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Vermögensteuer, Abbau der Staatsschulden nach der Krise |
Diese Themen werden immer sehr emotionell diskutiert. Es ist nicht einfach hier einen objektiven Faden hineinzubekommen.
Die Fakten sind:
1) Große Vermögen konnten sich in den letzten 20 Jahren (auch legal) der Steuerleistungen entziehen (über Steuerparadiese wie die britischen Kanalinseln, Liechtenstein, Schweiz, Bermudas etc.).
2) Die Grenzsteuersätze für hohe Einkommen liegen zum Teil tiefer als die Grenzsteuersätze für mittlere Einkommen.
3) Die Fehlen von Transaktionssteuern im Finanzbereich begünstigt den Spekulanten gegenüber dem Investor.
4) Bei Umwidmungen von z.B. Landwirtschaftlicher Fläche in Bauland - der Wert pro m2 steigt z.B. von EUR 2,-- auf EUR 100,-- bleibt der Ertrag steuerfrei. D.h. die Allgemeinheit "schenkt" dem Grundbesitzer einen Wertzuwachs von 98,-- EUR.
5) Die öffentliche Verwaltung ist in vielen Fällen nicht effizient strukturiert. Dazu 3 Beispiele aus Österreich:
a) unterschiedliche Bauordnungen pro Bundesland
b) Für gleiche Leistungen im medizinischen Bereich werden für eine Kasse (z.B. Gebietskrankenkasse) 9 verschiedene Preise ausverhandelt (in jedem Bundesland wird extra verhandelt, es gibt jeweils einen unterschiedlichen Preis für die gleiche Leistung)
c) Es gibt Spitäler mit gleichen Leistungen (wobei die Spitäler nicht ausgelastet sind) in unmittelbarer Nähe
Wie können jetzt die Steuerbasis erhöht und die Staatsausgaben reduziert werden ohne das Wirtschaftswachstum zu behindern:
* Die Steuervermeidung über Steuerparadiese muss verhindert werden. Dies kann aber nur über eine EU weite Regelung erreicht werden. Einzelstaatliches Vorpreschen ist nicht möglich. Dh. Einführung einer einheitlichen zumindest Mindestbesteuerung in allen Steuerparadiesen und die Verpflichtung der Steuerparadiese die notwendigen Daten an die jeweiligen Staaten automatisch weiter zu liefern. Dies darf aber nicht in Steuersätzen die einer Enteignung gleich kommen münden. Der bisherige Weg der Kapitalertragssteuer in Österreich ist ein sehr pragmatischer.
* Die Einführung einer zumindest EU weiten Börsenumsatzsteuer (von einigen hunderstel Prozent auf alle Finanztransaktionen). Dieser Betrag trifft einen langfristen Investor nicht.
* Besteuerung bei Grundstücksumwidmungen
* Progessive Besteuerung mit Augenmaß
* Reduktion des Föderalismus (Abschaffung von Doppel- und Mehrgleisigkeiten) im öffentlichen Bereich d.h. eine österr. Bauordnung, ein Preis für eine Medizinische Leistung pro Krankenkasse, Schliessung von nicht ausgelasteten Spitälern etc.. Vielleicht sollte man auch langfristig wie schon vor Jahren von Hr. Dr. Hirschmann angedacht die Notwendigkeit von 9 Bundesländern (inkl. des dazugehörigen Verwaltungsapparates) in Frage stellen
* Einheitliche Pensionsregelungen im öffentlichen Bereich (hier gibt es noch immer einen Reformstau bei den Bundesländern gegenüber dem Bund und gegenüber der Masse der ASVG Versicherten - Stichwort Durchrechnungszeitraum)
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: dieter.rom@securitykag.at
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Tipps für Fondseigentümer - Teil 3 |
Die Besteuerung von Investmentfonds sieht eine Einteilung in ordentliche und außerordentliche Erträge ein. Ordentliche Erträge sind Zins- und Dividendeneinkünfte und werden mit 25 % besteuert. Außerordentliche Erträge sind beispielsweise realisierte Kursgewinne, wobei hier 20 % mit 25 % besteuert werden. Die effektive Steuerlast liegt daher bei 5 % des realisierten Kursgewinns - egal wie lange die Papiere im Fonds gehalten wurden.
