19. April - Weltfondsspartag

11. Apr 2018 | Blog

VON Kevin Windisch

Alles dreht sich ums liebe Geld, so glaubt man manchmal. Viele wollen gar nichts davon hören. Trotzdem ist es notwendig, sich manchmal damit auseinanderzusetzen, wie wir unser Vermögen verteilen, damit wir möglichst lange und gut davon leben können. Es gibt viele Menschen, die behaupten nicht investieren zu wollen, aber das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Ob ich investiere oder nicht, entscheide nicht ich, sondern die nackte Tatsache, ob ich etwas besitze oder eben nicht. Sobald ein Vermögen da ist, bin ich investiert, die Frage ist nur mit welchem Ertrag und zu welchem Risiko. Aber fangen wir ganz von vorne an.

 

Es liegt in der Natur der Sache, dass uns die nahe Zukunft mehr berührt als die (oftmals) ferne Pension. Wer sich auf die staatliche Pension verlässt, braucht neben viel Vertrauen auch Mut, denn was die Zukunft bringt, wissen wir nicht. Aufgrund hinlänglich bekannter struktureller Probleme wird es immer wichtiger, sich auch privat mit dem Thema Vorsorge zu beschäftigen. Dabei geht es nicht um Angst oder Pessimismus, sondern nur um einen vernünftigen Zugang, um möglichst vielen Szenarien vorbeugen zu können und am Ende seine Hausaufgaben erledigt zu haben. Nun gab es Zeiten, es ist lange her, wo man mit relativ einfachen Mitteln seine Vorsorge gestalten konnte. Langlaufende österreichische oder deutsche Bundesanleihen hatten vor wenigen Jahren noch eine zweistellige Rendite, von der wir heute im Zeitalter der Negativzinsen nur noch träumen können. Wie Sie vermutlich auch schon festgestellt haben, zahlt es sich, absolut betrachtet, immer weniger aus, sein Geld auf ein Sparbuch oder Konto zu legen. Die berühmten 0,01% Zinsen pro Jahr sind auch mehr Hohn als Versprechen. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die Sparquote der Österreicher immer weiter zurückgeht.

 

Abbildung 1: Sparquote der privaten Haushalte

Quelle: Statistik Austria, Eurostat

 

In der Abbildung 1 sehen Sie, wie sich die Sparquote privater Haushalte in den letzten Jahren entwickelt hat. Ob diese Entwicklung gut ist, darf hinterfragt werden. Natürlich sollen wir zu ständigem Konsum angeregt werden, damit es der Wirtschaft gut geht. Allerdings bezweifle ich sehr stark, ob die Wirtschaft mich einmal versorgen wird, wenn ich alt und krank bin und keine Wertschöpfung mehr generieren kann. Spätestens dann, vermutlich sogar schon davor, möchte ich aber auf ein gewisses Maß an Absicherung zurückgreifen können. Unter Berücksichtigung der Inflation ermöglicht mir das heutige System das aber nicht mehr risikolos. Wir werden quasi gezwungen, uns mit Risiko zu beschäftigen. Wenn wir es heute nicht machen, lagern wir es einfach auf später aus. Hoffentlich können wir dann noch Aktionen dagegen setzen.

 

Abbildung 2: Privates Geldvermögen der Österreicher

Quelle: APA/OeNB

 

Die österreichische Nationalbank erhebt Jahr für Jahr, wie Österreicher ihr Vermögen verteilen. Die prozentuelle Verteilung verändert sich dabei über die Jahre nur marginal. Der größte Anteil der Vermögen liegt auf dem Sparbuch bzw. ist in täglich fällige Einlagen geparkt. Die Neuveranlagung im letzten Jahr ist fast ausschließlich in Spareinlagen geflossen. Wenn Sie die Kerninflation in der EU heranziehen, die mittlerweile knapp über 1% liegt, haben Sie mit den herkömmlichen Möglichkeiten auf einem Konto keine Chance, einen realen Werterhalt zu erwirtschaften. Insofern wird es immer wichtiger, seinen Blick auch auf den Bereich der Wertpapiere zu lenken. Nur ein geringer Prozentsatz der Vermögen ist auf Aktien und Investmentzertifikaten verteilt. Dabei ist es gerade dieses Segment, mit dem man zumindest potenziell die Möglichkeit hat, dem besprochenen Dilemma zu entkommen. Gerade wenn es um Risiken geht, ist eine gute und umfassende Beratung unabdingbar. Wagen Sie jedoch den Schritt und fangen Sie an, sich damit zu beschäftigen. Vielleicht ist es gerade der Weltfondsspartag, der uns die Möglichkeit gibt, uns wieder mehr mit der Frage nach der Vorsorge auseinanderzusetzen. In diesem Sinne möchte ich ein Zitat von Dietrich Bonhoeffer an das Ende dieses Blogbeitrages stellen: „Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.“

 

 

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