordergrund zu stellen. Eine deutsche Sparkasse wirbt beispielsweise mit einem Plakat mit nur einem Sparbuch drauf. Auch in Österreich gehen die Banken diesen Weg. Sicherheit, Nachhaltigkeit und konservative Ausrichtung sind wieder en vogue.

Doch funktioniert eine konservativ agierende Bank überhaupt?. Die Banken erzielten ihre Gewinne bisher nicht mit den Konten- oder Kreditgebühren. Die Gewinne wurden durch Provisionserträge (vorrangig im Wertpapierbereich), durch Fristentransformation (kurze Ausleihungen, lange Veranlagung) und durch Wertpapierhandelserträge erzielt. Nur wenn diese Bereiche funktionieren, hat bisher eine Bank Geld verdienen. Alle drei hängen direkt oder indirekt von der Entwicklung der Finanzmärkte ab, was den Schluss zu lässt:

„Geht es dem Markt gut, geht des der Bank gut!“

Es bedarf daher einer grundlegenden Sanierung des Geschäftsmodells der Banken, um sich aus der Abhängigkeit von den Finanzmärkten zumindest teilweise los zu reißen. Was jedoch bedeuten würde, dass beispielsweise Kontenentgelte oder Überweisungsgebühren erhöht werden müssten, um kostendeckend abgewickelt werden zu können bzw. zum Gewinn der Bank etwas beitragen zu können. Denn sich darauf zu verlassen. dass das Handels-, das Provisions und Zinsergebnis der Bank Fehlbeträge in anderen Bereichen kompensiert, kann sehr gefährlich sein.

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Stefan Winkler

Staaten sanieren, die Märkte feiern
von Stefan Winkler, geschrieben am 07.08.2009 14:17

Die Ankündigung der Bank of England, das Ankaufprogramm von Anleihen zur Stützung der Zinsmärkte zu erhöhen, kommt nicht überraschend. Das Ausmaß von 50 Mrd. liegt aber weit über den allgemeinen Erwartungen. In Deutschland weist die Hypo Real Estate einen Quartalsverlust von 750 Millionen Euro aus. Pläne, in Schieflage geratene Banken leichter kontrollieren zu können, wurden unlängst von einem Sprecher des deutschen Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bestätigt. Gleichzeitig schmelzen auf den Anleihenmärkten die Risikoprämien wie der letzte Schnee im Mai und die Aktienkurse sehen eine Höhe nach der anderen.

Auf der einen Seite sind die Regierungen also dabei, mühselig die Löcher aus der Krise zu stopfen, während am Markt bereits wieder gefeiert wird. Wie ist das vereinbar?

Dafür gibt es mehrere Erklärungen:
Die erste - "Der Markt nimmt die realwirtschaftliche Entwicklung vorweg" - gefällt mir persönlich überhaupt nicht, da hier dem Markt hellseherische Fähigkeiten zugeschrieben werden. Hätte der Markt demzufolge nicht auch die Immobilienkrise vorhersehen müssen?
Die zweite Erklärung ist, dass Markt und Realwirtschaft eben zwei verschiedene Dinge sind und nichts miteinander zu tun haben müssen. Welche Erklärung man aber auch immer finden mag, Wachsamkeit ist bei derart unterschiedlichen Gegebenheiten angesagt.

So stellt sich mir zum Beispiel die Frage, ob die aktuell gehandelten Spreads noch dem Ausfallsrisiko entsprechen. Es ist auch Ihnen geraten, sich Ihre persönliche Meinung zu bilden - denn bedenken Sie: Nur mit dem Strom zu schwimmen ist gefährlich.

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Martin Mikulik

Die Zeit heilt alle Wunden!?
von Martin Mikulik, geschrieben am 06.08.2009 09:09

Die Ereignisse der letzten Monate haben viele Investoren entmutigt. So hat man sich von den Aktienverlusten von 2000-2003 wieder etwas erholt und nun kommt die nächste Krise verbunden mit herben Verlusten in den Portfolios. Haben Sie sich schon mal die Frage gestellt, wie meine Veranlagungen langfristig eigentlich gelaufen sind? So auf 10 Jahre gesehen vielleicht? Ich habe mir die Performance unserer Fonds auf 10 Jahre (so ferne vorhanden) angesehen. Eigentlich fällt das Ergebnis (vor Steuern) nicht ganz so schlecht aus, wie man es im Zuge der letzten Monate empfinden würde.

