(Langzeit) Arbeitslosigkeit in Europa

31. Jul 2015 | Blog

VON Josef Obergantschnig

In den vergangenen Jahren ist die Arbeitslosenrate in Europa sukzessive angestiegen. Mittlerweile sind rund 25 Millionen Europäer betroffen. Mehr als die Hälfte davon, also rund 12,5 Millionen Menschen, sind bereits länger als ein Jahr ohne Job und damit „langzeit-arbeitslos“. Neben den finanziellen Problemen und der potenziellen Armutsgefährdung sind auch noch andere negative Effekte zu beobachten. Mit Fortdauer der Arbeitslosigkeit sinken auch die „Skills“ der Betroffenen, das Selbstvertrauen und auch die Fertilitätsrate. Zudem weisen Langzeitarbeitslose höhere Gesundheitsrisiken auf. Damit allerdings noch nicht genug. Je länger man nicht wieder in den Arbeitsprozess integriert wird, desto schwieriger wird es, wieder einen Job zu bekommen. Insofern ist es interessant, sich auch die „Langzeit“-Arbeitslosenstatistik anzusehen.

 

Abbildung: Arbeitslosenraten in Europa


Quelle: Eurostat, Chart Economist

 

Wie in der Abbildung ersichtlich, ist das Problem der Langfristarbeitslosigkeit in Südeuropa stärker ausgeprägt als im Norden Europas. In Italien beispielsweise ist die Arbeitslosenrate innerhalb der letzten 5 Jahre um 5% auf 13% angestiegen. Mehr als 60% der arbeitslosen Italiener sind bereits länger als 1 Jahr ohne Job. Im Gegensatz dazu weisen die nordischen Staaten Dänemark, Finnland und Schweden die geringste Langzeitarbeitslosenrate innerhalb der Bandbreite 19% bis 25% auf. Schweden versucht durch aktive Politik, die Rate gering zu halten und kann damit sicher als Vorbild herangezogen werden. Auf der einen Seite wird versucht, die Qualifikation der Menschen durch spezielle Trainings zu verbessern. Auf der anderen Seite gibt es auch Subventionierungen des Staates, der beispielsweise mit Steuererleichterungen die Bauwirtschaft unterstützt. Es wäre zu hoffen, dass durch gezielte politische Maßnahmen und Akzente in jenen Ländern, die eine hohe Langzeitarbeitslosigkeit aufweisen, diese reduziert und wieder mehr Menschen den Weg ins Arbeitsleben finden…

 

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