Planungszeit

03. Nov 2017 | Blog

VON Stefan Kogler

Aufgrund der Tatsache, dass bei vielen Gesellschaften das Kalenderjahr mit dem Geschäftsjahr übereinstimmt, findet in eben diesen Gesellschaften im Herbst eine der wesentlichsten Tätigkeiten des Geschäftsjahres statt. Die Weichen für das nächste Jahr oder die nächsten Jahre werden in Form von Ergebnisplänen in vielen Unternehmensbereichen gestellt. Auch für uns in der Vermögensveranlagung ist diese Zeit eine ganz besondere, meist fallen die letzten Hochrechnungen zeitlich mit den Planrechnungen des Folgejahres dicht zusammen und man hat herrliche Vergleichsmöglichkeiten, wie sich Transaktionen des aktuellen Jahres auf die Zukunft auswirken.


Neben dem Bestand und dessen natürlichen Veränderungen fließen viele andere Ergebnistreiber in die Planrechnung ein. Ein wesentlicher Bestandteil sind die Ertragsannahmen einzelner Asset Klassen für die zu planende Periode, vernünftige Einschätzungen künftiger Ertragszahlen sind hierbei gefragt. Wie entwickeln sich einzelne Aktienmärkte? Ist es dabei vernünftig, Ertragserwartungen GuV-wirksam werden zu lassen oder aber ist die Dividendenrendite ein guter Indikator? Ähnlich verhält es sich mit anderen Veranlagungssegmenten wie den Corporate Bonds, dem High Yield Segment oder den Anleihen von Emerging Markets. Sind aktuelle Renditen als Schätzwert für künftige Erträge ausreichend oder müssen Ausfallswahrscheinlichkeiten berücksichtigt werden?


Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Planrechnungen am Ende des Tages ein anderes Ergebnis erzielen als es ursprünglich vom Planer abgegeben wurde. Oftmals sind es strategische Überlegungen der Unternehmensleitung mit GuV-Relevanz, manchmal ist es allerdings auch Misstrauen des Managements gegenüber dem Ersteller in Hinblick auf eine viel zu konservative Planziffer. Ich habe schon erlebt, dass EGT-Planzahlen vom letztverantwortlichen Vorstand mit 1,2 multipliziert wurden und das Ergebnis dann als Ziel angesetzt wurde.


Ich denke man sollte weder zu optimistisch noch zu konservativ planen, ich plädiere an dieser Stelle für eine an die Möglichkeit des jeweiligen Portfolios angepasste realistische Planung und wünsche allen an diversen Planungsprozessen Beteiligten eine positive Umsetzung der gesteckten Ziele für 2018.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.kogler@grawe.at