Nun haben Aktienfonds in den letzten Monaten sehr stark verloren und teilweise auch starke Kursverluste im Fonds realisiert. Diese Kursverluste werden mit Kursgewinnen steuerlich gegen gerechnet. Überwiegen die Verluste, so werden diese auf das neue Geschäftsjahr des Fonds übertragen und im nächsten Jahr mit Gewinnen saldiert.
Nun macht es Sinn, bei 2 zur Auswahl stehenden Aktienfonds, welche die gleichen Qualitätskriterien erfüllen jenen Fonds auszuwählen, welcher den größten Verlustvortrag ausweist und somit die Gewinne der kommenden Jahre (so es welche geben mag) gegen rechnen kann. Somit erspart sich der Investor die 5 % Steuer auf die außerordentlichen Erträge im Fonds (Spekulationssteuer).
Diese Strategie ist jedoch mit Mühsal verbunden, da es schwierig fest zu stellen ist, wie hoch die jeweiligen Verlustvorträge eines Fonds sind, da diese nur in den Rechenschaftsberichten zum Geschäftsjahresende des Fonds ausgewiesen werden. Es lohnt sich daher auch, den Rechenschaftsbericht eines Fonds zu studieren.
Wichtig dabei ist jedoch zudem, die Behaltedauer außerhalb der Spekulationsfrist der Fondsanteile einzuhalten, denn sonst entsteht Einkommenssteuerpflicht auf den gesamten Wertzuwachs des Fondspreises
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
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Werden Sie Netzwerker (Teil1) |
Niemand kann mehr in unserer vernetzten Welt alleine agieren und so ein erfolgreiches Geschäft betreiben - immer brauchen Sie dazu ein Netzwerk. Nun ist dieser Begriff in den letzten Jahren sicher ein Modewort geworden unter dem Viele meist Unterschiedliches verstehen.
Die Grundlage jeder Beziehung ist das „BEZIEHUNGSKONTO“. Die Qualität jeder Beziehung wird immer am jeweiligen Soll/Haben der beteiligten Partner gemessen. D.h. man kann natürlich immer nur herausnehmen und nie etwas auf dieses Konto einzahlen. Man kann sogar bis zu einer bestimmten „Überziehungsgrenze“ eventuell auch noch viel mehr ausnutzen, nur irgendwann wird dieses Konto gesperrt und dann ist diese Beziehung erloschen. Meiner Beobachtung nach wird hier auch ein grundlegender Fehler gemacht: Ich hebe ab, was ich wünsche und gebe auch wieder zurück was ich wünsche. Richtig wäre es, das zurück zu geben, was der Partner wünscht, denn nur so kann die Habenseite befriedigend aufgefüllt werden.
Sie kennen zum Beispiel sicher Personen, die nur anrufen wenn sie etwas von ihnen benötigen. Die ersten Male helfen Sie gerne, doch irgendwann fühlen Sie sich ausgenutzt. Erst wenn diese Person sich entsprechend bei Ihnen für die laufenden Hilfestellungen erkenntlich zeigt, wird dieses Thema für Sie wieder ausgeglichen werden. Wichtig dabei ist, dass es meist nicht reicht dies nur zu sagen, sondern die Dankbarkeit muss sich auch in Taten wiederfinden. Übrigens, einen Plus-Punkt bekommt man nicht, wenn man das tut was ohnehin von einem erwartet wird. Einen Bonus erlangt man nur wenn man mehr tut als erwartet wird oder man mit besonderen Leistungen (Kreativität, Einsatz etc.) überrascht.
