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Wie ernst soll man den Ruf nach einem Euro-Austritt nehmen? |
Die Diskussion um den Euro geht weiter. Die Stimmen für einen Austritt aus dem Euro mehren sich und auch von anderen europäischen Staaten wird der Ruf nach einem Ende der Eurozone lauter. Ich habe schon einmal einen Blog über das Ende des Euro geschrieben, es ist mir aber ein Anliegen, nochmals auf dessen Konsequenzen hinzuweisen.
Zur Erinnerung: Die Euro Wechselkurse wurden im Jahr 1999 festgelegt (damals sogar unter Vorsitz Österreichs in der EU und vom damaligen österreichischen Finanzminister). Es folgte darauf eine 3-jährige Umstellungsphase bis Anfang 2002, in der die EUR Banknoten in Umlauf gebracht wurden. Wenn Sie sich zurückerinnern, wie viel Diskussion es während dieser 3 Jahre der Umstellung gab, können Sie sich auch vorstellen, wie dasselbe innerhalb von nur wenigen Tagen wieder rückgängig gemacht werden könnte. Die doppelte Preisauszeichnung, die Umstellung der Kassen und Lagersysteme im Handel, die Umstellung der EDV-Systeme der Banken etc. All das müsste in nur wenigen Tagen wieder bewerkstelligt werden.
Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria, hat in einem Interview die rein technischen Umstellungskosten für Österreich mit rund 2 bis 3 Milliarden Euro geschätzt. Hinzu kämen jedoch noch Kosten für die Volkswirtschaft selbst, denn Zahlungen zwischen Firmen wären mit Sicherheit problematisch, da die Zahlungssysteme umgestellt werden müssten. Die Bargeldversorgung der Bevölkerung würde ebenso empfindlich gestört werden, denn die Bankomaten werden vorerst einmal nicht funktionieren. Überweisungen im Euroraum (welche heute schon ein Standardgeschäft sind) wären nicht mehr möglich, denn das Zahlungssystem müsste erst umgestellt werden.
Und was passiert mit der neuen Währung. Wenn Österreich im Alleingang aus dem Euro austritt, könnte die neue Währung rasch unter Druck kommen und gegen den alten Euro abwerten. Dies würde sich relativ stark auf die Inflation und auf die Zinsen auswirken, welche wahrscheinlich steigen könnten. Dies liegt vor allem daran, dass die Schulden Österreichs zumeist durch Ausländer gehalten werden, welche wahrscheinlich diese Anleihen dann abstoßen würden und damit die neue Währung unter Druck bringen. Was das für Fremdwährungskredite bedeuten würde, können Sie sich vorstellen. Sollte der Euro als Ganzes zerfallen, wäre es möglich, dass die danach folgende Währung (eventuell Schilling) gegenüber anderen Nachfolgewährungen (vor allem Lire) aufwerten würde, was unsere Exportsituation in diese Länder schwächen würde. Auch Deutschland hätte in diesem Fall eine massive Last durch Aufwertungen zu stemmen, zumal die Kosten für Deutschland in diesem Fall noch viel höher wären. Unsere Haupthandelspartner wären daher durch den Zerfall massiv betroffen.
Sie sehen also, aus rationaler Sicht gibt es keinen anderen Ausweg, als den Euro weiterhin zu behalten und die derzeit bestehenden Schwächen des Systems zu beseitigen. Ich kann daher jene Politiker, die hier „Kleingeld“ wechseln und Propaganda gegen den Euro machen, nicht verstehen, denn diese Forderungen scheinen in letzter Konsequenz nicht sehr durchdacht zu sein.
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: martin.mikulik@securitykag.at
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Nicht der Markt sorgt für Umsatz, sondern Ideen und Aktivitäten... |
In Branchengesprächen mit Beratern und Produktanbietern höre ich zur Zeit oft die Einschätzung, dass sich der Investmentmarkt in einer schwierigen Situation befindet. Aber gerade die erfahrenen Kollegen beruhigen sich mit der Aussicht, dass, wenn die Märkte wieder steigen, sich vieles wieder relativieren und entspannen wird. Meine ketzerische Frage lautet dann immer „...und was wenn nicht?“
Kann es wirklich sein, dass sich ein ganzer Wirtschaftszweig abhängig macht von den Aktionen Anderer und dem „Sentiment“ Vieler, also der Gemütslage der Massen? Was, wenn Kurse nie mehr steigen werden und gar der Euro zusammenbricht? Ist dies dann das Ende der Welt oder, noch schlimmer, ihres gewohnten Geschäftsmodells für die vielen Marktbeobachter und benchmark-orientierten „Trendfolger“?
