Digitalisierung à la carte: „Einstellungsverfahren demokratisieren!“

19. Mai 2020 | Blog

VON Sandrine Ngo Ngan

Als leicht seheingeschränkte Frau ist ein E-Buch im Vergleich zum herkömmlichen Papierbuch nicht unbedingt das Passende für mich. Dies mag für andere in der Zeit der Digitalisierung altmodisch klingen, aber ich stehe dazu. Ein Papierbuch in den Händen zu halten, Texte bunt markieren zu können und Post-it zwischen die Blätter zu legen, erweckt bei mir ein unbeschreibliches Gefühl, das leider unersetzbar ist. Trotz einer leichten Zurückhaltung zur Digitalisierung einiger Bereiche meines Lebens gebe ich zu, dass die Digitalisierung den Alltag erheblich erleichtert und zur Überwindung gesellschaftlicher Hürden beiträgt.


Was würden Sie machen, wenn Sie arbeitssuchend wären, weder einen Computer noch einen Internetzugang zuhause hätten? Folgende Möglichkeiten kämen sicherlich in Frage: zur Arbeitsagentur gehen, sich an ein Arbeitsvermittlungsunternehmen oder an einen „Headhunter“ wenden. Auf die Idee, sich in ein Einkaufszentrum zu begeben, käme hierzulande aber keiner. Das würde ich sicherlich auch nicht tun. In Frankreich jedoch ist aufgrund von Digitalisierung und einer revolutionären Plattform für Stellensuche die Jobsuche nun an ungewöhnlichen Orten möglich. Einer der betroffenen Orte befindet sich in einem berühmten Einkaufszentrum der Côte d´Azur. Da wurde nämlich ein digitales Job-Terminal errichtet, das Stellenangebote verschiedener Unternehmen aus ganz Frankreich zur Verfügung stellt. Innerhalb von zwei Minuten haben Arbeitssuchende die Möglichkeit, sich ohne Lebenslauf und Zeugnisse zu bewerben. Auf den Versuch können sie kaum verzichten, weil allein das paradiesisch duftende Einkaufszentrum mit der überwältigenden Innenarchitektur für eine große Ermutigung zur Arbeitssuche sorgt. Mit dieser Möglichkeit sind gelegentlich kontraproduktive oder unangenehme Besuche bei der Arbeitsagentur, wie man es in manchen Ländern erlebt, Schnee von gestern.


Warum wird ein vereinfachter und schneller Bewerbungsmechanismus am Arbeitsmarkt eingesetzt? Laut Hersteller dieses Job-Terminals, ein junges Start-Up Namens HucLink in Biot (Frankreich), ist das Ziel, das Einstellungsverfahren zu erleichtern bzw. zu demokratisieren („démocratiser le recrutement“). Aufgrund der komplizierten Einstellungscodes der Unternehmen fühlen sich einige Bewerber/-innen bei der Arbeitssuche trotz guter Qualifikationen gekränkt. Diese Geheimcodes werden leider nicht von allen Bewerbern erkannt. Bewerbungsprozesse zu reformieren und zu digitalisieren deckt den Personalbedarf schnell ab, spart Zeit und Einstellungskosten ein und erhöht zugleich die Attraktivität eines Unternehmens in vielerlei Hinsicht. Immer mehr qualifizierte Bewerber legen großen Wert auf das digitale Einstellungspotenzial eines Unternehmens. Für Bewerber/-innen mit mehr Mut weitet sich der Suchhorizont effizienter aus. So landete ich vor über 4 Jahren bei der Security KAG, die auf ihre Weise Gebrauch digitaler Unterstützung für den Bewerbungsprozess machte. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung bewirkt Digitalisierung keinen Personalrationalisierungseffekt. Durch Digitalisierung wird erreicht, dass die verschwendenden Tätigkeiten reduziert bzw. eliminiert werden, damit die wertschöpfenden Tätigkeiten kontinuierlich verbessert werden können. Dies ist ein günstiger Nährboden für Innovation, fördert zugleich den Bedarf an qualifiziertem Personal und verschafft einen riesigen Wettbewerbsvorteil.


Viele Menschen haben aufgrund der Coronapandemie ihren Job verloren und werden nach dem Hochfahren der Wirtschaft womöglich nicht sehr schnell einen anderen Job finden können oder sich schwertun, das Passende zu finden, weil sie oft orientierungslos sind. Solche digitalen Konzepte im Herzen der Lebenspunkte der Menschen, wie die Dienstleistung der Firma HucLink, sind Zeichen der Solidarität und können für den Arbeitsmarkt von großem Nutzen sein. Es ist gerechtfertigt, von Politikern gesundheitliche und wirtschaftliche Lösungen zur Bewältigung der Krise zu fordern. Aber auch von Unternehmen, die stabil die Krise überstanden haben und Karriereopportunitäten anbieten können, werden Ideen, Agilität, Innovation und Solidarität gegenüber ihren Beschäftigten und eventuell Arbeitssuchenden erwartet. In einigen konservativen Branchen, wo die Heimarbeit und die Flexibilität kaum vorstellbar waren, hat die Notsituation der Pandemie neue Arbeitswege und Überlegungen erschaffen. Vielleicht gelingt es weltweit die coronabedingte Arbeitsmarktkrise durch pragmatische digitale Lösungen etwas einzudämmen.

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