Wenn unser subjektives Empfinden als Gesetz definiert wird und die Tür zum Irrtum öffnen kann!

09. Apr 2021 | Blog

VON Sandrine Ngo Ngan

„Ein zivilisierter Mensch ist derjenige, der mit Löffel und Gabel essen kann!“, sagte mir ein Freund vor einigen Jahren. Damals schüttelte ich einfach den Kopf und fragte mich innerlich, ob unsere Gewohnheiten automatisch als Normen und Gesetze definiert werden sollen. Wie würde es für Sie klingen, wenn jemand Sie etwa kritisieren würde, weil Sie weder Fotos Ihrer Familie auf Ihren Bürotisch legen noch jedes Detail Ihrer Privatsphäre erzählen, obwohl es für manche üblich ist? Folgende Antwort käme Ihnen bestimmt ohne Zögern in den Sinn: „Ist jedermanns Sache!“, was auch richtig wäre. Ob Ihre Entscheidung oder Gewohnheit mit der Vernunft zusammenstimmt, ist eine andere Frage. Darum werde ich mich im Rahmen dieses Blogs kurz mit diesem letzten Punkt befassen.

 

Ich wurde in einer Umgebung geboren, in der Rauchen als Zeichen einer schlechten Erziehung galt und die freie Äußerung dieses Wunsches innerhalb dieser Umgebung, wie andere es als natürlich empfinden können, eine „Frechheit“ war. Bewusst lege ich diese „spezielle Denkweise“ zur Seite, wenn ich einem Raucher begegne. Gewohnheiten sind komplex und hängen vom Umfeld ab. Empfehlenswert wäre sich immer zu fragen, welche Wirkung hat das „befremdliche Benehmen“ eines Menschen auf mich oder andere. Fühle ich mich dadurch gefährdet? Falls ja, wie kann ich die Gefahr meiden? Falls nein, verdient dieser Mensch Anschuldigungen, weil ich sein Benehmen einfach nicht verstehe?

 

Wie oft werden Menschen unschuldig angegriffen, weil andere wohl meinen, dass sie die einzigen sind, die richtig liegen? Muss ein Verhalten der Nachahmung entsprechen, damit das Verhalten als „vernünftiges Benehmen“ eingestuft wird, weil wir es subjektiv beurteilen? Ich würde diese Frage mit „NEIN“ beantworten. Nachahmung ist nicht unbedingt ein Maß der Vernunft, sondern in erster Linie der Ausdruck einer beeinflussten Selbstbestimmung. Außendruck und Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung können die Auslöser der Nachahmung sein. Solange man sich im Inneren wohl fühlt und die Würde anderer durch sein Verhalten nicht gefährdet, sollten wir jeden in seiner Einzigartigkeit respektieren. 

 

Abschließend, als persönliche Stellungnahme zur Beurteilung eines zivilisierten Benehmens nach Verwendung des Löffels und der Gabel, wie sie der oben erwähnte Freund gemacht hat, füge ich hinzu, dass eine beschränkte Einstellung oft zu Irrtum und Illusion führen kann. Die Vernunft ist nie eine Sackgasse, sondern eine Kreuzung mit mehreren Ausfahrten, die an interessante Zielorte führen können. Jeder Leser darf die richtige Schlussfolgerung aus meiner Aussage ziehen.

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