Soziales Österreich

21. Sep 2017 | Blog

VON Josef Obergantschnig

Um den Wohlstand eines Landes zu messen, spielt der Bereich Soziales eine große Bedeutung. Um diesem Faktum Rechnung zu tragen, widmet sich der erste Cluster des NeuWind-Indikators dem Sozialbereich.

 

Abbildung: Cluster Soziales

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank)

 

Österreich ist ein sehr reiches und soziales Land. In allen zugrundeliegenden Faktoren liegt Österreich im EU-Spitzenfeld. Der Indikator „Medianes Äquivalenzeinkommen“ repräsentiert das Einkommen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Haushaltstypen und Lebensformen (z.B. Berücksichtigung von Kindern, etc.). Durch diese Berechnungsmethodik ist das Einkommen eines Singles mit jenem einer Familie mit zwei Kindern vergleichbar. Österreich weist von den EU-28 das fünfthöchste Einkommen auf und liegt damit im europäischen Spitzenfeld.

 

Der zweite Indikator des Clusters Soziales ist „Personen mit Armutsgefährdung nach Sozialleistungen“. Hierbei werden jene Personen erfasst, deren Einkommen weniger als 60% des nationalen verfügbaren Median-Äquivalenzeinkommens nach Sozialtransfers beträgt. Auch hierbei wird offensichtlich, dass Österreich hohe Sozialstandards aufweist. Im Vergleich mit den EU-28 Ländern belegt Österreich den 7. Platz. 13,9% der Bevölkerung gilt nach dieser Definition als „armutsgefährdet“.

 

Der dritte Indikator des zugrundeliegenden Clusters heißt „Sozialausgaben eines Staates in % BIP“. Hohe Sozialausgaben korrelieren relativ stark mit dem Entwicklungsgrades eines Landes und den länderspezifischen Zufriedenheitsindizes (z.B. nordische Staaten). Im Rahmen dieser Kennzahl werden unter Sozialausgaben einerseits alle Geld- und Sachübertragungen an private Haushalte oder Einzelpersonen erfasst. Anderseits werden auch Verwaltungskosten, die den Sozialschutzsystemen durch Verwaltung und Betriebsführung entstehen, berücksichtigt. Österreich ist ein sehr soziales Land und weist die sechsthöchste Sozialausgabenquote aller EU-28 Länder auf.

 

Abbildung: Cluster Soziales im historischen Zeitraffer

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank)

 

Das Mediane Äquivalenzeinkommen ist innerhalb der vergangenen 5 Jahre in Österreich um 12,8% angestiegen. Im Vergleich dazu betrug der Anstieg der EU-28 10,4%. Bei den Personen mit Armutsgefährdung liegt Österreich nach wie vor im Spitzenfeld, musste aber im Vergleich zu den EU-28 einen deutlicheren Anstieg hinnehmen. Bei den Sozialausgaben liegt Österreich im Referenzzeitraum konstant über dem Wert der EU-28.

 

Abbildung: Cluster Soziales – Platzierung im historischen Zeitraffer

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank)

 

Wie in der Abbildung ersichtlich, hat sich Österreich innerhalb der vergangenen Jahre in diesem Cluster im Spitzenfeld gehalten. Bei den Indikatoren „Personen mit Armutsgefährdung nach Sozialleistungen“ und „Medianes Äquivalenzeinkommen“ wurden ein paar Plätze eingebüßt. 

 

Abbildung: Sozialausgaben vs. Armutsgefährdung

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank)

 

Abschließend möchte ich noch auf einen europäischen Vergleich eingehen. Grundsätzlich ist es zutreffend, dass hohe Sozialausgaben (rot) zu einer geringen Armutsgefährdung (grün) führen. Sozialausgaben eines Staates bieten für den einzelnen Bürger einen Schutz. Wichtig ist meiner Ansicht nach zu beachten, dass auch die berücksichtigten Verwaltungsausgaben möglichst gering gehalten werden! Und gerade da sehe ich in Österreich durchaus Handlungsspielräume (vgl. diesbzgl. diverse Berichte des RH).

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at