Mit „Glück“ zum Wohlstand

23. Mär 2017 | Blog

VON Philipp Ebner

Wir befinden uns in einer Zeit, in der sich das Wort „Nachhaltigkeit“ in aller Munde befindet. Viele Unternehmen versuchen aus eigener Überzeugung auf diesen Trend aufzuspringen, andere wiederum aus rein monetärem Kalkül.

 

Die Security KAG zählt ganz klar zu den erst genannten Unternehmen, denn dieser Gedanke wird nicht nur in der Asset Allocation der Fondsmandate umgesetzt, sondern ist auch in der internen Firmenkultur stark verankert. Seitens der Unternehmensführung wird verstärkt auf regionale Produkte (heimische Bio-Getränke, Obst, Tee und Kaffee), sowie umweltfreundliche Materialien (Druckpapier, Reinigungsprodukte, etc.) zurückgegriffen. Weiters gibt es ein eindeutiges Commitment vom Vorstand gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln. Dieser Trend des nachhaltigen Wirtschaftens fördert das eigene Wohlbefinden und trägt dazu bei, dass umweltschädliche Praktiken in den Hintergrund gedrängt werden. Im Wirtschaftskosmos gibt es viele Statistiken, Indizes und Kennzahlen, die die Leistung einer Nation in Form von Wachstum, Fortschritt, Einkommen und Wohlstand messen. Jedoch geben diese Zahlen keine Rückschlüsse über die ökologische Effizienz, mit der eine Nation ihr Wohlbefinden generiert. Im Jahre 2006 wurde hierfür der Happy Planet Index (HPI) entwickelt, welcher als alternativer Fortschrittsindikator zum BIP gesehen werden soll. Dieser Index misst die Länder, welche es den Bürgern ermöglichen, ein gutes Leben zu führen, ohne dabei die Natur stark zu belasten. Für die Indexentwickler sind die 3 Faktoren subjektives Wohlbefinden, Lebenserwartung und der ökologische Fußabdruck von größter Bedeutung. Das Ergebnis bringt zum Vorschein, welches Land das Wohlbefinden der heutigen Generation maximiert und zeitgleich die dabei entstehende Umweltbelastung minimiert, um auch noch für die zukünftigen Generationen einen vernünftigen Lebensstandard ermöglichen zu können. Die Berechnungsformel setzt sich wie folgt zusammen:

 

HPI = Lebenserwartung x subjektives Wohlbefinden / ökologischen Fußabdruck

 

Wie die Formel erkennen lässt, besteht die Berechnung aus einer Kombination von subjektiv geschätzten Werten und objektiv erhobenen Fakten jedes Landes. Das Ergebnis dieses Index korreliert negativ mit Wohlstandswerten, wie zum Beispiel mit dem Bruttoinlandsprodukt. Das letzte Update 2016 beinhaltet 140 Länder und zeigt eindeutig, dass jene Länder, die aufgrund der fortgeschrittenen Industrieentwicklung und daraus resultierendem negativen ökologischen Fußabdruck, im Ranking einen schlechteren Platz einnehmen.  

 

 

Quelle: http://happyplanetindex.org/

 

Nachfolgend habe ich 2 Länder ausgewählt und die Ergebnisse des letzten Updates näher beleuchtet. Das Industrieland Luxemburg konnte lediglich den vorletzten Platz einnehmen, wohingegen Costa Rica, als aufstrebende Umweltschutznation, sich zum dritten Mal auf Platz 1 einreihen konnte.  

 

Das kleine Land Luxemburg zählt, gemessen an der Wirtschaftsleistung, zu den weltweit führendsten Ländern mit einer Lebenserwartung von 81,1 Jahren und 7 von 10 Punkten auf der Wohlfühl- und Zufriedenheitsskala. Die Bürger des kleinen Staates genießen den hohen Lebensstandard und diese Zufriedenheit wurde bei der letzten Wahl durch eine 91-%ige Wahlbeteiligung an die Regierung rückgemeldet. Weiters wurde im Jahre 1986 der Mindestlohn eingeführt und seit 2010 bestehen Pläne gegen Diskriminierung und eine bessere Integration von Migranten, die doch 43,3% der gesamten Bevölkerung ausmachen.

All diese positiven Faktoren werden jedoch aufgrund der massiven Verschwendung der Ressourcen zunichte gemacht und das Land konnte im HPI lediglich den vorletzten Platz der 140 Länder einnehmen.

Der ökologische Fußabdruck von Luxemburg, gemessen an der für die Befriedigung der Bedürfnisse verbrauchten Land- und Wasserfläche, ist zweimal so groß, wie jener der USA. Darüber hinaus hat Luxemburg im europäischen Vergleich die höchsten Autozulassungen und den größten Energiekonsum, was aufgrund der niedrigen Treibstoffpreise gefördert wird und zusätzlich zu einem Treibstofftourismus an den Grenzen führt. Der Anteil an erneuerbaren Energien beläuft sich lediglich auf 2,1% und Naturschutzgebiete sind mit 1% im Staatsgebiet verschwindend gering. Wenn in jedem Land solche Bedingungen vorherrschen würden, bräuchten wir 9,1 Erden um die Menschheit zu erhalten!  

 

 

Erstaunlicherweise befindet sich das zentralamerikanische Land Costa Rica schon zum dritten Mal auf Platz 1 des Happy Planet Index. Das BIP pro Kopf ist nur ein 10tel dessen von Luxemburg und beläuft sich 2016 auf 11.749,33 USD, wohingegen die Fläche Costa Rica´s 20 x so groß ist, wie die von Luxemburg. Die Bevölkerung bewertet den Wohlfühlindikator mit 7,3 von 10 Punkten und liegt somit über den Werten der USA und über den Zahlen einiger europäischer Länder. Seit 1949 investiert die Regierung vermehrt in das Gesundheits- und Pensionssystem, sowie auch in die Ausbildung der Bevölkerung. Im Jahr 2012 gab Costa Rica sogar mehr Geld für die Ausbildung und Gesundheit aus als Großbritannien.

Konträr zu Luxemburg produziert Costa Rica 99% der notwendigen Elektrizität aus erneuerbaren Ressourcen und ist guter Dinge, die Produktion von Strom bis in das Jahr 2021 ohne Kohlenstoffausstoß bewerkstelligen zu können. Eine weitere Maßnahme der Regierung, den Umweltschutz voranzutreiben, ist das Thema Bewahrung der Urwälder. Seit den 80er Jahren wurden 50% der abgeholzten Flächen wieder aufgeforstet, ca. 27% der Landesfläche unter Naturschutz gestellt und 26 Nationalparks über das Land verteilt errichtet. Weiters werden Steuern auf den Verkauf von fossilen Brennstoffen eingehoben und in den Schutz und die Aufforstung der in den 70er und 80er Jahren rigoros abgeholzten Regenwälder gesteckt.

 

An den Beispielen Luxemburg und Costa Rica lässt sich schön erkennen, dass der Happy Planet Index einen Stellenwert unter allen Wirtschaftskennzahlen einnehmen kann und rückt jene Länder in den Vordergrund, die einen besseren Lebensstandard für die Bürger entwickeln wollen, ohne dabei die Umwelt auszubeuten und Ressourcen zu vernichten.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: philipp.ebner@securitykag.at