Innovatives Österreich

13. Nov 2017 | Blog

VON Josef Obergantschnig

Innovation ist einer der Schlüssel, wenn es um den Aufbau oder die Aufrechterhaltung des Wohlstandes geht. Gerade im politischen Diskurs wird häufig darauf hingewiesen. Innovation ist auch direkt mit Österreich oder, besser gesagt, mit dem österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter verbunden. Er hat in den Wirtschaftswissenschaften die Begriffe Innovation und Innovator mit ihren Auswirkungen auf die langfristige ökonomische Wirkung untersucht. Schumpeter definiert Innovation als Aufstellung von Produktionsfunktionen, die in neuartiger Weise kombiniert, von Wirtschaft und Gesellschaft angenommen werden und Anpassungen und Änderungen hervorrufen. Triebfeder der Innovation ist einerseits die Schaffung einer kurzfristigen Monopolstellung, die dem Innovator „Pionierrenten“ verschafft, andererseits eine Erhöhung der Produktivität. Damit wird deutlich, dass Innovation nicht nur auf die Entwicklung in Technik und Wirtschaft beschränkt bleiben kann, sondern immer auch unmittelbare und teilweise drastische Auswirkungen auf die Gesellschaft an sich hat.

 

Von staatlicher Seite aus kann Innovation durch die Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur gefördert werden. Unter Berücksichtigung der Ziele und der vorhandenen Ressourcen umfasst das vor allem die langfristige Sicherung der Qualität des Bildungswesens, die monetäre Förderung von Forschung und Entwicklung bzw. ein für Unternehmen attraktives Steuersystem. Die getroffenen Maßnahmen sollten unter Berücksichtigung des Zusammenspiels von fördern und fordern laufend auf ihre Effizienz hinsichtlich der langfristigen Zielausrichtung überprüft werden.

 

Im Rahmen des Clusters Innovation werden die Indikatoren Aufwendungen F&E in Relation zum BIP, Patentanmeldungen und staatliche Beschaffung von fortschrittlichen Technologien (Govt procurement of advanced tech. Products) berücksichtigt.

 

Abbildung: Cluster Innovation

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank, Transperency International)

 

Im Bereich der Ausgaben für F&E belegt Österreich im Vergleich zu anderen EU-28 Ländern hinter Schweden den 2. Platz und liegt mit einem Wert von 3,1% deutlich über dem EU-28-Schnitt. Auch bei den Patentanmeldungen nimmt Österreich mit dem fünften Rang eine Top-Platzierung ein. Beim dritten von der Weltbank im Rahmen des Global Competitive Index erhobenen Indikators „Govt procurement of advanced tech. Products“ liegt Österreich im Mittelfeld der EU-28.

 

Abbildung: F&E Quote Österreich

Quelle: Statistik Austria

 

Österreich gibt gegenwärtig EUR 10,7 Milliarden für die Förderung von Forschung und Entwicklung aus. Innerhalb des Jahrtausends konnte die F&E Quote von unter 2% auf über 3% erhöht werden. Damit liegt man deutlich über dem EU-28-Durchschnitt.

 

Abbildung: Cluster Innovation im historischen Zeitraffer

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank, Transparency International)

 

In den vergangenen fünf Jahren haben sowohl Österreich als auch die EU-28 die Aufwendungen für F&E deutlich angehoben. Bei den Patentanmeldungen konnte Österreich die Anzahl in den vergangenen Jahren steigern, wohingegen der Wert der EU-28 stagnierte. Beim dritten Indikator hat sich die Beurteilung der Weltbank sowohl für Österreich als auch für die EU-28 merklich verschlechtert.

 

Abbildung: Cluster Innovation – Platzierung im historischen Zeitraffer Österreich

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank, Transparency International)

 

Bei den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung nimmt Österreich eine Top-Platzierung ein und konnte sich innerhalb der vergangenen 5 Jahre vom 4. auf den 2. Platz vorarbeiten. Auch bei den Patentanmeldungen konnte sich Österreich um einen Platz auf Rang 5 verbessern. Beim Indikator Govt procurement of advanced tech. Products verlor Österreich im Vergleich mit den EU-28 deutlich an Terrain.

 

Abbildung: Aufwendungen F&E vs. Patentanmeldungen

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank, Transparency International)

 

Bei einer Gegenüberstellung der F&E-Quote mit den Patentanmeldungen wird ersichtlich, dass vergleichsweise hohe F&E-Ausgaben in der Regel in eine hohe Anzahl an Patentanmeldungen mündet. Aus österreichischer Sicht ist in diesem Zusammenhang allerdings anzumerken, dass die hohe Anzahl an Patentanmeldungen leider nicht mit den Unternehmensgründungen einhergeht!

 

Abbildung: Unternehmensgründungen vs. Time to start a Business

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank, Transparency International)

 

Gerade in Zeiten des Umbruchs und der Neuordnung (Stichwort: Industrialisierung 4.0) ist es wichtig, gute Rahmenbedingungen für Wissenschaft und Unternehmen zu schaffen. Der Bereich Innovation ist demnach stark mit den Bereichen Bildung und Unternehmertum verknüpft und hat langfristig unter anderem direkten Einfluss auf die Bereiche Wirtschaft, Arbeitsmarkt und Finanzen. Insofern sollte diesen Bereichen hohe Bedeutung beigemessen werden.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at