Kauft China Europa auf?

30. Aug 2019 | Blog

VON Josef Obergantschnig

Das ist eine Frage, die uns nun schon seit Jahren beschäftigt und die Angst und Unsicherheit auslöst. Was machen wir in Europa, wenn das finanzstarke China unsere Unternehmen aufkauft und sukzessive Wissen und Know-how abzieht? Aber wie viel investiert China jetzt wirklich in Europa? Dieser interessanten Frage ist Ernst & Young nachgegangen und hat die chinesischen Unternehmenskäufe und –beteiligungen in Europa der letzten Jahre analysiert.

 

Abbildung 1: Anzahl Unternehmenszukäufe und –beteiligungen chinesischer Unternehmen

Quelle: Ernst & Young

 

Seit 2006 wurden 1.891 Transaktionen chinesischer Investoren durchgeführt. Den Höhepunkt erreichte man im Jahr 2016 mit 309 Transaktionen. Der Trend ist seitdem wieder etwas rückläufig. Im ersten Halbjahr 2019 wurden 81 Transaktionen gezählt. Damit befindet man sich auf dem Niveau von 2014. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergibt sich damit ein Rückgang von 28%.

 

Abbildung 2: Transaktionsvolumen Unternehmenszukäufe und –beteiligungen chinesischer Unternehmen

Quelle: Ernst & Young

 

Seit 2006 betrug das Transaktionsvolumen chinesischer Investoren 332 Mrd. US-Dollar. Mehr als ein Viertel davon wurde im Rekordjahr 2016 abgewickelt. Seit damals ist das Transaktionsvolumen signifikant und stagnierend zurückgegangen. Im ersten Halbjahr 2019 betrug es vergleichsweise geringe 2,4 Mrd. US-Dollar.

 

Um diese Zahlen noch etwas zu veranschaulichen, noch ein paar Vergleiche:

  • ca. 6% der Marktkapitalisierung des MSCI EMU (größten 250 Unternehmen)
  • ca. 10% der Marktkapitalisierung des Euro-Stoxx-50
  • ca. 25% der Marktkapitalisierung des DAX
  • ca. 80% des durchschnittlichen BIP’s Österreichs (2006 – 2018)
  • ca. 3,7fache Marktwert aller ATX-Unternehmen

 

Das ist unbeschreiblich viel Geld! In zweiten Teil der Blog-Serie gehen wir noch detaillierter auf die Transaktionen im Jahr 2019 ein.

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