Mit Anleihen konnte man über dem risikolosen Zinssatz verdienen, wobei Emerging Market Anleihen die beste Performance aufweisen (über 8,6 % p.a.). Dahinter liegen jedoch, dicht gefolgt, überraschender Weise Aktien aus Osteuropa. Diese haben in der Krise zwar sehr stark verloren, jedoch langfristig trotzdem relativ hohe Erträge gebracht. Hier zeigt sich, dass man bei Investments in riskante Assets einen langen Atem haben sollte. Unternehmensanleihen Investment Grade und Staatsanleihen haben trotz der Krisen in etwa dieselbe Performance auf 10 Jahre erreicht.

Einziger Wehmutstropfen sind internationale und europäische Aktien. Hier haben Anleger nach wie vor keinen positiven Ertrag auf 10 Jahre erzielen können.

Es zeigt sich jedoch wieder einmal, dass die Streuung in mehrere Assetklassen auch langfristig und vor allem in schwierigen Marktphasen wichtig ist.

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Stefan Winkler

Grenzenloser Risikoappetit - und was ist morgen?
von Stefan Winkler, geschrieben am 31.07.2009 13:44

Was bewegte die Märkte zu diesem grenzenlos scheinenden Risikoappetit? Sind es die sich leicht verbessernden realwirtschaftlichen Daten? Oder sind Panikkäufe all jener dafür verantwortlich, die - sicher in Cash geparkt - sehen, wie ihre Performance zwischen den Fingern verrinnt? Die Beantwortung hat vor allem deshalb Relevanz, weil sie uns vielleicht helfen könnte, für die Zukunft zu lernen.

Ist es aber überhaupt möglich, aus der Vergangenheit verlässliche Rückschlüsse auf die kommenden Vorgänge am Markt zu ziehen? Die Beantwortung dieser Frage ist gar nicht so einfach, wie es im ersten Augenblick scheint. Die Statistik bietet hierzu Einsichten, doch wirklich befriedigend sind diese oft nicht. In der Praxis ist meist die Antwort auf eine spezifische Fragestellung: „nicht signifikant“. Das bedeutet, dass das Ergebnis auch durch eine zufällige Entwicklung möglich gewesen wäre. Dieses „nicht signifikant“ verfolgt den Statistiker bei Marktbeobachtungen so hartnäckig, dass meist generell von zufälligen Marktentwicklungen gesprochen wird. Auch wir finden es immer wieder, ans Aufgeben denken wir dabei aber nicht.

Dabei ist dieser Einfluss von zufälligen Marktentwicklungen gar nicht so schlimm, wie es scheint. Mit etwas Raffinesse kann man sich nicht nur darauf einstellen, sondern sogar den einen oder anderen Nutzen daraus ziehen.

Das Suchen nach der umfassenden Weisheit bleibt uns also erhalten. Und sollten wir sie nicht finden, haben wir immerhin die Erkenntnis, dass wir mit der Zufallshypothese gar nicht so falsch liegen.

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Michael Müller

Auch andere Mütter haben schöne Töchter
von Michael Müller, geschrieben am 28.07.2009 15:09

„Der Kunde ist König!“ oder „Bei uns steht der Kunde im Vordergrund!“ oder „Wir haben keine fertigen Produkte, sondern für jeden Kunden werden Konzepte individuell erstellt.“ So oder ähnlich werben nahezu alle Dienstleister und Produktanbieter. Nur glauben Sie das noch, wenn Sie solche Werbesätze lesen? Lassen Sie sich wirklich durch solche Versprechungen ködern oder sind es andere Kriterien, die über einen Kauf oder Start eine Zusammenarbeit entscheiden?

Denken Sie an Partnerschaften (gilt auch für private Beziehungen!) oder Stammkundenbeziehungen in Ihrem eigenen Umfeld. Wann ist man zufriedener Stammkunde? Dann wenn man bei jeder Gelegenheit das Gefühl hat, das Beste zu bekommen. Wenn Sie nach jedem Kauf der Meinung sind, jetzt wurden Sie bestens beraten und haben auch günstig eingekauft. Dann wenn Sie über andere vergleichbare Produkte und Dienstleistungen lesen und dabei sofort das Gefühl haben, daß Ihr bestehendes Produkt einfach besser ist oder günstiger eingekauft wurde.

