Malta

28. Jul 2020 | Blog

VON Günther Moosbauer

Die Herrschaftsverhältnisse wechselten in der Geschichte Maltas sehr oft, bis es schließlich 1947 als britische Kronkolonie in die Selbstverwaltung übergeben wurde und 1964 die Unabhängigkeit erlangte. Heute ist es seit 2004 Mitglied der EU mit dem Euro als Landeswährung.


Eine Besonderheit ist der bis heute aufrechterhaltene staatsähnliche völkerrechtliche Status des Malteserordens, jedoch ohne Gebietsansprüche und auch nicht überall anerkannt. Diesem Johanniterorden wurde Malta von Karl dem Großen als Lehen übergeben und bis zum Eintreffen Napoleons die Herrschaft darauf ausgeübt.


Auf Malta leben eine halbe Million Einwohner. Es erwirtschaftet ein Bruttoinlandsprodukt von 45.000,- USD pro Kopf und Jahr (zum Vergleich: Österreich 52.000,- USD). Malta wird als der parlamentarischen Demokratie regiert.


Kritikpunkt der EU an Malta (gemeinsam mit Zypern) ist der Verkauf von Staatsbürgerschaften und damit verbunden der EU-Bürgerschaft. Die mangelnde Umsetzung von Geldwäschemaßnahmen sowie die Etablierung als Steueroase lassen weiter Kritik seitens der EU aufkommen. Unternehmen haben mit Rückerstattungsverfahren, bei der auch 100% Rückerstattung möglich ist, im Schnitt effektiv nur 5% Steuern zu zahlen. Als Hinweis für Steuerflucht gilt dabei auch, dass auf 10 Einwohner bereits ein Unternehmen kommt.


Der Hafen Maltas hat durch die Servicierungsmöglichkeit von großen Containerschiffen eine bedeutende Stellung als Zwischenhafen eingenommen. Mit rund 11% des Budgets investiert die Regierung jährlich intensiv in ihren wichtigsten Wirtschaftszweig, den Tourismus.


Das Wirtschaftswachstum lag in den letzten Jahren bei über 5%. Gemeinsam mit einem jährlichen Budget- und Leistungsbilanzüberschuss und einem Absinken der Schulden auf 40% des Bruttonationalprodukts hat das Land wirtschaftlich eine Erfolgsgeschichte zu verzeichnen und effektiv seine vormals hohe Abhängigkeit von der britischen Wirtschaft abgebaut.


Die derzeitige Corona Krise ist für das tourismusabhängige Land eine schwere Bürde. Insbesondere der breite Ausfall der Kreuzschifffahrt. Ihre Ausgangslage erlaubt ihr aber einen vergleichsweise großen Handelsspielraum. Gemeinsam mit dem gut ausgebauten Informations- und Kommunikationsnetzwerk ist Malta ein passables Potential beizumessen.

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