Das Whisky-Auktionsjahr 2017

02. Mär 2018 | Blog

VON Johannes Moosbrugger

Während sich die Kapitalmärkte doch noch an Volatilität erinnern und der Hype um Kryptowährungen als Investitionsobjekt einen echten Dämpfer hinnehmen musste, wollen wir uns hier dem Auktionsmarkt für seltene und sammelbare Single Malt Whiskies widmen. Ein kurzer Rückblick auf das Jahr 2017 aus Sicht von Whiskysammlern und –investoren:


Bevor wir uns die Marktbewegungen im Detail ansehen, betrachten wir zunächst ein paar nackte Zahlen des Auktionsjahres 2017. Auf der Onlineplattform Whiskystats.net werden die Ergebnisse der zwei größten Auktionshäuser gesammelt und aufbereitet. Im Kalenderjahr 2017 beobachteten wir dabei wie 60.210 Einzelflaschen ihren Besitzer wechselten. Dies sind ziemlich exakt 8.000 Flaschen mehr als im Vorjahr. Somit stieg die Anzahl an gehandelten Einzelflaschen um etwa 15%.

 


Abbildung 1 Quelle: Whiskystats.net


Das gesamte Handelsvolumen der von uns beobachteten Transaktionen betrug 2017 annähernd 21 Mio. Euro. Das ergibt im Vergleich zu den 18,7 Mio. Euro im Jahre 2016 einen Anstieg von etwa 12%. Insgesamt lässt sich wohl festhalten, dass der Auktionsmarkt für Single Malt Whiskies weiterhin stark wächst.


Ein Blick auf den Whiskystats Whisky Index, der die Preisbewegungen der 300 aktuell meistgehandelten Whiskies zusammenfasst, zeigt einen aktuellen Stand von 355 Index-Punkten. Im Januar 2017 lag der Index bei einem Wert von 320 Punkten. Folgerichtig bedeutet dies, dass die 300 meistgehandelten Whiskies im Kalenderjahr 2017 annähernd 11% an Wertzuwachs verzeichneten.


Um einen genaueren Überblick über die Marktbewegungen zu erhalten, betrachten wir nun die Whiskystats Regionen Indizes. Diese Indizes fassen die Preisbewegungen der jeweils 100 meistgehandelten Whiskies einer Region zusammen. So sehen wir zum Beispiel, dass sich die japanischen Single Malts noch immer in einer Stabilisationsphase befinden, nachdem ihre Preise in den Jahren 2014 und 2015 durch die Decke geschossen sind. Im Gegensatz dazu legte der Speyside-Index im abgelaufenen Jahr um mehr als 23% zu und befindet sich nun auf Augenhöhe mit unserem Japan-Index. Getrieben wurde dieser Wertzuwachs fast ausschließlich von der Macallan-Brennerei, deren Abfüllungen in den letzten zwei Jahren erstaunliche Preiszuwächse erfuhren.

 


Abbildung 2 Quelle: Whiskystats


Hoch interessant ist auch ein Blick auf die Abhängigkeit des Preises vom Alter des Destillats. Während im Jahr 2016 ein 21-jähriger Whisky noch im Schnitt für 250 Euro auktioniert wurde, kletterte dieser Wert im Jahr 2017 auf über 280 Euro. Für höhere Altersstufen ist dieser Anstieg noch dramatischer. Für 30 Jahre Fassreifung waren im vorigen Jahr noch durchschnittlich 650 Euro zu berechnen, nun sind es über 800 Euro. Ein Anstieg von mehr als 20%. Extrem ist diese Preissteigerung für die sehr seltenen 50-jährigen Abfüllungen. Im Kalenderjahr 2017 beobachteten wir etwa 350 Transaktionen solcher Flaschen. Die Preise mitteln sich bei etwa 3.800 Euro. Im Vorjahr waren es noch 2.000 Euro.

 


Abbildung 3 Quelle: Whiskystats.net


Insgesamt lässt sich wohl zusammenfassen dass der Auktionsmarkt für sammelbare Whiskies weiterhin wächst. Die Anzahl an versteigerten Whiskies steigt stetig und auch die erzielten Preise befinden sich in einem kontinuierlichen Aufwärtstrend. Im Detail erkennen wir, dass der Fokus der Sammler und Investoren über die letzten Monate und Jahre wieder vermehrt auf die traditionellen schottischen Single Malts und dabei vor allem auf die Abfüllungen von Macallan gefallen ist.

Hier können Sie den Verfasser gerne kontaktieren: johannes.moosbrugger@grawe.at