Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen

05. Jul 2019 | Blog

VON Joachim Waltl

Just in einem Schwächeanfall der Unternehmensgewinne – begleitet von rückläufigen Wirtschaftszahlen - erfreute sich der US Standard & Poor`s Index über einen Kursanstieg von über 7%. Dies war der beste Juni seit mehr als 60 Jahren. Ausschlaggebend dafür zeigte sich der geldpolitische Richtungswechsel der Notenbanken, der eine erneute Lockerung signalisierte. In den letzten Wochen und Monaten sind die Gewinnerwartungen der Aktiengesellschaften stetig nach unten korrigiert worden. Rechneten Ende 2018 Analysten noch mit einem Gewinnwachstum amerikanischer Aktien für das 2. Quartal von über 7,3%, gehen sie mittlerweile von einem Rückgang der Gewinne von 2,6% aus. Die Investmentbank Morgan Stanley erwartet in diesem Jahr sogar einen Rückgang der Unternehmensgewinne in mindestens zwei Quartalen in Folge – eine sogenannte „Gewinnrezession“. Investoren, die auf gute Unternehmensdaten fürs 2. Quartal Ausschau halten, dürften enttäuscht werden. Die Anzahl der Firmen mit negativem Ausblick befindet sich auf einem Hoch.

 

Historisch sorgten solche Hiobsbotschaften immer zu stärkeren Kursverlusten an den Aktienbörsen. Doch der Juni belehrte wieder viele Analysten eines Besseren. Nach einem Bericht der Investmentbank Goldman Sachs zeigt sich die Erwartung einer lockeren Geldpolitik zu 90% für die Kursrallye an den Märkten verantwortlich. Die mittlerweile hohen Bewertungen und eintrübenden Prognosen führten historisch zu erhöhten Volatilitäten, so lange kein neuer bullischer Katalysator in Sichtweite war. Mit historisch niedrigen Volatilitäten belehrt uns auch hier diesmal der Markt eines Besseren.

 

Dieses Umfeld verdeutlicht neuerlich, dass die Einflüsse und der Erfolg einer Veranlagung jenseits traditioneller (Aktien-) Bewertungsansätze liegen. Zurzeit führten die Ankündigungen der Nationalbanken zur lockeren Geldpolitik zur Kauflaune an den Aktienmärkten und sorgten für eine optimistische Erwartungshaltung trotz rückläufiger Gewinne. Angesichts dieser Tatsache kann bzw. sollte hinterfragt werden, ob die Fundamentalanalyse derweil überhaupt ihre Existenzberechtigung an den Kapitalmärkten zur Gänze verloren hat. Nicht nur, dass es ohnehin aufgrund der gestiegenen Kapitalmarkteffizienz schon schier unmöglich ist, mit einem sogenannten „Deep Value“ Ansatz Aktien, insbesondere in der Anzahl, die für ein gut diversifiziertes Aktienportfolio notwendig sind, schlägt der Markt im Moment nahezu unvorhersehbare Kapriolen. Die Frage der Sinnhaftigkeit kann auf sämtliche Analysemethoden aller Assetklassen ausgedehnt werden.

 

Somit befinden sich die Analysten mit deren Ansätzen in einem Dilemma. Einerseits werden Prognosen gebraucht, weil heutzutage viele wichtige Entscheidungen in Politik und Wirtschaft von Ertragserwartungen abhängen. Andererseits konnten Wirtschaftsentwicklungen bisher nie richtig vorhergesagt werden. Auf jeden Fall hat sich in diesem Umfeld die bewährte Methode der Security KAG, dass wir uns weitgehend zur Existenz von effizienten Finanzmärkten, in welchen die Prognose von künftigen Marktbewertungen in der Anlagestrategie keine Rolle spielt, bekennen, erneut bestätigt.

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