Österreich und die Wirtschaft

20. Okt 2017 | Blog

VON Josef Obergantschnig

Die Wirtschaft dient einer Volkswirtschaft und natürlich auch dem Einzelnen der materiellen Erhaltung und Sicherung des Lebens. Das klingt sehr technokratisch, trifft aber des Pudels Kern. Im Rahmen dieses Clusters bezieht sich der NeuWind auf die Indikatoren Wirtschaftswachstum, Infrastruktur und Handelsbilanz.

 

Abbildung: Cluster Wirtschaft

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank, Transperency International)

 

Der erste Indikator ist das reale Wirtschaftswachstum. Das Bruttoinlandsprodukt ist zweifelsohne ein wichtiger gesamtwirtschaftlicher Indikator und misst die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Wirtschaftsraumes. Österreich konnte in den ersten Jahren dieses Jahrtausends im Vergleich mit anderen EU-Ländern ein überproportional hohes Wachstum aufweisen. Dieser Trend ist allerdings etwas verloren gegangen. Im vergangenen Kalenderjahr wies Österreich ein Wirtschaftswachstum von 1,5% auf und liegt damit lediglich auf Platz 22 der EU-28-Länder.

 

Die Infrastruktur eines Standortes ist für die darin ansässigen Unternehmen von großer Bedeutung. Der zweite Indikator widmet sich diesem Themenaspekt und bezieht die Qualität der Infrastruktur ein. Österreich kann auf eine qualitativ hochwertige Infrastruktur verweisen und belegt auch im Vergleich im den EU-28 mit Rang 4 eine Top-Platzierung.

 

Die Handelsbilanz ist Teil der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung und bezieht sich auf den grenzüberschreitenden Warenverkehr eines Landes. Die Handelsbilanz repräsentiert demnach den Saldo zwischen Importen und Exporten. Die Handelsbilanz drückt die Konkurrenzfähigkeit eines Landes im internationalen Vergleich aus. Wenn ein Land einen Überschuss erwirtschaftet und demnach Exporte die Importe überwiegen, ist es in der Lage, seine Güter vergleichsweise günstig im globalen Wettbewerb anbieten zu können. Im Falle eines Defizits ist genau das Gegenteil der Fall. Österreich weist ein Handelsbilanzdefizit in der Höhe von -1,4% auf und liegt damit im EU-Mittelfeld.

 

Abbildung: Einfuhr und Ausfuhr nach Ländergruppen

Quelle: Statistik Austria

 

Wichtiger Handelspartner Österreichs ist die EU (EU-28). Etwas mehr als 50% der Einfuhren bzw. rund 45% der Ausfuhren innerhalb der EU werden durch Deutschland repräsentiert, das damit der wichtigste Handelspartner Österreichs ist.

 

Abbildung: Cluster Wirtschaft im historischen Zeitraffer

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank, Transperency International)

 

Österreich wies vor 5 Jahren noch ein deutlich höheres Wirtschaftswachstum als die EU-28-Länder auf. Die wirtschaftliche Dynamik hat sich etwas verlangsamt – per Jahresende 2016 liegt die Wachstumsrate unter jener der EU-28. Bei der Qualität der Infrastruktur hat sich die Einschätzung sowohl für Österreich als auch für die EU-28 auf relativ hohem Niveau etwas verschlechtert. Die EU-28 konnten innerhalb der vergangenen Jahre das Handelsbilanzdefizit abbauen und weisen seit nunmehr 3 Jahren einen Handelsbilanzüberschuss auf. Auch Österreich konnte innerhalb des Referenzzeitraumes das Defizit mehr als halbieren. Es ist allerdings festzuhalten, dass sich das Defizit innerhalb des letzten Jahres von 0,9% auf 1,5% ausgeweitet hat.

 

Abbildung: Cluster Wirtschaft – Platzierung im historischen Zeitraffer Österreich

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank, Transperency International)
 
Ein Vergleich mit anderen EU-28 verdeutlicht, dass Österreich bei den Indikatoren Infrastruktur und Handelsbilanz ein stabiles Ranking aufweist. Im Gegensatz dazu wies Österreich vor fünf Jahren noch das sechstgrößte Wirtschaftswachstum auf, wohingegen 2016 lediglich Rang 22 belegt werden konnte. Im Vergleich zu den anderen EU-28 fiel die Dynamik deutlich geringer aus.

 

Abbildung: Wirtschaftswachstum 2017

Quelle: Eurostat

 

Auch für heuer zeichnet sich laut Einschätzung der europäischen Statistikbehörde Eurostat ein ähnliches Bild ab. Österreich wird Voraussagen zufolge mit einer prognostizierten Wachstumsrate von 1,7% auch 2017 ein unterdurchschnittliches Wachstum aufweisen (EU-28: 1,7%). Der Trend scheint damit anzuhalten.

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