Gute Unternehmen machen mit den richtigen Dienstleistungen & Produkten gute Gewinne. Das war immer so und wird immer so sein - egal auf welchem Kontinent und in welcher Währung. Richtige Unternehmer orientieren sich auch nicht nach dem Markt (also den Anderen), sondern an der Nachfrage und den Bedürfnissen der Kunden. Dadurch schaffen Sie ihren eigenen Markt und sorgen so für die eigene Konjunktur.
Im Besonderen können wir hier wieder von starken Weltmarken lernen, die diese durch die laufende Veränderung der Produkte und Dienstleistung sogar stärken. So orientiert sich beispielsweise „McDonald's“ in seiner Speisekarte laufend an den Interessen seiner Kunden und verändert diese bei nahezu jeder Gelegenheit: Jahreszeit, Sportereignisse, Kinofilme, länderspezifische Vorlieben u.v.m. Ich habe schon in einem früheren Blog darüber berichtet, dass "McDonald's" längst pleite wäre, wenn sie über Jahrzehnte immer nur ihren „Big Mac“ verkauft hätten.
Aber genau nach diesem „Big Mac“-Prinzip agieren leider viele Anbieter am Finanzmarkt - nach dem Motto: „Was einmal funktioniert hat, muss wieder funktionieren!“ Falsch, denn „wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit...“MEISTER-TIPP: Schauen Sie sich um, was aktuell benötigt wird und richten Ihr Unternehmen danach aus. Fragen Sie Ihre Kunden, beobachten Sie den Mitbewerb und erkunden Sie auch mal andere Länder, wie dort agiert wird. Hören Sie in den Markt hinein, in dem Sie Postings und Diskussionen beiwohnen, um zu erkennen, was gerade gefragt ist. Oft sind es die einfachen Dinge und Ideen, die zum Erfolg führen, die nur noch keiner angepackt hat. Nur bitte TUN Sie etwas und warten Sie nicht auf bessere Zeiten...
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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Thema Euro-Krise: Wer blickt noch wirklich durch? |
Aus verständlichen Gründen verfolge ich die Berichterstattung mit großem Interesse und kann auch mittlerweile als professioneller Marktteilnehmer in den teils hysterischen Medienberichten zwischen den Zeilen lesen. So ist es ja inzwischen üblich, vor großen Konferenzen oder anstehenden Entscheidungen das „Ende der Welt“ zu prophezeien, um sich danach jeden „faulen Kompromiss“ als beste Lösung schön zu reden.
Allerdings bilde ich mir ein, dass das Ende des Euro und ein Auseinanderbrechen der „Europäischen Union“ kein diffuses Schreckensgebilde in weiter Ferne mehr ist, sondern eine mögliche Option mit der Marktteilnehmer bereits kalkulieren und sich in „Plan B“-Szenarien Auswege zurechtlegen.
Der bekannte Kolumnist und Doyen des österreichischen Journalismus, Peter Michael Lingens, schreibt beispielsweise in seiner aktuellen Kolumne im „PROFIL“, dass die Ratingagenturen unter direkter Einflussnahme mächtiger US-Institutionen aus durchsichtigen Gründen den Niedergang des Euro betreiben - so spekuliert ja der berühmte Investor Warren Buffet ganz offensiv in diese Richtung.
Vielleicht wird es mir ja gelingen, eines Tages den verdienten Lebensabend wie P.M. Lingens zu verbringen, der mit weißem Haar und weißem Vollbart in seiner Finca in Spanien sitzt und von dort wöchentlich eine Kolumne ins „alte“ Österreich sendet - eine erstrebenswerte Perspektive, nur in welcher Währung dann meine Pension ausbezahlt wird, ist mir jetzt noch nicht klar.
Es ist ja auch nachvollziehbar, warum Akteure wie Frank Stronach keinerlei emotionale Bindung zum Euro haben und auf diesen aus populistischen Gründen gerne verzichten wollen: Stronach hat sein erstes „Gerstel“ im Schilling verdient, ging dann nach Deutschland und hat die ersten paar Mark gespart um damit nach Kanada zu gehen. Dort waren ihm dann der US-Dollar und der Canada-Dollar als Währungen geläufig und als er wieder zurückgekehrt ist, hat er hier für seine „Europa-Zentrale“ in Oberwaltersdorf den Euro vorgefunden (Übrigens, wenn Sie noch nicht dort waren, die müssen sie sehen - gleich neben dem Golfclub Fontana - Disneyland in Oberwaltersdorf...).
