Zeiten ändern sich…

12. Jun 2015 | Blog

VON Josef Obergantschnig

Ein Tag hat 24 Stunden, 1.440 Minuten bzw. 86.400 Sekunden – diese Zeit steht jedem für uns zur mehr oder weniger freien Verfügung. Die Frage ist nur, wie verbringe ich die Zeit und wo werden die Schwerpunkte gelegt. Die Welt befindet sich in einem ständigen Wandel. Dieser Wandel betrifft nahezu alle Bereiche unseres Lebens. Mit der Generation „Y“, das sind alle nach 1980 geborenen, tritt sukzessive eine neue Generation in die Arbeitswelt ein. Werte wie „Work-Life-Balance“ werden im Gegensatz zu der Vorgängergeneration groß geschrieben. Der Beruf oder eine Karriere stehen nicht mehr im Fokus dieser neuen Generation.

 

Die Arbeitswelt wird damit auch vor eine neue Herausforderung gestellt. Nachdem sich die Baby-Boomer-Gerneration in den nächsten Jahren zu großen Teilen in den Ruhestand verabschieden wird, wird die Generation „Y“ sukzessive den Arbeitsmarkt erobern. Von der Unternehmensseite wird diesbezüglich ein Umdenken erforderlich sein, um diese Generation im Arbeitsprozess integrieren zu können.

 

Lebensmodelle haben sich allerdings auch in der Vergangenheit stark verändert. Das Leben einer Familie vor 50 Jahren ist mit dem Lebensmodell einer Familie von heute nicht mehr zu vergleichen. Um dies auch in Zahlen zu fassen,  möchte ich den Tagesablauf von amerikanischen Eltern im Jahr 1967 im Vergleich zu 2012 darstellen.

 

Abbildung: Ein Tag im Leben amerikanischer Eltern

Quelle: Liana Sayer, University of Maryland, Economist (Grafik Security KAG)

 

In der Abbildung wird ein durchschnittlicher Tag im Leben amerikanischer Eltern für die Jahre 1965 und 2012 dargestellt. Ein Großteil des Tages wird mit Schlafen verbracht. Der Durchschnittsamerikaner „verschläft“ rund ein Drittel seines Tages. Das ist ein beachtlich hoher Anteil – wenn man das stolze Alter von 90 Jahren erreicht, verschläft man rund 30 Jahre!

 

Ein weiterer großer Block betrifft den Bereich Arbeit – in diesem Punkt hat sich innerhalb der letzten Jahrzehnte eine deutliche Verschiebung abgezeichnet. In Summe arbeiten Männer und Frauen gleich viel – bei Frauen ist allerdings der Anteil der Hausarbeit von 253 auf 131 Minuten zurückgegangen, wohingegen die verwendete Zeit für bezahlte Arbeit von 76 auf 207 Minuten gestiegen ist. Männer dagegen verwenden weniger Zeit für bezahlte Arbeit und investieren die freiwerdende Zeit nahezu zur Gänze in den Bereich der Hausarbeit. In Summe verwendet ein Mann rund doppelt soviel Zeit als eine Frau für bezahlte Arbeit, wohingegen Frauen mehr als die dreifache Zeit für Hausarbeiten aufbringen.

 

Interessant ist auch der Bereich der Freizeitaktivitäten. Die aktuelle Elterngeneration hat weniger Zeit für klassische Freizeitaktivitäten zur Verfügung. Auch in Bezug der Verwendung hat es eine deutliche Verschiebung gegeben. Die „sozialen Freizeitaktivitäten“, also das Treffen von Freunden, ist zulasten der Fernsehzeiten zurückgegangen.

 

Auch im Bereich der Kinderbetreuung kam es im Referenzzeitraum zu Verschiebungen. Bei der klassischen Kinderbetreuung (Abdeckung der Grundbedürfnisse) wird eine Mutter des Jahres 1967 gleich beansprucht wie im Jahr 2012. Bei der „Entwicklung/Förderung“ wie z.B. das Lesen eines Buches verwendet eine Mutter 2012 täglich 39 Minuten und damit dreimal soviel Zeit. Auch die Rolle der Väter hat sich verändert. 2012 sind die Väter viel stärker in die Erziehung der Kinder einbezogen.

 

Lebensgewohnheiten und Werte ändern sich von Generation zu Generation. Unternehmen stehen ständig vor der Herausforderung, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und darauf einzugehen. Dies ist aus zweierlei Gründen wichtig. Zum einen können sich durch diverse Verschiebungen neue Geschäftsfelder aufmachen oder es könnte sinnvoll sein, die bestehenden Produkte oder Dienstleistungen an die veränderten Bedürfnisse anzupassen. Zum anderen ist ein Unternehmen immer auf der Suche nach guten Mitarbeitern. Und gerade da könnten durch die Generation „Y“ einige der alten Strukturen einbrechen!

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at