Thailand

04. Nov 2022 | Blog

VON Günther Moosbauer

ein südostasiatischer Staat mit 70 Millionen Einwohner, ist der einzige Staat in dieser Region, dem es in seiner Historie gelungen ist seine Unabhängigkeit zu bewahren. 

 

Strategische Bündnisse, aber auch Gebietsverluste verhalfen dazu Siam (ab 1939 Thailand) von Besatzern fernzuhalten. Eine Ausnahme stellt im zweiten Weltkrieg das offizielle Bündnis mit Japan dar, das faktisch einer Besetzung gleichkam. Zuvor fungierte Siam mit Gebietsverlusten als Pufferzone zwischen Britisch-Indien (Indien, Bangladesch, Pakistan, Myanmar) und Französisch-Indochina (Laos, Kambodscha, Vietnam). 

 

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg war geprägt von einer Serie an Staatsstreichen (1947, 1976, 1981, 1985, 1991, 2006, 2014). Phasen von Zivilregierungen wurden hier wieder zu Militärregimen gewandelt.

 

Gegenwärtig ist das Land grob in zwei Lagern gespalten. Die ‚Gelbhemden‘, die hauptsächlich die Ballungsgebiete dominieren, heben monarchisch nationalistische Ideale hervor und stehen den ‚Rothemden‘ gegenüber, die der unteren Mittelschicht in den Provinzen entstammen und sich für eine Stärkung der Demokratie, mehr Teilhabe und Gleichheit einsetzen. Die politische Lage derzeit wird als pseudodemokratisch bezeichnet. So hat sich der regierende Ex-General, der mit dem letzten Putsch an die Macht gekommen war und seither als Regierungschef fungiert, in einer, laut internationaler Beobachter, manipulativen Parlamentswahl als zivilen Regierungschef im Amt bestätigen lassen. Der Verfassungsgerichtshof hatte dazu kürzlich befunden, dass die maximale Amtszeit insgesamt bereits überschritten ist.

 

Außenpolitisch unterhält Thailand enge Verbindungen mit der USA, aber auch gute Beziehungen mit China.

 

Die Landwirtschaft trägt nur mehr 10 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Die Industrie mit 45 % BIP-Anteilen fertigt Kraftfahrzeuge, elektronische Geräte und Textilien. Der Tourismus mit 10 % am BIP ist vor allem als Arbeitgeber von Bedeutung.

 

Während der Asienkrise, Mitte der 90er Jahre, gehörte es zum Epizentrum und fand nur mit großen Mühen wieder heraus. Die Arbeitslosenzahlen sind heute sehr gering. In der Wettbewerbsfähigkeit rangiert es im vorderen Bereich und auch im Index zur wirtschaftlichen Freiheit belegt es einen guten Platz. Die Korruption, insbesondere gilt die Polizei als korrupt, prägt das Alltagsleben vieler Thailänder. 

 

Eine besondere Strenge gilt der Majestätsbeleidigung. Der König erhält tiefe Verehrung. Seine Macht im Volk erlaubte es ihm 1973 die Regierung zum Abdanken zu zwingen, nachdem die Armee auf Demonstranten schoss.

 

75 % der Bevölkerung sind ethnische Thai. 94 % der Thailänder bekennen sich zum Buddhismus. Amtssprache ist Thai, eine Sprache, die in ihrem Alphabet 44 Konsonanten und 32 Vokale kennt.

 

 

 

 

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