Ein angebissner Apfel erobert die Welt

01. Feb 2013 | Blog

VON Josef Obergantschnig

Viele Unternehmen haben einen Börsenwert, der höher ist als das Bruttoinlandsprodukt mancher Länder. Das gegenwärtig größte Unternehmen ist Apple, gefolgt von Exxon Mobil und Petrochina. Microsoft - langjähriger Branchenprimus rangiert „nur mehr an 9. Stelle. Das größte europäische Unternehmen ist Royal Dutch auf Platz 10.

 

Wie groß sind diese Flagschiffe aber wirklich?

 

Apple hat gegenwärtig einen Börsenwert von 428 Milliarden USD - und das trotz der massiven Kursverluste in den vergangen Monaten. In der Spitze war der „angebissene Apfel“ rund USD 656 Milliarden wert.

Um die Größe zu untermauern, möchte ich Ihnen folgende Vergleiche nicht vorenthalten:

 

- Apple beschäftigt gegenwärtig 72.800 Mitarbeiter


- Der maximale Börsenwert entspricht

• 1,19% des Börsenwertes aller börsenotierten Unternehmen weltweit

• 3,68% des Börsenwertes aller US-Unternehmen

• dem 5,6fachen Wert aller österreichischen Unternehmen

• 5% der Wirtschaftsleistung im Euroraum

 

- Im Jahr 2012 hat das Unternehmen USD 42 Milliarden Gewinn erwirtschaftet - das entspricht

• 10% des österreichischem BIP

• knapp 50% der Staatseinnahmen Österreich

 

Das sind wirklich beeindruckende Zahlen. Die Produktpalette ist Kult und trendig. Wenn man sich die Entwicklung des Konzerns in den letzten 15 Jahren ansieht, wird dem Betrachter bewusst, welche Entwicklung der damals fast bankrotte Konzern genommen hat.

 

Abbildung 1: Börsenwert Apple Inc.

Source: Bloomberg


Der Börsenwert betrug 1997 „lediglich“ USD 3 Milliarden. Durch Innovationen wie i-Pod, i-Phone oder i-Pad haben sie die Welt revolutioniert. Und damit auch die Unternehmensbilanzen :-)

 

In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen auch noch folgende Grafik nicht vorenthalten:

 

i-Phone - Aufteilung des Verkaufspreises

 Quelle: Kenneth L. Kraemer, Greg Linden, Jason Dedrick (University of California, University of California, Berkely and Syracuse University (2011), Eigene Darstellung

 

In der sehr interessanten Studie „Capturing Value in Global Networks: Apple’s iPad and iPhone" haben die Autoren die Profiteure des i-Phones dargestellt. Vom Verkaufserlös am Ladentisch oder im Apple Shop gehen 58,5% an Apple direkt. Die Materialkosten belaufen sich auf 21,9%. Die Produktion erfolgt ausschließend in Fernost und China - es werden lediglich 1,8% des Verkaufserlöses an China (Arbeitskosten) sowie 3,5% an sonstige Länder, die an der Zusammenstellung des Kult-Telefons beteiligt sind, überwiesen.

 

Für uns wird damit offensichtlich, dass gerade Global Player sehr flexibel sind und sich an veränderte Rahmenbedingungen rasch anpassen. Schwellenländer weisen momentan die größten Wachstumsraten auf. Ein Anleger muss allerdings nicht unbedingt in lokale Aktien investieren, die nicht zwingend die großen Profiteure des Aufschwungs sind, sondern kann auch durch Beimischung von Global Player von diesem Boom profitieren. Im Durchschnitt erwirtschaften MSCI World Unternehmen 21% ihrer Umsätze in Schwellenländern - im Falle von Apple sind es sogar 34,26%.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at