Österreich und die Umwelt

20. Nov 2017 | Blog

VON Josef Obergantschnig

Wohlstand kann nur dann nachhaltig aufrechterhalten bzw. aufgebaut werden, wenn man mit den vorhandenen Ressourcen verantwortungsbewusst umgeht. Dies gilt vor allem für den Umweltbereich. Ziel jeder Volkswirtschaft sollte daher sein, mit den vorhandenen natürlichen Ressourcen schonend und möglichst effizient umzugehen, um dieses Potenzial für nachfolgende Generation zu erhalten und ihr dadurch die Voraussetzungen für künftigen Wohlstand zu schaffen. Im Rahmen des Clusters Umwelt berücksichtigt der NeuWind die Indikatoren Treibhausgas-Emissionen, Ressourcenproduktivität und Importabhängigkeit.

 

Abbildung: Cluster Umwelt

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank, Transparency International)

 

Treibhausgase sind strahlungsbeeinflussende gasförmige Stoffe in der Luft, die zum Treibhauseffekt beitragen. Die Gase werden zum einen vom Menschen direkt produziert, können aber zum anderen auch natürlichen Ursprung haben. Die jährlichen Treibhausgasemissionen werden unter dem Rahmeneinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen, dem Kyoto-Protokoll und des Europäischen Parlaments geschätzt. Der Kyoto-Warenkorb umfasst: Kohlendioxid (CO2), MethanCH4), Distickstoffmonoxid (N2O) und F-Gase. Für jedes der Treibhausgase wird ein CO2-Äquivalent entsprechend dem Beitrag zum Treibhauseffekt ermittelt. Um die Vergleichbarkeit zwischen einzelnen Ländern zu ermöglichen, wird die Kennzahl in Relation zur wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit dargestellt. Österreich belegt bei diesem Indikator den 6. Platz aller EU-28-Länder und liegt seit Jahren im Spitzenfeld. Angeführt wird das Feld von Schweden, Dänemark und dem Vereinigten Königreich, wohingegen Estland, Polen und Bulgarien die höchsten Werte aufweisen.

 

Abbildung: Treibhausgasemissionen nach Sektoren 1990 bis 2014

Quelle. Statistik Austria, Umweltbundesamt

 

Die wichtigsten Treibhausgasverursacher sind die Sektoren Energie und Industrie (44%), Verkehr (28%), Gebäude und Landwirtschaft (je 10%).

 

Beim zweiten Indikator, der Ressourcenproduktivität wird das Verhältnis von Output (= BIP) in Relation zum Input (= Inlandsmaterialverbrauch) gegenübergestellt. Die natürlichen Ressourcen sind Grundlage aller wirtschaftlichen Aktivitäten. Durch die stetig wachsende Weltbevölkerung, das anhaltende Wachstum der Weltproduktion und den wirtschaftlichen Aufholprozess in den Entwicklungsländern wird in zunehmenden Maß um den Zugang zu vorhandenen aber knappen Ressourcen äußerst ungleich verteilt. Rund 80% der weltweit genutzten Ressourcen werden von Industriestaaten verbraucht, wohingegen diese nur 20% der Weltbevölkerung repräsentieren. Österreich belegt bei diesem Indikator den 19. Platz der EU-28.

 

Die Verfügbarkeit von Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle ist spätestens seit der Ölkrise in den 1970ern ein vielbeachtetes Thema, während das Risiko der Rohstoffversorgung erst in den letzten Jahren wieder in den Fokus rückte. Hohe Preise, starke Preisschwankungen oder Lieferengpässe können negative Auswirkungen auf die Rohstoffversorgung und in weiterer Folge auf die Produktion und das Wachstum einer Volkswirtschaft haben. Der Indikator Importabhängigkeit misst die Rohstoffimporte einer Volkswirtschaft in Relation zu den Einwohnern. Österreich liegt, so wie ein Großteil der industrialisierten europäischen Staaten, bei diesem Indikator konstant im untersten Quartil und belegt den 22. Platz.

 

Abbildung: Cluster Umwelt im historischen Zeitraffer

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank, Transparency International)

 

Innerhalb der Referenzperiode konnten sowohl Österreich als auch die EU-28 die Treibhausgasemissionen um rund 20% reduzieren. Bei der Ressourcenproduktivität konnte sowohl Österreich als auch die EU-28 eine Verbesserung erzielen. Vor fünf Jahren lag Österreich nur knapp hinter dem EU-28-Durchschnitt, wohingegen der aktuelle Wert bereits sehr deutlich darunter liegt. Die Importabhängigkeit Österreichs konnte in den vergangenen Jahren etwas reduziert werden, wohingegen Sie in der EU-28 unverändert blieb.

 

Abbildung: Cluster Umwelt – Platzierung im historischen Zeitraffer Österreich

Quelle: ARUS (Daten: Eurostat, OECD, Weltbank, Transparency International)

 

Österreich hat sich in allen drei Indikatoren des Clusters Umwelt in den vergangenen Jahren im Verglich zu den EU-28 verschlechtert. Die Bedeutung des Umweltbereiches ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Der Klimawandel ist in der Gesellschaft (zumindest gedanklich) bereits angekommen. Veränderungen passieren allerdings immer sehr langsam und der Mensch kann sie aufgrund dessen auch nicht wirklich wahrnehmen. Gerade die anstehenden Aufgaben können nur global gelöst werden. Im nächsten Schritt wäre es wichtig, der Bewusstseinssteigerung auch verstärkt Aktivitäten und Maßnahmen folgen zu lassen. Und dahingehend sind sowohl politische Entscheidungsträger als auch jeder Einzelne gefordert!

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: josef.obergantschnig@securitykag.at