Finanzmärkte 2.0 - Die neuartige Welt der Kapitalanlage

21. Mai 2021 | Blog

VON Peter Ladreiter

Die nun abklingende Corona-Pandemie hat vieles in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft so rasch verändert, dass wir uns ob der Geschwindigkeit dieses Wandels vielfach neu orientieren müssen. Vor allem die Wirtschaft hat dramatische Veränderungen in ihren Rahmenbedingungen erfahren, welche sich ohne Pandemie erst im Laufe von vielen Jahren eingestellt hätten. 

 

Bezogen auf die Finanzmärkte hat sich nach einem dramatischen Einbruch zu Pandemiebeginn recht rasch eine durchgreifende Erholung eingestellt, die im Großen und Ganzen bis zum heutigen Tage anhält. Dieser vehemente Aufschwung seit einem Jahr hat uns zwar positiv überrascht, jedoch gleichzeitig neugierig hinsichtlich seiner Ursachen gemacht. Macht man sich darüber hinaus auch noch über spezifische Ursache-Wirkungszusammenhänge Gedanken, so ergibt sich nun doch ein sehr kohärentes Bild über den Zustand und das Wesen der Finanzmärkte, welche sich wie folgt zusammenfassen lässt:

 

1. Selbst massive Krisen wie COVID-19 werden mittlerweile effektiv durch die in der Finanzkrise 2008/2009 aufgebauten Schutz- und Rettungsmechanismen von Großinstitutionen, wie Notenbanken und Nationalstaaten wirkungsvoll bekämpft. Während die Realwirtschaft zum Teil immer noch leidet, hatten die Finanzmärkte nur wenige wirklich dramatische Wochen zu überstehen. 

 

2. Durch die Eingriffe der Notenbanken in Form von gigantischen Anleihe-Ankaufprogrammen, welche noch unvermindert anhalten, wird (gedrucktes) Geld in den Finanzkreislauf gepumpt. Dies hat nachhaltige Konsequenzen für das Wesen der Finanzmärkte:

 a) Risikofreie Zinssätze bleiben anhaltend niedrig --> es kommt zur schleichenden Enteignung des gesamten risikofrei veranlagten Finanzvermögens, was

in Österreich mehr als die Hälfte des gesamten Geldvermögens betrifft.

 b) Die krisenbedingt zunehmende Verschuldung der Nationalstaaten erlaubt aus volkswirtschaftlicher Sicht kurz- und mittelfristig keine Zinserhöhungen 

ohne die Finanzstabilität der Staaten zu gefährden.

 c) Die von der Notenbank geschaffene Geldmenge bewirkt eine massive Asset-Inflation (Aktien, Immobilien, Rohstoffe, Kryptowährungen, etc.), d.h. die 

entsprechenden Preise steigen rascher als sonst.

 

3. Die nun (schlagartige) Überwindung der Pandemie infolge der Impfung führt zu einem kurzfristigen Inflationsschub auch bei Konsumgütern zumal ein (vorübergehend) massiver Konsum-Aufholbedarf seitens der Bevölkerung nach den monatelangen Lockdowns (vor allem in Europa) entsteht.

 

4. Durch die rasanten Kursanstiege der letzten Monate werden Spekulanten auf den Plan gerufen, welche die entstehenden Übertreibungen weiter anheizen.

In der Folge ist mit zunehmender Volatilität und vorübergehenden Korrekturen zu rechnen.

 

5. Infolge der anhaltenden Nullzinsen bleiben Sachwerte, allen voran Aktien, weiterhin als langfristiges Anlage- und Vorsorgevehikel attraktiv.

    

6. Gängige Ursache-Wirkungszusammenhänge zwischen Real- und Finanzwirtschaft müssen neu überdacht und im Lichte der stark beeinflussenden

Wirkung der Notenbanken neu evaluiert werden.

 

7. Die Weltwirtschaft und somit auch die Wertentwicklung an den Aktienmärkten wachsen auch nach Corona in unvermindertem Tempo weiter, allerdings mit regional starken Unterschieden. 

Dementsprechend regional verzögert wird die Stärke der Wirtschaft wieder Vorkrisenniveau erreichen.

 

So gesehen hat die Pandemie die Finanzwelt durchaus planbarer gemacht, zumal mit der expansiven Notenbankpolitik und der aktiven Fiskalpolitik seitens der Nationalstaaten übermächtige und

strategische Teilnehmer auf der Bühne auftreten und somit in das freie Spiel der Kräfte zwischen Angebot und Nachfrage überlagernd eingreifen. Der Wille von (über)mächtigen Marktteilnehmern

wird dadurch zum ungeschriebenen Gesetz, dem man sich tunlichst nicht widersetzen sollte. Daraus lassen sich jedoch auf rein sachlicher Basis fundierte Anlagestrategien herleiten,

die langfristig Mehrwerte bringen. Es ist zwar verlockend, dem schnellen Ruf des Geldes zu folgen und sich an einer der zahlreichen Spekulationen zu beteiligen, nur planbar ist das nicht.

Und wer möchte schon gerade in diesen bewegten Zeiten seine (finanz) wirtschaftliche Lage und damit seinen langfristigen Wohlstand dem Zufall überlassen? 

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