Mir ist klar, wer erfolgreich ist, für den ist die Währung zweitrangig. Ein gutes Produkt und eine gute Dienstleistung verkauft sich in jeder Währung und bei gleichen gesellschaftlichen Parametern auch in jedem Land. Aber gerade der Euro wurde uns ja als wichtige Vorstufe zu den „Vereinigten Staaten von Europa“ verkauft und wenn die Währung schon nicht hält, was man erwartet, wie soll das dann mit dem politischen Gebilde funktionieren.
Hier also meine Fragen an die Experten - mit der Bitte um Beantwortung in deren Blogs:
1) Warum betreiben US-Interessen den Niedergang des Euro?
2) Warum ist Deutschland aktuell eher der Verhinderer als der Fels in der Brandung?
3) Was bedeutet ein Ende des Euro und Rückkehr zum Schilling in der täglichen Praxis?
4) Wie stellen sich gerade Fondsmanager (Spezialthema Anleihen?) auf dieses Szenario ein?
Im übrigen bin ich der Meinung, dass sich ähnliche Fragen gerade auch Kunden stellen und ich befürchte, sie sind ebenso ratlos wie ich. Eine gute Gelegenheit Aufklärung zu betreiben und sich nicht immer hinter der Ausrede: „Wir wissen ja noch nicht, wie es ausgeht!“ zu verstecken. Wie immer werden - am Weg zum Kunden - nicht die Grossen die Kleinen überholen, sondern die Schnellen die Langsamen...
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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Steuer auf Hochfrequenzhandel - Frankreich macht einen ersten Schritt |
Frankreich führt die Besteuerung von Aktientransaktionen ein, zumindest von großen Unternehmen. Ob der Alleingang generell eine gute Idee ist, sei dahingestellt. Für einen Punkt jedoch ist dieser für mich auf jeden Fall gerechtfertigt: für eine bestimmte Form des Hochfrequenzhandels!
Gewisse Börsen stellen zahlenden Kunden immer noch die Informationen neuer Aufträge für Sekundenbruchteile früher zur Verfügung. Diese können dann mit geeigneten Rechnern und Handelsalgorithmen eigene Orders kurz zuvor platzieren. Durch Kenntnis des Orderbuchs ist es möglich, dadurch direkt zu profitieren. Stellen Sie sich vor, ein Kunde gibt eine große Kauforder, die unter Berücksichtigung des Orderbuchs einen Kursanstieg der Aktie bewirken wird. Das Handelssystem kann nun zuvor eine optimierte Kauforder zu geringen Kursen platzieren, die nach der großen Order mit Gewinn glattgestellt wird.
Diese Unsitte ist für einige Börsen ein veritables Geschäft, bisherige Bestrebungen, diese zu verbieten, schlugen fehl. Durch die Steuer werden die Geschäfte zwar nicht verboten, aber es wird mit einem Schlag unattraktiver, diesen Handel zu betreiben.
Ungeachtet der tatsächlichen praktischen Auswirkungen der Steuer auf diese Art des Hochfrequenzhandels ist sie ein klares Zeichen. Denn wir sollten nicht vergessen, es gibt so manche Auswüchse in der Finanzbranche, auf die wir gut verzichten könnten. In der Krise groß angekündigte Maßnahmen, die hiermit aufräumen sollten, scheinen sich im Verhandlungsgeschick der Interessensvertreter aufzureiben.
Es braucht also manchmal einen Kraftakt, damit etwas in Bewegung geraten kann!
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.winkler@securitykag.at
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Erfolgreiches Management erfordert eine ruhige „Hand“ … |
In der jüngsten Vergangenheit wurde ich häufig auf die sehr gute Performance unserer Portfolios angesprochen. Meine Gesprächspartner waren vor allem daran interessiert, was unsere Erfolgskriterien sind. Wenn man es populistisch und reißerisch formulieren würde, könnte ich Ihnen von einem „Zaubermodell“ vorschwärmen, dass alles in Gold verwandelt. In dieser Hinsicht muss ich Sie enttäuschen - wir definieren Portfoliomanagement als Handwerk.
Einer unserer Grundsätze ist es, dass wir keinerlei Prognosen abgeben. Von der Security KAG können Sie nicht erwarten, dass wir Ihnen sagen, dass beispielsweise der ATX am Jahresende auf 2.400 Punkten steht. Vielfach glaubt man, dass jemand einen tiefen Markteinblick und eine hohe Expertise aufweist, wenn er im Stande ist, den ATX per Jahresende zu prognostizieren. Bei einer ex-post Betrachtung (= im Nachhinein) erlebt man das eine oder andere Wunder, wenn man realisiert, wie weit viele Experten am Ende des Tages vom Prognosewert abweichen.
