Sell-Off an den Aktienmärkten hält an

02. Dez 2008 | Blog

VON Josef Obergantschnig

Die Aktienmärkte rund um den Globus mussten am ersten Handelstag im Dezember wieder deutliche Verluste hinnehmen (S&P 500: - 8,93%, Dow Jones Industrial: - 7,70%, Nikkei-225: 7,62%, Dow Jones Euro-Stoxx-50: - 5,84%), nachdem beispielsweise der S&P 500 in der Vorwoche um 19% zulegen konnte. Die jüngsten makroökonomischen Zahlen weisen auf einen Konjunkturrückgang in den USA hin - das National Bureau of Economic Research vermeldete, dass sich die US-Konjunktur bereits seit Dezember 2007 in einer Rezession befinde. Der amerikanische Notenbankpräsident Ben Bernanke forderte in einer Rede entschiedene fiskalpolitische Maßnahmen zum Schutz der angeschlagenen US-Wirtschaft.

 

In diesem schwierigen Umfeld ist das Sicherheitsbedürfnis der Investoren weiter angestiegen. Die Rendite für amerikanische Treasuries erreichte heute Morgen mit 2,70% ein All-Zeit-Tief und drückt damit die vorherrschenden Unsicherheiten der Anleger aus. Die Inflationsrate betrug in den USA per Ende Oktober 3,70% - damit ergibt sich ein negatives Realzinsniveau in der Höhe von 1,00%. Auch in Europa sind die Renditen für Bundesanleihen deutlich gesunken. 10-jährige deutsche Bundesanleihen notieren beispielsweise aktuell bei 3,13% - das ist nur mehr 13 Basispunkte über den Tiefstständen im September 2005. In diesem schwierigen Umfeld halten wir nach wie vor risikoreichere Anlagen (z.B. Aktien, High-Yield-Anleihen, etc.) aufgrund der abnormen Risikoprämien im Vergleich zu Staatsanleihen für sehr attraktiv. Unserer Einschätzung nach wird die Volatilität auch in den kommenden Monaten sehr hoch bleiben und zu entsprechend hohen Schwankungen der Wertpapierkurse führen.

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