PRIVATES NETZWERK - Beispiele: Eltern, Geschwister, weitere Familienkreise, ehemalige Schulfreunde, Kollegen aus regelmäßigen Sport- und Freizeitaktivitäten. Also Personen, die Sie regelmäßig treffen mit denen Sie durch Geburt oder gemeinsame Interessen verbunden sind. Hier haben Sie auch unterschiedlich starke Bindungen, auf die Sie sich verlassen können, wenn es für Sie notwendig ist. Hier besteht die Bindung meist unabhängig davon, was Sie einbringen oder nicht. Gerade im engen familiären Bereich wird wohl ein Minus am Beziehungskonto eher toleriert, als im Freundeskreis oder gar im Geschäftsbereich.
BERUFLICHES NETZWERK - Beispiele: Vorgesetzte, Arbeitskollegen, Mitarbeiter, Kunden, Mitbewerber, Geschäftspartner, Professionisten (Bankbetreuer, Steuerberater, Rechtsanwalt etc.). Alle Personen die Sie zur Ausübung Ihrer Tätigkeit benötigen und wo Sie zu deren Tätigkeit wichtig sind oder Sie in einer aktiven Geschäftsbeziehung stehen. Hier bestimmt klar die Hierarchie und die gegenseitigen (vertraglich) geregelten Abläufe darüber, was wer in das „Beziehungskonto“ einzahlt. Ebenso ist die Erwartungshaltung über die jeweilige Soll-/Haben-Buchung entscheidend.
PERSÖNLICHES NETZWERK - Hier finden sich jene Personen, die man sich persönlich aussucht und die Sie aktiv dazu einladen in Ihrem persönlichen (beruflichen oder privaten) Leben eine besondere Rolle zu spielen, wie zum Beispiel der Lebenspartner, der Mentor, der Ratgeber - oder der PERSÖNLICHE FINANZBERATER!
Hier muss eine Vertrauensbeziehung bestehen, den Geldfragen sind immer noch Bauchfragen. Nur zehn Prozent dieser Entscheidungen werden rational getroffen, denn das Wichtigste sind immer noch Gefühle wie "Sicherheit", "Kompetenz"und eben "Vertrauen". Das "Beziehungskonto" ist daher gerade in einer Berater-/Kundenbeziehung ein wichtiger Faktor und das Schlimmste ist wohl ein Berater, der sich nur dann beim Kunden meldet, wenn er etwas verkaufen möchte - aber dazu in späteren Blogs mehr...
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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US-Banken - was nun? |
Die US-Berichtsaison ist bereits voll im Gange und bescherte uns einige positive Überraschungen. Vor allem der vielgeprügelte Bankensektor (Goldman Sachs, JP Morgan) konnte bisher glänzen und veröffentlichte diese Woche bereits gute Quartalsergebnisse. Bei JP Morgan konnte vor allem das Investmentbanking die Prognosen deutlich übertreffen, was angesichts der negativen Stimmung doch etwas überraschend ist. Die CEO’s versprühen beinahe grenzenlosen Optimismus. Ein Blick hinter die Kulissen ist aber durchaus angebracht. Goldman Sachs profitierte beispielsweise von einem außergewöhnlichen Jännerergebnis, in dem EINMALIGE positive Effekte die Basis für das gute Abschneiden war (Ausgabe von Unternehmensanleihen, hohe Bid-Ask Spreads, etc.). Um der positiven Stimmung genüge zu tun, wurde das „Katastrophenquartal“ Q4/2008 unter den Tisch gekehrt und nur peripher erwähnt.
Amerikanische Financials erlebten in Anbetracht der „guten“ Nachrichtenlage eine wahre Renaissance und konnten sich von ihren Tiefständen Anfang März nahezu verdoppeln und den Gesamtmarkt deutlich outperformen.
Aber sind nun alle Probleme, die uns in den vergangenen Monaten beschäftigt haben, obsolet?
