Einkaufsmanager wissen, wohin die Reise geht!

21. Dez 2016 | Blog

VON Josef Obergantschnig

Im dritten Teil dieser Blog-Serie möchte ich den Einkaufsmanager-Index näher beleuchten. Der Grundgedanke ist, dass Einkaufsmanager auf Basis der Auftragslage die aktuelle wirtschaftliche Situation gut einschätzen können.

 

Der Einkaufsmanager-Index des Institute for Supply Management (ISM)-Instituts wird auf monatlicher Basis am ersten Arbeitstag des Folgemonats veröffentlicht und ist einer der wichtigsten US-Konjunkturvorlaufindikatoren, der auch regelmäßig Aktien- und Anleihenkurse (zumindest kurzfristig) erheblich beeinflussen kann. Der Index basiert auf einer Umfrage unter 400 Einkaufsleitern des verarbeitenden Gewerbes und wurde, abgesehen von einer kurzen Unterbrechung während des zweiten Weltkrieges, seit 1931 publiziert. Die aktuelle Berechnungsmethodik besteht seit 1982. Der Name des Indikators wurde 2001 auf ISM Purchasing Manager Index geändert. Davor wurde der Indikator unter dem Namen NAPM (National Association of Purchasing Management) veröffentlicht.

 

Der Index schwankt zwischen 0 und 100 Punkten – ein Wert über 50 deutet eine Expansion, ein Wert unter 50 eine Abschwächung bzw. ein Wert unter 43 eine Depression an.

 

Abbildung: US Purchasing Manager Index (PMI) November 2016

Quelle: Institute for Supply Management (ISM)

 

Der Purchasing Manager Index ist ein gewichteter Index aus den Subindizes Auftragseingang (30%), Produktion (25%), Beschäftigung (20%), erhaltene Lieferungen (15%) und Lagerbestand (10%). Die Berechnung des Indikators basiert auf der Nettodifferenz zwischen der Anzahl an positiven und negativen Antworten zur Wirtschaft sowie dem Diffusionsindex (Stimmungsindikator).

 

Der Index hat sich in der Vergangenheit als guter Vorlaufindikator herausgestellt. Die Befragung erfolgt auf lediglich drei Antwortmöglichkeiten (langsamer, schneller, unverändert). In den letzten Jahrzehnten hat das verarbeitende Gewerbe durch die Globalisierung an Bedeutung verloren. Die Bruttowertschöpfung des verarbeitenden Gewerbes beträgt nur mehr rund 10% des BIP’s. Zudem ist zu berücksichtigen, dass lediglich 10% der Arbeitnehmer in diesem Sektor beschäftigt sind.

 

In den nächsten Beiträgen dieser Blog-Serie möchte ich mich mit deutschen Stimmungsindikatoren (IFO Geschäftsklima Index und ZEW-Index) auseinandersetzen.

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