Hingegen sind wir anderen Verlockungen dann aufgeschlossen, wenn wir nicht restlos von unserem Kauf überzeugt sind. Wenn wir zu vorschnell zugesagt oder Leistungen mitgekauft haben, die wir gar nicht benötigen. Dann sind wir reif für den Wechsel, dann beginnen wir uns auch für die Konkurrenzprodukte zu interessieren und zu starten Vergleiche. Kommt dann Jemand und macht uns ein spannendes Angebot überlegen wir nicht lange und flüchten zum neuen Anbieter, weil er uns das Gefühl gibt umworben zu sein, bedeutend und begehrt zu sein.

Was können wir also tun, damit unsere Kunden treu bleiben? Sich einfach immer wieder neu zu verkaufen. In dem wir dafür sorgen, daß der Kunde sich selbst immer wieder bestätigt gut aufgehoben zu sein. Unseren Kunden immer am neusten Stand der Informationen halten, damit ihm kein Anderer etwas Neues und Spannenderes erzählen kann. Halten Sie regelmäßigen persönlichen Kontakt, schaffen Sie eine intensive persönliche Beziehung - Ihr Kunde sollte mindestens monatlich etwas von Ihnen hören, sehen oder lesen.

Nutzen Sie alle zur Verfügung stehenden Kanäle, lassen Sie nichts aus, denn sonst wird es vom Mitbewerber genutzt. Benutzen Sie das geschriebene Wort (Newsletter, Kundenzeitungen o.ä), zeigen Sie sich Ihren Kunden (Medienpräsenz, Kundenevents, Fotos von Veranstaltungen o.ä.) und sprechen Sie mit ihm regelmäßig am Telefon (siehe „Ein-Minuten-Telefonat“). Setzen Sie sich wöchentlich einen „Service-Tag“, wo Sie nur Aktivitäten planen und umsetzen, die zur Bindung der bestehenden Kunden gedacht ist. Diese sind Ihr wichtigster Schatz - behandeln Sie diese auch so!

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Josef Obergantschnig

Kursrallye der Aktienmärkte durch Unternehmensgewinne untermauert …
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 28.07.2009 15:02

Aktieninvestments machen seit März des laufenden Kalenderjahres wieder Spaß. Nach den unangenehmen Kursverlusten, die uns die Immobilienkrise bescheren, ist das wahrlich Balsam auf den Wunden. Der MSCI-Word (in USD) konnte seit den Tiefständen eine Performance von mehr als 50% aufweisen. Aber ist dieser Anstieg fundamental untermauert oder befinden wir uns bereits in einer Übertreibungsphase?

Der globale MSCI World weist aktuell ein KGV von 19 bzw. ein Preis/Buchwert-Verhältnis von 1,7 auf - von einer okassionell billigen Bewertung kann man also nicht ausgehen. Bei historischer Betrachtung befinden wir uns beim Preis/Buchwertverhältnis im eher günstigen bzw. im KGV-Bereich im eher teureren Bereich.

Die Berichtssaison für das 2.Quartal 2009 brachte viele Überraschungen. Gerade amerikanische Unternehmen waren in der Lage, die verhaltenen Analystenprognosen deutlich zu übertreffen und damit eine Kursrallye auszulösen. Der positive Trend wird auf breiter Basis untermauert. Auf 3 Unternehmen, die positiv überraschen konnten, kam nur 1 Unternehmen, dessen Ergebnis negative überraschten. Auch die Prognosen für das laufende Kalenderjahr haben sich deutlich verbessert. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Gewinne 2009 um 12% zurückgehen werden. Für 2010 wird allerdings bereits mit einer Trendwende spekuliert, da einige Analysten bereits ein Gewinnwachstum von 18% für wahrscheinlich halten.

Der Aufwärtstrend der Aktienindizes wurde durch die überraschend gute Berichtsaison untermauert. Analysten revidieren Kursziele für Einzeltitel und Indizes sukzessive nach oben. Die Stimmung unter den Marktteilnehmern hat sich sehr zum Positiven gewandelt. Meiner Einschätzung nach dürfte aber die Luft in diesen Regionen bereits sehr dünn sein …

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Josef Obergantschnig

Sparefroh goes to USA …
von Josef Obergantschnig, geschrieben am 24.07.2009 12:29

Zwischen den größten Ökonomen herrscht Uneinigkeit darüber, ob die Rezession in den USA nun schon vorüber sei oder ob die Wirtschaft zu weiteren Tiefs abtauchen wird. Die globalen Aktienmärkte sprechen dagegen eine deutliche Sprache. Nach den Kursgewinnen der vergangenen Wochen und Monate wird ein Aufschwung von den Marktteilnehmern bereits vorweggenommen.

