Zu viel Wirbel um das Thema Feminismus?

06. Mär 2019 | Blog

VON Sandrine Ngo Ngan

Noch vor kurzer Zeit konnte ich nichts mit dem Begriff „Feminismus“ anfangen, bis ich das Buch einer nigerianischen Bestsellerautorin Chimamanda N. Adichie als Geburtstagsgeschenk bekam: „Mehr Feminismus! Ein Manifest und vier Stories“ (2016 Fischer Verlag; in Englisch: We should all be feminists - Fourth Estate London 2014). Der Inhalt dieses Buches hat mich bereichert. Als Hinweis möchte ich vorher betonen, dass der folgende verfasste Beitrag eine subjektive Stellungnahme ist, die sich rein auf die Aussage der Buchautorin C. N. Adichie zum Thema „Feminismus“ bezieht. Eine Diskriminierungsabsicht von Geschlechtern wird hier nicht beabsichtigt.

 

Adichie erkennt, dass es seit unserer Geburt geschlechtsspezifische Abgrenzungen gibt, die dazu führen, dass sich ein Geschlecht gegenüber dem anderen benachteiligt fühlt. Sie versucht mit ihrem Buch Leser darauf aufmerksam zu machen, dass das Problem nicht nur die Benachteiligung der Frauen ist, sondern die unpassende Genderverteilung der Welt: „die Geschlechterrolle“. Um dies zu erläutern, verwendet sie mehrere Beispiele in wechselnden Situationen (sowohl Frauen- als auch Männerklischees je nach Kulturkreisen, weil sie in Nigeria und den USA lebt). Zwei fand ich besonders interessant. Das erste Beispiel übernehme ich in Form eines Zitats von ihr: „Wir bringen den Mädchen bei zu schrumpfen, sich kleiner zu machen. Wir sagen zu den Mädchen: Du darfst ehrgeizig sein, aber nicht zu sehr. Du solltest erfolgreich sein, aber nicht zu erfolgreich, sonst stellst du eine Bedrohung für Männer dar. Wenn du in einer Beziehung mit einem Mann der Brotverdiener bist, dann tu so, als wärst du es nicht, vor allem in der Öffentlichkeit, andernfalls beraubst du ihn seiner Männlichkeit.“ Bei dem zweiten Beispiel handelt es sich um einen Jungen und ein Mädchen, die die Mittelschule besuchen und essen gehen. Beide haben nicht viel Geld. Erwartet wird aber, dass der Junge die Rechnung zahlt, um seine „Männlichkeit“ unter Beweis zu stellen. Sie fragt, warum werden Jungen und Mädchen nicht so erzogen, dass sie Männlichkeit nicht mit Geld verbinden und besser der, der mehr hat, zahlen soll.

 

Ich bin mehr und mehr der Meinung, dass Männer heutzutage auch diskriminiert werden, aber Männerlobbyisten werden schnell als sexistisch oder als Macho bezeichnet. Es ist wahrscheinlich der Grund, weshalb es wenig Männerbewegungen gibt, die mehr Rechte fordern. Frauen können sich im Sommer aussuchen, wie freizügig und wetterabhängig sie sich anziehen wollen, wenn sie zur Arbeit müssen. Aber schon alleine der Versuch von Männern eine kurze Hose zu tragen, sorgt für große Empörungen oder sogar mündlichen Abmahnungen.

 

Spaß beiseite! Damit wollte ich einfach erläutern, dass alle, die das Problem der unpassenden Geschlechterrolle in der Welt als Auslöser der Diskriminierung erkennen, Feministen oder Feministinnen laut C. N. Adichie sind. Und so drückt sie es aus: „Meine persönliche Definition lautet: Eine Feministin oder ein Feminist ist ein Mensch, der sagt, ja es gibt heutzutage Probleme mit Geschlechterrollen und das müssen wir korrigieren und wir müssen es besser machen. Wir alle, Frauen und Männer müssen es besser machen.“ Diesem stimme ich völlig zu. Möglicherweise haben bereits einige Leser die Relevanz der Aussage der Autorin erkannt und ihr zugestimmt oder auch nicht. Fakt ist, wir müssen uns mit dem Thema „Geschlechterrolle“ tiefer auseinandersetzen, damit die geschlechtsspezifischen Nachteile in der Gesellschaft einen Ausgleich finden. Nur so kann eine bessere Persönlichkeitsentfaltung gelingen.

 

Zum Thema „Feminismus“: Berlin führt als erstes Bundesland in Deutschland einen Feiertag zum internationalen Frauentag am 8.03.2019 ein. Vor diesem Beschluss hieß es von Befürwortern, dass diese Entscheidung der Förderung der Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann dienen sollte. Einig scheint die deutsche Bevölkerung nicht zu sein. Viele, darunter auch Frauen, sehen diesen Feiertag als Diskriminierung gegenüber anderen Geschlechtern. Wie steht es schon im Artikel 3 §2 des deutschen Grundgesetzes geschrieben: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile ein.“ Aufgrund eines fehlenden internationalen Männertags als Feiertag wollen wir mal hoffen, dass die Verfassungsrechtler in Karlsruhe nicht unzählige Klagen wegen des Verstoßes gegen Artikel 3 §2 GG bearbeiten müssen. So könnte auch übertriebener Feminismus einen Schneeballeffekt verursachen! Es besteht ohnehin ein Revisionsbedarf dieses Paragraphen. Schließlich sind seit dem 01.01.2019 drei Geschlechter in Deutschland gesetzlich anerkannt; nur zwei davon werden angesprochen.

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