Nichts desto trotz suchen wir in jeder Asset-Klasse unsere Chancen. Gegenwärtig ist es beispielsweise so, dass High-Yield-Anleihen eine Rendite von rund 7% aufweisen. Nachdem viele Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht haben, die Bilanzstruktur bereinigten und damit bis 2014/15 keinen großen Refinanzierungsbedarf aufweisen, gehen wir davon aus, dass die Default-Rate (% der „insolventen“ Unternehmen am Gesamtmarkt) eher gering ausfallen wird. Trotzdem muss man davon ausgehen, dass man im High-Yield-Bereich durchaus mit Ausfällen konfrontiert sein wird. Historisch gesehen war die Default-Rate rund 2% - zieht man diese jetzt von der Rendite von 7% ab und rechnet noch einen Risikopuffer von einem weiteren Prozentpunkt ein, bleiben unter dem Strich noch immer 4% über. Dies ist unserer Ansicht nach eine „vorsichtige Schätzung“ - doch auch in diesem Fall liegt der Investor mit einem Ertragspotenzial von rund 4% noch immer deutlich über der Verzinsung von Staatsanleihen von Ländern mit guter Bonität (z.B. Deutschland, Österreich).
Anhand dieses Beispiels erkennt man, dass wir uns sehr wohl über die Attraktivität eines Veranlagungsinstruments Gedanken machen, allerdings eine genaue „Index-Prognose“ nicht in unsere Überlegungen mit einbeziehen.
Professionelles Portfoliomanagement ist zwingend mit einem professionellen Risikomanagement verbunden. Gerade die vergangenen Jahre haben uns gelehrt, dass einzelne Risiken nicht zwingend mit statistischen Kennzahlen (z.B. Volatilität) verdeutlicht werden können. Unser Ansatz ist hierbei, dass wir mit unseren Kunden bereits im Vorfeld definieren, welche Risiken (normalerweise max. Verlust) man im schlimmsten Fall ertragen kann. Durch Definition dessen sind wir in der Lage, das Grundportfolio so aufzusetzen, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass diese Grenzen durchschritten werden. Dies hat zudem den Vorteil, dass unsere Kunden auch über die eingegangenen Risiken genauestens informiert sind und wir dahingehend nicht nach extremen Kursrückgängen das Risiko reduzieren müssen. Im Gegenteil. Wir waren in den letzten Jahren in der glücklichen Situation, sogar eine antizyklische Vorgehensweise umzusetzen. Sehr häufig sind Investitionsmöglichkeiten sehr attraktiv, wenn im Vorfeld enorme Verluste hingenommen werden mussten. In diesem Fall denke man beispielsweise an die Aktienmarktrallye nach dem „Lehman-Kollaps“. In Phasen überproportionaler Kursgewinne nehmen wir tendenziell Gewinne mit, da damit im Normalfall auch die Attraktivität abnimmt.
Als dritter aber nicht zu vernachlässigender Baustein kann „Diversifikation mit Hausverstand“ definiert werden. Naturgemäß versuchen wir jene Asset-Klassen verstärkt zu gewichten, deren Ertragspotenzial wir gegenwärtig als attraktiv einschätzen. Unser Handlungsspielraum wird durch die Risikovorgaben unserer Kunden beschränkt, da unser primäres Ziel sein muss, die Risikovorgaben einzuhalten. Zudem versuchen wir, viele Asset-Klassen beizumischen, da wir gegen viele Szenarien gewappnet sein wollen.
Gerade in der jüngsten Vergangenheit konnte sich unser Ansatz durchaus profilieren. Wichtig war zudem, dass wir auch bei starkem Gegenwind mit Bedacht an unseren Grundsätzen festgehalten haben. Wie Sie sehen, hat das Ganze wenig mit „Zauberei“ zu tun, sondern ist vielmehr ein Produkt solider Arbeit …
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at
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Führen Sie Ihre Kunden zu deren Zielen |
Der bekannte Management-Guru Peter Drucker hat geschrieben: „Die beste Möglichkeit, die Zukunft zu bewältigen, ist diese aktiv zu gestalten!“ Auf Basis dieser Ansage sehe ich mich um und beobachte viele verwirrte und allein gelassene Kunden. Ebenso sehe ich Berater herumirren, denen die Energie abhanden gekommen ist, wieder aufzustehen. Wie abgeschlagene Boxer hängen sie im Ring und sind scheinbar kraftlos.
