Langfristiger Vermögensaufbau in Europa mit PEPP – Pan European Pension Product

08. Sep 2017 | Blog

VON Peter Ladreiter

Von der EU dringen meist skurrile Verordnungen wie Detailregeln zu Lebensmitteln (Stichwort Bananenkrümmung) oder zu Produkten und Dienstleistungen an die breite Öffentlichkeit. Vor kurzem ist jedoch auf EU-Ebene ein Masterplan zur Belebung des persönlichen Vermögensaufbaus für die Alterspension entstanden, der  jedenfalls Beachtung verdient.

 

Grundlage für die Initiative ist die Tatsache, dass in Europa die Eigenvorsorge für Pensionen (mit Ausnahme Skandinaviens und Hollands) ein stiefmütterliches Dasein fristet. Vor allem in Österreich kann man ein Lied davon singen. Unsere Pensionen sind hauptsächlich durch die erste Säule (Umlageverfahren des Staates mit großem jährlichem Zuschussbedarf) „gesichert“. So stellt PEPP eine seriöse Initiative dar, dieses staatliche System künftig mit Eigenvorsorge zu unterstützen.

 

Produktanbieter für PEPPs können alle Arten von Finanzinstitutionen sein (Versicherungen, Banken, Kapitalanlagegesellschaften, Pensionskassen, etc.). Die Veranlagungsrichtlinien sind europaweit einheitlich. Bei einem Wohnsitzwechsel innerhalb der EU soll das Produkt entsprechend transferiert werden können. Alle 5 Jahre ist bei gedeckelten Kosten auch ein Anbieterwechsel möglich. Bis zu 5 Produkte je Anbieter sind vorgesehen, wobei eines davon kapitalgarantiert und zumindest eines davon kosteneffizient sein soll. All das wird in künftigen Regelungen in den nächsten Monaten noch genau präzisiert werden. Doch die Zeit drängt, ab 1.1.2019 soll es losgehen.

 

Man mag dem Produkt mit differenzierter Meinung gegenüberstehen. Doch eines ist gewiss: Es kann uns maßgeblich dabei helfen, private Vorsorgen auch in Österreich zu etablieren, im Sinne einer Pensionssicherung künftiger Generationen. Denn nichts wiegt aus volkswirtschaftlicher Sicht so schwer als die Tatsache, dass aufgrund der herrschenden Niedrigzinsphase pro Jahr einige Milliarden Euro Volksvermögen, vor allem auf den allseits so beliebten Sparbüchern, der schleichenden Inflation zum Opfer fallen. Noch eindrucksvoller zeigt ein einfaches Rechenbeispiel, dass bei unverzinsten Sparbüchern unter Annahme einer anhaltenden Inflation von 2% p.a. bereits nach einer Generation (ca. 35 Jahre) die Hälfte des so „angesparten“ Vermögens real (nach Inflation) vernichtet ist!

 

Daher gilt wie bei allen wichtigen Dingen im Leben nun auch in der Vermögensveranlagung, dass man nach einschlägiger Informationsbeschaffung künftig Ungewisses wagen und  Risiken eingehen muss. Dabei handelt es sich genau um jene Anlagerisiken, die sich erfreulicherweise bei fachkundigem Management über eine lange Investmentdauer von mindestens 20 Jahren wieder ausgleichen. Denn die Zeiten, wo man durch pure Verzinsung von sicheren Kapitalanlagen sein Geld real vermehren kann, sind wohl unwiderruflich vorbei.  

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: peter.ladreiter@securitykag.at