BREXIT - Chance oder Risiko für die Europäische Union

14. Jun 2016 | Blog

VON Dieter Rom

Am 23. Juni 2016 erfolgt in Großbritannien die Abstimmung über einen Austritt der Briten aus der Europäischen Union. Nach den blutigen Weltkriegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, eine Zeit in der sich die europäischen Nationen regelmäßig auf dem Schlachtfeld begegneten, entwickelte sich Europa langsam zu einer Wirtschaftsgemeinschaft und jetzt wäre jedenfalls eine weitere Integrierung angesagt, um gegenüber den Wirtschaftsmächten USA und China die Interessen Europas wahren zu können.

 

Gerade die Briten waren eine der Hauptfiguren, die das europäische Projekt in die Gänge gebracht haben. Großbritannien unter Winston Churchill war die einzige Bastion, die Hitlerdeutschland stoppen konnte und so den Weg für die Demokratie gegenüber einer menschenverachtenden Diktatur geebnet hat. Und gerade dieses Land möchte die Europäische Union verlassen.

 

Was sind die Konsequenzen daraus:

  • Der größte Schaden ergibt sich sicher für das Projekt eines gemeinsamen Europas auf politischer Ebene innerhalb der Union, sowie vor allem der Machtposition Europas auf der Weltbühne.
  • Die EU verfügt nur über ca. 7% der Einwohner weltweit und über gut 24% der weltweiten Wirtschaftsleistung (noch knapp vor den USA und deutlich vor China und Japan).
  • Die EU verhält sich aber auf der Weltbühne leider nicht im Ausmaß ihrer Wirtschaftskraft. Ein allfälliger Austritt Großbritanniens wird diesen Prozess auch nicht verbessern.

 

Welche Maßnahmen hat die EU nach einem BREXIT zu setzen:
Großbritannien wird sicher versuchen, in eine Art „Parasitenstellung“ zu kommen. Alle Handelsvorteile, die die EU bietet, sollen bleiben und sonst leistet man zu einem gemeinsamen Europa keinen Beitrag. Die EU muss Maßnahmen ergreifen, die allen bestehenden und auch zukünftigen Mitgliedern die Vorteile des gemeinsamen Europas zeigt und all jenen, die an diesem Projekt nicht teilnehmen möchten, entsprechend alle Vorteile entziehen.

  • Unterstützung des Abspaltungsprozesses in Schottland und danach sofortige Aufnahme Schottlands in die Europäische Union als Vollmitglied.
  • England kann als Nichtmitglied der EU nicht weiterhin den Finanzplatz Europas stellen. Es sind alle Maßnahmen zu setzen, dass die City of London durch die Finanzzentren Frankfurt und Paris abgelöst wird. Die City leistet gut 15% der gesamten Wirtschaftsleistung Großbritanniens. Mit dieser einfachen Maßnahme wird die britische Regierung sicher am stärksten unter Druck gebracht und die EU ex. Großbritannien kann die wirtschaftlichen Nachteile aus dem BREXIT dadurch in relativ kurzer Zeit ausmerzen.
  • Ist Punkt 2 erfolgreich, kann die güterproduzierende Wirtschaft von Sanktionen freigehalten werden.


Es bleibt zu hoffen, dass die Briten für einen Verbleib in der EU stimmen und Europa sich auf seine Stärken und nicht auf sinnloses nationales Geplänkel fokussiert.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: dieter.rom@securitykag.at