Zinsänderungsrisiko: Nach 15 Jahren verschollen!

17. Jul 2014 | Blog

VON Stefan Winkler

Ende 1989, Anfang 1990 ist das Zinsniveau 10-jähriger deutscher Staatsanleihen von 7% auf 9% geklettert. 1994 hatten wir noch einmal 2% Anstieg von 5,5% auf 7,5% und 1999 sahen wir den letzten größeren Anstieg von 3,5% auf 5,5%. Seither, also seit ungefähr 15 Jahren, ist bezüglich Zinsanstieg nichts Nennenswertes mehr passiert.

 

Ein Zinsanstieg von 2% war in den 90ern also nichts Ungewöhnliches. Und das, obwohl in Summe das Zinsniveau in diesem Jahrzehnt von 7,3% auf 5,4% fiel. Inzwischen sind wir auf einem Zinsniveau 10-jähriger deutscher Staatsanleihen von unter 1,2% angelangt.

 

Ich wage nun das Gedankenexperiment eines erneuten Zinsanstiegs von 2%. Das würde einen Kursverlust der aktuellen 10-jährigen deutschen Staatsanleihen von gut 16% bedeuten. Während diesem Szenario in den 90ern noch deutlich höhere laufende Renditen gegenüber standen, wird aktuell nicht einmal ansatzweise der reale Geldwerterhalt abgegolten. Ein erwarteter realer Verlust von etwa 10% über die Laufzeit wird von einem temporären Kursrisiko von deutlich über 10% begleitet. Dieses Investment gilt aber als Inbegriff der Sicherheit und geht aktuell weg, wie die warme Semmel. Ich muss gestehen, das nicht zu verstehen.

 

Für uns gewinnen Zinsmärkte außerhalb des Euroraums immer größere Bedeutung. Und wenn wir auch hier nicht risikofrei agieren können - bessere Rahmenbedingungen finden wir allemal vor.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: stefan.winkler@securitykag.at