Österreichs Jugend - unsere Zukunft

26. Jun 2015 | Blog

VON Josef Obergantschnig

Die europäische Statistikbehörde Eurostat veröffentlicht eine Vielzahl von Statistiken. Wenn man etwas Zeit zum Stöbern hat und sich durch den Datendschungel kämpft, entdeckt man hin und wieder interessante Analysen. Im Rahmen dieses Blog-Beitrages möchte ich mich mit den  jungen Österreichern, Österreicherinnen (Alter 25 Jahre) näher beschäftigen und näher auf  die Bereiche Wohnen, Arbeit, Ausbildung und Internet eingehen.

 

1. Wohnen

Die jungen Menschen leben immer länger im elterlichen Haushalt. Dies kann damit begründet werden, dass ein großer Anteil dieser Bevölkerungsgruppe noch nicht über ein „fixes“ Einkommen verfügt. Das hängt zum einen mit einer längeren Ausbildungszeit  bzw. zum anderen mit befristeten oder schlecht bezahlten Jobs – in diesem Zusammenhang denke man an die Generation „Praktika“ -  zusammen. In einigen europäischen Ländern kommt noch die hohe Jugendarbeitslosigkeit hinzu, die diesen Trend zusätzlich verstärkt.

 

Abbildung 1: Wohnen bei den Eltern

Quelle: Eurostat

 

Wie in der Abbildung ersichtlich, wohnen 42,6% der Männer und 19,8% der Frauen im Alter von 25 Jahren noch bei Ihren Eltern. Österreich liegt damit unter dem EU-Durchschnitt.

 

Abbildung 2: Alter – von Zuhause ausziehen

Quelle: Eurostat

 

2. Arbeit

Vor ein paar Jahrzehnten sind viele Menschen bereits mit 14 oder 15 Jahren ins Erwerbsleben eingestiegen. Damit zählt man heutzutage zur Ausnahme.

 

Abbildung 3: Hat Arbeit

Quelle: Eurostat


Im Alter von 25 Jahren ist bereits ein Großteil der Österreicher im Erwerbsleben integriert. 81,3% der Männer bzw. 77,2% der Frauen gehen einer geregelten Arbeit nach. Damit liegt Österreich deutlich über dem EU-Durchschnitt. Dies kann mit der (noch) geringen Arbeitslosigkeit begründet werden.

 

Abbildung 4: befristete Verträge

Quelle: Eurostat


Junge Menschen kämpfen zu Beginn ihres Erwerbslebens häufig mit befristeten Verträgen und mit den damit zusammenhängenden Unsicherheiten. In Österreich ist davon rund jeder Zehnte betroffen. Im EU-Durchschnitt ist der Anteil deutlich höher. Am stärksten betroffen sind die Jungen in Spanien (Männer) und Polen.


3. Ausbildung

Abbildung 5: Höchster Bildungsabschluss

Quelle: Eurostat


25jährige Frauen können sowohl in Österreich als auch in der EU öfter auf einen Universitätsabschluss verweisen als ihre männlichen Altersgenossen. Der Anteil jener, die einen Abschluss der Primärstufe als höchsten Bildungsabschluss aufweisen, ist in Österreich deutlich geringer als im EU-Durchschnitt.

 

4. Internet

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich auch die Kommunikation und Informationsbeschaffung deutlich verändert. Gerade junge Menschen verbringen viel Zeit in sozialen Netzwerken.

 

Abbildung 6: Tägliche Internet-Nutzung

Quelle: Eurostat

 

Die neuen Medien sind aus dem Leben der Jungen nicht mehr wegzudenken. 84% der Männer bzw. 90% der Frauen benutzen täglich das Internet.

 

Abbildung 7: Online-Banking

Quelle: Eurostat

 

Interessant ist auch das Vertrauen in den Datenschutz. „Lediglich“ 70% der Männer bzw. 66% der Frauen nutzen das Internet für die Abwicklung ihrer Bankgeschäfte. Am meisten Vertrauen haben die nordischen Länder Schweden und Finnland, wo nahezu jeder 25jähre seine Bankgeschäfte online abwickelt.

 

Die Zeiten ändern sich. Mittlerweile gehöre auch ich nicht mehr zu den „Jungen“ – das ist eine neue Erfahrung für mich und ich finde es äußerst interessant, mich mit den Problemen, Werten und Sichtweisen der jungen Generation aus Sicht eines Älteren auseinander zu setzen. Schließlich sind sie die Zukunft unseres Landes!

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