Garbage in, garbage out!

14. Okt 2016 | Blog

VON Josef Obergantschnig

Microsoft ist in den letzten Jahrzehnten ein integraler Bestandteil unseres Lebens geworden. Es gibt mittlerweile kaum eine Berufsgruppe, die ganz ohne die Office-Anwendungen auskommt. Word, Powerpoint, Excel, und für die „nördigeren“ User auch Access, finden vielfache Verwendung und haben unser Leben (zumindest teilweise) vereinfacht. Auch in der Finanzbranche ist Excel nicht mehr wegzudenken. Die Rechnerkapazitäten steigen und die Anwendervielfalt hat sich in den vergangenen Jahren mit jedem Update massiv erhöht. Die Rahmenbedingungen haben sich also durchaus verbessert. Durch die häufige Nutzung erhöht sich auch die Fehlerhäufigkeit. In der EDV spricht man vom sogenannten „Garbage in, garbage out!“-Phänomen. Frei übersetzt heißt dass: „Müll rein, Müll raus!“.

 

Das trifft allerdings nicht nur für den Otto-Normal-Verbraucher zu. Auch Spezialisten sind vor Fehlern nicht gefeit. Viele von Ihnen werden sich noch daran erinnern, dass der Student Thomas Herndon einen „Rechenfehler“ in einer Arbeit über die Staatsverschuldung von den berühmten Wissenschaftlern Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff entdeckt hat. Es handelte sich damals um einen „banalen“ Fehler, bei dem in der Kalkulation des Durchschnittswertes im Excel einfach fünf Zeilen nicht berücksichtigt wurden.

 

Vor kurzem wurde bzgl. der Fehlerhäufigkeit in wissenschaftlichen Arbeiten eine interessante Arbeit veröffentlicht. In der Biologie wurden im Bereich der Genomik, also die systematische Analyse des vollständigen Genoms bzw. aller aktiven Gene, viele Studien veröffentlicht. Die jährliche Wachstumsrate betrug 4%. Interessant ist, dass die Spreadsheet-Fehler innerhalb desselben Referenzzeitraums um 15% angestiegen sind. Ich würde einmal davon ausgehen, dass durchaus auch andere wissenschaftliche Bereiche und auch Otto Normal Verbraucher mit ähnlichen „Problemen“ zu kämpfen haben.

 

Im Rahmen des Blogbeitrages möchte ich die Studienautoren nicht an den Pranger stellen. Wo gehobelt wird, fallen natürlich auch Späne. Zudem ist festzuhalten, dass sich häufig an den Grundaussagen trotz vorhandener Fehler wenig ändert – nur die Glaubwürdigkeit und Reputation der Autoren ist natürlich angekratzt. Für mich verdeutlicht es allerdings, dass wir im täglichen Leben unseren selbst programmierten Excel-Sheets nicht uneingeschränkt vertrauen sollten – eine Plausibilitätsüberprüfung der vorhandenen Ergebnisse und Erkenntnisse kann sicher nicht schaden!

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at