Mittlerweile sind weltweit bereits 1.300 Milliarden USD an Abschreibungsbedarf in den Büchern der Banken verpackt. Viele renommierte Häuser rund um den Globus konnten nur durch eine staatliche Unterstützung vor der Insolvenz bewahrt werden. Die Konsumenten sind aufgrund der steigenden Arbeitslosigkeit stark verunsichert - dies dürfte zu weiteren Abschreibungsbedarf führen. Durch die angeschlagene Bonität der Finanzinstitute sind zusätzlich die Refinanzierungskosten deutlich angestiegen - das wird sich die kommenden Jahre deutlich ertragsmindernd auswirken. Die hochmargigen Produktpaletten der Investmentbanken sind in Anbetracht der aktuellen Krise nicht oder nur sehr schwer an den Mann zu bringen, da in Zeiten wie diesen vor allem eines zählt: TRANSPARENZ!
In Europa hat diese Woche beispielsweise die UBS ihre Quartalsergebnisse veröffentlicht. Die Schweizer Großbank musste einen Milliardenverlust im ersten Quartal des Jahres 2009 hinnehmen und kündigte an, im Rahmen eines großangelegten Sparprogramms weitere 8700 Mitarbeiter zu kündigen. Es ist für mich daher sehr verwunderlich, dass die Bankenwelt in den USA gute Ergebnisse aufweisen kann, während sich bei ihre Pendants in Europa noch keine Trendwende erkennen lässt!
Conclusio:
Meiner Einschätzung nach ist ein Kauf von US-Banken noch verfrüht und die Kursentwicklung der vergangenen Wochen nimmt bereits ein Durchschreiten der Talsohle des Finanzsektors vorweg. Es ist davon auszugehen, dass die Banken auch in den kommenden Quartalen mit Problemen zu kämpfen haben werden und die Regierung mit weiteren Subventionen schlimmeres verhindern muss! Es sieht zwar auf den ersten Blick wie eine Trendwende aus - die Gefahr besteht allerdings, dass sich die jüngste Kursrallye als Trugschluss herausstellt und für herbe Verluste der Investoren sorgen könnte.
P.S.: Die nächsten Ergebnisse stehen bereits vor der Tür. Die Citigroup soll laut Analystenprognosen heute den sechsten Quartalsverlust in Folge vorlegen und Morgan Stanley könnte am 22. April die Investoren ebenfalls mit negativen Ergebnissen konfrontieren.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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Als Österreich noch pleite war |
Als gelernter Österreicher weiß ich Aussagen mit der notwendigen Skepsis zu verfolgen. Man ist politisch geschult. Die Behauptung, Österreich sei pleite hat mich aber nun doch verwirrt. Schließlich genießt der Verkünder Paul Krugman als Nobelpreisträger Weltruhm und kann als derart honorige Persönlichkeit doch kaum irren, oder?
Gott sei dank widersprach vorgestern IHS Chef Bernhard Felderer dieser Aussage: Österreich ist also doch nicht pleite, oder war es nur fast und selbst dies nur für ein paar Tage.
Ein Blick auf die Anleihenmärkte hat dies ohnehin angezeigt. Zwar befinden sich die Risikoaufschläge österreichischer Staatsanleihen immer noch auf sehr stolzem Niveau, zeigen aber schon seit einiger Zeit rückläufige Tendenzen. Vielleicht sollte man ohnehin nur glauben, was man selbst versteht.
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Laut Hr. Krugman ist Österreich pleite. Wie kommt er zu diesen Daten ? |
Die Situation in Osteuropa ist sicherlich angespannt. In Summe liegen die Erwartungen für diesen Wirtschaftsraum aber bei einem Wirtschaftswachstum von rund 0 % für 2009 (natürlich gibt es auch Länder wie die Ukraine wo von einem Wirtschaftsrückgang von rund -5% bis - 7% ausgegangen wird - im Vgl. BRD -5 % USA -3 %. Für Österreich wird ein minus von - 2,5 % erwartet).
Die Staatsverschuldung im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung liegt in der Eurozone im Schnitt bei 72 % (Österreich bei 60 %). In Osteuropa reicht die Bandbreite von 70 % in Ungarn über Rumänien bzw. Ukraine bei 20 % und Bulgarien bei 15 %. Im Vergleich dazu die USA bei deutlich höheren 79 %.
