Kann die Elektromobilität die CO2 Bilanz im Straßenverkehr signifikant verbessern?

29. Apr 2019 | Blog

VON Dieter Rom

Eine Studie von Christoph Buchal, Hans-Dieter Karl und Hans-Werner-Sinn (Kohlemotoren, Windmotoren und Dieselmotoren: Was zeigt die CO2 Bilanz? unter: ifo Schnelldienst, Nr. 8; April 2019) untersucht die Auswirkungen unterschiedlicher Antriebskonzepte auf deren Auswirkung auf die Deutsche CO2 Bilanz.

 

Ich möchte hier nur auf den Elektroantrieb und den Dieselmotor eingehen.

 

Verglichen werden ein Elektroauto mit 75 kWh Batterie und eine NEFZ Verfahren gemäßer Verbrauch von 15 kWh auf 100 Kilometer. Für den Dieselbetrieb wird ein Dieselbetriebenes Auto vergleichbarer Größe mit einem Verbrauch von 4,5 l Diesel im NEF-Zyklus verglichen. Für die anfallenden CO2 Werte wird der aktuelle Energie Mix Deutschlands in der Stromversorgung herangezogen.

 

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (2018) 

 

Ausgegangen wird von einer Kilometerleistung von 15.000 km pro Jahr und einer Haltbarkeit der Batterien von 10 Jahren. Unter diesen Annahmen wird beim Elektroauto ein zusätzlicher CO2 Verbrauch zwischen 73 und 98 Gramm pro Kilometer Fahrleistung angenommen. Wird der CO2 Ausstoß bei der Erzeugung von Strom unter der Annahme des aktuellen deutsche Energiemix herangezogen kommen noch 83 Gramm CO2 Verbrauch pro Kilometer Fahrleistung dazu. In Summe also 156 bis 181 Gramm pro Kilometer Fahrleistung.

 

Das mit Diesel betriebene Auto stößt nach Herstellerangaben 117 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Da die Dieselerzeugung und der Transport bis zur Tankstelle auch CO2 Ausstoß verursachen erhöht sich der CO2 Verbrauch pro Kilometer auf 141 Gramm pro Kilometer.

 

Das Elektrofahrzeug ist nur beim Betrieb mit reinem ÖKO Strom gegenüber dem Dieselfahrzeug im Vorteil. D.h. Besitz einer eigenen Photovoltaikanlage am Dach und Betankung über diese.  Die Bilanz sollte sich bei Vielfahrern (mehr als 15.000 km pro Jahr) zugunsten des Elektroautos verbessern. Die Klimaziele werden sich auch durch die Elektromobilität nicht erreichen lassen.

 

Eine Änderung unseres Verhaltens wird unumgänglich sein. Die Zinsmärkte senden vielleicht schon die richtige Nachricht aus (Es wird kein Wachstum mehr geben).

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