Aber es werden Andere kommen und die verwaisten Kunden an der Hand nehmen und sie führen - wie so oft wird es dann gute und schlechte Führer geben. In diesem Zusammenhang durfte ich über einen Audio-Stream einer Session meines Lehrmeisters Anthony Robbins beiwohnen, der in einer kleinen Gruppe (das sind bei ihm ein paar hundert Teilnehmer, denn die „normalen“ Seminare haben bekanntlich um die 5.000 Teilnehmer...) über die Eigenschaften von „Leadern“ philosophiert hat:
Leader hören zu und suchen Lösungen, sie versuchen also vorrangig die Wünsche Anderer zu befriedigen, um damit die eigenen Ziele zu erreichen. Leader sind auch immer nahe am Kunden oder Mitarbeiter, denn ein guter Berater weiß immer was seine wichtigsten Kunden denken und eine gute Führungskraft weiß ebenso, was seine wichtigsten Mitarbeiter gerade bewegt.
Leader wollen auch immer persönliche Beziehungen herstellen, denn nur so können Sie die wahren Bedürfnisse erkennen und danach handeln. Daher greifen wahre Leader immer selbst zum Telefon, um ein Problem zu lösen und suchen gleich das Gespräch um alles auszuräumen - jetzt und sofort. Ebenso handelt ein guter Berater, der gerade in schwierigen Zeiten den direkten Kontakt zu seinen Kunden sucht.
Leader erkennen aber auch manches schneller, denn sie haben ein stark ausgebildetes Einfühlungsvermögen. Sie können sich leichter in andere Personen hineinversetzen und so deren Beweggründe erkennen. Leader haben auch eine klare Idee oder Vision, nach der sie agieren und sie vermeiden es so, immer nur passiv auf Ereignisse von außen reagieren zu müssen. Letztendlich dienen Leader ihrer Vision, ihren Kunden und den Mitarbeitern, denn nur ein gesundes Verhältnis dieser drei Bereiche kann auch erfolgreiche Ergebnisse erzielen.
MEISTER-TIPP: Wie immer gilt, natürlich nichts Neues und alles schon mal gehört. Aber genau dies ist die Aufgabe eines Coaches - nicht Neues zu vermitteln, sondern stattdessen vorhandene Stärken zu stärken. Also wie nahe sind Sie ihren Kunden und Mitarbeitern? Wie nahe ist Ihr Unternehmen dem Bedürfnissen des Marktes? Wie eng arbeiten Sie mit Ihren wichtigsten Mitarbeitern und Partnern zusammen?
Ein kleiner Test: Wissen Sie was Ihre wichtigsten 5 Kunden heute machen, ob sie auf Urlaub oder im Büro sind? Wissen Sie, wie ihre wichtigsten drei Mitarbeiter deren Sonntag-Abend verbringen? Wenn nicht, erzeugen Sie bei nächster Gelegenheit persönliche Momente und interessieren Sie sich ehrlich für diese Menschen.
Zum Schluss die wichtigste Eigenschaft eines Leaders: „Sage was Du tust und tue auch was Du sagst!“
Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: michael.mueller@securitykag.at
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Was ist Ihr wahres Geschäftsfeld, mit dem Sie Kunden binden? |
Womit denken Sie, verdient „Starbucks“ Geld? Mit dem Verkauf von Kaffee und Mehlspeisen - richtig. Nun Kaffee und Kuchen gibt es ja an vielen Ecken und am besten schmeckt es wohl bei Mama/Oma?! Was ist daher der wahre Grund, weshalb die Mehrzahl der Kunden Starbucks aufsuchen?
Die Kaffeehaus-Kette hat es geschafft, einen Platz zu schaffen - Nicht zu Hause, nicht bei der Arbeit und nicht in einem Lokal, wo man nur so lange sitzen kann, so lange man etwas konsumiert. Bei Starbucks hingegen kann man auch „abhängen“, man trifft sich zum Plaudern, zum Lesen oder nutzt es als besseres Internet-Cafe. Manche Studenten haben ihre gesamten Arbeiten dort geschrieben, denn das Umfeld ist angenehm und doch professionell.
