CBPP3 (Covered Bonds Purchase Program 3): Was steckt hinter dieser Ankündigung der EZB?

10. Okt 2014 | Blog

VON Dieter Rom

Größenordnungen nennt die EZB nicht. Es gibt nur die Indikation „CBPP3+ABSPP= ca. 1.000 Mrd. EUR“. Im Rahmen dieses Programms kann die EZB Covered Bonds und Asset Backed Securities erwerben.

 

Grundsätzlich können alle Covered Bonds, die notenbankfähig sind, angekauft werden. Das potenzielle Gesamtvolumen von ABS und Covered Bonds soll eine Billion EUR umfassen. Das emittierende Institut muss in der Eurozone sitzen und es werden ausschließlich in EUR denominierte Emissionen angekauft. Im Gegensatz zu CBPP1 und CBPP2 wird kein Mindestanleihevolumen mehr genannt.

 

Es sind sowohl Ankäufe am Primär- als auch am Sekundärmarkt geplant. Allerdings will die EZB nicht mehr als 70% einer Einzelemission ankaufen, in Zypern und Griechenland nicht mehr als 30%. Das Mindestrating wird auf Investmentgrade „BBB-„ festgelegt. Eine Ausnahme bilden hierbei Covered Bonds aus Zypern und Griechenland, die diese Ratingvorgabe nicht erfüllen. Unter bestimmten Bedingungen können auch diese angekauft werden.

 

Die Ankündigung des Kaufes von Covered Bonds hat schon zu einer deutlichen Einengung der Risikoprämien für Covered Bonds (Pfandbriefen) von Peripherieländern geführt. Die zusätzliche Nachfrage durch die EZB wird dazu führen, dass sich die Anleger auch in „risikoreichere“ Covered Bonds zu investieren getrauen. Zielsetzung ist es, die Refinanzierungskosten für die Banken zu senken und damit den Immobilienmarkt anzukurbeln. Dies dürfte von der Sinnhaftigkeit unumstritten sein.

 

Zusätzlich sollen auch Asset Backed Securities erwerbbar sein.

 

Im Rahmen des Asset Backed Securities Purchase Programmes (ABSPP) will die EZB sowohl Senior- als auch garantierte Mezzanine-Tranchen erwerben. Senior-Tranchen müssen die bisherigen Collateral-Vorgaben der EZB erfüllen, d.h. mindestens ein Rating von BBB- oder besser aufweisen (Ausnahme Griechenland und Zypern). Der Emittent muss seinen Sitz im Euroraum haben, und 95% der Sicherheiten für die ABS-Transaktion müssen auf Euro lauten und Ansprüche gegenüber Einwohnern in Euroländern darstellen. Sofern andere Investoren sich ebenfalls an einem Kauf beteiligen, kann die EZB auch bisher von den Banken einbehaltene ABS-Papiere erwerben und so die Bilanzen der Banken entlasten. Die EZB wird je Papier maximal 70% der emittierten Summe erwerben, bei Papieren aus Griechenland und Zypern maximal 30%. Die Kriterien für den Ankauf von garantierten Mezzanine-Tranchen werden später kommuniziert.

 

Die Zielsetzung ist hier, die Bilanzen der Banken von Wertpapieren zu „befreien“ und damit Liquidität für neue Kreditvergaben freizusetzen. Auch dies ist der Intention nach sinnvoll.

 

Die Gefahr liegt auch hier in der Art der Umsetzung. Wie man hört, haben die Investmentbanken (Investmentbanker) in London schon den größten Grinser im Gesicht, da sie sich sofort mit ABS und Covered Bonds eingedeckt haben und in der Erwartung sind, die Papiere mit entsprechendem Gewinn an die EZB weiterzuverkaufen.

 

Herr Draghi sollte diese Herrschaften aber alle sehr gut kennen und es ist zu hoffen, dass die EZB den Banken, die hier unterstützt werden sollen, die Papiere direkt abkauft und eben nicht den smarten Investmentbankern.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: dieter.rom@securitykag.at