Financial literacy gewinnt spürbar an Bedeutung

17. Jul 2020 | Blog

VON Daniel Kupfner

Die Diskussion, ob Schüler und Schülerinnen in Österreich stärker mit dem Thema Finanzbildung (Financial literacy) konfrontiert werden sollen, gibt es schon lange. Nun scheint in diese Debatte endlich Bewegung gekommen zu sein und es wurde seitens des Bildungsministers verlautbart, dass diese Kompetenzen ab 2023/24 in den Lehrplänen verankert werden sollen. Dieses Thema könnte man meiner Meinung nach in seiner Ausgestaltung sehr breit fassen, um möglichst viele Themenbereiche zu behandeln, welche für die Kinder und Jugendlichen früher oder später relevant werden. Bereiche wie Zinsrechnung, Inflation, Kredite, Zahlungsverkehr, Veranlagungen, Wechselkurse uvm. sollten zumindest ansatzweise in der Schule thematisiert werden.


Dass die Finanzbildung in Österreich nicht nur für Kinder und Jugendliche von Relevanz ist, zeigen auch Ereignisse der jüngeren Vergangenheit. So war der Anteil an Fremdwährungskrediten unter heimischen Kreditnehmern bis zur Finanzkrise äußerst hoch. Hier wurden teilweise Risiken nicht richtig erkannt bzw. unterschätzt. Auch der hohe Anteil an Sparguthaben (gemessen an alternativen Veranlagungsformen) und der daraus resultierende konstante Realwertverlust ist in Österreich stark ausgeprägt, was aber auch auf ein hohes Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung zurückzuführen ist. Ein anderer Aspekt dafür mag jedoch das fehlende vertiefende Wissen über Finanzprodukte und Finanzmärkte sein. Zu dieser Meinung kommt auch die heimische Finanzmarktaufsicht (FMA) in ihrer aktuellen Publikation „Fakten, Trends & Strategien 2020“.


Auch die österreichische Nationalbank (OeNB) führte im Frühjahr 2019 eine Erhebung zum Thema „Finanzwissen, Finanzverhalten und Einstellungen zu Geld und Finanzen in Österreich“ durch. Hier gibt es zwar signifikante Verbesserungen gegenüber der ersten Erhebung im Jahr 2014, dennoch herrscht noch ordentlich Luft nach oben (im OECD-Vergleich liegt Österreich ca. im Mittelfeld). Allgemein schneiden Männer bei Finanzwissensfragen besser ab als Frauen, erzielen punkto Finanzverhalten und Einstellungen zu Geld und Finanzen aber etwas schlechtere Ergebnisse. Beide Geschlechter weisen im mittleren Alterssegment bessere Werte hinsichtlich des Finanzwissens auf, junge und ältere Personen fallen hier tendenziell ab.

 

Abbildung: Zusammenhang von Alter und Finanzwissen
 
Quelle: ASFL 2019, OeNB

 

Des Weiteren ist eine Neigung zur Selbstüberschätzung des eigenen Finanzwissen erkennbar. So beurteilen ca. 30% der befragten Personen, über sehr gutes bis gutes Finanzwissen zu verfügen, obwohl sie bei der Befragung keine bis wenig richtige Antworten geben konnten. Dies birgt besondere Gefahren und kann zu riskanten Finanzverhalten verleiten. Besonders auffallend ist die Schwäche der Befragten bei den Themen Zinseszins, Wechselkurs und Risikostreuung.


Natürlich ist dieses Thema nicht für alle unmittelbar greifbar und jede Person hat in unterschiedlichen Bereichen seine individuellen Stärken und Schwächen, jedoch sollten grundlegende Aspekte im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit Geld und finanziellen Mitteln verstanden werden. Da meistens im Zuge der Volljährigkeit auch wichtige Entscheidungen zu treffen sind (Wohnungssuche, Autokauf, Finanzierung, Kontowahl, Mietvertrag …), sollten diese auf einer fundierten und eigenverantwortlichen Basis getroffen werden können.

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