Wozu benützen die meisten User „Facebook“? Nun, um zu kommunizieren, sich in gleich gesinnten Gruppen zusammen zu schließen und der Welt seine Fotos oder persönlichen Befindlichkeiten mitzuteilen. Aber womit verdient „Facebook“ Geld? Ich denke, es ist bekannt, dass Facebook die User-Daten auswertet und seinen Werbekunden so zielgenaue Ansprache ermöglicht.
Womit verdient „Apple“ Geld? Mit dem Verkauf von Computern, Smartphones und MP3-Playern, nur das machen andere Unternehmen auch. Warum haben dann aber trotzdem nahezu alle modernen Menschen ein I-Phone oder I-Pad? Weil Apple nicht vorrangig Technik verkauft, sondern in Wirklichkeit durch Innovationen das Leben seiner Benutzer bereichert. Alleine die Welt der Apps ermöglicht viel Nützliches und manche Spielerei, ebenso sind Design und mobiler Lebensstil eine weitere Triebfeder der „Apple-Welt“.
Noch ein spannendes Beispiel: Eine bei uns noch wenig bekannte Schuhmarke „TOMS - Shoes for Tomorrow“, produziert ein Mittelding zwischen „Converse“ und „Espandrillos“ - also etwas für den coolen Freizeitlook. Die Besonderheit: Für jeden gekauften Schuh erhält ein Kind in einem Entwicklungsland ebenfalls einen Schuh - man tut also spürbar und messbar Gutes.
Daraus ergibt sich die Frage: „Womit verdienen Sie Ihr Geld?“ und „Was ist der wahre Grund, warum Kunden bei Ihnen Kunde sind?“ Bei den regelmäßigen Lesern meiner Blogs setze ich die Erkenntnis voraus, dass es nie Produkte sind, sondern immer nur emotionale Werte, die entscheiden. Nicht zuletzt weil wir uns in einem „Peoples Business“ bewegen, wo neben Kompetenz auch Sympathie entscheiden. Aber auch Produktanbieter erzeugen Gefühle, auch dann, wenn keine Menschen als Testimonials im Vordergrund stehen. Es entscheidet das Image, welches transportiert und die Slogans, die in den Vordergrund gestellt werden (Beispiel: „Der Mensch zuerst“ oder „Sicherheit für Ihr Kapital“ u.v.m.).
MEISTER-TIPP: Als Unternehmer oder Unternehmenslenker müssen Sie nun keine umfassende Studie in Auftrag geben, es genügt sich jetzt einfach nur kurz zurückzulehnen und die Augen zu schließen. Denken Sie an Ihre fünf grössten und wichtigsten Kunden und überlegen Sie, was deren Beweggrund für eine Kooperation war.
Was haben Sie damals gemacht, wie haben Sie agiert und welche Argumente und Aktionen waren entscheidend? Wenn sich ein gemeinsamer Nenner finden lässt, dann ist dies Ihr persönliches „Apple/Facebook/Starbucks“-Geheimnis und es Wert, als persönliche Marke und favorisierte Dienstleistung auszubauen...
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Was bekommt man fürs Geldborgen? |
Jüngst wurde gut informierten Kreisen zufolge folgendes Händlergespräch zwischen zwei Anleihehändlern aufgenommen: Händler 1: „Hätte im 3-jährigen Bereich ein Papier mit Top Bonität!“ Händler 2: „Was steht denn drauf?“ Händler 1 „In etwa 0,12 % Rendite!“ Händler 2: „Plus oder minus?“
Ja, meine Damen und Herren. Wir sind in diesen Wochen in eine neue Ära eingetreten. Rendite, ein Maßstab des finanzmathematischen Ergebnisses einer Veranlagung (in Anleihen), wurde bislang immer als positives Ergebnis wahrgenommen. Dies hat sich geändert. Mittlerweile sind nicht mehr nur 1 jährige Papiere aus Deutschland und den Niederlanden im negativen Renditebereich, auch österreichische Bundesanleihen haben diese Grenze bereits überschritten (oder besser gesagt unterschritten). Die 3,40 % Bundesanleihe bis 20.10.2014 weist eine Rendite von - 0,05 % aus. Dänemark zahlt bei 2-jährigen Staatsanleihen in Dänischer Krone - 0,36 % und die Schweiz in Franken gar - 0,54 % Rendite. Die Schweizer brauchen auch auf ihre 5-jährigen Anleihen keine Zinsen zu bezahlen, da die Rendite bei - 0,05 % p.a. liegt.