Die Neuverschuldung in Ost Europa für 2009 liegt in der Schätzung zwischen -3% bis -5 % (derselbe Wert für Österreich). Die USA liegen in 2009 bei -13 % und in 2010 bei -10 %.
Das Damoklesschwert ist sicherlich das Leistungsbilanzdefizit der Ost-Länder das von - 2% bis - 4 % (Tschechien, Polen, Ukraine) bis zu minus -12 % (Rumänien) reicht. Österreich liegt bei plus 2 % und ist damit Nettokreditgeber. Die USA liegen bei minus -6 % (und sind damit der grösste Nettoschuldner weltweit).
In der jetzigen Bankenkrise ist weiters das Verhältnis der Bilanzsumme der Banken im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung ein wichtiger Faktor. Der IWF geht davon aus, dass bis zu 10 % der Bilanzsummen der Banken von den Staaten übernommen werden müssen. Hier liegen die USA mit rund 80 % Bilanzsumme im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung günstig. In Österreich betragen die Bilanzsummen 105 % der Wirtschaftsleistung. Müsste der Staat hievon 10 % übernehmen dann käme die Neuverschuldung 2009 bei ca. -13 bis - 15 % zu liegen (und würde im Extremscenario genau die Neuverschuldung der USA erreichen). Unter dieser Betrachtung erscheinen Länder wie z.B: die Schweiz, Belgien und Grossbrittanien ( 675 %, 585 % und 450 % Bilanzsumme der Banken im Verhältnis zur Wirtschaftleistung) wesentlich stärker gefährdet als Österreich. In Grossbrittanien ist ein Grossteil der Banken (RBS, HBOS) schon verstaatlicht. Auch in den USA sind ja bekanntlich die einst grösste Bank der Welt (Citigroup) und die einst grösste Versicherung der Welt (AIG) nur durch enorme Staatliche Mittel vom Bankrott bewahrt worden.
Die Wirtschafts- und Finanzlage in Österreich ist im Rahmen der Weltwirtschaftskrise sicherlich angespannt aber lösbar. Im Vergleich zu vielen Ländern wie z.B. die USA steht Österreich auf jeden Fall besser da. Liebe Grüsse an Hr. Krugman!
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Der Kapitalismus als Sündenbock für die Krise |
In vielen Medien und in der Politik wird jetzt der Kapitalismus und die freie Marktwirtschaft als das Übel schlecht hin bezeichnet. In Anbetracht der vergangenen Monate, der Meldungen über horrende Spekulationsverluste von Banken und über schamlose Ausnutzung der freien Marktmechanismen durch Manager ist es recht leicht, den Kapitalismus der letzten Jahre als den Schuldigen zu finden.
Hat aber nicht genau der Kapitalismus bzw. die Globalisierung, die jetzt in Grund und Boden kritisiert werden, nicht auch was gebracht für die Menschen in unserem Land bzw. in Europa? Wäre der eiserne Vorhang Ende der 80er Jahre gefallen? Haben nicht unzählige Kreditnehmer Häuser finanzieren können, teilweise in Fremdwährungen? Haben sich nicht die Gebühren für Telefonie oder andere vormals staatsnahe Dienste in den vergangenen Jahren stark reduziert?
Wäre unser Konsum von heute ohne Globalisierung möglich? Könnten wir so einfach Waren und Dienstleistungen im Internet bestellen, wenn nicht der Warenhandel so einfach möglich wäre?
Das sollten sich die heutigen Kritiker des Wirtschaftssystems auch überlegen, bevor man lauthals nach staatlicher Regulierung ruft. Es ist offensichtlich, dass einige Dinge nicht richtig gelaufen sind, jedoch sollte man schon die Kirche im Dorf lassen und das Pendel nun nicht in die andere Richtung ausschlagen lassen!