Wichtiger als der Disput, ob den nun die Rezession bereits vorbei ist oder nicht ist die Frage, wie der Aufschwung genau aussehen wird. In diesem Punkt sind sich aber alle einig - die Erholung wird laut Meinung der Experten langsam und schwach sein. Der Hauptgrund dafür liegt im Konsumverhalten der US-Bürger. Die Ära der Schuldenmacherei, die seit rund 20 Jahren in Amerika an der Tagesordnung steht, neigt sich dem Ende zu. Die Sparquote der privaten Haushalte steigt wieder an. Dem Amerikaner scheint bewusst zu sein, dass man auf Dauer nicht mehr ausgeben kann als man verdient. Schuldenabbau bzw. Deleveraging ist das deklarierte Ziel. Dass dieser Prozess nicht binnen weniger Wochen oder Monaten beendet sein wird, scheint offensichtlich.

Das Klischee, dass der Amerikaner über seine Verhältnisse lebt, ist erst in den vergangen Jahren entstanden. Zwischen 1945 und 1985 schwankte die Sparquote der US-Bürger permanent zwischen 7% und 11% des verfügbaren Einkommens. Danach ist sie sukzessive gesunken. Ausschlaggebend dafür waren unter anderem der Wirtschaftsboom der Ära Clinton, stark steigende Aktienkurse und Immobilienpreise, die aggressive Geldpolitik der Fed sowie ein aggressives Kreditvergabeverhalten der Banken.

Mit dem Rückgang der Sparquote ist auch die Verschuldung der Haushalte massiv angestiegen. Jeder vernünftig denkende Mensch weiß, dass man langfristig nicht mehr ausgeben kann als man einnimmt. In der Praxis gibt es allerdings eine Ausnahme. Steigen die Vermögenswerte - also der Wert des Aktienportfolios oder der Immobilie - kann der US-Bürger den Vermögensgegenstand belehnen, einen weiteren Kredit aufnehmen und mit dem Geld weitere Konsumausgaben finanzieren. Genau das ist in den vergangenen 2 Jahrzehnten passiert. Seit 1960 hat sich beispielsweise der reale Wert der Schulden verzwölffacht, wohingegen sich das verfügbare Einkommen der US-Haushalte nur verfünffacht hat. Per Ende 2007 belief sich dich Verschuldung der US-Privathaushalte auf 133% des verfügbaren Einkommens - ein Wert der seit der Nachkriegszeit nie auch nur annähernd erreicht werden konnte.

Und dann kam die Immobilienkrise ….

Innerhalb der vergangenen 2 Jahre hat die Finanzkrise in den USA Privatvermögen in der Höhe von rund 14 Billionen USD ausradiert. Das entspricht ca. 30 % des gesamten Vermögens und unterstreicht damit die Auswirkungen auf den Einzelnen. Gegen diesen Orkan erscheint selbst die Dotcom-Blase, die im März 2000 geplatzt ist und enorme Verluste an den Aktienmärkten zur Folge hatte, wie ein Sommerlüfterl. Die Auswirkungen sind fatal. Gerade die Babyboomer-Generation, die mittlerweile kurz vor der Pensionierung steht, erlitt herbe Einbussen, da das angesparte Vermögen im Erwerbsleben, welches den Pensionistenalltag versüßen sollte, signifikant gesunken ist. Auch Jungfamilien stehen vor dem Problem nicht mehr zu wissen, wie sie die Ausbildung ihrer Kinder finanzieren sollen. Zwangsversteigerungen und die Zahl der Obdachlosen ist in den vergangenen Monaten ebenfalls deutlich angestiegen.


Die allgemeine Verunsicherung wird durch die verheerende Situation am Arbeitsmarkt weiter geschürt - die Arbeitslosenrate hat mittlerweile den höchsten Stand seit Anfang der 80-er Jahre erreicht.


In diesem Umfeld ist es nur allzu verständlich, dass gespart wird. Die Sparquote stieg im Mai auf 6,9% des verfügbaren Einkommens. Ein weiterer Anstieg in den kommenden Monaten ist sehr wahrscheinlich.