Ist das noch rational, mag man sich da fragen? Ich borge jemanden Geld und zahle dafür auch noch was? Unser Zinssystem ist an einem neuen Punkt angelangt und all jene, die den Zinseszins als die Wurzel des Übels an den Finanzmärkten identifiziert haben müssen sich unter Umständen neue Argumente suchen, denn der Zinseszins verringert für manche Staaten sogar die Staatsschuld. Nur eben leider nur für manche Staaten, während andere nach wie vor hohe Zinssätze zahlen müssen. Spanien beispielsweise muss auf 2-jährige Papiere eine Rendite von 4,56 % bezahlen, was jedoch in Anbetracht der Zinsen welche in den 90ern bezahlt wurden immer noch äußerst gering ist. Hier lagen die Peseten-Zinsen bei 12 % und mehr - jedoch immer mit der Möglichkeit (bzw. Gefahr), dass die Peseten abwerten.
Auf die oben gestellte Frage, ob dies denn rational sei kann man nur mit „nein“ antworten. Es ist schiere Angst und Panik institutioneller Investoren. Diese möchten Ihr Geld nur irgendwo parken und das Risiko somit minimieren. Cash bei einer Bank ist diesen Investoren schon zu riskant, daher nimmt man auch Negativzinsen in Kauf. Privatkunden könnten sich das Geld in bar auszahlen lassen und in einem Tresor lagern. Damit würden sie sich die negative Rendite ersparen und würden NUR die Inflation verlieren. Ob das aber die richtige Strategie für Vermögensaufbau darstellt sei dahingestellt? Reale Werte wie Aktien aber auch Unternehmensanleihen in einem breit gestreuten Portfolio scheinen mir eine gute Alternative zum Tresor - und diese werfen auch noch (positive) Renditen ab….
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Netzwerke, Lobbying und Social Media - wir brauchen es dringender denn je! |
Aus den bekannten Gründen haben diese Schlagworte in den letzten Jahren ein negatives Image erhalten. Aber dies ist ja oft die Konsequenz, wenn Amateure oder gierige Marktteilnehmer einer Branche schaden - das war ja auch in der Finanzberatungsbranche zu beobachten?!
Letztens habe ich eine interessante TV-Diskussion zum Thema gesehen, in der man versuchtr zu ergründen, wo die Grenzen zwischen einem Zusammenschluss von Gleichgesinnten zu einer Interessenvertretungeinerseits oder gar Vorteilsbeschaffungandrerseits liegen. Wie immer waren viele Diskussionsteilnehmer gleich mit den üblichen Klischees von „die da oben richten es sich“ zur Hand, aber positiv herausgestochen ist ein österreichische Netzwerkforscher.
Er dozierte über die gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte, die Netzwerke mittlerweile gar als sozialpolitische Notwendigkeit darstellen, denn wir sind die erste Generation ohne konkret vorgegebene Lebenslinien. Konnten oder mussten sich frühere Generationen noch an Wertvorstellungen orientieren, die ihre Entscheidungen beeinflusst haben, so ist dies heute verloren gegangen. Ich darf den Gedanken „primitiv“ zusammenfassen: In der Vergangenheit wusste ein Adeliger, wo er seine Braut findet, ein Moslem, wer ihn vor Gericht vertritt und ein Bauer, wen er für den Bau einer Scheune um Hilfe bittet.
Ebenso beobachten wir, dass in der Regel unsere sozialen Beziehungen auch immer kürzer werden. Haben frühere Generationen oft parallele Lebensläufe, von der Schule über die Heirat bis zur Pension erlebt, dann ist es beiden eben leichter gefallen sich gegenseitig zu helfen und gar Jobs oder andere Vorteile zukommen zulassen. Dies hat der Netzwerkforscher übrigens auch bei der aktuellen Politiker- & Machtgeneration festgestellt, denn in den kommenden Jahren wird in den Top-Funktionen des Landes ein Generationenwechsel eingeleitet. Die „alten Herren“ waren es gewohnt, Jobs an „Freunde“ zu vergeben. Die nächste Generation wird von anderen Inhalten getrieben und durch die Transparenz-Gesetze auch zu anderen Vorgehensweisen gezwungen sein...
Heute treffen wir zwar beruflich und privat mit Gleichgesinnten zusammen uns fehlt aber als Vertrauensbasis oft die gemeinsame Vergangenheit. Daher müssen wir an Netzwerken andocken um beruflich eine „Familie“ vorweisen zu können. Manche benötigen sozialen Netzwerke auch, um im privaten Bereich überhaupt jemanden zum Kommunizieren zu haben. Ebenso ist das Lobbying von immer stärkerer Bedeutung, denn kaum jemand beschäftigt sich mehr mit einer fachlichen Thematik auch inhaltlich (siehe „Die Stunde der Dilettanten“). Sondern man ist all jenen dankbar, die einem in einer Thematik einen kurzen Überblick verschaffen können und dann auch gleich eine Nutzen bringende Richtung oder Aktionen vorschlagen, die man dankbar aufnimmt.