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Vorbereitung auf einen Kundentermin |
In wenigen Minuten findet ein Kundentermin statt. Was tun die Meisten? Schnell noch ein wichtiges Telefonat führen oder kurz noch im Internet nach Informationen suchen? Oder doch lieber hektisch die Gesprächsunterlagen zusammenstellen?
Dann kommt der Gesprächspartner pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt - nur er muss leider warten, denn Sie sind ja noch beim Telefonieren. Auf jeden Fall merkt der Kunde, dass Sie sich ihm erst richtig widmen wenn er das Büro betritt. Eigentlich hätte er sich aber erwartet, dass Sie sich individuell auf ihn und seine Situation vorbereiten und zeitlich entspannt diesen Gesprächstermin als wesentlichen Inhalt Ihres Arbeitstages planen und vorbereiten. Er würde sich auch freuen, wenn Sie ihn schon erwarten, eine angenehme Gesprächsatmosphäre (z.B. Kaffee & Kuchen) erzeugt haben und dann an frühere Gesprächsinhalte anknüpfen.
Also, ab sofort reservieren Sie sich mindestens 10-15 Minuten vor dem nächsten Gesprächstermin um eine optimale Vorbereitung sicherzustellen. Sie erinnern sich an die bisherigen Gesprächsinhalte und fassen diese schriftlich zusammen. Sie bereiten entspannt alle wesentlichen Unterlagen bereits vor, denn Sie wissen „Vorbereitung ist 90% des Erfolges“. Im Vorfeld des Kundentermins versetzen Sie sich nochmals in Ihren Gesprächspartner und erahnen so seine Erwartungen für dieses Meeting, ebenso genauso setzen Sie auch Ihre Erwartungen für diesen Termin fest.
Am Beginn des Gespräches, nach einer herzlichen Begrüßung, wiederholen Sie das bisher Besprochene und fassen auch Ihre Erwartungen für diesen Termin nochmals zusammen. Stehlen wir nicht die Zeit unserer Gesprächspartner durch schlechte Vorbereitung und vergeuden wird nicht unsere Energie durch planloses Handeln.
Eine erfolgreiche Persönlichkeit besitzt immer Klarheit über seine Ziele und interessiert sich für den Kunden - mehr als alle Anderen!
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Denken amerikanische Konsumenten auch an morgen? |
Ob man es glaubt, oder nicht, die aktuelle Krise hat auch den amerikanischen Bürger zu einem Umdenken veranlasst. Auf der anderen Seite des Atlantiks sind die Konsumentenkredite im Februar nur um 0,3% gestiegen. Wenn man es mit der jüngsten Vergangenheit vergleicht, kann das durchaus als Überraschung gewertet werden, da viele Amerikaner aufgrund ihrer Mentalität nahezu alles auf Pump gekauft haben. Die Notenbank und deren Präsident Ben Bernanke haben das Leitzinsniveau auf praktisch 0 % gesenkt und versuchen durch eine expansive Notenbankpolitik die Wirtschaft anzukurbeln - de facto haben sich aber die Refinanzierungskosten der Konsumenten durch die angespannte wirtschaftliche Situation und die damit verbundene Bonitätsverschlechterung erhöht. Neben den Kreditzinsen für ihre Häuser belasten die stark gestiegenen Kreditkartenzinsen zusätzlich das Haushaltsbudget. Der Automarkt ist nach wie vor angeschlagen - daher ist es nicht verwunderlich, dass sich das Zinsniveau für Autokredite nur unwesentlich verändert hat und die Konsumenten mit Billigangeboten gelockt werden, um die vollen Lager leer zu bekommen.
Alle Maßnahmen verpuffen großteils, da der US-Bürger den Gürtel deutlich enger geschnallt hat. Dieser Trend manifestiert sich beispielsweise in folgenden makroökonomischen Kennzahlen:
Die Einzelhandelsumsätze sind im März sogar um 1,10 % gesunken - sie konnten sich zwar von den Tiefständen im Dezember etwas erholen, befinden sich aber noch immer auf einem sehr niedrigen Niveau.