Alles in allem keine rosigen Aussichten - aber in diesem Zusammenhang fällt mir ein altes Sprichwort ein:


„Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende“


Und genau darin liegt die Chance. Wir werden uns in Zukunft wahrscheinlich auf geringere Wachstumsraten einstellen müssen und es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis wir diese Krise überstanden haben. Nichtsdestotrotz werden wieder rosigere Zeiten kommen - und eine gesunde Wirtschaft ist bekanntlich von essentieller Bedeutung für den Wohlstand und die Lebensqualität der Bürger. Aufgrund der Flexibilität des US-Bürgers bin ich mir sicher, dass Amerika als erster den Weg aus der Krise finden wird …

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Stefan Winkler

Nach der Krise ist vor der Krise?
von Stefan Winkler, geschrieben am 24.07.2009 10:15

Es ist noch kein halbes Jahr her, als beinahe jeder Experte noch sicher war, dass der Abgrund unvermeidlich ist. Uneinigkeit herrschte eigentlich nur darüber, mit welchem Tempo die wirtschaftliche Vernichtung über uns einbrechen wird.

Sehen wir uns die aktuelle Marktentwicklung an, ist davon kaum noch etwas zu sehen. Zwar befinden sich Risikoaufschläge noch auf deutlich höheren Niveaus, wie vor der Krise, und auch die Aktienkurse sind weit von den Höchstständen entfernt. Doch der Risikoappetit der Investoren steigt mit rasendem Tempo an.

Offensichtlich haben falsche Wirtschaftsprognosen ähnliche Halbwertszeiten, wie gebrochene Wahlversprechen. Frei nach Konrad Adenauer, „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“, kümmert sich kaum noch jemand um die Argumente, die noch kein halbes Jahr alt sind.

Dabei täten wir gut daran, uns einiger Fakten zu besinnen. Seien es das Problem ausufernder Staatsverschuldung oder die hohen Arbeitslosenzahlen, welche die Volkswirtschaften belasten.

Doch der neu erwachte Risikoappetit wird auch viele Probleme lösen. Es ist wieder möglich, zu akzeptablen Konditionen Liquidität zu erhaschen - somit könnte hier ein Teufelskreis durchbrochen sein.

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Rene Hochsam

La Cuisine Surprise
von Rene Hochsam, geschrieben am 24.07.2009 09:11

Ist es nicht erschreckend, wenn man so hört, was in den Lebensmittel so alles drinnen ist? Ein Kiwi Saft der 3% Kiwis und 9% Äpfel enthält und bei dem die grüne Farbe künstlich erzeugt wird. Wasabinüsse die den Wasabi-Kren nie zu Gesicht bekommen haben oder Puten-Cordon-Bleus, bei denen es sich um Formfleisch handelt, welches zwar nicht minderwertig ist, aber aus zusammengepressten Fleischresten besteht. Bei den schönen Bilder und fantasievollen Namen auf den Verpackungen ist die Erwartungshaltung meist schon recht hoch. Erst bei genauerer Betrachtung und studieren des Kleingedruckten kommen die feinen Unterschiede heraus.

Als Fondsmanager steht man ja doch vor einem ähnlichen Problem. Eine Menge Fondsgesellschaften präsentieren ihre Produkte und natürlich hat ein jeder die Lösung für die aktuelle Wirtschaftssituation. Schön verpackt gibt es auch gleich etwas her und lädt zum Kauf ein. Aber auch hier heißt es Vorsicht, nicht von der Verpackung täuschen lassen und sorgfältig den Inhalt prüfen. Man hat aber erkannt, dass der Kunde Transparenz will und dieser Wunsch wird meist auch schon erfüllt.

Qualität hat aber meistens auch seinen Preis. Will man Puten-Cordon-Bleus mit „richtigem“ Putenfleisch wird man etwas mehr löhnen müssen. Was aber geschmacklich besser ist, überlasse ich einen jeden selbst. Hier fällt mir der Film Brust oder Keule ein in dem schon damals Restaurantkritiker Charles Duchemin (Louis de Funès) gegen die synthetisch erzeugten Lebensmittel des Großindustriellen Tricatel kämpfte. Schon damals stand man der Massenproduktion kritisch gegenüber. Kaufen Sie beim Händler ihres Vertrauens um die richtige Qualität zu bekommen - das ist die Empfehlung der Wirtschaftskammer.

Will man auch bei guter Qualität sparen, dann heißt es Geduld aufbringen und auf Rabattaktionen warten. Slogans Kauf 2 - zahl 1, Mengenrabatt und ähnliches sind aus den Einkaufstempeln nicht mehr wegzudenken und im jeden Werbeprospekt präsent. Komisch, dass bei den Fondsgesellschaften noch keiner auf derartige Werbeaktionen aufgesprungen ist.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: rene.hochsam@securitykag.at

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