TIPP: Werden Sie Netzwerker & Lobbyist für die unabhängige Finanzberatung. Hören Sie damit auf, die Entwicklungen der vergangenen Jahre zu erklären oder gar sich durch den Druck des Marktes zum reinen Produktvermittler degradieren zu lassen. Verkaufen Sie statt dessen die „volkswirtschaftliche Bedeutung“ von unabhängiger Finanzberatung. Rechnen Sie mal einem Kunden vor, wie viele hunderttausende Euro Sie ihren Klienten in den letzten Jahren, alleine durch den Vergleich der Finanzierungskonditionen, erspart haben. Besonders die Bearbeitungsgebühren (=Zinsaufschlag) wurde ja durch den Einsatz von unabhängigen Experten um mindestens ein Prozent und mehr gesenkt. Oder rechnen Sie vor, welche Verluste Sie ihm durch die Auswahl eines soliden, breit aufgestellten Vorsorgeinvestments erspart haben . Sorgen Sie auch für Events (man muss Sie sehen, hören, lesen) bei denen Sie davon berichten können und Ihre Kunden auch andere Gleichgesinnte treffen. So können Sie ihnen eine „Familie“ bieten, in der man sich sicher fühlt und die man auch stolz weiterempfiehlt...
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Statistik und der Regen in Rom |
In einer österreichischen Qualitätszeitung konnte ich heute einen Artikel lesen: „Liegt die Welt im Argen?“ Gezeigt wurden hier statistische Daten der Welt, welche die globale Entwicklung diverser Kennzahlen betrachtet. So ist beispielsweise die Kindersterblichkeit global weiterhin rückläufig, der Zugang zu Trinkwasser wird immer besser und auch die Alphabetisierung der Weltbevölkerung steigt weiter an. Gleichzeitig jedoch erhöht sich der Ausstoß von Treibhausgasen weiterhin und die gewaltsamen Tötungsdelikte nehmen seit gut 10 Jahren stark zu.
Grund zum Optimismus ist zweifelsohne gegeben, denn einige Daten verbessern sich - jedoch nur im Durchschnitt. Wenn jedoch trotzdem in einigen Gegenden der Welt die Kindersterblichkeit heute auf jenem Stand der entwickelten Länder vor 35 Jahren ist, gibt das allerdings zu denken. Auch bei der Lebenserwartung geht es zwar stetig nach oben, jedoch liegt diese südlich der Sahara nur bei 54,3 Jahren (im Vergleich 69,6 im Weltdurchschnitt). Pessimistischer müsste man angesichts der Ressourcenausbeutung des Planeten sein. Der Treibhausausstoß erhöht sich trotz gegenteiliger Bemühungen weiter. Pro Kopf geht er zwar zurück (das sind die Tücken der Statistik), was aber daran liegt dass die Weltbevölkerung ja weiter steigt. Die Marke von 7,1 Mrd. Menschen dürfte bereits gefallen sein.
Man sieht hier jedoch wieder, was man mit Statistik alles machen kann. Der Wohlstand der Welt im Schnitt steigt weiter an - was ja eine positive Nachricht ist. Jedoch wird die Verteilung dieses Wohlstandes immer einseitiger und immer weniger besitzen einen immer größeren Teil des Kuchens. Oder ein anderes Beispiel aus der Statistik: Wo glauben Sie gibt es mehr Niederschlag? In Rom oder in London? Ob Sie es glauben oder nicht - die Niederschlagsmenge in Rom ist höher als jene in London. Einzig - in London regnet es das ganze Jahr über und in Rom ist der Niederschlag auf die Wintermonate konzentriert. Würden Sie also die Niederschlagsmenge als Maßstab für die Wahl Ihres Sommerferiendomizils heranziehen könnten Sie ziemlich negativ überrascht werden - und sich eine Erkältung holen.
Man sieht hier also, dass man mit Statistik sehr vorsichtig sein muss und auch bei Veranlagungsentscheidungen immer hinterfragen muss, ob es nicht statistische Tücken gibt. Lassen Sie sich daher nicht durch einseitige Statistiken bzw. Berichterstattung zu sehr beeinflussen - hinterfragen Sie immer die gelieferten Zahlen und erwägen auch Gegenhypothesen.
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