Die Sparquote stieg in Relation zum verfügbaren Einkommen auf 4,1% - das ist für europäische Verhältnisse zwar nicht berauschend hoch, allerdings war die Sparquote der Amerikaner vor nicht allzu langer Zeit noch deutlich im negativen Terrain!
Die absoluten Autoabsatzzahlen erreichten im Februar den tiefsten Stand seit den frühen 80-er Jahren. Wer will schon in Krisenzeiten ein neues Auto kaufen?
Der US-Konsument ist mit einem Beitrag von ca. zwei Drittel nach wie vor ein wesentlicher Bestandteil des amerikanischen BIP’s. Durch die aktuelle Nachfrageschwäche ist eine Auswirkung auf die amerikanische Wirtschaft unumgänglich - meiner Einschätzung nach wird sie sich in einer temporären Konjunkturschwäche niederschlagen. Es ist zwar schmerzhaft, allerdings auch dringend notwendig, da der Durchschnittsbürger bereits unter der Schuldenlast zusammenzubrechen droht. Langfristig ist dieser Trend aber durchaus zu begrüßen - denn nur ein „gesunder“ US-Konsument kann nachhaltig einen wesentlichen Beitrag leisten!
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Wie sinnvoll ist der Besuch einer Roadshow? |
Immer wieder veranstalten Produktanbieter oder Maklerpools Roadshow-Veranstaltungen in ganz Österreich. Diese sind bei allen Beteiligten anscheinend sehr beliebt, da man sich hier in einem überschaubaren Zeitraum über die jeweiligen Produkt- und Dienstleistungsangebote informieren kann. Allerdings ist mittlerweile das Angebot an derartigen Veranstaltungen so groß, dass man in manchen Monaten in irgendeiner Landeshauptstadt nahezu täglich einen derartigen Event besuchen könnte.
Dies kann zwar sehr interessant sein und auch angenehm, da man meist auch kulinarisch verwöhnt wird. Allerdings besteht oft auch die Gefahr der Zeitverschwendung und der mangelnden Umsetzbarkeit des Gelernten. Gehen Sie hier also im eigenen Interesse sehr selektiv vor, denn die Mehrzahl der vorgestellten Produktinformationen sind meist auch irgendwo im Internet abrufbar. Wenn sich der Vortrag nur auf die Präsentation eines Produktes beschränkt, so wird man Ihnen den Vortrag auch gerne zusenden und Sie können diesen dann auch selbst durchklicken.
Sinnvoller sind da schon Veranstaltungen, wo Sie an einem Vormittag oder Nachmittag entweder mehrere verschiedene Anbieter kennenlernen, somit also die Gefahr der sinnlosen Information minimiert wird. Oder Sie besuchen Fachveranstaltungen zu einem für Sie relevanten Spezialthema. In jedem Fall würde ich den Tipp geben, nie mehr wie einen halben Tag für diese Informationen (ausgenommen sind komplexe Fachseminare) zu verwenden. Aus meiner eigenen Erfahrung als Veranstalter solcher Events weiß ich, dass Jemand der Ihnen ein Thema oder Produkt nicht in 20-30 Minuten näher bringen kann, der schafft dies auch nicht in 60 oder 90 Minuten. Die Länge eines Vortrages ist also kein Garant für Expertentum.
Aus Sicht der Produktanbieter und Veranstalter sind diese Events teuer und ineffizient. Einerseits wird im Vorfeld und während der Veranstaltungsreihe viel „Man-Power“ gebunden und andererseits hat man mit dieser Form des Marketings auch einen hohen Streuverlust. Denn was nützt der beste Vortrag, wenn keiner hinkommt. Daher ist es mir unverständlich, warum sich Online-Präsentationen und virtuelle Vorträge nicht breiter durchsetzen. Wahrscheinlich ist das haptische Erleben und gemeinsame persönliche Zusammentreffen immer noch vorrangig vor intensiver und effizienter Informationsaufnahme.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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